Musikmesse Frankfurt: Das Happening

Auch 1991 war der Atari wieder der Musikcomputer No. 1 auf der Frankfurter Musikmesse. Immer wichtiger wird HD-Recording, das Aufzeichnen digitaler Musik direkt auf Festplatte. Die ersten Versuche, die Welten MIDI und Audio zu koppeln, laufen. Doch auch sonst tat sich viel Neues an den Ausstellungsständen der Musikindustrie.

Geerdes Halle 9, Stand D95

Geerdes stellte wieder eine Reihe interessanter Synthesizereditoren vor: Neben den beiden Wavetable-Editoren für die Modelle Waldorf Microwave sowie Korgs Wave-station (einen ausführlichen Test finden Sie auf den nächsten Seiten) steht der SY-TG 77 und der D-70 Editor im Publikumsinteresse ganz vorn. Die MIDI-Music-Collection, die komplette MIDI-Arrangements internationaler Rock- und Pophits im Standard-MIDI-File-Format bietet, hat inzwischen beachtlichen Umfang.

Dr. T's: Halle 9. B75

Vertrieben werden Dr. T's-Produkte in Deutschland von der Nürnberger Firma Oechsner. Das Spitzenprodukt am Oechsner-Stand war zweifellos das KCS Omega-Paket, ein Desktop-Music-System mit vielen nützlichen Modulen. Eine eigene Multitasking-Betriebsoberfläche ist, wie in die meisten anderen Dr. T's-Produkten, standardmäßig integriert.

Für Einsteiger: Music-Desktop-System »Tentrax«

TSI: Halle 9, Stand B 43

Neben den Steinberg-Produkten, die ja von der kleinen musikalischen Firma in Waldorf vertrieben werden, standen bei TSI die Produkte rund um den Waldorf-Microwave im Mittelpunkt des Interesses. Für den Wavetable-Synthie gab es mit der Versionsnummer 1.20 ein neues Firmware-Update. Integriert wurde nun die Reinstimmung durch automatische Frequenzkorrektur in Echtzeit, für Sys-Ex-Daten entwickelte man eine intelligente Echtzeitansteue-rung mit acht Edit-Buffern, und wer mehrere Microwaves- oder Slaves besitzt, kann diese nun zur Vervielfachung ihrer Funktionen miteinander vernetzen. Darüber hinaus gibt es den Microwave nun auch als Wave-Slave.

Eine kleine Sensation erwartete uns beim HD-Recording: Die Firma Plasmec bietet für weniger als 2400 DM sowohl für Macintosh-Rechner als auch für alle Ataris ein Stereo-Harddisk-Recording-Modul an.

Steinberg: Halle 9, Stand B 49

Flaggschiff war natürlich nach wie vor der Cubase-Sequenzer mitsamt seinem Multitasking-Betriebssystem M-ROS. Bei den Verkaufsaktionen stand das HD-Recording-System »Topaz« hoch im Kurs. Leider ist dieses HD-System noch immer unverhältnismäßig teuer.

Neben diverser professioneller MIDI-Peripherie wie Timecode-Synchronizer und dem Avalon 16-Bit-Stereo-Converter gibt es bei Steinberg auch Software für Einsteiger: Zusammen mit Roland entwickelte man die Software für das Music-Desktop-System »Tentrax« — den beliebten Einsteigersequenzer »Twelve« wird's auch künftig geben. Außerdem sahen wir auch bei Steinberg wieder viele interessante Klangeditoren, (mn)

Hybrid Arts Halle 9, B 61

Erfreuliches gab's aus dem Hause Hybrid Arts zu melden: Nachdem sich der Münchner Musikgroßhändler MAV letztes Jahr selbst ins Abseits manövrierte, übernahm seit Mitte letzten Jahres Hybrid Arts den Vertrieb sämtlicher Passport-Produkte. »Encore«, eine Kombination aus einem postscriptfähigen Notensatzprogramm und einer Kompositionssoftware, gibt es nun auch für den Atari. Auf dem Macintosh konnte Encore bereits hervorragende Umsatzzahlen verbuchen, nun soll Hybrid Arts in Deutschland den Atari-Markt bedienen.

Das Hard-disk-Recording-System von Hybrid Arts ADAP II, es arbeitet zusammen mit einem Mega ST 4, hat sich im professionellen Bereich etabliert.

MGS: Halle 9, Stand D 95

Bekanntgeworden ist MGS durch den Einbau des Atari in ein 19-Zoll-Modul. Zur Messe präsentierte MC S nun einen Mega ST im 19-Zoll-Format. Damit dürfte der Atari auch für das harte Tourleben gerüstet sein.

Außerdem wurde der Klangeditor KN 800 SEL erheblich verbessert. Die neue Version wird unmittelbar nach der Messe ausgeliefert.


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