Wie schnell ist mein Computer? »Quick Index«, ein Programm zum Testen der Computerleistung

»Quick Index« entstammt der Programmierschmiede von Darek Mihocka, einem kanadischen Programmierer, der sich jenseits des »großen Teiches« schon durch viele hervorragende Programme einen Namen gemacht hat. Auf dem ST entwickelte er unter anderem einen leistungsfähigen Emulator für die alten 8-Bit-Computer Ataris.

Das Programm »Quick Index« ist ein sogenannter »performance tester«. Es bestimmt die durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit des Systems. Dabei ermittelt es sowohl die Auslastung der CPU als auch die Geschwindigkeit wichtiger Betriebssystemroutinen und der angeschlossenen Disketten- und Festplattenlaufwerke.

Nachdem Sie das Programm geladen haben, befinden Sie sich im Hauptmenü (siehe Bild). Mit dem Wahlknopf »Do All« beginnen Sie einen Komplettcheck des Systems. Einzelne Tests starten Sie, indem Sie den entsprechenden Text (zum Beispiel »DMA read«) anklicken.

Führen Sie den System-Komplettcheck durch, testet das Programm zunächst die CPU auf verschiedene Arten. Als erstes prüft »Quick Index« die Zugriffsgeschwindigkeit der CPU auf den Speicher. Verwenden Sie einen Prozessor mit integrierten Cache-Speicher, wie ihn zum Beispiel »Hypercache ST« bietet, werden Sie eine enorme Geschwindigkeitssteigerung feststellen. Das Ergebnis des Zugriffstests gibt »Quick Index« in Prozent relativ zum 8 MHz-68000er von Motorola an.

Danach testet das Programm die Zugriffsgeschwindigkeit auf die Prozessor-internen Register. Computer mit 68020-Prozessoren erzielen hier wesentlich höhere Werte, aber auch bei 16-MHz-68000ern ist eine deutliche Beschleunigung festzustellen.

Außerdem überprüft das Programm auch Integer-Divisionen und Bit-Shifts. Die Prozessor-Tests unterschreiten die 100 Prozent, wenn der ST etwa durch viele Interrupt-Aufrufe höher ausgelastet ist. Lassen Sie beispielsweise das in dieser Ausgabe besprochene Programm »Carrier Detect« im Hintergrund laufen, so stellen Sie die zusätzliche Auslastung des Computers deutlich fest.

Nach diesen Prozessor-Tests überprüft »Quick Index« den DMA-Zugriff auf Massenspeicher. Mit den Auswahlknöpfen »A:« bis »P:« wählen Sie das zu testende Laufwerk. Benutzen Sie Cache-Programme wie »HaBoo« oder »L-Cache«, so erzielen Sie, je nach Cache-Programm, wesentlich höhere Ergebnisse als die 100 Prozent. 20-fache Beschleunigungen sind dabei keine Seltenheit.

Es folgt ein Test der Ein- und Ausgaberoutinen des GEM-DOS. Hier erreichen Sie extrem hohe Werte mit Floppy-Speedern und RAM-Disk.

Besonders behandelt das Programm die Bildschirmausgaberoutinen des Betriebssystems. Es überprüft die Zeichenausgabe, die Stringausgabe, die Scroll-Fähigkeit und zuletzt die GEM-Zeichenroutinen, mit denen der Atari auch Objekt-Bäume und Auswahlmenüs aufbaut.

Enorme Geschwindigkeitssteigerungen erreichen Sie dabei durch die Verwendung neuer Ausgaberoutinen, wie sie »Turbo ST« oder »Quick ST« bieten.

Im Hauptmenü können Sie sowohl das Disketten- oder Plattenlaufwerk wählen, das »Quick Index« testen soll, als auch die benutzte TOS-Version (1.0 oder 1.4) einstellen. Dabei ist die TOS-Version 1.2 (Blitter-TOS) absichtlich nicht aufgeführt. Dies liegt daran, daß Atari die für die Tests relevanten Routinen von der TOS-Version 1.0 (1986) im TOS 1.2 beibehalten hat.

»Quick Index« bietet alles, die Geschwindigkeiten von Hilfsprogrammen sowie Hardwarezusätzen zu vergleichen. Sie müssen sich nicht mehr auf die Angaben der Firmen verlassen; testen Sie einfach selbst.

Die neueste Version von »Quick Index« ist beim Autor als Shareware erhältlich. Dazu schicken Sie an die am Ende des Artikels aufgeführte Adresse 30 kanadische Dollar und einen adressierten Rückumschlag. Als Bonbon erhalten Sie auf der Diskette zudem noch weitere interessante Hilfsprogramme, wie den bereits erwähnten Ausgabebeschleuniger »Quick ST«, den Desktop-Modifizierer »Quick-Inf« und das Dateianzeige-Programm »QuickView« (ähnlich dem Programm »Guck«). Ansonsten finden Sie zum Antesten die in diesem Artikel vorgestellte Version 1.5 auch auf unserer Leser-Service-Diskette. (ba)

Darek Mihocka, P.O. Box 2624, Station B, Kitchener, Ontario, N2H 6N2, Canada

Quick Index nach einem Komplettcheck des Systems

Laurenz Prüßner
Aus: ST-Magazin 10 / 1989, Seite 72

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