Relax - aktuelle Spiele

Hallo Spiele-Fans,

Anläßlich des einjährigen Firmenjubiläums veröffentlicht „Thalion“ eine Compilation mit dem Kampfsportspektakel „Chambers of Shaolin“, den beiden Ballerspielen „Warp“ und „Leavin’ Terramis“ sowie dem Jump & Run Game „Seven Gates of Jambala“. Als Bonus Bonbon liegt der Verpackung ein schwarzes T-Shirt bei!

Nochmal „Thalion“! Atari ST-Soundvirtuose Jochen Hippel war im Tonstudio. Resultat: eine CD, randgefüllt mit tollen Musiken. Unter anderem gibt es „Wings of Death“ und „Dragon Flight“ in Spitzenqualität zu hören. Wem Hippel am Computer nicht reicht, der kann die CD für knapp 20 Mark bei Thalion Software in Gütersloh bestellen.

In Coktel Visions neuem Erotik-Adventure „Geisha“ verschleppt ein japanischer Mafiaboss die schöne Eve aus ihrer Pariser Yuppy-Wohnung nach Tokyo, um sie dort als Prototyp für eine neue Generation williger Sex-Roboter zu benutzen. Neben der adventureartigen Befreiungsaktion wird der Spieler mit schwachen Action-Szenen genervt: Mal muß er mit einer nackten Taucherin Perlen fischen oder mit einem Raumschiff über Kusslippen fliegen. Langweilig, einfallslos, technisch minderwertig. Von Erotik keine Spur!

So schön können Adventures sein: Grafiken wie aus dem Bilderbuch, wohlklingende Musik und Sprachausgabe. Aber auch spielerisch ist Langhors Kriminalabenteuer eine Meisterleistung: Als Dedektiv Jerome Lange wird man auf eine Karibikinsel verschlagen und soll dort das geheimnisvolle Verschwinden der kleinen Marie aufklären. Der Spieler wählt zwischen 16 Handlungsmöglichkeiten, beschattet Verdächtige und untersucht Indizien.

Kampf der Roboter. Zwei riesige Stahlkolosse stehen sich gegenüber, schlagen gegenseitig mit ihren Fäusten aufeinander ein und verschießen Bomben und Laserstrahlen solange, bis einer vom beiden ausgebrannt am Boden liegt. Der Gewinner bekommt zur Belohnung Geld, das er in der nächsten Runde in neue Extrawaffen investiert. Besonders zu zweit ist der Roboterkampf eine ganz spaßige Angelegenheit.

„Turrican II“ ist da! Wieder wird geballert, bis die Joystick-Kontakte schmoren. Es gibt mal wieder viele Extrawaffen und unheimlich große Landschaften, in denen es nur so von Widersachern wimmelt. Neu: In drei Spielabschnitten läuft man nicht mit dem Elitekämpfer Turrican durch die Gegend, sondern fliegt mit einem Raumschiff umher. Action pur! Nur für Ballerspiel-Profis geeignet!

Fantasy World Dizzy

FANTASY WORLD DIZZY ist ein humorvolles Plattformspiel. in dem ein kleines hüpfendes Ei seine Freundin Daisy, die es irgendwo verloren hat, retten muß.

Dies muß es in verschiedenen Welten (Levels) tun. so zum Beispiel in einem alten Schloß, in einem Drachenhon oder sogar durch Erklettern einer magischen Bohnenstange. Das Adventure steckt voller Gefahren, die man mit nur drei verfügbaren „Eiern“ überleben muß. Dizzy kann sehr gut springen, so daß eine unendlich weit entfernte Plattform manchmal nur einen Schritt für unseren Helden dar stellt. Das Spiel beginnt in einem Schloß, wo zur rechten Seite der Weg von einem Riesen und zur linken von einem lodernden Feuer blockiert ist. Versteckt in einer Ecke, findet Dizzy jedoch eine Kanne voll Wasser, mit der das Feuer zu löschen ist. Mit gefundenen Gegenständen kann man die verschiedenen Puzzles lösen. Hat man eines überwunden, kommt schon das nächste, vielleicht schwierigere, auf einen zu. Goldmünzen und Edelsteine helfen, den Score zu steigern. Da man jedoch nur eine limitierte Zahl an Objekten auf einmal in Besitz halten kann, muß man öfter nachdenken. ob man dieses oder jenes überhaupt mitnimmt, es könnte ja rein gar keinen Nutzen haben. Rätsel zu lösen und den richtigen Weg zu finden, machen jedoch nur einen Teil des Spiels aus. Bösartige Kreaturen, deren Berührung es zu vermeiden gilt, machen Dizzy das Leben schwer. Alligatoren warten nur darauf, ihre Zähne in Dizzy zu versenken, und feuerspeiende Drachen haben Lust auf ein gekochtes Ei. FANTASY WORLD DIZZY ist ein ziemlich gehaltvolles Plattformspiel mit vielen Adventure-Elementen und einer sich stetig ändernden Cartoon-Grafik. Viele unterhaltsame Stunden erwarten Sie. ddf

Horror Zombies from the Crypt

Schlag Mitternacht flimmerte es auf unserem Redaktionstisch, und ein neues, gefährliches, schleimiges, angsteinflößendes Produkt von Millenium manifestierte sich aus dem Nichts. Die Handlung dreht sich um die Klischees der amerikanischen B-Movies der 50er Jahre. Man bekommt ein interessantes Adventure. gespickt mit schwarzem Humor und angefüllt mit Zombies, Geistern und anderen Dienern des Dunkels. Die Ruhe von Richter Frcderick Valdemars Landsitz wurde plötzlich durch das Auftauchen von Armeen von Untoten gestört, der es umgebende Wald ist voll von Ghouls und Skeletten, die sich dem Haus nähern... Im Garten vergnügen sich Werwölfe und Fledermäuse, und im alten Teil des Hauses befindet sich eine Krypta, in der die Zombies spielen. Nur Sie können den Richter vor etwas Schlimmerem als dem Tod bewahren. Ruhe, Stärke und Geschicklichkeit sind vonnöten, um die alte Ruhe wiederherzustellen. HORROR ZOMBIES ... hat drei enorm große Levels, vollgepackt mit über 600 Screens, höllischen Puzzles und tödlichen Begegnungen. Zusammenfallende Wände, bewegliche Kamine, versteckte Türen und viele geheime Räume gilt es zu erforschen. Die Handlung des Spieles dreht sich um Überleben. Suchen und das Finden von wichtigen Gegenständen. Manche Puzzles sind sehr schwer zu lösen, so daß man immer wieder neu nachgrübeln muß; aber: versuchen Sie, an die einfachen Dinge zu denken! Den zahlreichen Kreaturen ist man nicht schutzlos ausgeliefert. Waffen und sonstige Items können während des Spieles aufgesammelt werden. Haben Sie - wie auch immer - ein Level bewältigt, erhalten Sie ein Paßwort, so daß Sie dieses Level in Zukunft überspringen können. Will man ein Fazit ziehen, so haben Astral, die Programmierer des Spiels, die leicht depressive Atmosphäre der alten Horrorfilme sehr gut getroffen, die Grafik und der Sound tragen hierzu bei.

ddf

Pop Up

Nach dem phänomenalen Erfolg von „Tetris“ und „Arkanoid“ besinnen sich immer mehr Hersteller auf simple Spielprinzipien. Daß dabei bisher ebenso schlichte wie schlechte Software entsteht, beweist „Pop Up“ auf erschreckende Weise. In Gestalt eines quicklebendigen Gummiballs hat der Spieler fünf Epochen aus jeweils vier Spielabschnitten zu durchhüpfen. Dies geschieht, indem er alle Gegenstände innerhalb eines Bildes aufsammelt und sich anschließend zum Ausgang begibt. So weit - so simpel. Türen, Blockaden und unüberwindbare Feuerwände sollen den Schwierigkeitsgrad erhöhen, sind mit entsprechenden Schlüsseln oder einer Ladung Wasser aber keine ernstzunehmenden Hindernisse. Einzig und allein die schräggestellten Plattformen bereiten Probleme. Einmal berührt, versetzen sie die Kugel in einen unkontrollierbaren Taumel. Da 20 Levels nicht gerade ewig vor den Bildschirm fesseln, haben die Programmierer freundlicherweise an einen Editor gedacht. Der einzige Motivations-Lichtblick! Highscore-Liste, Team-Modus oder Paßwortsystem sucht man vergebens. Jedes Level erinnert auf frappierende Weise an das vorhergehende. Ebenfalls langweilig stimmt die Tatsache, daß es nur einen sinnvollen Ausgang zum nächsten Level gibt. Programmiertechnisch gesehen, ist „Pop Up“ nicht gerade ein achtes Weltwunder: die Hintergrundgrafiken in biederer EGA-Qualität wirken verwaschen und lassen nur undeutlich den jeweiligen Zeitabschnitt erkennen. Auch der Sound ist keinen Deut besser. Wer ihn zu lange hört, kratzt vor Ohrenschmerzen die Tapeten von den Wänden. Zugegeben: „Pop Up“ ist kinderleicht, leicht spielbar - man braucht auch keine dicken Anleitungsbücher zu wälzen, um das Game zu kapieren. Aber auf die Dauer wird Infogrames neues Geschicklichkeitsspiel zum Schlafmittel.

CBO

A Prehistoric Tale

Bei einem Ausflug in die Vergangenheit macht der Zeitreisende Cronos eine erstaunliche Entdeckung: Vor 150 Millionen Jahren raffen Erdbeben fast alle Saurierbabies dahin. Um ein vorzeitiges Aussterben der Urviecher zu verhindern, beginnt der besorgte Wissenschaftler mit der Evakuierung. In jedem der 50 Levels liegen zahlreiche Sauriereier verstreut, die aufgenommen und zum Teleporter transportiert werden müssen. Junge Reptilien gilt es durch einfaches Überspringen einzufangen, was deren Eltern naheliegenderweise gegen den Strich geht. Eilends auf den Plattformen ausgesetzte Mäuse halten die rachedurstigen Ungetüme eine Zeit lang in Schach, an der richtigen Stelle plazierte Felsbrocken killen sie gar. Zu Beginn muß sich Cronos mit drei Eiern pro Teleporter-Gang begnügen. Das reichhaltige Extra-Arsenal beinhaltet zum Glück eine Vorratsbatterie, die lästiges Hin- und Herlaufen überflüssig macht. Ebenfalls von Nutzen sind Schutzschilde. Waffen und Abkürzungen in höhere Spielstufen. Sollten jetzt immer noch Probleme auftreten, hat Cronos’ Freund Jeff die Möglichkeit, ihm unter die Arme zu greifen und in einem der drei Bonuslevels mit auf Punktejagd zu gehen. Schon die an den Haaren herbeigezogene, mit Tippfehlern übersähte Hintergrundgeschichte dieses Geschicklichkeitsspiels aus deutschen Landen läßt nichts Gutes vermuten. Das Schauspiel, das sich dem Betrachter allerdings nach dem Laden auf dem Bildschirm bietet, ist mehr als eine Zumutung. Das mäßig animierte Helden-Sprite läuft, springt und klettert durch eine Anhäufung lieblos zusammengeschusterter Bildschirme. Beim pixelgenauen Springen über die bedenklichen kleinen Monster steht die Kollisionsabfrage beharrlich auf seiten des Computers. Solcherlei Unfairness stört nicht allzu sehr, denn besonders lange hält man es sowieso nicht vor dem Monitor aus. Vom abwechslungslosen Gameplay wird man schnell in den Schlaf gewogen. Kein Wunder, daß das Spiel „Prehistoric Tale“ heißt. Das Spielprinzip stammt aus der Urzeit. Anno 1983 mußte man schon auf dem C64 ein Programm namens Dino Eggs über sich ergehen lassen, das diesen verspäteten Nachzügler locker in den Schatten stellt. „Prehistoric Tale“ ist ein Flop. Daran ändert auch die kostenlose „Wings of Death“-Demo-Disk in der Verpackung nichts. Was ist los mit Thalion? Normalerweise produziert die Gütersloher Spieleschmiede High Quality-Software. „Prehistoric Tale“ scheint wohl ein Ausrutscher zu sein...

CBO

The Secret Of Monkey Island

Guybrush Threepwood, der Grünschnabel mit dem zungenbrecherischen Namen, steht ganz am Anfang einer halsbrecherischen Piratenkarriere. Und wir als Spieler sind dabei beim neuesten Adventure-Spaß aus dem Hause Lucasfilm Games mit stimmungsvollen Grafiken, irre witzigen Texten, hirnerweichenden Rätseln und Calypso-Klängen vom Soundmagier Chris Hülsbeck. Im Vergleich zu anderen Lucasfilm-Spielen hat "Monkey Island" in Sachen Witz und Grafikqualität zugelegt. Gesteuert wird das komplett eingedeutschte Abenteuer per Maus und mit der für Lucasfilm Games typischen "Benutzeroberfläche" bei der man das gewünschte Verb einfach in Liste und das Objekt im Grafikfenster anklickt. Neu ist, daß unter den möglichen Aktivitäten bereits die wahrscheinlichste angewählt wird. Steht der Held beispielsweise vor einer verschlossenen Tür, so leuchtet in der Verbenliste automatisch "öffnen" auf. Der kann nun mit der Maus bestätigen oder einen anderen Befehl auswählen.

Das Inselspiel jeder Hinsicht zuvorkommend: Es hat keinerlei böse Folgen, wenn man beispielsweise das Fleisch aus der Piratenküche verliert. Geht man wieder in die Kombüse zurück, liegt bestimmt ein neues Stück bereit. Der Spielfigur selber kann auch nicht viel passieren. Sie ist nahezu unsterblich, es sei denn, sie stellt sich zu dumm an und stürzt sich in gefährlichen Situationen in den Selbstmord. Daraus darf der Leser jedoch nicht schließen, daß er das Geheimnis der Affeninsel blitzschnell lösen könnte. Wir lernen Guybrush am Strand der Karibikinsel Melee kennen. Er ist soeben eingetroffen. Sein Kopf ist voll von Illusionen über sein zukünftiges Leben als Pirat. Dabei weiß er nicht, was auf ihn zukommt. Um herauszufinden, wie man in diesem Job anfängt, sollte er sich von Fachleuten beraten lassen. In der Piratenpinte sitzen bestimmt welche. Auf dem Weg dorthin verliert der Jungpirat gleich seine gute Meinung vom Piratengewerbe: die Spitzbuben sitzen verschüchtert am Weg oder in der Kneipe beim Grog. Der Grund: allen steckt die unsägliche Furcht vor dem spukenden Seeteufel Le Chuck in den Knochen - besonders dem Piraten, der sich auf dem Leuchter in Sicherheit gebracht hat. Immerhin geben sie dem ahnungslosen Guybrush gute Ratschläge. Aber diese seefesten Jungs schlagen dabei nicht etwa einen lehrerhaften Ton an, sondern produzieren sich vor dem Spieler in köstlich amüsanter Weise. Wie er endlich ein richtiger Pirat wird, erfährt Guybrush im Hinterzimmer beim Anführer. Drei Prüfungen soll Guybrush bestehen, dann wird er in die Gilde der Seeräuber aufgenommen. Zunächst muß er sich einen Degen besorgen und gegen den gefürchtetsten Degenfechter der ganzen Insel antreten. Kein Problem! Danach geht es darum, in die Villa der Gouvemeurin zu schleichen und eine Statue zu stehlen. Vorsicht, das Auge des Gesetzes, verkörpert durch den Sheriff, ist nicht weit! Bei der letzten Prüfung soll Guybrush seinen Riecher für Schatztruhen unter Beweis stellen. Irgendwo auf Melee liegt noch ein ungehobener Schatz und wartet auf Entdeckung. Damit ist Guybrush jetzt ein echter Seeräuber. Und gleich unsterblich verliebt. In die Gouverneurin. Doch leider bleibt keine Zeit für Romantik. Der spukende Pirat Le Chuck verschleppt die Schöne nach Monkey Island. Guybrush, der ja gerade sein Piratenexamen bestanden hat, heuert ein paar Kollegen an und nimmt Kurs auf diese Insel. Wie dumm! Seine Crew sprüht nicht gerade vor Arbeitseifer. Sie benimmt sich wie eine Reisegruppe auf Kreuzfahrt - hier ein Drink, da ein Sonnenbad. Dennoch erreicht das Schiff die Insel. Dort wohnen nette Leute. Die früher gefürchteten Kannibalen haben zum Vegetarismus gewechselt - irgendein Gesundheitsapostel überzeugte sie davon, daß Menschenfleisch dem Cholesterinspiegel schaden würde. Als harmlos stellt sich auch der berufsmäßige Schiffbrüchige heraus. Er hat sich in Jahren der Einsamkeit ein Boot gezimmert, bleibt jedoch auf der Insel und harrt seiner ordnungsgemäßen Rettung. Deswegen verleiht er seine seetüchtige Nußschale manchmal. Schöne Voraussetzungen dafür, "Das Geheimnis von Monkey Island" zu lüften. Lucasfilm Games bereicherte sein neuestes Grafik-Adventure nicht nur um witzige Dialoge und Kommentare, sondern auch um neue Einblicke. Bislang sahen Spieler die Szenen immer nur seitlich von vorn. In "Monkey Island" sind die Szenarios in verschiedenen Perspektiven dargestellt - mal sieht der Betrachter das Geschehen von der Seite, aus der Vogelperspektive oder aus einem schrägen Winkel. "Das Geheimnis von Monkey Island" zu lösen, beansprucht Grips und Lachmuskeln. Perfekte Bild- und Tonkulissen, viel Bewegung und amüsante Verwicklungen - bei "Monkey Island" stimmt einfach alles. Für diese Insel ist man gerne reif!

Life and Death

8
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Grafik
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Sound
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Motivation

Einmal den Halbgöttern in Weiß nacheifern, selbst Patienten untersuchen und, wenn es sein muß, auch zu Tupfer und Skalpell greifen. In Software Toolworks Hospital werden derlei Wunschvorstellungen Wirklichkeit - leben und sterben lassen hautnah vor dem Monitor. Zu Beginn meldet man sich als Hobby-Chirurg an der Rezeption, wo einem eine freundlich grinsende Arzthelferin ein Datenblatt entgegenhält. Schnell den Namen eintippen, dann geht es auch schon los. Wer die Tür zum Vorlesungsraum anklickt, erfährt in seitenlangem Text Grundlegendes über den stets gleichen Ablauf einer Untersuchung oder wie man wehleidige Patienten zum Schweigen bringt. Die Kranken erwarten den Onkel Doktor in einem von drei Behandlungszimmern. Aus dem Datenblatt des Patienten erfährt man neben Namen, Alter und Beruf auch die Symptome der Krankheit. Bei ihrer Einlieferung klagen die Opfer in den meisten Fällen über allgemeines Unwohlsein, Verdauungsstörungen und starke Bauchschmerzen. Dazu sei gesagt, daß in Software Toolworks digitaler Klinik ausschließlich Unterleibsbeschwerden auftreten. Obwohl die Anzeichen den Lapsus bereits erahnen lassen, kommt man um eine Untersuchung nicht herum, der vorgeschriebene Behandlungsprozeß will es so. Also geht man mit dem Mauspfeil auf Tuchfühlung mit dem Schmerzzentrum. Die Bauchregion erscheint als ganzseitige Grafik, der Cursor fühlt den Beschwerden auf den Zahn. Digitalisierte „Ahs“ und „Ohs“ samt kurzer Kommentare beschreiben die Reaktionen des Patienten. Ist diese Prozedur abgeschlossen, bietet ein Menü weitere Schritte an: Wer sich’s leicht machen möchte, verschreibt Medikamente oder überweist zum Spezialisten. Zeichnet sich ein schwerer Fall ab, kommen Ultraschall und Röntgenstrahlen ins Spiel. Automatisch erstellt das Programm die notwendigen Aufnahmen der Unterleibsgegend, ihre Interpretation liegt ganz beim Doktor. Entweder man erklärt den Patienten für kerngesund, und die Sache hat sich erledigt, oder es geht schnurstracks in den OP. Bei der Schnippelei stehen einem die Oberschwester und ein Assistenzarzt zur Seite, die aus einer Vielzahl von unterschiedlich erfahrenen Bewerbern herausgepickt werden können. Erfahrene Gehilfen weisen selbständig auf kommende Komplikationen hin, weniger qualifiziertes Personal bleibt stumm und erhöht so den Schwierigkeitsgrad. Während des chirurgischen Eingriffs füllt ein Menü mit Injektionsspritzen und Instrumenten den linken Bildschirmausschnitt, rechts erscheinen die Organe in der Draufsicht. Es genügt, ein Handwerkszeug mit der Maus auszuwählen und dann an der gewünschten Körperstelle durch Klicken einzusetzen. EKG und Pulsmesser geben Auskunft über den Verlauf des Eingriffs, fällt der Pulsschlag unter einen Wert von 85, werden Injektionen notwendig, die auf Knopfdruck erfolgen. Am Anfang sind Kunstfehler mit tödlichen Folgen an der Tagesordnung. Nach jedem Exitus muß der unfreiwillige Sterbehelfer im Seminarraum nachsitzen, wo er sich bei der Lektüre seiner Nachlässigkeiten weiterbildet. Ein Rausschmiß droht ihm nicht, Life and Death kennt kein „Game Over“, selbst wenn scharenweise Patienten unter dem Skalpell wegsterben. Auch sonst unterscheidet sich Life and Death von anderen Simulationen. Elementare biologische Zusammenhänge wurden geschickt verpackt, der Spieler lernt quasi nebenbei, völlig ohne Druck. In Verbindung mit der sehr ausführlichen englischen Anleitung und netten Packungsbeilagen (Handschuhe, Mundschutz) macht „Life and Death“ eine Menge Spaß. Auf Dauer bietet der Unterleib, zumindest aus medizinischer Sicht, kein zu großes Betätigungs eld. Die Symptome gleichen sich nach geraumer Zeit, Routine schleicht sich ein. Diesen Mangel haben die Programmierer skalpell-scharf erkannt und deshalb auf dem PC bereits eine Fortsetzung nachgeschoben: „Life and Death II - The Brain“. Hoffentlich heißt es auch auf dem ST bald: Großhirn, wir kommen!

CBO

Cruise for a Corpse

9
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Grafik
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Sound
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Motivation

Dem Erfolg von „Future Wars“ und „Operation Stealth“ folgend, präsentiert DELPHINE ein weiteres Adventure aus Frankreich. Cruise for a Corpse wird komplett per Maus gesteuert. Die Benutzermenüs erscheinen durch Anklicken bestimmter Objekte und geben dann eine Auswahl an Aktionsmöglichkeiten aus. die speziell auf dieses Objekt zugeschnitten sind. Klickt man auf eine Kommode, erscheint „examine, open“, oder bei einem Bett wird „look blanket, examine pillows“ etc. ausgegeben. Cruise for a Corpse ist ein Adventure mit kriminalistischem Hintergrund. Die detaillierte Grafik mit extrem großen Sprites und der gut gelungene Sound sorgen dafür, daß so schnell keine Langeweile aufkommt. Der Spieler kommuniziert mit vielen Charakteren, denen er im Laufe des Spiels begegnet. Das Ganze spielt an Bord eines Schiffes. Eine permanent eingeblendete Uhr gibt Auskunft über die bislang verstrichene Zeit. Man spielt aus der Sicht des Privatdetektivs Raoul Dusentier. Dieser wurde auf die Yacht von Niklos Karaboudjan zu einer Spritztour eingeladen. Als Raoul ankommt, findet er den Eigner tot auf dem Boden seines Arbeitszimmers. Ziel ist es natürlich, den Mörder zu entlarven. Beim Durchsuchen der Yacht findet man eine Reihe von Gegenständen, bei denen jeder nützlich zur Aufklärung des Verbrechens sein könnte. Durch die clevere Menütechnik kann man diese Gegenstände auch entsprechend benutzen. Zunächst sollte man das Arbeitszimmers gründlich durchsuchen. Neben dem Aschenbecher auf dem Fußboden findet sich ein zerknülltes Stück Papier mit dem ersten Hinweis. Die Umsetzung dieses Spiel ist sowohl technisch als auch hinsichtlich der Idee hervorragend gelungen und zählt wohl mit zu den besten Kriminal-Adventures für den Atari ST. Die durchdachte Benutzerführung macht es selbst Anfängern leicht sich schnell mit der Umgebung vertraut zu machen. Wer einmal angefangen hat, die Hintergründe des Mordes in Cruise for a Corpse zu durchleuchten, wird so schnell nicht vom Bildschirm wegkommen.

delf/CM


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