Kurz notiert - diverse Spiele

Was ist los?

Beim renommierten Label »Psygnosis« ist ganz schön die Luft raus: Was derzeit so an Machwerken auf dem Markt rumlümmelt, ist oft ein Fall für die Ablage. »Matrix Marauders« beispielsweise präsentiert sich als lahmes Wettrennen durch triste Planetenlandschaften in ruckeliger Vektorgrafik. Die miese Grafik beschlägt einem die Brille, der Sound führt zu akutem Ohrensausen und die komplizierte Joystick-Steuerung sorgt für Knoten in den Fingern. Bei einem Preis von 64.95 DM ist dieses Spiel...

Matrix Marauders
Hersteller: Psyclapse/ Psygnosis
Preis: 64.95 DM
Note: 1 von 6

Auch »Spellbound« macht auf dem Atari ST keine glückliche Figur. Hier hilft der Gambler einem kleinen Zauberlehrling bei der Suche nach seinem entführten Lehrmeister. Der Weg führt über unzählige Plattformen, Leitern und Aufzüge — immer mit dem Ziel, das Ende der horizontal scrollenden Levels zu erreichen. Um sich gegen die vielen angreifenden Fantasy-Monster wehren zu können, kann der Held verschiedene Extrawaffen auf seine Widersacher abfeuern. Spellbound besitzt einen übertrieben hohen Schwierigkeitsgrad, außerdem stört, daß man viele Zaubersprüche nur per Tastatur aktivieren kann. Spellbound spielt sich zwar besser als Matrix Marauders, macht aber wenig Spaß. Da kann auch der Zwei-Spieler-Simultanmodus nichts retten. (Carsten Borgmeier/hu)

Spellbound
Hersteller: Psyclapse/Psygnosis
Preis: 64.95 DM
Note: 2 von 6

Absteiger des Monats

»Yolanda« ist so mies - kaum zu glauben, daß dieses Spiel eine ernstgemeinte Veröffentlichung eines professionellen Spieleherstellers sein soll! Mit einem winzigen Helden-Sprite quält man sich über ebenso winzige Plattformen, weicht ruckelig animierten »Angreifern« aus. Unerklärlich und unbeabsichtigt lösen sich Plattformen einfach auf... (Carsten Borgmeier/hu)

Yolanda
Hersteller: Millenium
Preis: ca. 65 DM
Note: 1 von 6

Vier Asse

Mit der Sammlung »Wheels of Fire« von Domark können Liebhaber rasanter Rennsimulationen ein Schnäppchen machen. Für knapp 90 DM wandern gleich vier Games über den Ladentisch: Die rasante Verbrecherjagd »Chase H.Q.«, das Vektorgrafikrennen »Hard Drivin'« sowie die heiße Hatz über amerikanische Highways »Turbo Outrun« und das Go Gart Race »Power Drift«. Empfehlenswert! (Carsten Borgmeier/hu)

Wheels of Fire
Hersteller: Domark
Preis: ca. 90 DM
Note: 6 von 6

Volles Rohr

Eine witzige Idee! Statt eine Kaffeepause einzulegen oder nervös auf dem Tisch zu trommeln, kann man sich während des Ladevorgangs von »Air Supply« die Zeit mit einem kurzen Spielchen »Space Invaders« versüßen, den Joystick anheizen und den Daumen aufwärmen: In Magic Bytes neuem Action-spiel wird nämlich draufge-halten, bis die Gelenke knacken. Mit einem Flugzeug fliegt man über feindliches Gebiet, schießt bei vertikalem Scrolling alle angreifenden Jets vom Himmel und wirft per Tastatur an Feldern mit der Aufschrift »Help« Rettungspakete ab. Sind alle Felder versorgt und der Feind besiegt, gibt es noch einen horizontal scrollenden Bonuslevel. Dann geht die Knallerei im nächsten Spielabschnitt wieder von vorne los. Schade — nicht gerade der siebte Ballerhimmel! Trotzdem eine preiswerte Alternative zum übrigen Durchschnittsbrei dieses Genres. (Carsten Borgmeier/hu)

Air Supply
Hersteller: Magic Bytes
Preis: 44.95 DM
Note: 3 von 6

Hiebe statt Liebe

Zwei stahlharte Karatekämpfer stehen sich gegenüber, kicken und prügeln solange aufeinander ein, bis einer den Kopf verliert — und zwar buchstäblich. Dann geht es im nächsten Level weiter, wo wieder ein Schläger wartet. »No Exit« von Tomahawk« besticht nicht gerade durch Intelligenz und Niveau. Wer derart stumpfe Keilereien jedoch mag, ohne sich selbst gebrochene Rippen und blaue Augen zuzuziehen, wird mit dem actiongeladenen Spiel einige vergnügliche Stunden verbringen — auch wenn die Animationen ein wenig holprig sind und die Hintergrundbilder ziemlich verwaschen aussehen. Der Preis allerdings ist für ein relativ einfallsloses Schlägerspiel von der Stange etwas zu hoch ausgefallen. (Carsten Borgmeier/hu)

No Exit
Hersteller: Tomahawk
Preis: 64.95 DM
Note: 3 von 6

Wer bin ich?

Im Rollenspiel-Adventure »Captive« geht es darum, als Häftling mit akuter Amnesie aus einem futuristischen Gefängnis auszubüchsen und nebenbei etwas über die eigene Identität zu erfahren. Bei der Flucht hilft ein Computer, der die Kontrolle über vier Droiden ermöglicht. Man landet auf diversen Planeten, läuft durch Verliese, die ein wenig dem »Dungeon Master« ähneln, und sorgt dafür, daß die Droiden immer genügend Energie in den Schaltkreisen haben. Mindscape hat da ein ganz ordentliches Rollenspiel auf Diskette gezogen. Allerdings besitzt das Spiel Schwächen in der undurchsichtigen Anleitung und der grafischen Präsentation, die bei anderen Rollenspielen wie »Dragonflight« oder »Legend of Fairghail« wesentlich besser gelungen ist. Dennoch wird Captive Rollenspielfans in seinen Bann ziehen. (Carsten Borgmeier/hu)

Captive
Hersteller: Mindscape
Preis: ca. 90 DM
Note: 5 von 6


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