Am anderen Ende der Strippe: Mailbox-Programme

Der PC eignet sich hervorragend für den Betrieb einer Mailbox. Dem steht der ST in nichts nach — zumindest theoretisch.

Auf seiner Reise durch die Mailbox-Szene Deutschlands werden dem aufmerksamen Anwender viele Atari-Boxen begegnen. Atari im Sinne des Host-, also des Mailbox-Rechners. Bei genauer Betrachtung erkennt man jedoch, daß es nur drei Mailbox-Programme gibt, die auch tatsächlich als solche eingesetzt werden können. Weitere Gemeinsamkeit: alle sind Shareware-Programme. Ihre Namen klingen aber oft vielversprechender, als es die Programme selbst sind. Wir haben uns »MagicBOX SL«, »ProBOX« und »SOS-Box« näher angesehen.

MagicBOX SL

»MagicBOX SL« ist das offizielle Nachfolgeprogramm von MagicBox ST. Es eignet sich für alle STs, STEs und TTs — hier jedoch nur in der ST-High-Auflösung. Es genügt bereits ein Hauptspeicher von einem Megabyte, doch sollte man für Packer, Zusatzmodule und Transferprotokolle einen größeren RAM-Speicher zur Verfügung haben. Sonst kann es Vorkommen, daß sich »MagicBOX SL« mit einer entsprechenden Fehlermeldung verabschiedet.

Die Installation ist nicht besonders kompliziert — nur unkomfortabel: vor dem Start muß die Konfigurationsdatei mit einem separaten ASCII-Editor vom Betreiber an seine speziellen Wünsche angepaßt werden. Es empfiehlt sich, »Magic-BOX SL« nur zu verwenden, wenn eine Festplatte mit mindestens fünf MByte freiem Speicher zur Verfügung steht; von Diskette ist der Betrieb leider nicht möglich.

Die Wartebildschirme der Mailboxen...

Nach dem Start präsentiert sich dem Betreiber — dem Sysop (System Operator) — ein Wartebildschirm, der ihn über die wichtigsten statistischen Daten der Mailbox informiert: der letzte Anrufer, mit welcher Modemgeschwindigkeit er gearbeitet hat und wie viele User die Box bisher kontaktiert haben. Anders als bei der Konfigurationsdatei können die anderen boxspezifischen Parameter — Bretter, Nodes und eingetragene Benutzer — mit integrierten Editoren verändert werden. Diese sind sehr komfortabel; nur die selbstgebastelte Oberfläche stört etwas: eben kein GEM.

Vom Wartebildschirm aus kann — neben dem Aufruf der Editoren — auch ein lokaler Testlauf der Mailboxgestartet werden. D. h., der Mailbox-Betreiber kann, ohne anrufen zu müssen, in seine Mailbox und dort direkt im Boxbetrieb Bretter oder neue User anlegen. Die Bretter, die der Sysop unter »MagicBOX SL« anlegt, können in Bereiche zusammengefaßt werden. Bereiche sind verschiedene Ebenen, mit denen die Bretter z. B. nach Themen sortiert werden können. Möchte der Sysop jedoch auf eine Bereichseinteilung verzichten, kann er seine Bretter in Unterbretter zusammenfassen. Ein Unterbrett ist ähnlich dem Bereich ein Verzeichnis, das weitere Bretter beinhaltet. Für die Übertragung von Software aus den Binärbrettern der Mailbox (Programm-Download) steht nur das Z-Modem zur Verfügung. Es ist jedoch kein Problem, noch bis zu 255 weitere exotische Übertragungsprotokolle einzubauen. So kann — theoretisch — jeder Anrufer bedient werden. Doch wer hat schon über 200 Übertragungsprotokolle zur Verfügung?

Die Benutzerführung unter MagicBOX SL ist nur teilweise anwenderfreundlich. So fehlen an manchen Stellen grafische Elemente, die die Ausgabe der Statistiken und Übersichten anschaulicher machen.

MagicBOX SL bietet dem Anwender neben der üblichen VT100-Emulation auch einen Farb-ANSI-Modus, der speziell für IBM- und Amiga-Anwender interessant ist. Dem Sysop wird auf dem Systembildschirm leider nur eine VT100-Emulation geboten — in der hohen Auflösung. Die MagicBOX bietet dem Sysop , wie bereits angedeutet, die Möglichkeit, Bretter zu größeren Einheiten zusammenzufassen. Leider ist das Anlegen der Bretter vom Systembildschirm aus nicht besonders komfortabel. Anders vom laufenden Boxbetrieb, denn hier kann im Stil von »Alphabox« (die PC-Mailbox schlechthin) ein Editor aufgerufen werden, der übersichtlich gestaltet ist und — das wichtigste — in jeder Emulation gleich gut funktioniert. Lediglich die Anwahl der Unterbretter ist etwas gewöhnungsbedürftig. Paßt man hier nicht genau auf und liest den Hilfstext zur Bretteranwahl nicht genau, findet man sich nach einem falschen Tastendruck unverhofft in der Hauptebene wieder und muß die Anwahl von neuem beginnen. Bestimmte Bretter der Mailbox sind zum Übertragen von Software — z. B. PD-Programme — vorgesehen. Die Übertragung von der Box zum User stellt kein Problem dar, da die Zugriffszeit der Box auf das angewählte Programm von der Geschwindigkeit der Festplatte des Mailboxbetreibers abhängt. Das Übertragen der Software vom User zur Box hingegen kann zu einer längeren Aktion werden, da die Box die Software nach dem Empfang zuerst in einen sog. Upload-Ordner speichert und dann noch einmal in den Ordner des entsprechenden Brettes kopiert. Dies macht sich vor allem bei der Übertragung längerer Programme und langsamer Platten bemerkbar.

… bieten diverse Statistiken…

Die Übertragung funktioniert von der langsamsten Modemgeschwindigkeit — 300 Baud — bis hin zum »Zyxel«-Standard mit 16800 Baud. In der Konfiguration von MagicBOX SL kann neben der höchsten Modemgeschwindigkeit auch eine feste Geschwindigkeit vorgegeben werden. Dies hilft vor allem Systembetreibern, die nur mit »schnellen« Usern kommunizieren möchten. Die Verwaltung der User — also der anrufenden Benutzer — ist wie die der Bretter zweigeteilt: vom Wartebildschirm aus kann ein Editor aufgerufen werden, dessen Oberfläche noch viel zu Wünschen übrig läßt, aber dennoch komfortabel ist. Vom laufenden Boxbetrieb aus kann auch für die Bretter ein Editor aufgerufen werden. Die beiden Online-Editoren können übrigens von Usern genauso wie vom Sysop benutzt werden. Der Aufruf der Editoren ist, wie alle anderen Befehle, vom Benutzerlevel des Users abhängig. So kann der Sysop jedem Anwender einen bestimmen Level zuordnen. Der Höchste — 9 — ermöglicht den Zugriff auf jeden Befehl, der Niedrigste — 0 — nur ein Minimum.

Leider läuft MagicBOX SL erst ab einem Hauptspeicher von mindestens einem Megabyte fehlerfrei, da für manche Operationen Programme oder Module nachgeladen werden. Und leider bietet es keine GEM-Konformität, die aber laut Autor noch folgen soll. In unserer Testversion 0.84 #2 war davon aber noch nichts zu spüren.

Als Shareware-Demoversion dürfen Sie MagicBOX SL 31 Tage lang testen. Nur leider sind hier die Einschränkungen des Autors so rabiat, daß ein ordentlicher Test fast nicht möglich ist. So kann die Mailbox nur für kurze Zeit von außen angerufen werden. Doch mit einer entsprechenden Key-Datei steht dem Betrieb einer Mailbox nichts mehr im Wege.

ProBOX

Das zweite Programm, »ProBOX«, läuft problemlos ab einem MByte Hauptspeicher. Beim ersten Start lädt ProBOX ein Zusatzmodul: den Systemdateneditor. In diesem Editor werden alle mailboxspezifischen Daten abgefragt, z. B. der Name des Sysops, Tag der Erstinstallation. Nachdem alle Daten ordnungsgemäß eingetragen wurden, befindet sich der Systembetreiber im Wartebildschirm. Vom Wartebildschirm aus können u. a. die Systemeditoren aufgerufen, Statistiken über den Boxbetrieb abgefragt oder ein Terminalprogramm aufgerufen werden. Mit den Systemeditoren können Bretter und User angelegt, das Modem konfiguriert und Zusatzmodule installiert werden. Der Wartebildschirm und die Oberfläche der Editoren sind grafische Eigenkreationen und bieten leider keinerlei GEM-Konformität. Dennoch sind sie übersichtlich und einfach zu bedienen, u. a. auch mit Tastenkombinationen. Vom Wartebildschirm aus kann der Systembetreiber einen lokalen Testlauf starten und Fehler oder Mängel in seinem eigenen System suchen. Währenddessen können per Tastatur oder Maus die verschiedenen Editoren aufgerufen werden.

Auch unter »ProBOX« können Sie Bretter zu Unterbrettern und Bereichen zusammenfassen. Diese lassen sich dann entweder mit ihrem Namen anwählen oder als Befehl definieren. Nach Eingabe des entsprechenden — meist kurzen — Befehls wählt das Programm allein den richtigen Bereich an. So kann für jeden Befehl eine kleine Batchdatei geschrieben werden. Der Systembetreiber kann, während ein User online in der Box ist, ein Menü aufrufen und einen der Editoren benutzen. In diesem Fall wird der gerade aktive DFÜler mit einer kleinen Meldung darauf aufmerksam gemacht.

Alle Systemtexte, also z. B. der Begrüßungstext oder die Boxinfo, können vom Mailboxbetreiber verändert werden. Hierbei kann er Variablen verwenden, die dann von ProBOX entsprechend umgewandelt werden. Es können aber auch freidefinierbare Texte auf einen bestimmten Befehl hin ausgegeben werden. Für den Anrufer ist es sehr komfortabel, Brettbereiche mit einem einzigen Befehl anwählen oder wechseln zu können, ohne lang Befehl und Name eintippen zu müssen.

... und unterschiedlichen Bedienungskomfort

ProBOX bietet dem Anrufer verschiedene Emulationen: ASCII, VT100 und Farb-/ANSI. Leider werden dem Systembetreiber auf dem Monochrommonitor nur die VT100- und die ASCII-Emulation (TTY) ermöglicht. Einige Fähigkeiten der Box kommen so für den Anrufer besser zur Geltung als für den Sysop.

Anders das Anlegen von Brettern und Usern, denn hier kann von der Konsole — dem Mailboxrechner — aus einer der ^Editoren verwendet werden. Editiert ein User von außen die Boxparameter, kann er das nur mit einem boxeigenen Editor, dessen Aussehen ebenso vom Sysop verändert werden kann. Mit ihm können auch neue Übertragungsprotokolle definiert werden. Von seiten des Autors gibt es mit der Demoversion die Einstellungen für das Z- bzw. das XYZ-Modem. Dieses reicht vollkommen für den Betrieb einer Mailbox, doch können beliebig viele hinzugefügt werden. Holt jemand ein Programm aus der Box, wird ihm zuvor ein Infotext angezeigt. Dieser kann beliebig lang sein und kommt in der Regel von dem, der das Programm an die Box geschickt hat. Leider ist mit ProBOX kein lokaler Download möglich. D. h., der Sysop kann nicht mittels eines Befehls ein Programm aus einem Brett der Box auf eine andere Partition für seinen Privatgebrauch kopieren. Vor dem Download wird vom Computer errechnet, wie lange der Transfer in etwa dauern wird. Dazu muß vom Systembetreiber allerdings in einem entsprechenden Editor das Modem konfiguriert werden. Er muß die verschiedenen Verbindungsparameter und die dazugehörigen Übertragungsgeschwindigkeiten angeben: beispielsweise für die Verbindung »Connect 1200« eine Übertragungs-Geschwindigkeit von 1200 cps.

Mailboxen im Überblick

Feature MagicBox SL ProBOX SOS-BOX
GEM—Konformität teilweise teilweise nein
Ordner nach 1. Installation 15 16 15
Editor für Systemdaten nein ja ja
modularer Aufbau ja ja ja
Zusatzutilitys vorhanden ja ja nein
anwenderfreundlich ja ja ja
betreiberfreundlich nein ja nein
einfach zu installieren nein ja ja
verzweigtes Ordnersystem ja ja nein
ausführliche Anleitung nein ja ja
Handbuch vorhanden nein nein nein
oft verwendet ja ja nein
netzwerkfähig ja ja ja
Probezeit in Tagen 31 21 31
Sharewaregebühr in Mark 70-150 200 80-150

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Die Höchstgeschwindigkeit der Box findet ihre Grenzen in der Geschwindigkeit des Modems. Es lassen sich allerdings beliebige Verbindungsgeschwindigkeiten ignorieren. So können Sie als Sysop beispielsweise 300 Baud zulassen, 9600 Baud dagegen abweisen. ProBOX läuft auf jedem ST, STE und TT. Ein RAM-Speicher von mindestens einem Megabyte ist allerdings zu empfehlen. ProBOX hat als Demo-Version akzeptable Einschränkungen: es können nur 10 Bretter und 10 User angelegt werden. Nach dem Kauf einer Key-Datei ist dieses Hindernis aber auch beseitigt.

»SOS-Box« ist ein neueres Programm. Es begnügt sich ebenfalls mit 1 MByte RAM. Ein größerer Hauptspeicher ist allerdings sinnvoll, da das Programm dann mehr Daten beim Start einiesen kann und beim Boxbetrieb nicht ständig auf die Platte zugreifen muß. Das Installationsprogramm der SOS-Box ist ein eigenständiges Programm, das sehr übersichtlich und anwenderfreundlich aufgebaut ist. Jeder Schritt der Parametereingabe wird, mit Hinweis auf seine spätere Wirkung, ausführlich erklärt. Im Installationsprogramm können neben der Level-Zeit-Verteilung auch die einzelnen Verbindungsgeschwindigkeiten zugelassen oder abgewiesen werden.

SOS-Box

Entsprechend verhält sich später die Box. Der Wartebildschirm bietet eine Statistik der wichtigsten Boxdaten und eine Übersicht der Befehle und Funktionen, die der Systembetreiber — auch während ein User in der Box anruft — anwählen kann. Das Anlegen von Brettern und Usern im laufenden Boxbetrieb läuft ähnlich wie bei »AlphaBOX«: mit entsprechendem Befehl im Sysop-Level können die verschiedenen Brettparameter Zeile für Zeile emulationsunabhängig eingegeben werden. Auch unter SOS-Box können verschiedene Bretter zu Gruppen, sog. Bereichen, zusammengefaßt werden. Die Bereiche können vom User angewählt werden, indem er nur den Anfangsbuchstaben eingibt. So entfällt die lästige Schreiberei bei längeren Bereichsnamen. Für die Übertragung von Software aus den Binärbrettern bietet SOS-Box ein ganz besonderes Feature: ein eigenes Übertragungsprogramm für X-, Y-und Z-Modem. Somit muß sich der Sysop nicht erst für das — sonst separate — Z-Modem-Programm registrieren lassen.

Nutzt der Sysop die Möglichkeiten des Wartebildschirms, während ein User online ist, kann der User leider keine Eingabe mehr machen. Dieses Problem wird aber in einer der nächsten Versionen gelöst, da diese — laut Autor — MultiTOS-fähig sein soll. Bei zwei MByte Hauptspeicher wäre dann mehr als ein Zugang zur Mailbox gleichzeitig möglich. Dann könnte der Systembetreiber gleichzeitig mit einem anderen User seine Mailbox benutzen. Sollen auf einem ST allerdings mehr als zwei Zugänge gleichzeitig möglich sein, müssen Sie den MidiPort in einen Seriellen Umrüsten. Dies soll laut Autor für fünf Mark möglich sein. Aber auch für nur einen Zugang zur Box kann SOS-Box, was andere Programme nicht schaffen. Sie bietet wie die meisten anderen auch zwei Emulationen, ASCII und VT100. Unter der VT100-Emulation lassen sich allerdings von Sysop-Seite aus mehrere verschiedene Schriften und Effekte anwenden. Diese können unter der TTY-Emulation nur teilweise verwendet werden. Das Anlegen von Brettern und Usern ist, wie bereits erwähnt, ziemlich einfach, da im laufenden Boxbetrieb mit dem entsprechenden Befehl einfach alle Parameter eingegeben werden können. Auch das Anlegen von Binärbrettern für den Softwaretransfer ist kein Problem. Lediglich die Brettübersicht der einzelnen Bereiche ist gewöhnungsbedürftig, da sie sehr ausführlich ist und alle möglichen Aktivitäten des Users in diesem Brett aufzeigt.

Die Geschwindigkeiten des Transfers sind nur von der maximalen Geschwindigkeit der beiden Modems abhängig. Der Sysop kann jede beliebige Geschwindigkeit für seine Mailbox zulassen oder sperren. So kann er selbst entscheiden, ob er seine Box auch für langsamere User freigibt.

SOS-Box läuft auf allen ST, STE und TT-Konfigurationen. Je mehr Speicher vorhanden ist, desto weniger muß bei laufendem Boxbetrieb nachgeladen werden. Leider bietet auch SOS-Box keine GEM-Konformität. Sämtliche externen Programme sind mit einer eigenen Oberfläche geschrieben. Der Wartebildschirm selbst ist aber auch ohne jeglichen GEM-Dialog übersichtlich aufgebaut.

Fazit

Vergleicht man die drei Programme, unterscheiden sie sich in ihrem grundsätzlichen Aufbau nur gering. Alle bieten dem Sysop nach dem Start einen Wartebildschirm mit statistischen Daten über die Mailbox und die User. Auch die Art der Dateiverwaltung auf der Festplatte ist ähnlich. Alle haben ca. 15 Ordner nach der Erstinstallation. Bei ProBOX wird allerdings für jeden neuen User ein Ordner mehr angelegt. Bei den anderen wird nur die User-Datei um einen Eintrag vergrößert. Bei neuen Brettern wird allerdings bei jedem Programm ein Ordner angelegt, in den die einzelnen Programme der Benutzer gespeichert werden. Leider verfügen nur ProBOX und MagicBox SL über einen komfortablen Bretteditor. In der Verwaltung der User fällt vor allem SOS-Box positiv auf, denn hier wird dem Sysop jeder neue DFÜler mit Adreßangabe angezeigt und eine Abfrage nach dem neuen Level-Status angeschlossen.

Alle drei Mailbox-Programme eignen sich zur Teilnahme an einem Netzverbund, beispielsweise dem MagicNET. Mit ProBOX und MagicBox SL ist dies schon unter einem MByte möglich, mit SOS-Box erst ab mindestens zwei MByte ratsam. Trotz des eigenen Übertragungsprotokolls ist der Speicher nach dem Start der Mailbox fast restlos belegt und bietet somit keinen Platz für die Packer, die zu einem Netztransfer nötig wären [1]. Hinsichtlich der User-Freundlichkeit liegt ProBOX weit vorn, denn hier werden alle Befehle vom Programm selbst ergänzt. So genügt es vollkommen von einem Befehl die ersten zwei bis drei Buchstaben einzugeben und die Mailbox übernimmt automatisch den Rest. Außerdem lassen sich unter »ProBOX« verschiedene Befehle zu Untermenüs zusammenfassen. So könnte der Sysop beispielsweise alle externen Programme, die er dem Anrufer zur Verfügung stellen will, in einem speziellen Online-Menü zusammenstellen. Zwar lassen sich auch unter MagicBox SL und SOS-Box neue Befehle anlegen und alle anderen umgestalten, doch bieten beide nicht die Möglichkeit, einfache Batches und Untermenüs zu entwerfen.

Die drei Mailbox-Programme belegen nach der ersten Installation in etwa den gleichen Speicherplatz auf der Festplatte. SOS-Box benötigt dabei aber zwei Partitionen: auf der einen werden alle Programmdaten abgelegt, auf der zweiten alle Bretter und Programme, die für den Anrufer bestimmt sind. Unter den beiden anderen Mailboxen lassen sich die Bretter beliebigen Partitionen zuordnen, so daß für eine kleinere Mailbox ohne Netzverbund eine kleine Platte mit nur einer Partition völlig ausreicht.

Befehlsübersicht der ProBOX

»MagicBox SL« ist vor allem für Benutzer geeignet, die eine Box mit einem Netzwerkverbund aufbauen wollen und wenig Wert auf Komfort legen. Für Benutzer, die sich selbst und ihren User ein wenig Komfort, besseren Überblick und große Absturzsicherheit bieten wollen, ist ProBOX die bessere Wahl. Anwender, die über einen TT — oder einen Falcon — verfügen, ist sicher die SOS-Box die günstigste Lösung, die sich zwar noch in der Entwicklungsphase befindet, aber mit großem RAM und schnellem Rechner vielversprechend ist.

Und sonst...

MagicBox SL kostet zwischen 70 und 150 Mark. Die billigste Registrierung ist die für einen Point, in den sich nur wenige User einloggen können; die Teuerste die für eine Netz-Mailbox ohne jegliche Einschränkung. ProBOX ist für den Betrieb einer ausgereiften Netz-Mailbox, auch was den Komfort betrifft, am meisten zu empfehlen. Es ist ebenfalls in verschiedenen Preisstufen, bis zu stolzen 200 Mark, zu haben. SOS-Box steht noch in der Testphase. Deshalb konnte der Autor noch keinen genauen Preis nennen. Er soll sich aber auch hier je nach Art der Registrierung zwischen 80 und 150 Mark bewegen, (thl)

[1] »Gesundschrumpfen«, M. Vondung, ST-Magazin 11/92,51

MagicBox SL: A. Edler. Konrad-Adenauer-Str. 9,5420 Lahnstein

ProBOX: O. Graf, Uranusstr. 4,4620 Castrop-Rauxel

SOS-Box: J. Fangmeier, Bekassinenau 121b, 2000 Hamburg 73


Tim Poigne
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