Aktuelles

Gehäuse-Kit für 2,5-Zoll-Plaite

Die rührige Aachener Firma Roskothen und Eckstein stellte dieser Tage eine neue Variante ihrer Mini-Festplatteneinheit vor (siehe Test in dieser Ausgabe). Im handlichen Gehäuse, von einem Steckernetzteil versorgt, erweitert das »EHD-040«-Modul die Plattenkapazität von Atari TT’s um 40 MByte. Darüber hinaus arbeitet der 2,5 Zoll kleine Plattenzwerg mit allen Rechnern zusammen, die über eine Standard-SCSI-Schnittstelle verfügen (PCs, Apple Macintosh).

In die Hosentasche paßt diese 40-MByte-Platte von Roskothen & Eckstein, Aachen

Das komplette Set, bestehend aus 2,5-Zoll-Platte, Netzteil, Gehäuse mit Steckverbindern, LEDs und Schalter, wird für 1350 Mark zu haben sein. Eine spätere Version, mit integriertem Host-Adapter zum Anschluß an die DMA-Buchse der ST-Serie, ist in Vorbereitung.

(Ulrich Hilgefort/uw)

KAOS für alle

Der Icon-Editor beim Designen neuer Symbole

»Kaosdesk« und KCMD gibt es jetzt unabhängig vom Patch-Programm »KAOS«. Damit können auch Atari ST-Benutzer ohne TOS 1.4 das alternative Desktop nutzen.

Kaosdesk läuft auf allen TOS-Versionen und präsentiert eine eigene aussagekräftige Oberfläche. Icons lassen sich mit dem beiliegenden Editor nach Wunsch stylen. Über 40 neue Funktionen begegnen den schlimmsten Desktop-Krankheiten. So wurde die Anzahl der Redraws minimiert. Die Back-Funktion warnt jetzt vor dem Kopieren, wenn auf der Zieldisk der Platz zu knapp wird. Desktop-Funktionen wie z.B. das Markieren aller Dateien lassen sich per Tastatur aufrufen. Über die Funktionstasten starten sogar Programme. Die Diskettennamen erscheinen in den Icons.

KCMD, ein Kommandointerpreter für DOS-Fetischisten, rundet das Angebot ab. Auf der Diskette ist eine, ausführliche Anleitung mit 70 KByte Länge enthalten, die alle Finessen der neuen Oberfläche darlegt. Kaosdesk und der Kommandointerpreter kosten zusammen DM 19,80. Die große Frage: Was passiert mit Kaos (siehe Meldung Seite 9) nach TSOS 2.06?

Ippen & Pretzsch Verlag GmbH, Pressehaus Bayerstraße 57-59, 8000 München 2

Schnitt-ST durch ED-Box

Ein kompletter Video-8-Schneideplatz

Alle Funktionen eines Schnittcomputers bietet »Video Ed 8«. Eine kleine »EdBox« fungiert als Interface zwischen Atari ST und dem Videos-System. Als Quelle dienen die Aufzeichnungen einer Video-8-Kamera — das Masterband entsteht auf einem beliebigen Videorecorder mit Infrarotausstattung. Zur kostenlosen Erstanpassung ist es notwendig, die private Fernbedienung an den Hersteller zu senden.

Editieren ist kinderleicht: Auf einer übersichtlichen GEM-Oberfläche setzt der Cutter mit einer Genauigkeit von +/- sechs Bildern bis zu 75 Szenen aneinander. Eine Preview-Funktion zeigt dabei einen ersten Trockenlauf. Ist die Programmierung beendet, führt ein einziger Klick die gesamte Prozedur vollautomatisch durch —jeweils eine Szene nach der anderen. Eine Schnittliste läßt sich über Drucker ausgeben. Interessant für alle Hobbyfilmer!

Creativ Video, Am Schlegelweiher 2, 8551 Hemhofen

Mini-Winchester

Auch Fujitsu steigt in die Produktion von 2,5 Zoll kleinen Winchester-Laufwerken ein. Unter der Bezeichnung »M263x-Serie« wird es ab 1992 sowohl SCSI- (single-ended) als auch AT-Versionen mit DMA-kompatiblen Schnittstellen geben. Der Clou: Neben der 45-MByte-Platte hat auch die 90-MByte-Version das Experiment arstadium hinter sich. Die Zugriffsgeschwindigkeiten können sich sehen lassen: 18 ms — eine Latenzzeit von 8,3 ms wird durch 3600 Umdrehungen pro Minute erreicht. Im asynchronen Betrieb übertragen z.B. die SCSI-Versionen 3 MByte/s — synchron erreichen die Übertragungsraten sogar 5 MByte.

Akro Datensysteme GmbH, Postfach 1118, 8044 Unterschleißheim

Modisch: Koffer im Platinen-Look

Pfiffiger Koffer

Einen Aktenkoffer im Computerplatinen-Design bietet die Firma v&r Design Products aus Paderborn an. Der stabile »Document« ist ca. 415 x 300 x 55 mm groß und beherbergt im Klappdeckel praktische Fächer für Akten und Schreibutensilien. Der Preis dieses ausgefallenen Koffers beträgt 298 Mark.

v&r Design, Franziskanergasse 2, 4790 Paderborn

TOS 2.06 für die »Kleinen«

Eine Bombennachricht für ST-User der ersten Stunde: Für alle alten Modelle — vom 260/ 520er über den 1040ST(FM) bis hin zum Mega ST — gibt’s mit »TOS 2.06« ein neues Betriebssystem. Preis: 198 Mark! Es nutzt alle Vorteile der TOS-Versionen aus dem Mega STE und TT. Unter der Schirmherrschaft von Atari haben die Entwickler des Frankfurter ST-Spezialisten »Artifex« die TOS-Version 2.05 modifiziert. Sie läuft nun auf allen alten ST-Modellen, denen ja die Hardware-Eigenschaften eines STEs, wie DMA-Sound und eine 4096er Farbenpalette, fehlen. Damit ist die ST-Serie endlich untereinander kompatibel.

In der Vergangenheit war das Nachrüsten neuer TOS-Versionen recht einfach. Als dann allerdings der Mega STE die ST-Serie sprengte, war es aus mit der Abwärtskompatibilität des Betriebssystems. Schon die Hardware unterscheidet sich: Statt 192-KByte-Chips brannte Atari das STE-TOS 2.05 auf 256-KByte-Chips. Doch es ist nicht nur größer, darüber hinaus arbeitet TOS 2.05 an einem anderen Adreßbereich und greift gezielt auf Hardware zu, die nur im 1040 STE und Mega STE vorhanden ist. Das Platzproblem löste Artifex mit einer kleinen Zusatzplatine, der »TOS Extension Card«. Obwohl sich das Platinenlayout der ST-Modelle untereinander ganz erheblich unterscheidet, ist die Erweiterungskarte universell einsetzbar. Der Einbau dauert nur wenige Minuten — ein gewisses Geschick im Umgang mit Löteisen vorausgesetzt. Andernfalls hilft der Fachhandel bzw. Hersteller Artifex.

Die wichtigsten Vorteile des neuen TOS 2.06:

Das neue Desktop liegt im ROM und beansprucht keinen zusätzlichen Arbeitsspeicher. Neue, individuelle Icons — ob in Fenstern oder auf dem Desktop — schmücken die Dateien. Wie am Mac darf man diese selbstdefinierbaren Icons am Desktop ablegen und unabhängig vom Dateinamen bezeichnen.

Dokumente und Anwendungen sind verknüpft. Ein Klick auf das Dokument und das Programm startet automatisch. Längst fällig: Intelligentes Handling von Auswahlfunktionen, z.B. deselektiert Scrollen nicht die Auswahl. Auch beim Kopieren denkt das Betriebssystem etwas weiter.

Statt vier Fenster lassen sich sieben öffnen. Funktionstasten starten Programme, eine komplette Tastatursteuerung erleichtert die Bedienung und verschiedene Desktop-Konfigurationen, bei denen Farben und Muster beliebig variieren können, lassen sich speichern.

Fehler, die bei TOS 1.4 noch mit Patch-Routinen geflickt wurden, sind beseitigt. Entwickler erhalten bei Atari eine detaillierte Auflistung der Änderungen.

Last not Least die wichtige Entscheidung von Atari: Das Betriebssystem des TT und Mega STE auch für die breite Basis der Anwender zugänglich zu machen — zum alten Preis eines ROM-Satzes mit TOS 1.4. Ein positives Zeichen für die Zukunft?

Artifex Computer GmbH, Holbeinstr. 60, 6000 Frankfurt a.M. 70

Bis zum letzten Byte

Speichererweiterungen gehören mittlerweile schon fast zur Standardausrüstung eines ST. Die MMU erlaubt freilich dabei nur ganz bestimmte Konfigurationen. Dadurch entstehen mitunter Platzverschwendungen, die ST-Fans die Seele bluten läßt: Wer beispielsweise einen 1040 ST, einen Mega ST1 oder den 520 ST+ um 2 MByte aufrüstet, muß einen enormen Teil des internen Arbeitsspeichers lahmlegen. Grund: Es stehen keine Steuerleitungen mehr für dessen Verwaltung zur Verfügung.

Klein wie eine Briefmarke — gewaltige Wirkung!

Eine ebenso preiswerte wie geniale Lösung bietet US-Elektronik mit dem »3-MByte-Adapter«. Er erzeugt aus den »Cas«- und »Ras«-Signalen einer Speicherbank, der Adressleitung »MAD 9« weitere Cas-Signale zur Verwaltung zweier 512-KByte-Bänke. Statt 2 MByte stehen damit die vollen 2,5 MByte zur Verfügung. Der winzige Baustein in Briefmarkengröße kostet 28 Mark. Der Einbau ist zwar kein Kinderspiel, doch wer einen Lötkolben besitzt und den Chip nicht überhitzt, wird keine Probleme bekommen.

US Elektronik, Ulrich Skulimma, Eddelaker Str. 26, 2212 Brunsbüttel

Ohne Karte: Großbildschirm am TT

In Verbindung mit einer Spezial-Switchbox und Kabel lassen sich am TT alle Auflösungen auf einem Monitor darstellen. Die unteren fünf Auflösungen sind durch die im TT integrierten Routinen realisierbar. Die 256 Farben werden dabei in entsprechenden Graustufen des Multifrequenzmonitors umgewandelt. Um mit der höchsten Auflösung zu arbeiten, muß ein kleiner Schalter umgelegt werden, der auf ECL-Modus schaltet.

Das komplette Monitorsystem — gedacht für professionelle Ansprüche — stammt vom DTP-Fachmann »CSA«. Als Monitor findet das 21 Zoll große Graustufengerät »Eizo FlexScan 6500« Verwendung. Durch die spezielle Schaltbox und der automatischen Synchronisation des Flexscans wird jeder Auflösungswechsel erkannt.

Berichtigung zum Monitortest aus der 5/91: Auf den TT-Stereoklang muß der DTP-Fan freilich verzichten: Der FlexScan verfügt entgegen anderen Aussagen über keinerlei Lautsprecher.

CSA Computersysteme und Anwendungen, Hüttenstr. 56, 4650 Gelsenkirchen

Ob Farbe oder Graustufen: Eizo Flexiscan für DTP-Profis

DMC mit neuen SL-Modulen

Mit einer beeindruckenden Palette von Produkten und Marketingaktivitäten stellte DMC die Leistungsstärke seines DTP-Systems unter Beweis. Nach Überwindung der Anlaufschwierigkeiten hat sich das modulare Publishing-Programm »Calamus SL« inzwischen als produktionstauglich erwiesen.

Die Anwendbarkeit des Modulkonzepts zeigt das Multimediamodul für Calamus SL. Ein über den SCSI-Anschluß des TT betriebener Digitizer digitalisiert Video- und Tonsignale. Die Farbauflösung der Echtzeit-Bilddigitalisierung beträgt 24 Bit. Als Bildquellen eignen sich Videokameras, der Fernseher, ein Videorecorder oder eine Still-Videokamera. Die Modulsoftware stellt die digitalisierten Bilder in Calamus-Rahmen dar. An die Rahmen kann man Tonsignale anbinden, die bei Anklicken des Rahmens abgespielt werden.

Neben diesem neuen SL-Modul präsentierte DMC die bereits angekündigten Module, darunter auch das Joblistenmodul für Calamus-Belichtungsstudios und das Nutzendruckmodul. Als Ergänzung des Calamus-Systems sind der farbfahige Vektorgrafikeditor »Outline Art 2« sowie die Programme »Type Art« und »Crescendo« gedacht. Type Art ist ein professioneller Editor für Calamus-Schriften und Logos.

Mit Crescendo wird Calamus zum Noten-Publisher. Das Programm wandelt MIDI-Dateien in Calamus-Texte, die nach Importieren in Calamus mit Hilfe eines speziellen Notenfonts Dokumente mit Notenblättern oder Partituren erzeugen. Das Notenbild läßt sich durch Editieren der »Notentexte« beeinflussen.

Aufsehen erregte in der Fachwelt die Ankündigung, daß zwischen DMC und Berthold ein Vertrag über die Bereitstellung von Bert-hold-Schriften im Calamus-Format abgeschlossen wird. Damit stehen dem Calamus-Anwender nunmehr Schriften aller namhaften Schriftenhersteller zur Verfügung.

Vor großen Namen im Publishing-Geschäft hat Calamus offensichtlich keine Furcht. Eine von Profis anerkannte Bildqualität in Calamus-Dokumenten ist von der Anbindung an digitale EBV-Systeme von Hell und Scitex zu erwarten. Calamus druckt seine Dokumente mit Positionierungsinformationen für Bilder auf eine Bandkassette. Diese Daten werden vom Band in die EBV-Anlagen übertragen, dort um die digitalen Bilddaten ergänzt und auf einen Film belichtet.

Ein so breites Angebot an Soft- und Hardwareprodukten verlangt nach neuen Konzepten im Support-, Schulungs- und Dienstleistungsbereich. Eine von DMC organisierte Kette von »Calamus Profi Centern« (CPC) soll diese Aufgaben erfüllen. Die CPCs werden neben dem Fachhandel und den Atari-DTP-Centern Hauptstützpunkte des DMC-Vertriebsnetzes sein.

Sequenzer-Oper

Die weltweit erste MIDI-Oper wurde auf der Atari-Messe uraufgeführt. Statt eines Orchesters sorgte ein ST für die musikalische Begleitung der klassischen Sänger. Der Komponist Ratko Delarko arbeitet mit Notator-Sequenzer, einer Korg Wavestation, einem M1 und Audio-Forte, einer neuen Erfindung des Flügelspezialisten Schimmel. Inszeniert wurde das Spektakel vom amerikanischen Regisseur Ernest Martin.



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