Milan-News: Neues rund um das Flagschiff

Milan-Besitzer müssen manchmal eine ganze Zeit auf die Umsetzung angekündigter Produkte warten. Umso wichtiger ist ein gutes Ergebnis. Wir stellen Ihnen gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen rund um den Milan vor.

Es gibt wieder Neues rund um den Milan zu berichten. Besucher der Atari-Messe in Neuss werden einige der Neuheiten bereits gesichtet haben, seinerzeit aber zumeist in Betaversionen. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass der Milan-Veröffentlichungstermin mit großen Schritten naht, wird auch die Software so langsam aber sicher fertiggestellt. Eine Handvoll - insbesondere mit Hinblick auf den bisherigen Atari-Markt -innovativer Produkte ist dabei entstanden. Berichten wollen wir in dieser Ausgabe über den eigens von Milan-Computersystems entwickelten System-Center „MCONTROL", die TV-Karte von woller Systeme und den neuen Resolution-Switcher, der nun endlich komfortable Bildschirmumschaltungen ermöglicht.

MCONTROL


MCONTROL ist das neue Kontrollzentrum für den Milan und in Kürze für alle Ataris.

Für Konfigurationsarbeiten unter Atari-Betriebssystemen sind viele Programme geschaffen worden bzw. nötig. Diese Programme oder auch nur kleine Tools sind dabei bisher immer auf dem ganzen Rechner in diversen Ordnern verteilt worden und nie zentral erreichbar gewesen. Das von Atari für diese Zwecke geschaffene XCONTROL-Accessory zur Ansteuerung von CPX-Modulen wurde zu allem möglichen - von Spielen bis zu Basic Interpretern - genutzt, war aber eigentlich nicht mehr als eine Erweiterung für mehr Accessory-Plätze. Es bot auch zu wenig Möglichkeiten, um umfangreiche Programme zu implementieren. So hat es leider nie die Qualität des Kontrollfeldes auf dem Mac oder die Systemsteuerung unter Windows erreichen können.

Um diesem Manko entgegenzutreten, wurde für den Milan II MCONTROL aus der Taufe gehoben. Auf Initiative von Milan Computer hat Joachim Fornallaz die Entwicklung des Programm übernommen, wobei dessen Erfahrung bei der Programmierung von GEMSETUP sehr von Vorteil war. Es war den Milan-Machern von vorn herein klar, dass sie nicht für jedes Systemsteuerungs-Bedürfnis neue Programme schaffen könnten, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen, um diese dann in ein neues Konzept wie z.B. die Extended CPXe von Cops oder etwas ähnlichem zu integrieren. Vielmehr mussten die vorhanden Programme genutzt werden, die ihre Arbeit bislang gut verrichteten, um diese in ein System übergreifendes Kontrollzentrum zu integrieren. Zu beachten war jedoch, dass diese Programme bislang sowohl als PRGs, ACCs oder CPXe Vorlagen. Dem passionierten Atari-Anwender mag die jeweilige Endung ein Begriff sein, doch da der Milan auch im Einsteigerbereich platziert werden soll, musste ein Weg gefunden werden, den Computeranwendern vor diesen „unverständlichen" Programmarten und -endungen zu verschonen und die Bedienung dieser Programme so einfach wie möglich zu gestalten. Geboren war MCONTROL, eine Steuerzentrale für alle System relevanten Programme, die sowohl CPXe, ACCs als auch PRGs aufrufen kann, sodass der Anwender gar nicht mit Frage konfrontiert wird, mit welcher Programmart er es überhaupt zu tun hat.

Funktionsweise

MCONTROL wertet eine Konfigurations-Datei aus, in der alle Informationen, die MCONTROL zum Aufruf der Programme benötigt, enthalten sind. Diese Datei ist aufgebaut wie eine HTML-Datei (genauer XML) und beschreibt das Aussehen der Links auf die Tools, die MCONTROL anbietet. Dies bedeutet, dass MCONTROL nur die jeweiligen Systemprogramme aufruft und zur Verfügung stellt und die Lokalisierung der jeweiligen Programme eben der oben genannten Inf-Datei enthalten sind. Durch diese klare Strukturierung können sich auch neue Programme in die Datei einschreiben und so ihre Konfiguration über MCONTROL aufrufbar machen. So kann z.B. der Anbieter einer neuen Videokarte bei der Installation des Treibers dafür sorgen, dass die dazugehörende Konfigurationsdatei komfortabel über MCONTROL aufzurufen ist. Es sind dabei Abschnitte wie HARDDISK, SYSTEM, KONROLLFELDER, INTERNET, SOFTWARE, NETZWERK usw. vordefiniert. Unter diesen Punkten sind die für diesen Abschnitt vorgesehenen Programme erreichbar. z.B. „HARDDISK/Einrichten" (hier wird HD-Tools aufgerufen) oder „SYSTEM\TOS Updaten". Ein Beispiel der vorläufigen Struktur der MCONTROL-Beschreibungsdatei MCONTROL.XML finden Sie in Infobox 1.

Die Programme werden über das AV-Protokoll aufgerufen, weshalb alle Verknüpfungen von Dokumenten und Applikationen ausgewertet werden. Ein hier eingetragenes HYP-File würde also ST-GUIDE mit diesem File starten, ein TXT-File den angemeldeten Editor und ein CPX das Kontrollfeld Cops. So übernimmt MCONTROL auch gleich die Aufgabe des Kontrollfeldes mit. Da das Programm unter laufender Entwicklung steht, sind noch weitere nützliche Fähigkeiten zu erwarten.

Alles in allem ist MCONTROL mit viel Begeisterung von den Usern aufgenommen worden, da es den Zugriff auf alltäglich notwendige Systemdateien erheblich erleichtert. Und aus eben diesem Grunde wird es im kommenden Herbst auch eine Version für Standard-Ataris geben, die voraussichtlich zum Preis von nur DM 19 - vertrieben wird.

Resolutionswitcher

Alle bisherigen Milan-Anwender werden sich darüber freuen, für künftige Milan-User soll es eine Selbstverständlichkeit werden. Leider war es bislang unter MagiC nicht sehr komfortabel möglich, die Grafikauflösung des Milan zu verändern. Eine Freeware-Lösung im MagiC-Stil, die von Joachim Fornallaz angeboten wurde, war eine tolle Erleichterung, doch bot sie den Auflösungswechsel nur verbunden mit einem Systemstart an. Thomas Göttsch, u.a. Grafikkarten-Entwickler des Milan, hat in wenigen Tagen eine neue Lösung parat, die mit wenigen Mausklicks und Handgriffen die komfortable Änderung der Auflösung und Farbtiefe ermöglicht. Durch das Einträgen von Monitor- und Grafikkarten-Werten (Treiber für letztere werden dies automatisch erledigen) richtet sich das Programm selbständig auf die möglichen Werte ein. Bezüglich der Bedienbarkeit wurde das zugegebenermaßen bewährte Prinzip der Windows-Bildschirmeinstellung übernommen. Die künftige Ansteuerung von Bildschirmschonern und weiteren Programmen, die direkt oder indirekt mit dem Bildschirm zu tun haben, soll ebenfalls integriert werden.

Glowicons


Die Glowicons werden das neue Gesicht des Milan ausmachen und setzen einen neuen Icon-Standard auf Atari-Systemen fest. Sie werden ursprünglich für das AmigaOS 3.5 gestaltet. Die Atari-Umsetzung stammt von Oliver Tacke.

Die neuen Milan-Icons im tollen 3D-Leucht-Look und 256-Farb-Schema sind nun endlich verfügbar. Hunderte Icons wurden für den Milan erstellt, einige individuelle Atari-Programm-Icons werden im Laufe des Jahres noch integriert. Der Milan II wird von Anfang an mit diesen Icons ausgestattet, für bisherige Milan-Besitzer, die bei Milan-Computersystems registriert sind, ist das Upgrade kostenfrei. Gegen Ende des Jahres soll dann eine Atari-Edition veröffentlicht werden, die auf Disketten und auf CD-ROM erhältlich ist und separat erworben werden kann. Der Preis ist derzeit noch unbekannt.

TV-Karte

Viele Milan-Anwender haben Monate davon geträumt, endlich ist sie verfügbar: die TV-Karte für den Milan. Es handelt sich um eine PCI-Karte aus dem Hause Hauppauge, die über einen BT848-Chipsatz verfügt. Nach Installation des Treibers können Milan-Anwender nun endlich auf ihrem Rechner fern-sehen. Dabei sind sowohl kleine Auflösungen für das Plazieren in der Monitor-Ecke als auch volle 768x576 Pixel (originale TV-Auflösung) möglich. Das Besondere an dem gelungenen Treiber ist jedoch, dass er die vollen Fähigkeiten der Karte nutzt, sodass keinerlei CPU-Rechenzeit benötigt wird. Während der Anwender also den Fernsehbetrieb startet, kann er auf dem „restlichen Bildschirm" Weiterarbeiten, ohne dass Rechenzeit dafür benötigt wird.


Die Hauppauge-Karte wird mit einem gelungenen Treiberpaket von woher Systeme ausgeliefert, die die Fähigkeiten der Karte voll ausnutzt. Alle Optionen werden über eine komfortable GEM-Oberfläche ausgewählt - was lange währt, wird halt manchmal auch richtig gut.

Über einen Standard-TV-Antennenanschluss kann die Hausantenne mit terristrischem Signal oder Kabel-Signal eingespeist werden. Die automatische Sendersuche erledigt binnen weniger Sekunden den Rest. Die Steuersoftware ermöglicht zusätzlich auch vielseitige Audio-Einstellungen, die dann greifen, wenn die TV-Karte direkt mit einer Soundkarte verbunden wird.

In Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler Patrick Eickhoff, der FunMedia programmiert, soll eine Video-Capture-Funktion integriert werden, die das Aufnehmen von Filmen ermöglicht. In Zusammenarbeit mit FunMedia könnte der Milan-Besitzer also schon zum Jahresende sein privates, kleiner Filmstudio besitzen, mit dem er Filme und Videos aufnimmt, vielfältig bearbeitet und schneidet.


Eine weitere Neuheit ist die Dessee-DSP-Karte von Rudolphe Czuba, die dem Milan Soundmöglichkeiten beschert, die denen des Falcon 030 noch bei weitem überlegen sind.

Weitere News zum Milan entnehmen Sie wie immer der Webpage http:// www.milan-computer.de und kommenden Ausgaben der st-computer.

Milan Computersystems, An der Holsatiamühle 1, D-24149 Kiel, Tel. 04 31-20 99 034, Fax 27 368, info@ milan-computer. de, http://www. milan-computer. de

Ralf Schneider

Beispiel einer Konfiqurationsdatei für MCONTROL

<MCONTROL>

<TITLE>Milan control center</TITLE>

<FOLDER NAME=„Harddisk" ICN=„HD" BHLP=„Dienstprogramme fr die Fesplatte">

<ITEM NAME=„Einrichten" ICN=„" PATH=„C:\HDDR772\HDDRUTIL.APP" BHLP=„Festplatte administrieren">

<ITEM NAME=„Defragmentieren" ICN=„" PATH=„C:\systool\hd\defrag.app" BHLP=„Festplatte administrieren"> 
<ITEM NAME=„Checkdisk" ICN=„" PATH=„C:\systool\hd\chkdsk.app" BHLP=„Festplatte nach Fehlern untersuchen">
</FOLDER>

<HR>

<FOLDER NAME=„Internet" ICN=„Inet" BHLP=„Internet">

<ITEM NAME=„Zugangsdaten" ICN=„" PATH=„D:\Internet\PPP\ICONF.PRG" BHLP=„Zugangsdaten einstellen"> </FOLDER>

</MCONTROL>

Wer sich etwas in HTML auskennt wird sofort die Struktur erkennen die dahintersteckt:

<MCONTROL> </MCONTROL>

Diese Tags rahmen das ganze Dokument ein 
<TITLE> Milan control center </TITLE>

Dies ist die Titelzeile die das MCONTROL Fenster trägt 
<FOLDER NAME=„Harddisk" ICN=„HD" BHLP=„Dienstprogramme für die Fesplatte"> </FOLDER>

Diese Tags beschreiben einen Abschnitt mit Titel,Icon und BubbleHelp Zeile.

<ITEM NAME=„Defragmentieren" ICN=„" PATH=„C:\systool\hd\defrag.app" BHLP=„Festplatte administrieren">

Dies ist schließlich der Eintrag für das benötigte Programm innerhalb des Abschnittes.

<HR>

Hiermit wird eine Linie gezeichnet.

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