Football Fortunes (C 64)

Eine Neuerscheinung aus dem Fußball-Lager vereint Brett- und Computer-Spiel.

Die Grenzen zwischen Computer- und Brettspiel sind endgültig aufgehoben. In der Packung der englischen Neuerscheinung »Football Fortunes« findet man sowohl eine Programm-Kassette oder -Diskette als auch Spielgeld, Karten und ein Spielbrett, wie man es von »Monopoly« gewohnt ist.

Football Fortunes kommt aus dem Lager der Fußball-Strategiespiele. Zwei bis fünf Personen können mitmachen; ein Solo-Spiel gegen den Computer ist zwar stark eingeschränkt möglich, aber völlig witzlos. Jeder Teilnehmer pickt sich einen Verein aus einer zehn Mannschaften starken Fußball-Liga heraus und kann seinem Club auch einen beliebigen Namen geben. Die anderen Vereine, deren Spielstärke zu Beginn festgelegt werden kann, übernimmt der Computer. Durch das Kaufen und Verkaufen von Spielern müssen Sie eine möglichst starke Mannschaft aufbauen, ohne sich dabei finanziell zu übernehmen.

Eine Saison dauert neun Spieltage, doch außer den Punktspielen gibt es Pokalrunden. Ab der zweiten Saison kommen sogar die Europacup-Wettbewerbe dazu. Wie lange man spielt, ist völlig offen. Nach jeder Saison kann man aufhören, den Spielstand aber leider nicht speichern.

Zu Beginn errechnet das Programm für jeden Spieler einen Mannschaftskader mit insgesamt 13 Fußballern, die in Torhüter, Verteidiger. Mittelfeldspieler und Stürmer unterteilt sind. Außerdem gibt es »Utility Player«, die man auf jeder Position einsetzen kann. Für jeden Spieler erhalten Sie eine kleine Karte, auf der auch die Stärke des Kickers mit einer Zahl zwischen 1 und 5 angegeben ist. Wenn man die Zahlenwerte aller Spieler einer Mannschaft addiert, ergibt sich eine Summe, die die Gesamtstärke des Teams angibt. Schließlich erhält man noch einen Batzen Spielgeld und es kann losgehen.


Öfter mal was Neues: Diskette und Spielbrett ergänzen sich

Am Spielbrett geht es wie bei einer Art Fußball-Monopoly zu: Man würfelt, rückt seine Figur entsprechend nach vorne und landet auf einem neuen Feld. Je nachdem, wo man ankommt, darf oder muß man Spieler kaufen. abstoßen oder eine Ereigniskarte ziehen. Hier tritt dann der Computer in Aktion, der das Ereignis auf den Bildschirm schreibt. Nach der Würfelphase will das Programm gefüttert werden. Es verlangt von jedem Spieler die Zahl, die die aktuelle Teamstärke ausdrückt. Für die Ergebnisse eines Spieltags sind sowohl dieser Wert als auch eine Prise Zufall von Bedeutung. Neben den Ergebnissen erfährt man auch, wieviel Eintrittsgeld eingenommen wurde. Jede Mannschaft erhält die Hälfte der Einnahmen.

Brett- und Computer-Phasen wechseln sich so munter ab. Das Programm berechnet Spieltage, Tabellen und die Punkteliste der einzelnen Spieler. Für alle sportlichen Resultate (Tabellenplatz in der Liga und Pokal-Ergebnisse) bekommt man Punkte gutgeschrieben. Den Zwischenstand kann man sich jederzeit ansehen; in der Endabrechnung wird noch berücksichtigt, wieviel Geld jeder Spieler übrig hat.

Ab der zweiten Saison wird Football Fortunes erst richtig interessant, weil dann die europäischen Wettbewerbe (Pokal der Landesmeister, Cup-Sieger und UEFA-Pokal) hinzukommen. Es ist ein ganz typisches Programm der Kategorie »Je mehr Leute mitmachen, desto besser«. Zu zweit kann man zwar ohne weiteres spielen, aber da zum Beispiel jederzeit Fußballer zwischen den Spielern gehandelt werden können, macht es mit noch mehr Teilnehmern am meisten Spaß.

Das Computer-Programm ist allerdings nicht gerade ein technisches Meisterstück. Es quält sich in lupenreinem Basic ohne nennenswerte Grafik- und Sound-Einlagen durch die Spieltage. Vor allem die C 64-Version wird deshalb beim Tabellenberechnen ziemlich langsam.

Zu Redaktionsschluß lag uns leider noch keine deutsche Version vor, aber sie soll angeblich demnächst erscheinen. Wer Englisch-Grundkenntnisse hat, kommt aber auch mit dem britischen Original zurecht.

Im Freundes- und Familienkreis macht Football Fortunes Spaß, sofern man keine Abneigung gegen das Thema Fußball hat. Man hätte freilich einiges besser machen können. So sind die Spieler ziemlich eingeschränkt. Außer Transfers von Verein zu Verein hat man keine Freiheiten und ist dem Diktat des Würfelglücks unterworfen. Football Fortunes kann unterm Strich aber durchaus gefallen. Wer sich für diese Art von Spiel interessiert, sollte es sich unbedingt einmal ansehen. Aber immer daran denken: Ohne menschliche Mitspieler läuft gar nichts! (hl)

Das Programm berechnet unbestechlich die Tabelle
Heinrich Lenhardt


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