ATARI-Messe '90 - Noch grösser - noch besser!

Zum 4. Mal öffnete die Atari Messe ihre Pforten. Auf 20000 qm zeigten 198 Aussteller aus der ganzen Welt Soft- und Hardware für den ST/TT.

Atari

center In diesem Jahr hat Atari nichts wirklich neues gezeigt. Zum Teil neu war jedoch der 32 MHz TT mit neuem TOS. Dieses TOS unterstützt jetzt sogar Tastatursteuerung. Befehle wie Ordner anmelden müssen nicht mehr über das Drop-down-Menü abgerufen werden, der Druck auf eine Taste ge- nügt. Ein weiteres interessantes Feature ist die Möglichkeit Ordner oder Dateien auf dem Desktop abzulegen (also nicht im Fenster). Diese Dateien oder Ordner können nun ohne weiteres aufgerufen bzw. geöffnet werden. Ganz perfekt scheint das TOS nicht zu sein. Das Testgerät stürzte nach Überschreitung der 15 Directoryebenen ohne Fehlermeldung ab. Hoffen wir, dass dieser Fehler bis zur Auslieferung behoben ist. Desweiteren können die Desktopicons verändert und gespeichert werden. Auch sind die ganzen Funktionen des GEM viel besser gestaltet, so das es dem User noch leichter gemacht wird den Computer zu bedienen. Auch bei dieser TOS Version wurde noch nicht an einen Tastaturreset, wie z.B bei den MS-DOS Rechnern, gedacht, ein Griff zum Resetknopf ist also noch nötig. Ob dieses neue TOS auch auf den ST umgesetzt wird, ist noch fraglich. An der Hardware wurde außer dem neuen 32 MHz 68030 und des serienmäßigen 68882 Fließkomma-Coprozessors nichts geändert. Designmäßig hat sich jetzt die MEGA ST kompatible Tastatur geändert. Für alle die sich noch nicht so mit dem TT beschäftigt haben, hier nochmal die technischen Daten:

Prozessor:

Motorola 68030 mit 32 MHz Taktfrequenz
serienmäßiger Motorola 68882 mathematischer Coprozessor

Speicher:

2 MByte RAM, erweiterbar auf 8 MByte (bzw. 26 MByte mit 4 MBit RAM-Chips)

Speichermedium:

interne Festplatte, mindestens 40 Mbyte; internes 720KByte-Diskettenlaufwerk, Anschluß eines zweiten 720-Kbyte-Diskettenlaufwerk möglich

Grafik:

alle ST Auflösungen (320200, 640200, 640*400)
320 * 480 mit 256 Farben aus einer Palette von 4096 Farben
640 * 480 mit 16 Farben aus einer Palette von 4096 Farben
640 * 400 mit 2 Farben aus einer Palette von 4096 Farben
1280 * 960 im Monochrome-Modus

Sound:

8 Bit PCM-Stereo-Sound

Schnittstellen:

Centronics-Schnittstelle (parallel)
RS232- Schnitstelle (serielle), erweiterbar auf 4
MIDI Anschlüsse
ATARI ACSI-DMA-Kanal
SCSI-Interface
zwei SDLC-Hochgeschwindigkeitsschnittstellen oder eine
SDLC-Schnittstelle und ein Netzwerkanschluß

Steckplätze: interner VME Steckplatz (A24/D16, A16, D16)

Der TT wird mit einem Monitor ausgeliefert, der alle Grafikmodis außer dem hochauflösenden (1280 * 980 Punkte) darstellen kann. Eine batteriegepufferte Echtzeituhr ist natürlich schon eingebaut.

Es gibt schon wieder über Programme zu berichten, die nicht auf dem TT laufen. Es ist GFA BASIC 2.0 und compilierte GFA BASIC 2.0 Programme. Bei diesen Programmen wurde der 16Bit-Datenbus durch einen Trick angesteuert, der auf dem 32Bit-Bus des TT nicht mehr funktioniert und dies dann durch einen Absturz quittiert wird. Das gleiche Problem gibt es auch bei dem Editor Tempus.

Das neue Flaggschiff von Atari wird jetzt bald zu einem Preis von etwa 6000-6500 DM in der 32 MHz Version mit Farbmonitor erhältlich sein. Auf die UNIX Version wird man wahrscheinlich noch etwas länger warten müssen. Der Preis wird wahrscheinlich auch wesentlich höher sein als der des normalen TTs.

Auf dem selben Stand gab es auch den STE zusehen. Es wurde schon etwas mehr Software, die extra für den STE programmiert wurde, gezeigt. Dies waren aber auch nur Demos von Atari Australia, die das Hardwarescrolling und die Soundeigenschaften demonstrierte. Das ganze kann man sich jedoch auf dem ST auch ansehen (siehe Cuddly Demos, Mindbomb Demo ...). Nur wenige Softwarefirmen nutzen die Eigenschaften des STE aus. Zwei neue Programme sind Deluxe Paint ST und Neochrome 2.10, doch dazu später mehr.

Wer sich schon über das lange Booten nach einem Kaltstart ge- wundert hat, bekommt eine Antwort. Der STE hat eine automatische Einschaltverzögerung eingebaut, die auf das Anlaufen angeschlossener Festplatten wartet. Am STE wurde nichts geändert, es wird aber über einen MEGA STE oder einen STE mit 16 MHz spekuliert. Doch Atari macht ja bekanntlich keine (präzisen) Vorankündigungen ...

Über den tragbaren ST, STACY, ist nichts neues bekannt. Laut Atari soll STACY mit Batterien sehr lange und ohne Probleme netzunabhängig arbeiten, wenn die richtigen Batterien verwendet werden.

Weiter zu den PCs von Atari, ausgestellt wurden der PC 4 und der PC 5. Es wurde Standardsoftware, sowie DR DOS 5.0 gezeigt. Dazu gibt es in der MS-DOS Ecke mehr zu lesen.

Neben dem Atari-Zentralstand wurde ein mehr als doppelt so grosses Desktop Publishing Center aufgebaut. Hier liefen neben den STs auch viele TTs mit Calamus. Für den TT und den ST war jetzt die neue Calamus SL Version fertig. Calamus wurde stark verbessert. So ist das Programm jetzt modular aufgebaut. Sie können nun alle Teile die für Sie wichtig sind, eingeladen werden. So kann Calamus auch später immer am neuesten Standard angepaßt werden. Verbesserungen erfuhren auch die Textbearbeitung und die Textformatierung.

Nicht zu vergessen ist die Farbfähigkeit. Auch wenn Sie einen S/W Monitor besitzen, brauchen Sie auf die Farben nicht verzichten, da Sie von Calamus intern berechnet werden. Und hier gibt es auf dem ST schon die ersten Probleme. Durch die Farbmöglichkeit wird das Programm erheblich langsamer. Um aber doch noch damit arbeiten zu können, kann man weniger wichtige Dinge, wie z.B Rahmeninhalte einfach ausblenden. Natürlich können Sie den Rahmen trotzdem noch verschieben. Auf der Atari Messe lief Calamus SL auch schon auf dem TT. Hier zeigt sich die Geschwindigkeit des 32 MHz Computer, die Seiten werden schnell aufgebaut, trotz der Farben. Hier liegt ein weiterer Vorteil des TT. Mit dem normalen Monitor können schon die Farben dargestellt werden (Natürlich nicht in der 24 Bit-Farb- tiefe, die intern berechnet wird!). Für den ST braucht man dazu Erweiterungen, die mit speziellen Treibern angesteuert werden.

Etwas ganz neues von Atari ist der neue Laserdrucker für den ST oder TT. Das Gehäusedesign ist an den TT angepaßt und sieht auch nicht so wuchtig, wie das seines Vorgängers aus. Der SLM605 ist etwas langsamer wie der SLM804, hat aber die gleiche Auflösung (300 dpi) und kostet etwa 2500 DM.

Ein sehr interessantes Gerät, mit dem man Druckfolien für T-Shirts herstellen kann, wurde an einer Ecke des DTP Centers gezeigt. Was hat das mit DTP zu tun ? Nun, man nimmt z.B. den mit Calamus entwickelten gewünschten Aufdruck, druckt das dann auf einem normalen Nadel- oder Laserdrucker spiegelverkehrt aus und legt es in das Gerät ein. Das Motiv wird dann auf eine Spezialfolie übertragen. Diese Folie legt man dann auf ein T-Shirt und bügelt es auf. Das T-Shirt kann ohne Probleme gewaschen werden, ohne dass der Stoff die Farbe verliert. Das Gerät kostet 1500 DM und es gibt vier verschiedene Farbbänder die aber nichts mit dem Farbband eines Nadeldruckers zu tun haben.

Neben der ATW und dem Portfolio stellte Atari auch ihre Palette von Spielekonsolen vor. Durch diese Dinger kommt ja das Image eines Spielzeugherstellers her. Doch Atari zeigt immer mehr, dass es anderen großen Computerfirmen den Rang streitig machen will. Doch zurück zu den Konsolen. An den alten Dingern wie dem Atari 7600 und dessen Ablegern, waren wenige interessiert. Die Menge versuchte sich an die LYNX-Testgeräte vorzukämpfen. Der Preis des LYNX wurde jetzt übrigens auf 399 DM gesenkt.

Hier nochmal die Technischen Daten des LYNX:

Prozessor: 6502
Speicher: 64 KB
Grafik: 160*102 Punkte bei 16 Farben aus einer Palette von 4096
Monitor: 3,5 " hintergrundbelechteter LCD-Monitor (sehr guter Kontrast (einstellbar), aus allen Blickwinkeln ein scharfes Bild!)
Sound: 4 Kanal Sound über internen Lautsprecher oder über Stereokopfhörer
Schnittstellen: Kartenport, Atari-Comlynx-Anschluß, 3,5 mm Kopfhöreranschluß
Speichermedium: 8 MB Speicherkarten
Abmessungen: 27,5 cm * 10,8 cm * 3,8 cm
Gewicht: ca. 500 g
Energieversorgung: 6 AA-Baterien, Netzteil, Zigarettenanzünder-Adapter
Preis: 399 DM

Im LYNX ist natürlich eine Joypad eingebaut und es ist durch um 180 Grad schwenkbares LCD-Display auch für Linkshänder geeignet. Sie bekommen LYNX inc. dem Spiel California Games.

Weiter zu Atari UK (England). Das die Engländer als verspieltes Volk gelten, zeigte sich auf der ATARI-Messe. Es wurden einige neue Spiele für den ST vorgestellt. Sehr gut sah The Finest Hour aus, die plus- Vektorgrafik ist schnell und auch die weiteren Grafiken sahen sehr gut aus. Gremlin Software zeigte sein neues farbenfrohes Spiel Venus - The Flytrap. Das Baller-Jump'n Run überzeugt durch gute Grafik und recht guten Sound. Negativ ist das etwas rucklige Scrolling zu bewerten. Dieses und alle anderen vorgestellten Spiele sind jetzt schon erhältlich. Da alle schon als Masterkopie und Verpackung vorhanden waren. US Gold zeigte Demos von den Programmen Vaxine, Operaton Neptun und Mean Streets. Nähere Infos im Spieleteil dieser Ausgabe. Desweiteren wurden Spiele von ARC vorgestellt, diese Spiele waren alle nicht besonders gut, doch diese Firma ist noch nicht allzu bekannt, es kann ja noch besser werden. Die anderen Spiele waren alle schon etwas älter, wie Kick Off II und Kick Off Player Manager.

Wirklich neu war das Malprogramms Deluxe Paint ST, das ein neuer Standard werden soll. Deluxe Paint hat, ähnlich NEOchrome, eine Echtzeit-Lupe die von allen Zeichenfunktionen benutzt werden kann. Diese Lupe hat sogar verschiedene Vergrößerungsstufen. Neben den selbstverständlichen Funktionen, hat DPaint einige Extras,die es nicht in jedem Malprogramm gibt. Schriften können bis zu 16 Farben haben, das gab es bisher in keinem ähnlichen Programm. Natürlich können auch eignen Fonts erstellt und benutzt werden. Deluxe Paint kann auch Bezier-Kurven erstellen. Man setzt 4 Punkte und es wird eine Kurve dazwischen gezeichnet.

Neben Funktionen zum Verschmieren, Tönen, Glätten, Mischen ist auch ein mehrfarbiger Airbrush vorhanden. Da wundert es nicht, dass es noch ein komplexes Animationstool gibt, dass sogar auf STs mit 512 KB Speicher läuft. 999 Animationspuffer mit je 999 Rahmen stehen zur Verfügung. Jeder Puffer verwaltet eigene Farbpaletten und Farbanimationen (Colorcycling).

DPaint kann alle wichtigen Grafikformate und das IFF Format des Amigas lesen und schreiben. Eine Druckfunktion fehlt ebensowenig. Es kann in Farbe und S/W in verschiedenen Auflösungen, Formaten (sogar Postergröße) und Modis gedruckt werden. Erfreulich für die Anwender, die einen STE besitzen, ist die Unterstützung der erweiterten Farbpalette. Der endgültige Verkaufspreis ist noch nicht bekannt, aber DPaint wird bald erhältlich sein.

Ein weiteres neues Malprogramm ist NEOchrome V2.10, dass als PD eine preiswertere Alternative darstellt. Test in dieser Ausgabe.

Bleiben wir noch kurz bei Atari. Richard Miller, Entwickler von Atari aus Sunnyvale kündigte für die nächsten 12 Monate einige interessante Neuigkeiten an.

Neue Super-Grafik- und Soundchips (Soundchips mit 16 Bit-CD-Qualität) sollen in neuen Atari Rechnern und Konsolen der Zukunft (die nächsten 12 Monate!) neue Standards setzen. Des weiteren ist ein ST in der Entwicklung, der ohne Tastatur arbeitet, nur mit einem elektronischen Zeichenbrett. Alle GEM-Applikationen sollen ohne große Anpassungen laufen. Es ist auch ein tragbarer 'Hosentaschen'-ST in Entwicklung. Auf die ST-Kompatibilität, wie man hier sieht, legt Atari auch jetzt noch Wert.

Auch die Prozessoren werden noch mehr Leistung bringen, Geschwindigkeiten von 3 MFlops und mehr sollen 1991 nichts besonderes mehr sein. 3 MFlops sind 3 Millionen Integer Operationen in einer Sekunde. Dabei werden 30 Millionen Befehle in einer Sekunde verarbeitet.

Man kann sich also auf die nächsten Monate freuen, obwohl keines der besprochenen Geräte gezeigt und näher auf die genauen technischen Details eingegangen wurde. Atari wird mit Vorankündigungen schon vorsichtiger.

Natürlich waren auch andere Firmen vertreten:

GFA Systemtechnik

Endlich ist die an die Eigenschaften des STE angepaßte GFA BASIC 3.5 Version fertig, die STE User werden sich freuen. Sehr interessant sind auch die beiden neuen Librarys. Ohne viele GEM Kenntnisse können Sie jetzt Fenster mit Text oder Grafik, Menüs, u.a.m in GFA BASIC programmieren. Diese GEM-Utility-Package kostet 149 DM. Eine weitere Library ist die Grafik und Sound Bibliothek. Hier gibt es die tollsten Routinen für Grafikeffekte. Textscroller in 32 Pixel Höhe, die den Hintergrund nicht löschen,Rasterinterrupts (mehr als 16 Farben), viele verschiedene Ein- und Ausblendeffekte, Animationen, Fonts, Soundchiprogrammierung, u.v.a.m. Auch diese Routinenbibliothek kostet 149 DM.

Clemens Weller hat nun einen neue PD Version seines bekannten Programms Weller Tools herausgegeben. Diese Version arbeitet mit allen Interpreterversionen, von 2.0 bis 3.5 zusammen. Außerdem verarbeitet Weller Tools jetzt Listings mit einer Länge von 100 KByte.

Omikron

Das neueste Programm von Omikron ist EasyBase, eine sehr schnelle und einfach zu bedienende Datenbank. Mit dieser Datenbank können Sie beliebige Datensätze ohne Formularvorgabe flexibel verwalten. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und leicht zu bedienen. Für Anfänger steht eine Funktion für Extrahilfe zur Verfügung, um die Datenbank kennenzulernen und Fehler zu vermeiden. Natürlich kann man die Daten über den Drucker ausgeben, als Liste oder Serienbrief. Und um auch Daten aus anderen Datenbankprogrammen konvertiert EasyBase alle bekannten Formate. Der Preis für Easy Base liegt bei 248 DM

SmartChart ist ein Programm um ihre Daten in Grafik umzusetzen. Die Grafik kann als Balken-, Kuchen- oder Liniendiagramme zweidimensional oder dreidimensional ausgegeben werden. Und natürlich als Pixel- oder Vektorgrafik um sie sofort in Programme wie Calamus, Signum oder 1st Word einbinden zu können. SmartChart kostet 198 DM.

Um Tippfehler gleich bei der Eingabe zu vermeiden gibt es jetzt ELFE, das Elektronische Lexikon für Fehler-Erkennung. Dieses Programm abeitet mit den meisten Textverarbeitungen zusammen. ELFE braucht mit seinem erweiterbaren Wörterbuch mit 144000 Wörtern nur 185 KB Speicher, so kann man auch mit 1 MB Speicher vernünftig arbeiten. ELFE arbeitet im Hinter- grund und macht Sie mit einem Summton auf Fehler aufmerksam. Der Preis liegt bei 99 DM.

Ein Weltmeister ist Goliath. Der Computer-Go-Weltmeister spielt mit 99, 1313 oder 19*19 Feldern. Er ist ein Spielstarker Gegner und verhält sich wie ein Mensch. Seine Spielstärke ist etwa 15kyu. Goliath kostet 99 DM.

Neben den bekannten Librarys (ComplexLib, StatLib, NumLib: je 129 DM, SQL-Library für 298 DM, EasyGEM-Library für 99 DM und der MIDI LIB für 79 DM) gibt es jetzt die GamesLibrary, die Omikron Basic in eine STOS ähnliches Basic umwandelt. Denn es gibt beliebig viele Sprites mit beliebiger Größe, Kollisions-Abfrage, Scrolling, SoundMachine unterstützung. Mit dieser Library wird es erleichtert Spiele und andere Programme, die eine grafische Aufmachung benötigen zu schreiben. Der Preis: 99 DM.

Trade It

Unglaublich, schon wieder ein AT Emulator! Nach ATonce, AT Speed gibt es jetzt AT Concorde. Die Hardware wird wie bei den anderen beiden direkt auf den Prozessor gelötet. Hier einmal die Daten des AT Concorde, die denen des AT Speed sehr ähnlich sind:

Prozessor: INTEL 80L286 mit 8Mhz Taktfrequenz
Geschwindigkeit: Nortonfaktor 6,6
Grafikkarten: CGA, Herkules, Olivetti, Tandon T3100 Modus
Speichermedien: internes 3,5" Laufwerk, externes 3,5", 5,14" oder HD-Laufwerk (1,44 MB). Festplatten bis zu 24 Partitionen, bootfähig
Schnittstellen: serielle, parallele, DMA (für ATARI Laser)

Dieser Emulator unterstützt eine serielle Maus und den ATARI Laserdrucker. Desweiteren ist ein Adapter zum lötfreien Einbau in den MEGA ST oder den 1040 STE. Der Preis ist uns leider nicht bekannt, er wird aber bestimmt nicht höher als der des AT-Speeds liegen.

SAM Computer

Diese Firma stellte die kleinste Speichererweiterung der Welt vor. Dieser Winzling verschwindet beim 1040er im Videoshiftergehäuse! Dies wurde durch die neue 4 Mbit-Technologie ermöglicht.

Application Systems Heidelberg

Es gibt jetzt Script II! Das Scriptprogramm wurde nochmal stark verbessert und hat ein Rechtschreibkorrekturprogramm mit umfangreichen Lexikon. Es ist jetzt auch eine Serienbrieffunktion vorhanden. Nun können Bilder seitlich beschriftet werden und es wird der Farb- und VGA Modus des TT unterstützt. Script ist jedoch trotzdem noch erhältlich und kostet 158 DM. Script II schlägt mit 250 DM zu Buche.

Beta Systems

Es gibt wieder neue Software für den MS-DOS Emulator Supercharger. Jetzt wird es mit einem Accessory ermöglicht das Wechseln zwischen TOS und MS-DOS und natürlich zwischen MS-DOS und TOS.Die Anwendungen laufen parallel nebeneinander. Während Sie mit Signum Ihre Texte schreiben, können Sie von einer MS-DOS Kalkulationsprogaramm die Daten berechnen lassen.

Durch die Toolbox wird es jetzt ermöglicht den Supercharger vom ST aus zu benutzen und ihn als Erweiterung zu benutzen. Als Beispiel liegt eine Ramdisk bei, die unter MS DOS den ATARI Speicher benutzt und unter TOS den Speicher des Superchargers.

Heim Verlag

Der Heim Verlag ist ja als Vertreiber des PC Speed bekannt und kümmert sich natürlich auch um den Vertrieb des AT Speed. Auch der AT Speed wurde von Hans-Jörg Sack entwickelt, und daher wurde die ganze Erfahrung die mit dem PC Speed gemacht wurde, in dieses Produkt eingebracht. Der AT Speed ist genauso kompatibel und betriebssicher wie sein Vorgänger.

Hier alle Daten des AT Speed:

Prozessor: INTEL 80L286 mit 8Mhz Taktfrequenz
Geschwindigkeit: Nortonfaktor 6.7
Grafikkarten: CGA, Toshiba, Hercules, ATT, Olivetti, Tandy
Speichermedien: internes 3,5" Diskettenlaufwerk und externes 3,5"/5.25"
Diskettenlaufwerk, auch HD Laufwerke (1,44 MB)
alle Festplatten (auch c't-Billiglösung)
Schnittstellen: unterstützt alle Schnittstellen des ST (außer MIDI & Cartridge-Port)

Natürlich bringt der AT Speed alle Vorteile des PC Speeds mit. Neu ist jedoch ein Accessory mit dem eine schneller Wechsel zwischen TOS und MS-DOS möglich ist. Ab Version 2.1 der AT Speed-Software kann jetzt auch der ATARI Laserdrucker verwendet werden und das Programm Windows 3.0 läuft jetzt im Protected Mode.

Omega Computersysteme

Omega Systems konnte zwar auf der Messe ihren AT Emulator immer noch nicht präsentieren. Doch laut Herstelleraussagen wird nur noch an der Software gefeilt und daher sollte das Gerät bald erhältlich sein. Was hier versprochen wird, hört sich wirklich sehr gut an, denn dann wäre der ST wirklich ein AT, obwohl auch der AT Speed ein sehr guter Emulator ist.

Das Delta Modul, so der Name dieses Emulators, arbeitet mit einem INTEL 80386SX Prozessor mit 16 MHz Taktfreqenz und einer 16 KB Prozessorcache, die noch mal extra Speed gibt. Auch der 68000 des ST läuft dann mit 16 MHz und Cache-Unterstützung, so werden auch die ST-Programme um ca. 170 % beschleunigt. Auch das Einstecken eines 68881 Coprozessors ist möglich. Man sieht, dass diese Karte,die über den Prozessorbus des MEGA ST angeschlossen wird (kleiner ST kommen nicht in den Genuß) nicht nur ein MS-DOS-AT-Emulator ist sondern auch eine Erweiterung des ST, also ein neuer 16 MHz-68000er mit Cache. An dieser Karte lassen sich mit einer Adapterplatine bis zu 3 AT-Erweiterungskarten anschließen. So wird es ermöglicht, an das Delta Modul eine VGA-Grafikkarte anzuschließen. Wird eine Speicherkate (2 oder 4 MB) nachgerüstet, kann man sogar mit MS-DOS und TOS Programmen parallel arbeiten.

Auch die Software bringt neue Möglichkeiten. Der Wechsel zwischen DOS und TOS ist unter jedem Programm möglich und das unterbrochene Programm läuft, mit genügend Speicher, im Hintergrund weiter. Es lassen sich sogar MS-DOS Programme aus dem ATARI-GEM-Desktop starten. Natürlich wird die ST Hardware soweit wie möglich ausgenutzt.

Vorerst gibt es Softwareemulationen der Herkules und der CGA Grafikkarte. Durch die AT-Erweiterungsslots kann man aber auch eine EGA oder VGA-Karte anschließen. Sie benötigen dazu aber einen anderen Monitor. Es gibt auch VDI-Treiber um VGA-Grafikkarten auch unter GEM nutzen zu können.

Die Karte kostet 1198 DM und kann mit biszu 3 AT-Slots ausgestattet werden. Dies kostet nochmal 49 DM extra. Eine 2 MB Speicherkarte ist für 898 DM erhältlich.

Dynamics Hamburg

Dynamics stellte ihren neuen Competiton Joystick vor. Dieser Joystick ist der Nachfolger des bekannten Competition 5000 Pro. Er hat von seiner Qualität und Stabilität nichts eingebüßt, nein, er wurde sogar noch verbessert. Denn unter den beiden Feuerknöpfen, befinden sich jetzt auch Microschalter.

Galactic

Die Firma Galactic präsentierte ihren neuen Soundsampler für den STE, der mit ähnlicher Hardware wie die der Volkssampler ausgeliefert wird, jedoch eine total neue Software hat. Diese Software unterstützt die DMA und PCM Stereo-Soundeigenschaften des STE aus. Die Software soll auch in Farbe laufen. Der Preis wird sich um die 250 DM bewegen. Einen Test des Volkssampler + für den ST können Sie in dieser Ausgabe der HIT Disc finden.

W.Wohlfahrstätter und J. Ohst EDV GbR

Showtime Pro ist ein Programm, das es Ihnen ermöglicht professionelle Graphikpräsentationen zu gestalten. Showtime Pro hat viele Funktionen, wie 40 verschiedene Einblendmöglichkeiten, Laufschriften, 3D-Rotationsroutinen, Bildmanipulationen und andere Gags. Desweiteren können die Grafiken mit einem Hilfsprogramm in Vektorgrafiken konvertiert, und wie von Geisterhand auf den Bildschirm gezeichnet werden. Man kann sogar mehrere STs über die MIDI-Schnittstelle vernetzen, um Präsentationen auf mehreren Bildschirmen zu ermöglichen. Showtime hat natürlich noch mehr Möglichkeiten, die im Rahmen dieses Berichtes leider nicht beschrieben werden können. Das Programm arbeitet mit einer bedienerfreundlichen, graphischen Ober- fläche, die es ermöglicht auf einfachste Weise komplette Shows zu entwerfen. Bilder werden im PAC-Format abgespeichert und brauchen daher wenig Speicherplatz. Fertige Shows können über einen Run-Only-Player direkt aus dem AUTO-Ordner gestartet werden. Das Programm läuft auf STs mit mindestens 1 MB und Monochrommonitor. Der Preis steht noch nicht fest, da das Programm erst im Herbst erhältlich sein wird.

Compo

Auch Compo hat nun die neue Version ihres Textverarbeitungs Programms That's Write gezeigt. Die Version 1.5 beherrscht nun Silbentrennung und eine Rechtschreibkorrekturfunktion. Ein neues Produkt in der "That's ..."-Serie, wird That's Time, ein elektronischer Terminkalender sein.

CCD

Kurz und bündig: Tempus Word wird in kürze ausgeliefert!

Protar

Die Firma Protar zeigte auf ihrem Stand ihr optomagnetische Laufwerk, die ProFile 0650. Das Gerät wird vom Computer wie eine Festplatte behandelt und kann pro Medium 560 MB speichern.

proVME

Da ja Computer immer schneller werden sollen, hat diese Firma ein neues Beschleunigungsboard entwickelt. Darauf befindet sich ein 25 Mhz 68030 mit Cache, ein Sockel für einen mathematischen Koprozessor und ein 68000er. Natürlich ist auch ein, für diese Erweiterung, angepaßtes TOS- Betriebssystem auf Eproms dabei. Der Prozessorbus des Mega ST bleibt immer noch nutzbar. Die Geschwindigkeitssteigerung ist wirklich enorm. Die Kosten liegen bei 2498 DM.

Marvin AG

Hier war ein Modul zu sehen, das für etwa 300 DM ihren SLM804 eine höhere Auflösung beim Druck entlockt. Bei der Auflösung von 600*300 dpi ist es dann möglich, noch so feine Raster sauber auf das Papier zu bringen. Natürlich liegt dem Gerät auch eine Diskette mit Treibersoftware und Utilities bei.

Auch die Grafikkarte Chili, die wahre Wunder vollbringt, wurde gezeigt. Ich war selbst total von den Echtzeiteffekten bei der Desktop-Video Anwendung. Man hat schon fast ein professionelles Mischpult zu Hause, wie es nur die Profis verwenden. Der Preis liegt etwa bei 3900-4000 DM. In kürze soll auch ein Eingang für das Super-VHS-System vorhanden sein, der bei den älteren Karten ohne weiteres Nachgerüstet werden kann. Es wird auch schon an einer abgespeckten Version und der Bluebox-Erweiterung gearbeitet.

C-LAB

C-LAB stellte die neue Version von Notator vor. Die Version 3.0 ist schon seit einigen Wochen mit einem überarbeiteten Handbuch lieferbar.

Leider können wir nicht alles in diesem Bericht unterbringen, denn soviel kann ein einzelner in drei Tagen gar nicht erfassen.In der nächsten Ausgabe bzw. in der 'Super HIT Disc' gibt es jedoch noch weiters über die Atari Messe, da uns die Zeit schon wieder davonläuft.
HH/AR


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