Frankfurter Messesplitter

Wichtigste Frankfurter MIDI-Neuigkeit: Endlich scheinen sich die führenden Synthesizer-Hersteller auf ein allgemeingültiges MIDI-Format zu einigen. Der »General-MIDI-Standard« regelt die Tastenbelegung der Drum-Sounds und vergibt die MIDI-Kanäle an die wichtigsten Standardinstrumente.

The Singing Keyboard

Sieben neue Keyboards sowie zwei Digital-Pianos bietet Casio. Mit dabei: Das erste singende Keyboard der Welt! Der CT-840 singt die Melodietöne auf Wunsch auch vor. Eine neue Funktion intoniert die italienischen Tonbezeichnungen: do — re — mi. Dazu gibt’s viele Sounds und Begleitrhythmen, 100 PCM-Klangfarben und 100 Rhythmen — alles zusammen kostet nur 499 Mark!

Do, re, mi, fa... - Das Casio-Keyboard singt mit!

Für 1599 Mark gibt’s das HT-X10 Keyboard, ein zum Tonstudio umfunktionierter Synthesizer. Sie komponieren und arrangieren, gestalten neue Sounds und programmieren Drums. Ein neuer Soundchip arbeitet nach der »Non Linear Modulation-Synthese.. Damit erzeugt er 200 interne Klangfarben — für Naturklänge ist ein PCM-Verfahren integriert.

Vertrieb: Casio, Postfach 540144, 2000 Hamburg 54

Cubase 3.0 ist da!

Steinberg hat seine Hausaufgaben gemacht: Rechtzeitig zur Messe erschien die neue Cubase-Version 3.0. Die Bugs, die im Zusammenhang mit TTs und 16 MHz-Karten auftraten, sind nun eliminiert.

Ab sofort gibt’s einen neuen ROM-Key, der sowohl am ST wie auch am TT paßt. Auch für das Multitasking-Betriebssystem »M-ROS« existiert künftig nur noch eine Version für jedes Betriebssystem und alle Ataris.

Neu: die modulare Konzeption! Je nach Bedarf lädt der Anwender das benötigte Modul ein und gibt — wenn’s im RAM eng wird — den Speicher wieder frei. Für die Version 3.0 sind bereits einige Module separat erhältlich: ein Score-Editor für die Notendarstellung, der MIDI-Mixer zur Fader-Automation, ein MIDI-Prozessor sowie das IPS, ein raffinierter Phrasen-Generator, der mit einer herkömmlichen Begleitautomatik soviel gemein hat wie ein Doppeldecker mit dem Space-Shuttle.

Bald sollen weitere Module verfügbar sein.

Neu überdacht hat Steinberg das Arrange-Fenster. Dabei sind zwei neue Spalten für Class- sowie Timelock-Daten hinzugekommen. Die Probleme mit der Synchronisation von Bandmaschinen gehören damit der Vergangenheit an.

In Echtzeit wandelt der Input-Transformer jedes MIDI-Event nach Belieben um. Bequemer, klarer und vor allem übersichtlicher: der »Logical Event«-Editor. Einen eingehenden Erfahrungsbericht lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

Hersteller: Steinberg, Billwerder Neuer Deich 228; 2000 Hamburg 26 Vertrieb: TSI; Neustr. 12; 5481 Waldorf

Die neue Roland-Schachtel

Das CM-300, ein 24stimmiges Soundmodul mit über 300 Klängen, bietet Roland für knapp über 1000 Mark. Erzeugt werden diese Klänge mit 128 gesampelten Wellenformen, die allesamt auf Originalinstrumenten basieren. Zur Begleitung der Melodieinstrumente — sie beherrschen 16-fachen Multi-Mode — wählen Sie eine aus neun kompletten Drum-Sets. Die Belegung aller MIDI-Kanäle entspricht dem General-MIDI-Standard. Für 2198 Mark gibt’s das Gerät zusätzlich mit einer LAPC-I Soundkarte. Damit verfügt der Expander — der mit der Bezeichnung »CM-500« Rolands Desktop Music-Serie anführt — zusätzlich über die LA-Klangfarben eines CM-32L Sound-Moduls.

Vertrieb: Magic Music, Haagweg 11, W-7110 Öhringen; Hersteller: Roland, Postfach 1905, 2000 Hamburg/Norderstedt

Wavestation

Nur zehn Mark und die Originaldiskette kostet das neue EX-A/D-Update für den Wavestation SWS-Editor. Ansonsten konzentrierte sich Geerdes in diesem Jahr hauptsächlich auf sein Midishare-System, das Window-Modul sowie auf das »Memory-Operation-System«. Der erste aufgehende Stern in Geerdes neuem »Modular MIDI-Flight System«: Der Startrack-Sequenzer.

Geerdes; Bismarckstr. 84; 1000 Berlin 12

Kawais Nachfolger für die Wavestation: 01/W Pro

Expander

Korg spezialisierte sich in diesem Jahr weiter auf Expander, also Synthies ohne Tasten. Die Firma geht scheinbar davon aus, daß sich mittlerweile genügend Tastaturen in Homestudios und Bühnen angesammelt haben und hauptsächlich Klangerzeuger gefragt sind.

19-Zoll-Racks sind im Kommen: 03R/W

Das 03R/W paßt in 19 Zoll Racks und bietet 255 16-Bit-Multisounds und 114 Drumklänge. Insgesamt gibt es 127 Soundprogramme, geordnet nach dem General-MIDI-Standard. 32 Stimmen sorgen im 16fachen Multi-Mode für orchestrale Klänge. Vier Audio-Outs, ein Wiedergabe-Sequenzer und eine ordentliche Effekt-Sektion, bereits in der 01/W-Keyboard-Serie erprobt, runden das Bild ab. Als Alternative zur 01/W-Keyboard-Serie bietet Korg nun auch die Rack Version 01R/W des beliebten Synthesizers.

Auch die Wavestation hat ihren Nachfolger: Die beiden Workstations »01/W Pro« sowie »01/W Pro-X« sind technisch praktisch identisch — beide unterscheiden sich voneinander nur in Tastengröße und Konstellation. Der Clou: Im 6 MByte großen ROM-Speicher findet sich der legendäre »Bösendorfer Flügel«. Originalton der Frankfurter Messebesucher: »Totaler Wahnsinn!«

Alternative zum 01/W-Keyboard: 01R/W

Vertrieb: Music Meyer GmbH, Postfach 1729, 3550 Marburg 1

Live-Style

Mit neuer Technologie (Resynthese) und beeindruckenden Instrumenten meldet sich ein Star aus dem Orgelbereich zurück: Wersi knüpft mit der »Live-Style«-Serie an den Erfolg seiner Orgeln und Grand Pianos an. Statt purem Sampling wird bei Live-Style eine aktive Klangberechnung durchgeführt, die zwar auch auf Samples zurückgreift, diese Daten aber nicht einfach roh wiedergibt. Vielmehr führt der interne Keyboard-Rechner eine Klang-Resynthese durch. Ziel: eine verbesserte Dynamik nicht nur in bezug auf Lautstärke oder simplen Klangreglern, sondern vor allem im Frequenzspektrum. Bei einem Saxophon ist damit sowohl das Anhauchen als auch der trockene kurz angespielte Ton mit nur einem Sample möglich.

Die Resynthese war bislang nur in sehr viel teueren Geräten — z.B. im Axcel-Resynthesizer — zu finden und ist eine der interessantesten Neuerungen der letzten Jahre.

Außerdem am Wersi-Stand: Die Superorgel Atlantis für rund 1/4 Million Mark! Spielen darf diese Orgel aus Acrylglas der Stimmungsmacher der Nation: Franz Lambert. Für normal Sterbliche gibt’s Live-Style Keyboards aber auch schon ab 3000 Mark.

Vertrieb: Wersi GmbH, Industriegebiet, 5401 Halsenbach

Nachlese

Wer’s doch nicht zur Messe nach Frankfurt geschafft hat, kann sich am Samstag, dem 21. März 1992 im Münchner »Musik Markt« die wichtigsten neuen Produkte vorführen lassen. Unter dem Motto »Musik-Messe-Review« präsentieren Franz Schwentner und Thomas Bürgerle die interessantesten Software-News von Steinberg, C-Lab, Geerdes u.v.a.

Mit mittlerweile drei Geschäften etablierte sich der Musikladen im Münchner Westen zur ersten Adresse für MIDI-Musiker. Eine besondere Spezialität des Hauses: Atari-Umbau und Erweiterung bis zur Bühnentauglichkeit.

Gerade knapp bei Kasse? Im Gebrauchtmarkt finden Sie stets günstige Angebote.

Musik Markt, Landsberger Str. 150, 8000 München 2

Musik Markt: Messe-Show für Daheimgebliebene

Manfred Neumayer
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