Editorial: Erste allgemeine Verunsicherung

Die größte Computermesse der Welt, die CeBIT, ist vorüber. Ich bin diesmal zugegebenermaßen mit recht gemischten Gefühlen nach Hannover gefahren. Es erinnerte mich ein wenig an das Jahr 1985, die Pionierzeit des ATARI ST. In welche Richtung würden diesmal Gespräche, Verhandlungen und Kontakte gehen?

Das Gros derjenigen Firmen aus dem ATARI-Markt, die diesmal auf der CEBIT ihre Produkte zeigten, war auf einem der Apple-Stände zu finden. Was mich positiv stimmte, war die Tatsache, daß die Arbeitsplätze dicht umlagert waren, und das nicht nur von ATARIanern, sondern auch von Interessenten aus dem Apple-Markt. Produkte wie MagiCMac, Calamus SL und die dazu passenden Module von adequate systems, Twist 3 und vor allem das 7-FarbSystem von Digital Arts verblüfften die Zuschauer auf Apple-Rechnern unter MagiCMac. Die Symbiose zwischen ATARI und Mac scheint zu überzeugen. Ganz nebenbei, es fand auch bei uns zwischen Redaktion und Layout ein reger Gedankenaustausch zu diesem Thema statt, aus dem dann der Artikel "Both Sides Now" entstand, den Sie im MacOPEN-Teil finden. Doch zurück zur CEBIT - schaute man sich ein wenig weiter um, konnte man auf dem OS/2-Stand die Programme papyrus und XAct finden. Alles alte Bekannte - auch IBM bleibt nicht von ATARIanern verschont! Sieht man dann in unserem Testbericht in dieser Ausgabe, wie leistungsfähig man einen ATARI auf einem PC emulieren kann, wird es für einen, der sich neue Hardware anschaffen will, immer schwieriger, sich zu entscheiden. Ob Falcon, Medusa, Eagle oder PC oder Mac - die ATARI-Software findet sich auf allen Systemen. Es liegt klar auf der Hand, leistungsfähige ATARI-Software schickt sich an, auch andere Märkte zu erobern.

Eine wichtige Erfahrung war noch, daß der ATARI auch bei vielen Firmen, die keine Software für ihn erstellen, ein Begriff ist, da dort mittlerweile ein Teil der ersten Generation der ATARI-Anwender arbeitet. Antworten wie "Die ST-Computer habe ich auch immer gelesen" waren auf meinem Rundgang keine Seltenheit. Irgendwie schlich sich bei mir das Gefühl ein", das Gute ist immer und überall", um eine bekannte österreichische Kapelle zu zitieren.


Harald Egel
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