Editorial - 1988: mit Herz und Verstand

Sie stehen auf dem Flur vor einem Büro. Fleißiges Klicken zahlreicher Computertastaturen ist zu hören. Plötzlich ein Aufschrei. Dann Stille — und nach einigen Sekunden schallendes Gelächter. Dieses »Hörspiel« könnte sich einem Besucher unserer Redaktion durchaus bieten. Unsere Redakteure besitzen nämlich eine gesunde Portion Humor und eine besondere Art sportlichen Ehrgeiz, deren Folgen nicht selten skurrile und pfiffige Computerstreiche sind, die sie sich gegenseitig spielen. Erstes Alarmzeichen für das ahnungslose Opfer: Ein Kollege schlendert ins Büro, um nur eben mal nachzusehen, ob er »hier irgendwo« sein Druckerkabel liegengelassen hat. Tauchen dann nach und nach weitere zerstreute Redakteure auf, herrscht Alarmstufe Rot. Jetzt sind kippende Screens, Cursor, die sich in Pacmännchen verwandeln und scheinbar formatierende Hard-Disks zu erwarten.

Auf jeden Fall passiert etwas, woran man im Leben nicht gedacht hätte. Sicher ist nur, daß die Überraschung keinen Schaden anrichtet. Der Rest ist Schadenfreude der Zuschauer, herzliches Gelächter und bewundernde Anerkennung für den kunst- und einfallsreichen Programmierer des Gags.

In dieser Bewunderung der Kollegen liegt auch der Grund für die sportliche Komponente der Streiche. Wer andere mit seiner Programmierkunst foppen kann, zeigt, daß er den Computer besser beherrscht, als die anderen.

Haben Sie jetzt Lust bekommen, Ihren Freunden selbst solche Streiche zu spielen?

Einen passenden Anlaß dazu bietet Silvester. Wie wäre es also mal mit Computergags für die Neujahrsparty? Unser Titelthema »digitale Streiche« bietet jede Menge Anregung und Listings dazu. Spaß am und mit dem Computer ist zugleich unser Programm für 1988. Daneben werden wir wieder heiße, unbequeme und kritische Themen aufgreifen.

Sie meinen, das geht nicht zusammen? Ach richtig, wir haben ja alle gelernt, daß Kritik eine todernste Sache ist und Spaß etwas mit Einfalt zu tun hat. Aber — wir werden 1988 wieder beweisen, daß Kritik mit Augenzwinkern und Spaß mit Köpfchen durchaus möglich sind.

Übrigens: Noch ein herzliches Dankeschön an alle Happy-Leser für die vielen aktiven Anregungen, das viele Lob und die vielen lieben Briefe mit lustigen Zeichnungen, humorvollen Anmerkungen und wertvollen Ratschlägen.

Ein fröhliches neues Jahr wünscht Ihnen

Ihr Michael Lang, Chefredakteur


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