Massenspeicher - MO-Laufwerke

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Die magnetooptische (MO)-Technik schreitet zwar nicht so schnell voran, wie die CD-ROM-Technik, aber dafür beständig. Im letzten Jahr hatten wir über das Fujitsu-M2511A berichtet [1]. Fujitsu hat nicht geschlafen und somit stellen wir diesmal das M2512A mit einer Kapazität von 230 MB vor. Als Konkurrenz dazu haben wir ein Gerät aus dem Hause Olympus. Es nennt sich Deltis MOS320. Nicht daß einer glaubt, daß bei der Bezeichnung ein Zahlendreher drin sei. Das Laufwerk hat wirklich diese Bezeichnung!

Eigentlich hätte man noch ein Laufwerk von der Firma TEAC im Test berücksichtigen können aber diese Produktlinie soll laut TEAC nicht weiterentwickelt werden. Über kurz oder lang wird TEAC alle Aktivitäten in Richtung MO-Technik einstellen. Als Alternative mit höherer Kapazität gibt es die 1,3-GB-Laufwerke von verschiedenen Herstellern. Leider lassen sich die Laufwerke der Firmen Sony und Ricoh noch nicht am ATARI betreiben. Die Gründe dafür liegen noch im Dunkeln, aber wir werden darüber berichten, wenn sich erste Erfolge einstellen.

Wechselseitig

Schwierig für den speicherhungrigen Anwender ist die Wahl, auf welche Technologie er sich festlegen will. Gerade 1993 und 1994 ist diese Entscheidung durch die Hersteller von Wechselmedien nicht leichter gemacht worden. Allein Syquest bietet sechs verschiedene Kapazitäten an, wobei diese in drei Gruppen eingeteilt werden.
Als Notebook-Lösung ist inzwischen das 80-MB-PCMCIA-Laufwerk auf dem Markt, bei dem das Medium fast in ein After-Eight-Tütchen paßt. Im 5.25"-Bereich hat Syquest Laufwerke mit 44, 88 und 200 MB im Markt. Der 3.5" Bereich wird durch 105- und 270-MB-Drives abgedeckt. Wer sich dort festgelegt hat, dem bleibt die MO-Welt erstmal verschlossen, da keines der Medien kompatibel dazu ist. Hier ist das Spektrum noch nicht so ausgewuchert, und zur Zeit gibt es noch die 128MB- und 230-MB-Laufwerke im 3.5"-Bereich. Wer es ein wenig größer mag, bekommt im 5.25"-Bereich eine Kapazität von 1,3 GB.

Langsam und leise

Das schöne an den MO-Drives ist die Geräuscharmut, die man zumindest den 5.25"-Syquest-Laufwerken nicht nachsagen kann. Selbstverständlich können die 128-MB-Medien auch in den 230-MB-Drives gelesen und beschrieben werden. Wie schnell dies geschieht, können Sie den How-Fast-Ergebnissen entnehmen. Dort zeigte sich vor allem eins: Zwischen den Laufwerken gibt es diverse Unterschiede. Prinzipiell ist das Deltis ca. 100 KB/s schneller beim Lesen als das Fujitsu. Beim Schreiben ist die Differenz auf ca. 20 KB/s zusammengeschrumpft. Den Geschwindigkeitstest hat das Deltis klar gewonnen. Das Laufwerk war auch im Dauerbetrieb so ruhig, daß man schon sehr genau hinhören mußte, um es arbeiten zu hören. Anders das Fujitsu. Dort hörte man ein leises, aber vernehmbares Sirren, das vom Positionieren des Schreib-/Lese-Kopfes stammt. Auch hier geht das Deltis als besseres Laufwerk hervor, so daß nun noch der Preis ins Gewicht fällt. Dort könnten sich die Gemüter wieder scheiden, da das Deltis 200,- DM teuer ausfällt als das Fujitsu. Wie so oft, entscheidet sich der Verbraucher dann für das günstigere Laufwerk, da die DM nicht mehr so locker sitzt. Natürlich macht man absolut keinen Fehler, wenn man sich aufgrund des Preises für das Fujitsu entscheidet, aber in der Performance ist das Deltis klar besser.

Zahn zugelegt

Wer noch die Speed-Werte vom letzten Jahr vorliegen hat, wird vor allem eins feststellen: Die MO-Laufwerke sind zweimal schneller geworden als vor einem Jahr! Sie erreichen dadurch die Geschwindigkeit von langsamen Festplatten, was Lesezugriffe angeht. Beim Schreiben haben gängige Festplatten noch einen klaren Vorsprung, obwohl die MOs dabei sogar die dreifache Performance im Vergleich zum letzten Jahr erreicht haben. Wer sein Laufwerk von 128 MB auf 230 MB `upgradet', bekommt also erheblichen Geschwindigkeitsgewinn. Selbst der Betrieb mit den alten 128-MB-Medien ist gegenüber den alten Laufwerken wesentlich schneller. Diese sind zwar noch etwas langsamer als die 230 MB-Medien, aber dennoch voll einsetzbar. Kompatibel zueinander sind die Laufwerke auch. Es gab keine Probleme, die Medien untereinander auszutauschen.

And The Winner Is ...

... das Deltis MOS320. Nicht nur schnell, sondern auch absolut leise. Selbst bei der mittleren Zugriffszeit liegt das Deltis-Laufwerk mit 36ms noch vor dem Fujitsu. Einzig der Anschaffungspreis für das Laufwerk liegt merklich höher als beim Fujitsu. Der Absatz in großen Mengen wird in näherer Zukunft zeigen, ob sich der Preis beider Laufwerke angleicht, oder ob die Kluft größer wird.

JH

Bezugsquelle:
FAIR FORUM Händlergemeinschaft
oder
EDV Service Bontenackels
Beethovestn 5
52146 Würselen

Preise:
Deltis MO 320E nackt': 1848,- DM Fujitsu MO 2512A(2)nackt': 1648,- DM
extern anschlußfertig mit SCSI
Kabel und einem Medium: + 200,- DM
Medium 230 MB: 69 DM

(I) ST-Computer 5/93, Seite 102, und ST-Computer 11/93, Seite 19
Getestet wurden die Laufwerke an einem ATARI TT mit Hushi 6.05 (SCSI-Tool von Hard&Soft). Die Medien wurden in zwei Partitionen aufgeteilt. Die Testpartition war 32 MB groß und wurde gezielt mit 100 Dateien beschrieben und danach von einigen wieder befreit. Durch die Fragmentierung ergibt sich eine relativ praxisnahe Umgebung. Der Plattentreiber wurde so konfiguriert, daß er keine Cache-Funktion hatte. Die mittlere Zugriffszeit wurde mit SCSI-Tool ermittelt und ist ein Wert, der sich ergibt, wenn 20 Sekunden lang zufällig ausgewählte Sektoren gelesen werden.


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