Messe-Telegramm von der CES

Videospiele als Messe-Schlager: Mit dem größten Stand aller Aussteller (HI-FI-und Video-Anbieter eingeschlossen) trumpfte Nintendo auf. Über 100 neue Spiele von Nintendo und Fremdherstellern kommen 1988 nach Amerika. In Deutschland wird man auf den Software-Segen noch warten müssen. Bald schon in Deutschland: »Rad Racer« von Nintendo, ein Out-Run-Clone mit zuschaltbarer 3D-Grafik (mit Rot/Blau-Brille). Hervorstechendes Merkmal: Superschnelle, völlig fließende Grafik. Sega zeigt ebenfalls einen Stapel neuer Module und konzentriert sich auf die 3D-Brille. So wird es »Space Harrier II«, »Maze Hunter« (ein Gauntlet-Clone) und »Blade Eagle« (Shoot-em-Up mit Extrawaffen) für die 3D-Brille geben.

— Neue Spiele von Epyx. Vorgestellt wurde das offizielle Spiel zur Winter-Olympiade in Calgary 1988: »The Games - Winter Edition«. Acht verschiedene Disziplinen warten auf bis zu acht Spieler. »Street Sports Soccer« ist eine Fußball-Simulation, bei der man auf Hinterhöfen und Schulsportplätzen spielt. »4x4 Cross Racing« spricht die Auto-Freaks an: Mit einem Geländewagen gilt es, durch besonders unwegsames Gelände der USA zu fahren. Beim Grafik-Adventure »L A. Crackdown- versuchen Sie, einen Drogenring in Los Angeles platzen zu lassen. Sie sitzen in einem Überwachungswagen und geben über Funk einem noch unerfahrenen Polizisten Anweisungen. Alle Spiele kommen für den C 64, viele für den IBM und Apple. Erscheinungstermine: ab März 1988.

— Erstes Modem-Spiel für C 64. »Dan Buntens Sport of War« ist ein Strategie-Spiel von Electronic Arts, bei dem zwei Spieler gegeneinander spielen können, wenn sie ihre Computer per Modem verbinden. Dadurch ist es auch möglich, ein Spiel zu spielen, wenn ein Partner in München, der andere in Hamburg sitzt. Erscheinungstermin: Frühjahr 1988.

— Filme im Computer. Cinemaware stellt neue Spiele für den Amiga vor, die mit noch besserer Grafik als »Defender of the Crown« glänzen. Die Titel: »Rocket Ranger« und »Three Stooges«, Erscheinungsdatum: Frühjahr 1988 (auch für ST. C 64 und MS-DOS).

Microprose macht neue U-Boot-Simulation. »Red Storm Rising« basiert auf einem amerikanischen Buch-Bestseller. Erscheinungstermin: Sommer 1988.

Electronic Arts setzt auf Amiga. Wieder ein neues Deluxe-Produkt: »Deluxe Photolab« ist ein Programm-Paket für den HAM-Modus, in dem man alle 4096 Farben auf einmal darstellen kann. Mit Deluxe Photolab wird man eigene Bilder zeichnen sowie digitalisierte Bilder nachbearbeiten können. »Interceptor« ist ein schneller Flugsimulator mit einigen Spezial-Missionen für den Amiga. Einsatzgebiet für Ihren Jet ist die Gegend von San Francisco. Erscheinungstermine: Frühjahr 1988.

Malen in 4096 Farben. »Photon Paint« von Micro Illusions ist ein weiteres Malprogramm, das den HAM-Modus des Amiga nutzt. Es bietet mehr Funktionen als alle bisherigen HAM-Programme. Erscheinungsdatum: Februar '88. Das Animationsprogramm »Gel Animator« soll später folgen.

»Deluxe Paint II« für MS-DOS-PCs. Unterstützt werden alle bekannten Grafik-Karten, von CGA über EGA bis zu VGA.

Die MS-DOS-Version besitzt alle Funktionen des Amiga-Originals. Erscheinungstermin: Frühjahr 1988.

Sprachsteuerung

Die Firma Hearsay stellt eine preiswerte Sprachein- und -ausgabe für MS-DOS und C 64 vor. Bis zu 64 verschiedene Kommandos können über Sprache an den Computer gegeben werden. Auch Standard-Software wie Spiele und Textverarbeitungen gehorchen mit dieser Hardware aufs Wort. Preis: zwischen 60 (C 64) und 150 (MS-DOS) Dollar. Erscheinungstermin: jetzt.

Grafisches Programmieren

Berkeley Softworks zeigt eine erste Vor-Version von »geoBasic« für den C 64. Mit geoBasic wird man nicht nur Geos-Programme selber schreiben können. Ein spezieller Editor erlaubt es, auf dem Bildschirmflußdiagramme zu malen und diese automatisch in Basic-Programme zu übersetzen. Erscheinungsdatum: Sommer 1988. Preis steht noch nicht fest.

Kurz und bündig

Atari und Commodore sind nicht auf der CES vertreten.

Amstrad stellt einen preiswerten portablen MS-DOS-PC vor.

Broderbund hat die ST-Version von »Print Shop« vorerst auf Eis gelegt.

Der Atari ST ist auf der CES nur schwach vertreten, wenige amerikanische Firmen bieten neue ST-Software an.

Konami wird Umsetzungen von seinen neuesten Spiel-Automaten für C 64, Amiga und MS-DOS veröffentlichen.

Epson zeigte eine elektronische Schreibmaschine mit eingebauter Textverarbeitung, Spellchecker und Synonym-Lexikon (70000 Worte).

Toshiba zeigte ein komplettes 3D-Video-System mit 3D-Kamera und den dazu passenden 3D-Brillen, das an jedem beliebigen Fernseher funktioniert.

— Casio bietet ein elektronisches Saxophon, komplett mit MIDI-Anschluß, an.

— Casio verkauft in Japan den ersten digitalen Walkman, der die neuen DAT-Kassetten wiedergibt und bespielt. In Europa und Amerika wird man darauf warten müssen. (gn/bs)

Nachtschicht

Um 3.17 Uhr früh begann der Telefax-Apparat in unserer Redaktion zu summen. Unsere Redakteure Gregor Neumann und Bons Schneider meldeten sich von der Winter-CES aus Las Vegas. Sie benutzten den Fax-Apparat unserer Niederlassung in den USA »M&T Publishing«, um noch rechtzeitig zu Druckbeginn die neuesten Trends aus USA abzuliefern. Die Fotos und einen ausführlichen Messebericht finden Sie deshalb erst in der nächsten Ausgabe von Happy-Computer — wenn die beiden wieder aus den Staaten zurück sind. (jg)



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