Fachchinesisch eingedeutscht

Wenn Sie ohne Luft zu holen erklären können, was Random-Access-Dateien, Interleaves und Hexdumps sind, können Sie weiterblättern.

Wie bei jedem Hobby tauchen auch beim Computern eine Menge Begriffe auf, die anfangs mehr als fremd klingen. Kein Wunder, denn die meisten Begriffe stammen aus dem Englischen und wurden der Einfachheit halber eingedeutscht. Würde man »Floppy Disk« wörtlich übersetzen, so könnte niemand etwas mit einer »schlappen Scheibe« anfangen. Weiterhin haben sich eine Menge Abkürzungen eingebürgert. Wer sagt denn schon gerne zu einer Grafikkarte »Color Grafik Adapter«? »CGA« ist doch viel einfacher.

Wie schon in der letzten Ausgabe wollen wir versuchen, Ihnen alle Begriffe und Fremdwörter, die in Happy-Computer Vorkommen, kurz und knapp zu erklären. Dabei legen wir besonderen Wert auf den Inhalt der Schwerpunkte. Die Begriffe dienen dem allgemeinen Verständnis und sollten ebensowenig unter den Tisch fallen wie Begriffe aus den übrigen Artikeln. Sie werden erkennen, daß die meisten Begriffe halb so schwierig sind wie sie klingen.

In unseren Schwerpunkten drehte sich dieses Mal alles um Joysticks und Bücher. Die Begriffe zu den Joysticks erklärt größtenteils der Beitrag »Wie funktioniert ein Joystick?«. Dafür tauchen in den übrigen Beiträgen eine Menge Begriffe auf, die für alle Computer gelten.

Animation: In der Computersprache bedeutet Animation. Bewegung in Grafiken oder Bü-der zu bringen. Die Animaüon ist mit hohen Rechenzeiten und großem Speicherplatzbedarf verknüpft, denn die dazugehörigen Berechnungen sind sehr schwierig. Einfach gesagt gilt: je aufwendiger das Bild, desto schwieriger ist die Animation.

Bildschirmadapter: Bei den Personal Computern ein anderes Wort für Grafikkarte. Wird unbedingt für den Anschluß eines Monitors benötigt.

Bit-Plane: Das Wort taucht vornehmlich im Zusammenhang mit Grafikkarten auf. Dabei kann eine solche Bit-Ebene (sinngemäß übersetzt) verschiedene Funktionen wahrnehmen. Eine Bit-Plane kann eine Grafikseite speichern. Diese Art Grafik kann dann allerdings nur die Information Punkt oder keinen Punkt, also monochrome Darstellung, beinhalten. Durch Dazufügen mehrerer Bit-Planes (entsprechenden Hard- und Software ist die Voraussetzung) lassen sich zu jedem gesetzten Punkt (ist gleich einem Bit) noch zusätzliche Informationen (wie Farbe) ablegen.

Booten: Als Booten bezeichnet man den Vorgang nach dem Einschalten oder einem Reset des Computers. Beim Booten werden wichtige Programme in den Speicher des Computers geladen, beispielsweise das Betriebssystem.

Box: Dieser Begriff wird oft im Zusammenhang mit Programmen benutzt, die unter einer Benutzeroberfläche (beim Atari ST oder Amiga) laufen. Eine Box ist ein Fenster, in dem eine Meldung des Programms erscheint. Das können Warnmeldungen, Hinweise (Alert-Boxen) oder Eingaben (Dialog-Boxen) im Programmablauf sein.

Compiler: Der Compiler übersetzt ein ganzes Programm in die Assemblersprache. Das beschleunigt den Ablauf eines Programmes wesentlich. Der Nachteil ist, daß bei einer Programmänderung, die nur im Quell-Code geschehen kann, erst wieder das ganze Programm übersetzt (compiliert) werden muß.

Directory: Ein Directory ist das Inhaltsverzeichnis einer Festplatte oder Diskette. In diesem Inhaltsverzeichnis werden Informationen über die Programme abgelegt: Programmname, Länge, oft auch Datum und Uhrzeit des Speicherns sowie Start- und Endadresse. Zusätzlich, unsichtbar für den Benutzer, legt der Computer im Directory die Adresse der Stelle ab, an der das Programm auf der Diskette zu finden ist. Es gibt verschiedene Directory-Arten: Root- (Wurzel-) und Snb- (Unter-) Directories. Ein Root-Directory ist das oberste Inhaltsverzeichnis, vergleichbar mit einem Inhaltsverzeichnis eines Buches. Die Sub-Directories sind mit den Kapitelüberschriften vergleichbar. In jedem »Kapitel« können dann weitere Unterverzeichnis-se zu finden sein.

Fließkomma-Zahlen: Sie werden auch Floating-Point-Zahlen genannt. Eine Fließkommazahl kann jeden beliebigen Wert annehmen, zum Beispiel 3,141592654. Allerdings kosten Rechenoperationen mit Fließkommazahlen eine Menge Zeit, denn sie müssen für den Computer erst in Bitwerte umgewandelt werden. Denn ein Computer kennt schließlich intern keine Kommastellen. Das Resultat muß anschließend wieder in das Fließkommaformat zurückgewandelt werden.

Integer-Zahlen: Integer-(Ganzzahl-)Zahlen sind Zahlen ohne Kommastellen, zum Beispiel 22222, aber nicht 1,0. Ein Computer kann mit Integer-Zahlen besonders schnell rechnen, da sich diese Zahlen direkt durch Bitkombinationen darstellen lassen. Zudem ist oft noch der Bereich eingeschränkt, meist von -32768 bis + 32768.

Interpreter: Ein Interpreter führt Befehle oder Programme aus, die in einer Hochsprache wie Basic geschrieben sind. Jedem Befehl ist eine Routine in der jeweiligen Assemblersprache zugeordnet. Diese wird dann ausgeführt, wenn der Interpreter auf den entsprechenden Befehl stößt. Diese Methode ist zeitaufwendig und damit nicht besonders schnell. Dafür lassen sich Programmänderungen jederzeit einfügen und direkt ausprobieren.

Interrupt: Auf deutsch: Unterbrechung. Bei einem Computer wird durch einen Interrupt das laufende Programm unterbrochen und in ein spezielles Programm, die Interrupt-Routine, verzweigt. Diese Routine hat verschiedene Aufgaben. Sie sorgt dafür, daß die Tastatur abgefragt, das nächste Zeichen aus dem Speicher gelesen oder das nächste Büd aufgebaut wird. Nach der Interrupt-Routine wird das eigentliche Programm an der Stelle fortgesetzt, an der es unterbrochen wurde.

I/O-Port: Das ist die kurze Schreibweise für Input/Output-Port. Übersetzt heißt das: Eingabe-Ausgabe-Schnittstelle. Das kann eine serielle (RS232-) Schnittstelle wie am Atari ST oder eine parallele Schnittstelle wie der Userport beim C 64 sein. Über so eine Schnittstelle kann der Computer mit seiner Umwelt, also anderen Geräten oder Computern, in Verbindung treten.

NMI: Non maskable interrupt bedeutet: nicht sperrbarer Interrupt. Über eine Speicherstelle im Computer kann bestimmt werden, ob ein Interrupt zugelassen wird oder nicht. Das funktioniert beim NMI nicht: dieser Interrupt wird immer ausgeführt, auch wenn alle anderen Interrupts gesperrt sind.

IRQ: Eine weitere Bezeichnung für den Interrupt. Auch die Anschlüsse am Computer oder am Mikroprozessor tragen diese Bezeichnung. Ein Signal an diesen Anschlüssen würde einen Interrupt auslösen.

Objekt-Code: Nach der Übersetzung des Quell-Codes mit einem Compiler liegt ein bedingt lauffähiges Programm, der Objekt-Code, vor.

Packer: Ein Programm, das Dateien verkürzt. Für diesen Vorgang gibt es verschiedene Lösungswege. Ein Programm ist in der gepacktem Form nicht lauffähig. Deshalb müssen die Programme vor dem Start entpackt werden. Das kostet zwar Zeit, spart aber teilweise mehr als die Hälfte an Speicherplatz.

Quell-Code: Bei Hochsprachen wie Pascal oder C werden Programme erst im »Klartext«, dem Quell- oder Source-Code, geschrieben. In dieser Form sind alle Befehle oder Anweisungen klar lesbar.

Remark: Ein Remark (auch als REM bekannt) in einer Kommandozeile gibt dem Computer die Anweisung, alles danach zu ignorieren. Statt dessen können beliebige Zeichen folgen. Ein Remark dient zur Dokumentation eines Programms.

Reset: Ein Reset bedeutet das Zurücksetzen des Computers in den Zustand, den er beim Einschalten findet. Ein Reset löscht die Register des Prozessors, meistens geht auch der Speicherinhalt verloren. (rz)



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