Score Perfect Professional 2.0: Die unendliche Geschichte

Erinnern Sie sich noch an unseren MIDI-Schwerpunkt in der TOS 11/92? Damals konnten wir Ihnen das brandneue Update 1.4 des beliebten Notensatzprogramms Score Perfect Profesional vorstellen. Doch ruhte man sich bei Soft Arts nicht auf den Lorbeeren aus, sondern präsentierte auf der Frankurter Musikmesse die stark erweiterte Version 2.0. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Neuerungen kurz vor.

Von Kai Schwirzke Notensatz am Computer ist eine aufwendige Angelegenheit, das weiß jeder, der schon einmal lange Minuten däumchendrehenderweise vor seinem Partitur-formatierenden Atari zugebracht hat. Die Zeit des Wartens fällt für glückliche Besitzer eines Atari Falcon nun deutlich kürzer aus, denn Score Perfect Professional (im folgenden SPP) läuft nun auch problemlos auf Ataris jüngstem Sproß in den Auflösungen »ST hoch« und »2 Farben, 640x480 Punkte«.

Die wohl nervenschonendste Neuerung von SPP 2.0 besteht in der Fähigkeit, auch nach kompletter Formatierung der Partitur noch Änderungen am Notentext zu akzeptieren. War bislang ein Aufheben der kompletten Formatierung notwendig, wollte man beispielsweise ein »f« in ein »fis« verwandeln, nehmen Sie jetzt in begrenztem Rahmen Korrekturen auch an der bereits durchgestylten Partitur vor. Gestattet sind hierbei alle Bereichsfunktionen, mit der Ausnahme von »Löschen«, das Setzen und Löschen von Vorzeichen sowie das Ändern von Akkorden.

Notensatz par excellence

Eine ganze Reihe neuer Optionen ermöglichen ein nun noch professionelleres Druckbild. So lassen sich in der 2.0 die Balkensteigungen durch einfaches Anklicken und Verschieben in den gewünschten Winkel bringen. Manuell vorgenommene Balkenunterteilungen überschreibt die entsprechende Automatik jetzt nur noch, falls notensatztechnisch unumgänglich. Flexibel präsentieren sich die Legato-Bögen, die auch bei Änderung des Notenabstands ihre Bezugsnoten stets korrekt verbinden. Für ein übersichtlicheres Notenbild sorgt die Faulenzer-Option, die identische Takte in Wiederholungstakte (»Faulenzer-Zeichen«) verwandelt. Auch sich über mehrere Takte hinziehende Pausen formt SPP auf Wunsch in eine einzige, leichter lesbare »Mehrtaktpause« um. Ebenfalls für angenehmere Lesbarkeit der Partitur stehen die »Ottava«-Zeichen zur Verfügung, die Passagen in extremen Oktavlagen in die optisch angenehmere Mittellage verschieben. Interessant für die Notation von Klaviermusik: mit einem Balken zusammengefaßte Noten lassen sich auf zwei Systeme verteilen. Wurden bislang nur Gitarristen mit einem speziellen Tabulator-System bedacht, dürfen sich ab sofort auch nicht 100%ig notenfeste Bassisten über diese Art der Musiknotation freuen. Schön wäre allerdings, wenn künftige SPP-Versionen die freie Definition von Tabulatoren gestatten würden, denn so ließen sich problemlos alle Saiteninstrumente mit beliebigen Stimmen unterstützen.

Auch wenn man es nicht für möglich hält, selbst Gutes läßt sich immer noch verbessern. Mit der Version 2.0 hat Score Perfect Professional noch einmal tüchtig zugelegt und bietet mehr als je zuvor praxisorientierten Notendruck ohne Kompromisse. Der Preis von 499 Mark für dieses äußerst ausgereifte Produkt ist sicherlich angemessen und ein Blick auf den ersten Ausdruck rechtfertigt diese Ausgabe zweifellos. Wir sind jedenfalls schon gespannt, mit was uns Programmierer Klaus Kleinbrahm in der nächsten Version (3.0?) überraschen wird.

Soft Arts. Postfach 127762. 1000 Berlin 12

WERTUNG

Name: Score Perfect Professional
Hersteller: Soft Arts
Preis: 499 Mark

Stärken: stark erweiterter Funktionsumfang

Schwächen: nach wie vor keine Vorschlagsnoten

Fazit: Notendruck der Oberklasse zum fairen Preis.



Aus: TOS 06 / 1993, Seite 48

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