Bücher

Volker Ritzhaupt

Das Script-Buch.

Heidelberg, 1990
Application Systems
335 Seiten
DM 49,- ISBN 3-9801834-4-0

Das Script-Buch ist das nunmehr fünfte Buch von Volker Ritzhaupt (nach dem Atari 1x1, dem Signum-Buch und den beiden Zeichensatzbanden). Außerdem stammen die beiden Handbücher zu Script I und Script II von ihm. man sollte also annehmen, daß er weiß, was er schreibt. So ist es auch. Witzig, aber mit viel Sachverstand und vor allem Praxisnähe bespricht er auf über 300 Seiten die unterschiedlichsten Themen rund um Script I und II vom grundsätzlichen Umgang bis hin zu typographischen Grundlagen und praktischen Tips - und Tricks.

Er geht dabei grundsätzlich anders an die Problematik der Bedienung des Programms und der Nutzung der Möglich keiten heran, als er es im Handbuch getan hat - logisch, sonst wäre das Buch auch ziemlich unnötig. Statt Stück für Stück alle Funktionen zu erläutern, wird das Hauptaugenmerk einerseits auf den praktischen, täglichen Umgang und andererseits auf Einsatzgebiete gelegt, die vielleicht beim einen oder der anderen seltener Vorkommen, aber dann umso problematischer zu handhaben sind. Ich denke da vor allem an die Hilfestellungen zum Thema Grafik, die vor allem für Script II BenutzerInnen interessant sind (wegen der zusätzlichen Möglichkeit zur Überlagerung von Grafik und Text bzw. Grafik und Grafik). Hier wird z.B. gezeigt, wie man millimetergenaue Grafiken erstellt, einbindet und beschriftet oder wie es mit relativ geringem Aufwand möglich ist, vorgegebene Formulare genauestens zu bedrucken.

Viel Hilfe und vor allem Tricks gibt es auch für umfangreichere Arbeiten - wie man das Layout so gestaltet, daß man Grafiken nicht zerschnippeln muß, wie Tabellen oder Fußnoten nicht nur schön, sondern auch korrekt zu erstellen sind, wie man Texte, die professionell aussehen sollen, so vorbereitet, daß man nicht nach der Texterfassung ebensolange am Layout sitzt, und, und, und. Bei manchen Tricks, die nun den weitaus ehrenvolleren Titel Tips wirklich nicht mehr verdienen, gingen mir jedenfalls die Augen auf.

Auch die Zeichensätze und die Gestaltungsmöglichkeiten damit nehmen viel Platzein, ohne daß es langweilig wird, weiterzulesen. Vor allem werden erfreulich viele Beispiele gegeben, um aus dem Sumpf der grauen Theorie herauszukommen. Man verspürt beim Ansehen der Beispiele, die im Buch abgebildet sind, direkt Lust, selbst seine Texte auf diese oder jene Weise zu gestalten. Da wartet dann allerdings auch unbarmherzig der Haken an der Angelegenheit auf die experimentierfreudigen, tatendurstigen AnwenderInnen; es werden bis auf (zu) wenige Ausnahmen nur Beispiele besprochen mit Zeichensätzen, die für teures Geld extra erworben werden müssen. Diese schlagen pro Zeichensatz in verschiedenen Ausführungen mit 100.- bis 200.- DM zu Buche. Nur sehr wenige Beispiele sind mit den Rokwel-Zeichensätzen gestaltet, die mittlerweile jeder Script-Version beiliegen. Mich persönlich hat es außerdem gestört, mit welcher Penetranz der Autor immer wieder auf die anderen Produkte von Application Systems Heidelberg hingewiesen hat, die ja so wahnsinnig nützlich und überhaupt im Grunde unentbehrlich seien - ich kam mir vor wie bei einem Fernsehfilm, der immer wieder von Werbespots unterbrochen wird. So sinnvoll gewiß im Grunde die Hinweise auf andere Programme sind - auf Eigenwerbung dieser Art sollte auch ASH verzichten können.

Ein Buch jedenfalls, das sicherlich allen Script-AnwenderInnen empfohlen werden kann, zumal die lockere, aber keinesfalls ungenaue Art des Autors den Stoff für jeden zugänglich macht. Der praktische Nutzen wird allerdings zum größeren Teil von der weiteren Investitionsbereitschaft und dem Einsatzgebiet abhängen. Wärmstens ans Herz legen möchte ich das Buch allen, die mit Script z.B. Arbeiten schreiben wollen - etwa StudentInnen. Oder die damit Vorlagen für Broschüren oder sogar Bücher in kleiner Auflage selbst produzieren wollen. Oder... - nur eines sollte man nicht vergessen: man lernt mit dem Buch zwar, besser mit Script umzugehen und Texte ansprechender zu gestalten, man lernt also, wie man schreibt, aber nicht, was.
Sebastian Lovens


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