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The Secret Of Monkey Island

Guybrush Threepwood, der Grünschnabel mit dem zungenbrecherischen Namen, steht ganz am Anfang einer halsbrecherischen Piratenkarriere. Und wir als Spieler sind dabei beim neuesten Adventure-Spaß aus dem Hause Lucasfilm Games mit stimmungsvollen Grafiken, irre witzigen Texten, hirnerweichenden Rätseln und Calypso-Klängen vom Soundmagier Chris Hülsbeck. Im Vergleich zu anderen Lucasfilm-Spielen hat "Monkey Island" in Sachen Witz und Grafikqualität zugelegt. Gesteuert wird das komplett eingedeutschte Abenteuer per Maus und mit der für Lucasfilm Games typischen "Benutzeroberfläche" bei der man das gewünschte Verb einfach in Liste und das Objekt im Grafikfenster anklickt. Neu ist, daß unter den möglichen Aktivitäten bereits die wahrscheinlichste angewählt wird. Steht der Held beispielsweise vor einer verschlossenen Tür, so leuchtet in der Verbenliste automatisch "öffnen" auf. Der kann nun mit der Maus bestätigen oder einen anderen Befehl auswählen.

Das Inselspiel jeder Hinsicht zuvorkommend: Es hat keinerlei böse Folgen, wenn man beispielsweise das Fleisch aus der Piratenküche verliert. Geht man wieder in die Kombüse zurück, liegt bestimmt ein neues Stück bereit. Der Spielfigur selber kann auch nicht viel passieren. Sie ist nahezu unsterblich, es sei denn, sie stellt sich zu dumm an und stürzt sich in gefährlichen Situationen in den Selbstmord. Daraus darf der Leser jedoch nicht schließen, daß er das Geheimnis der Affeninsel blitzschnell lösen könnte. Wir lernen Guybrush am Strand der Karibikinsel Melee kennen. Er ist soeben eingetroffen. Sein Kopf ist voll von Illusionen über sein zukünftiges Leben als Pirat. Dabei weiß er nicht, was auf ihn zukommt. Um herauszufinden, wie man in diesem Job anfängt, sollte er sich von Fachleuten beraten lassen. In der Piratenpinte sitzen bestimmt welche. Auf dem Weg dorthin verliert der Jungpirat gleich seine gute Meinung vom Piratengewerbe: die Spitzbuben sitzen verschüchtert am Weg oder in der Kneipe beim Grog. Der Grund: allen steckt die unsägliche Furcht vor dem spukenden Seeteufel Le Chuck in den Knochen - besonders dem Piraten, der sich auf dem Leuchter in Sicherheit gebracht hat. Immerhin geben sie dem ahnungslosen Guybrush gute Ratschläge. Aber diese seefesten Jungs schlagen dabei nicht etwa einen lehrerhaften Ton an, sondern produzieren sich vor dem Spieler in köstlich amüsanter Weise. Wie er endlich ein richtiger Pirat wird, erfährt Guybrush im Hinterzimmer beim Anführer. Drei Prüfungen soll Guybrush bestehen, dann wird er in die Gilde der Seeräuber aufgenommen. Zunächst muß er sich einen Degen besorgen und gegen den gefürchtetsten Degenfechter der ganzen Insel antreten. Kein Problem! Danach geht es darum, in die Villa der Gouvemeurin zu schleichen und eine Statue zu stehlen. Vorsicht, das Auge des Gesetzes, verkörpert durch den Sheriff, ist nicht weit! Bei der letzten Prüfung soll Guybrush seinen Riecher für Schatztruhen unter Beweis stellen. Irgendwo auf Melee liegt noch ein ungehobener Schatz und wartet auf Entdeckung. Damit ist Guybrush jetzt ein echter Seeräuber. Und gleich unsterblich verliebt. In die Gouverneurin. Doch leider bleibt keine Zeit für Romantik. Der spukende Pirat Le Chuck verschleppt die Schöne nach Monkey Island. Guybrush, der ja gerade sein Piratenexamen bestanden hat, heuert ein paar Kollegen an und nimmt Kurs auf diese Insel. Wie dumm! Seine Crew sprüht nicht gerade vor Arbeitseifer. Sie benimmt sich wie eine Reisegruppe auf Kreuzfahrt - hier ein Drink, da ein Sonnenbad. Dennoch erreicht das Schiff die Insel. Dort wohnen nette Leute. Die früher gefürchteten Kannibalen haben zum Vegetarismus gewechselt - irgendein Gesundheitsapostel überzeugte sie davon, daß Menschenfleisch dem Cholesterinspiegel schaden würde. Als harmlos stellt sich auch der berufsmäßige Schiffbrüchige heraus. Er hat sich in Jahren der Einsamkeit ein Boot gezimmert, bleibt jedoch auf der Insel und harrt seiner ordnungsgemäßen Rettung. Deswegen verleiht er seine seetüchtige Nußschale manchmal. Schöne Voraussetzungen dafür, "Das Geheimnis von Monkey Island" zu lüften. Lucasfilm Games bereicherte sein neuestes Grafik-Adventure nicht nur um witzige Dialoge und Kommentare, sondern auch um neue Einblicke. Bislang sahen Spieler die Szenen immer nur seitlich von vorn. In "Monkey Island" sind die Szenarios in verschiedenen Perspektiven dargestellt - mal sieht der Betrachter das Geschehen von der Seite, aus der Vogelperspektive oder aus einem schrägen Winkel. "Das Geheimnis von Monkey Island" zu lösen, beansprucht Grips und Lachmuskeln. Perfekte Bild- und Tonkulissen, viel Bewegung und amüsante Verwicklungen - bei "Monkey Island" stimmt einfach alles. Für diese Insel ist man gerne reif!

Life and Death

8
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Grafik
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Sound
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Motivation

Einmal den Halbgöttern in Weiß nacheifern, selbst Patienten untersuchen und, wenn es sein muß, auch zu Tupfer und Skalpell greifen. In Software Toolworks Hospital werden derlei Wunschvorstellungen Wirklichkeit - leben und sterben lassen hautnah vor dem Monitor. Zu Beginn meldet man sich als Hobby-Chirurg an der Rezeption, wo einem eine freundlich grinsende Arzthelferin ein Datenblatt entgegenhält. Schnell den Namen eintippen, dann geht es auch schon los. Wer die Tür zum Vorlesungsraum anklickt, erfährt in seitenlangem Text Grundlegendes über den stets gleichen Ablauf einer Untersuchung oder wie man wehleidige Patienten zum Schweigen bringt. Die Kranken erwarten den Onkel Doktor in einem von drei Behandlungszimmern. Aus dem Datenblatt des Patienten erfährt man neben Namen, Alter und Beruf auch die Symptome der Krankheit. Bei ihrer Einlieferung klagen die Opfer in den meisten Fällen über allgemeines Unwohlsein, Verdauungsstörungen und starke Bauchschmerzen. Dazu sei gesagt, daß in Software Toolworks digitaler Klinik ausschließlich Unterleibsbeschwerden auftreten. Obwohl die Anzeichen den Lapsus bereits erahnen lassen, kommt man um eine Untersuchung nicht herum, der vorgeschriebene Behandlungsprozeß will es so. Also geht man mit dem Mauspfeil auf Tuchfühlung mit dem Schmerzzentrum. Die Bauchregion erscheint als ganzseitige Grafik, der Cursor fühlt den Beschwerden auf den Zahn. Digitalisierte „Ahs“ und „Ohs“ samt kurzer Kommentare beschreiben die Reaktionen des Patienten. Ist diese Prozedur abgeschlossen, bietet ein Menü weitere Schritte an: Wer sich’s leicht machen möchte, verschreibt Medikamente oder überweist zum Spezialisten. Zeichnet sich ein schwerer Fall ab, kommen Ultraschall und Röntgenstrahlen ins Spiel. Automatisch erstellt das Programm die notwendigen Aufnahmen der Unterleibsgegend, ihre Interpretation liegt ganz beim Doktor. Entweder man erklärt den Patienten für kerngesund, und die Sache hat sich erledigt, oder es geht schnurstracks in den OP. Bei der Schnippelei stehen einem die Oberschwester und ein Assistenzarzt zur Seite, die aus einer Vielzahl von unterschiedlich erfahrenen Bewerbern herausgepickt werden können. Erfahrene Gehilfen weisen selbständig auf kommende Komplikationen hin, weniger qualifiziertes Personal bleibt stumm und erhöht so den Schwierigkeitsgrad. Während des chirurgischen Eingriffs füllt ein Menü mit Injektionsspritzen und Instrumenten den linken Bildschirmausschnitt, rechts erscheinen die Organe in der Draufsicht. Es genügt, ein Handwerkszeug mit der Maus auszuwählen und dann an der gewünschten Körperstelle durch Klicken einzusetzen. EKG und Pulsmesser geben Auskunft über den Verlauf des Eingriffs, fällt der Pulsschlag unter einen Wert von 85, werden Injektionen notwendig, die auf Knopfdruck erfolgen. Am Anfang sind Kunstfehler mit tödlichen Folgen an der Tagesordnung. Nach jedem Exitus muß der unfreiwillige Sterbehelfer im Seminarraum nachsitzen, wo er sich bei der Lektüre seiner Nachlässigkeiten weiterbildet. Ein Rausschmiß droht ihm nicht, Life and Death kennt kein „Game Over“, selbst wenn scharenweise Patienten unter dem Skalpell wegsterben. Auch sonst unterscheidet sich Life and Death von anderen Simulationen. Elementare biologische Zusammenhänge wurden geschickt verpackt, der Spieler lernt quasi nebenbei, völlig ohne Druck. In Verbindung mit der sehr ausführlichen englischen Anleitung und netten Packungsbeilagen (Handschuhe, Mundschutz) macht „Life and Death“ eine Menge Spaß. Auf Dauer bietet der Unterleib, zumindest aus medizinischer Sicht, kein zu großes Betätigungs eld. Die Symptome gleichen sich nach geraumer Zeit, Routine schleicht sich ein. Diesen Mangel haben die Programmierer skalpell-scharf erkannt und deshalb auf dem PC bereits eine Fortsetzung nachgeschoben: „Life and Death II - The Brain“. Hoffentlich heißt es auch auf dem ST bald: Großhirn, wir kommen!

CBO

Cruise for a Corpse

9
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Grafik
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Sound
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Motivation

Dem Erfolg von „Future Wars“ und „Operation Stealth“ folgend, präsentiert DELPHINE ein weiteres Adventure aus Frankreich. Cruise for a Corpse wird komplett per Maus gesteuert. Die Benutzermenüs erscheinen durch Anklicken bestimmter Objekte und geben dann eine Auswahl an Aktionsmöglichkeiten aus. die speziell auf dieses Objekt zugeschnitten sind. Klickt man auf eine Kommode, erscheint „examine, open“, oder bei einem Bett wird „look blanket, examine pillows“ etc. ausgegeben. Cruise for a Corpse ist ein Adventure mit kriminalistischem Hintergrund. Die detaillierte Grafik mit extrem großen Sprites und der gut gelungene Sound sorgen dafür, daß so schnell keine Langeweile aufkommt. Der Spieler kommuniziert mit vielen Charakteren, denen er im Laufe des Spiels begegnet. Das Ganze spielt an Bord eines Schiffes. Eine permanent eingeblendete Uhr gibt Auskunft über die bislang verstrichene Zeit. Man spielt aus der Sicht des Privatdetektivs Raoul Dusentier. Dieser wurde auf die Yacht von Niklos Karaboudjan zu einer Spritztour eingeladen. Als Raoul ankommt, findet er den Eigner tot auf dem Boden seines Arbeitszimmers. Ziel ist es natürlich, den Mörder zu entlarven. Beim Durchsuchen der Yacht findet man eine Reihe von Gegenständen, bei denen jeder nützlich zur Aufklärung des Verbrechens sein könnte. Durch die clevere Menütechnik kann man diese Gegenstände auch entsprechend benutzen. Zunächst sollte man das Arbeitszimmers gründlich durchsuchen. Neben dem Aschenbecher auf dem Fußboden findet sich ein zerknülltes Stück Papier mit dem ersten Hinweis. Die Umsetzung dieses Spiel ist sowohl technisch als auch hinsichtlich der Idee hervorragend gelungen und zählt wohl mit zu den besten Kriminal-Adventures für den Atari ST. Die durchdachte Benutzerführung macht es selbst Anfängern leicht sich schnell mit der Umgebung vertraut zu machen. Wer einmal angefangen hat, die Hintergründe des Mordes in Cruise for a Corpse zu durchleuchten, wird so schnell nicht vom Bildschirm wegkommen.

delf/CM


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