Midi-Show: Midi-Spektakel

Der Atari übernimmt jetzt auch die Bühnenshow. »Midi-Show-Control« heißt das Zauberwort, das die Musik aus dem Rechner mit Laser, automatischer Traversen und Nebel synchronisiert.

Grelle Stroboskop-Blitze zucken über den Bühnenhimmel, die Luft ist erfüllt von wabbernden Nebelschwaden, die langsam nach oben steigen. Im Zeitlupentempo versinken die Musiker in einer tiefroten orgiastisch anmutenden Traumwelt, die scheinbar übergangslos zu einem gleißend-grünem Treibhaus mutiert. Wie von Geisterhand, erhellen schwenkbare Scheinwerfer das Gesicht des Frontmans, zwingen den Blick der Zuschauer auf die exaltierte Mimik des Sängers. Im Hintergrund Bilder und Messages in rasender Geschwindigkeit auf riesigen Leinwänden. Gekrönt wird das infernalische Spektakel von der Explosion meterhoher gebündelter Lichtstrahlen, die sich in einem Feuerregen aus unzähligen Silbersternen über den Bühnenrand ergießen.

Live und synchron

In der Abbildung sehen Sie eine Lösung für ein Livekonzert mit feststehendem Licht, Farbwechslern, beweglichem Licht, fahrbaren Traversen, Nebelmaschinen und Pyrotechnik. Show und Musik werden von einem Midisequenzer - z.B. einem ST - gesteuert. So kann die Show direkt vorprogrammiert und zugleich interaktiv vom Anwender kontrolliert werden. Und alles läuft synchron! Die Skizze zeigt den Prototyp einer audiovisuellen Präsentation, wie sie auf Messen oder Schulungen mit feststehendem Licht, Videoprojektor, Diaprojektor und Tapedeck zu sehen ist.

Auch in puncto Bühneneffekten und Showtechnik ist die Zeit nicht stehengeblieben. Multimedia heißt heute die Zauberformel für erfolgreiche Bühnenshows, in denen nicht mehr ausschließlich akustische Leckerbissen, sondern auch das optische Erlebnis zählt. Das Herz der Steuerung eines solchen Live-Gesamtkunstwerkes ist immer öfter ein Atari. Mit seiner Midi-Schnittstelle avanciert er zum Spitzenreiter in Sachen Bühnentechnik. Nach der Pfeife von Atari tanzen auch die neuesten Highlights für die Bühne.

Kunstdisco in Seoul

Kernstück: das Lichtmischpult. Marktführer Celco trat mit fünf verschiedenen Modellen aus der Aviator-Gruppe an - alle lassen sich per Midi Show Control mit einem einfachen Sequenzer steuern. Sie können zwischen einer »Rock’n’ Roll Touring«- oder einer »Theater«-Version wählen. Beide verfügen grundsätzlich über dieselben Features, nur die Bedienung differiert etwas. Alle Pulte verwalten 1024 ansprechbare Dimmerkanäle, das 720-Kanalpult schafft die doppelte Anzahl. Völlig neu ist bei diesen Geräten die Konstruktion des Schiebereglers. Man bezeichnet diese Konstruktion als »Digital Fader«. Sie ermöglicht eine digitale Bearbeitung unter völligem Verzicht auf analoge Informationen und deren Umwandlung. Dabei ist ein breites, transparentes Gummiband um den Regler gespannt. Der Vorteil: dieses Band läßt sich endlos in beide Richtungen bewegen. Die Anzeige des entsprechenden Wertes erfolgt durch einen LED-Balken mit 20 Segmenten. Belegt man den Regler durch Umschalten mit neuen Informationen, ändert sich die Höhe des Lichtbalkens entsprechend dem aktuellen Wert und kann beliebig nach unten oder oben bewegt werden.

Motor Control Panel

Heute gehört zu einer guten Show ein explosiver Cocktail aus Bewegung und Dynamik. Ohne Bewegungseffekte wirkt der beste Gig wie lauwarmer Kaffee. Mit MCP-12 Motor Control Panel sind Tempo und Dynamik auf der Bühne nicht nur graue Theorie. Der MCP12 bedient 12 Motoren. Für alle, die noch höher hinaus wollen: es können bis zu vier MCP12-Geräte gelinkt werden, d.h. auch vierfache Power. Damit ist dem Bewegungsdrang keine Grenze mehr gesetzt. Move it!

Ein weiteres Flaggschiff aus der Celco-Flotte ist der Navigator. Als er auf den Markt kam, war er Vorreiter einer neuen Mischpulttechnologie. Der Startschuß beim Navigator liegt in der Festlegung des DMX-512 Protocols. Dieses Signal spricht nicht nur Dimmerpacks an sondern dirigiert ebenso »Intelligent Moving Lightings« wie Intellabeams oder Goldenscans, motorische Farbwechsler und Nebelmaschinen. Ein »Scrolling Window« sorgt für größtmögliche Effizienz: Bis zu 12 der insgesamt 96 Kanäle können dadurch eingegeben und geändert werden. Midi-Ausgänge erlauben eine Zusammenschalten mit beliebig vielen weiteren Mischpulten, wobei der ST die Masterfunktion übernimmt.

Ein Problem bei Live-Veranstaltungen, Multimedia Shows etc.: die Kommunikation und Kontrolle aller Steuerungseinheiten oder »Wie bringt man Licht, Effekte usw. unter einen Hut?« Jeder Hersteller kochte auch in dieser Branche sein eigenes Süppchen und löste die leidige Angelegenheit auf individuelle Art und Weise. Teile der Lichtanlagen wie Cue Fader, Flashtaster etc. wurden zwar einheitlich per Midi-Notenbefehl aktiviert, nur gab es dazu ungefähr genauso viele verschiedene Methoden wie Herstellerfirmen der entsprechenden Geräte. Es war schier ein Ding der Unmöglichkeit, Midi-Lichtanlagen unterschiedlicher Herkunft miteinander zu verbinden. Midi Show Control machte Schluß mit dem Drama. Ein Computer wie der ST kann endlich als Steueroder Übertragungseinheit eingesetzt werden. Musik und Licht lassen sich perfekt synchronisieren. Angesteuert werden auch »Moving Lights«, Nebelmaschinen oder Controller für Motorenzüge. Übrigens: ältere Pulte können mit MSC per Personality Card, andere Pulte durch den Einbau eines Eprom, nachgerüstet werden.

Viper Mini Dual Laser
Tina Turner Europa Tour
Intellabeam 700 HX
MCP 12 Motor Control Panel
Intellabeam 700 HX
Intellabeam 700 HX

Pyrotechnik

Bühnenpyrotechnik erfreut sich immer größerer Beliebtheit in der Unterhaltungsindustrie. Kein Rockkonzert ohne funkelnde, krachende Gewitterstürme. Die Kombination aus Licht, Farbe, Geräuschen und Rauch gehört zu den Highlights jeder Bühnenshow und wird immer aufwendiger und spektakulärer. Der Zeitpunkt einer Explosion muß dabei genau bestimmbar sein. Ohne Sequenzersteuerung lassen sich die oft gleichzeitigen Aktionen gar nicht mehr abrufen. Der Silberstrahl - im Bild während eines Tina Turner-Konzerts zu sehen - und der Silberregen - Tribute to Freddy Mercury 1992 im Wembley-Stadion - sind eine der spektakulärsten Live-Effekte.

Tribute to Freddy Mercury 1992 Wembley
Silberregen
Rauchschwaden aus dem Musical Cats

Nebelmaschinen

Auch Nebelmaschinen wurden mittlerweile modernisiert. Die Zeiten, als Trockeneis ins heiße Wasser geschaufelt wurde, sind vorbei. Die Bilder zeigen »Cold Flow«, eine schwere Nebelvariante, die sich langsam über den Boden ausbreitet und fließt. Daneben eine Rauchschwaden-Szene aus dem Musical »Cats«.

Cold Flow in Action
Navigator
Little Flowers

Ingrid Sitte-Nadler
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