Editorial - Goldgräberstimmung

Über Atari wurde in den letzten Monaten viel gemunkelt. Während die gesamte Szene im Dunkeln tappte (»Ist Atari USA nun endgültig pleite?«), brüteten die Amerikaner im stillen über neuen Konzepten.

Der Paukenschlag blieb nicht aus — nur kam er ganz anders als erwartet. Statt Heulen und Zähneknirschen gab es auf der CeBIT tolle Produktneuheiten.

Atari ließ in der Übersicht der meistgefragten Hersteller Namen wie Microsoft oder Commodore klar hinter sich und mischt, was neue Technologien angeht, wieder ganz vorne mit: Der ST-Notebook liegt voll im Trend, und mit dem Notepad ST steigt der einstige Spielkonsolenhersteller zum Wegbereiter für eine neue Computergeneration auf.

Zwar gestand Alwin Stumpf, mittlerweile auch Hoffnungsträger fürs Mutterhaus in Sunnyvale, seine Enttäuschung über das vergangene Geschäftsjahr ein, sein Optimismus für die Zukunft aber war unüberhörbar.

Konnte man noch auf der letzten Düsseldorfer Hausmesse eher frustrierte Ratlosigkeit bei den Herstellern rund um den ST registrieren, war dieses Jahr in Hannover wieder etwas von jener Begeisterung zu spüren, die 1985 dem 68000er zum Durchbruch verholfen hatte. Zweifellos hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Eine Chance, es in Zukunft besser zu machen, hat Atari allemal verdient. Support und Programmpflege sollen künftig konsequenter betrieben, Unausgegorenes nicht mehr voreilig publik gemacht werden. Vielleicht war deswegen auf die

Frage nach dem neuen Multitasking-TOS nicht mehr aus Leonard Tramiel herauszubringen als »We're working on it...«

Goldgräberstimmung in der Branche auch, weil wieder heftig die Claims abgesteckt werden: Firmen wie Momenta oder Next werden etablierten Herstellern noch schlaflose Nächte bereiten. Und der neue Notebook- und Notepad-Trend? Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben ...

Es grüßt Sie herzlich Hartmut Ulrich


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