CSF-Gehäuse: Endlich Ordnung auf dem Tisch

Falls Sie nicht zu den glücklichen Mega ST- oder 1040er-Besitzern zählen, hat Sie der Kabelsalat an der Rückseite Ihres treuen Computers bestimmt schon öfters verärgert. Der Umbau des ST in ein XT- oder AT-Gehäuse ist jedoch sehr zeitaufwendig und nur erfahrenen Bastlern zu empfehlen. Die Firma CSF aus Bielefeld bietet nun ein Aufbaugehäuse im standardmäßigen Atari-Grau zur Aufnahme von Tastatur, Monitor, Laufwerken und Netzteilen an.

Mit einem Format von 530 mm x 480 mm x 155 mm ist das Gehäuse bequem auf jedem Schreibtisch unterzubringen. Stabilitätsprobleme sind bei dem Gehäuse nicht zu befürchten, denn CSF verwendet als Material 1,5 mm starkes Stahlblech. Die einzelnen Teile sind im Baukastenprinzip konstruiert und durch Schweißpunkte miteinander verbunden. Die nach außen sichtbaren Kanten und Ecken bilden mit ihrer abgerundeten Form saubere Übergänge. Da das Gehäuse nur auf den Kanten der Seitenhälften aufhegt« läßt die Rutschfestigkeit sehr zu wünschen übrig. Im Preis von 148 Mark wäre die Entgrätung der nach unten stehenden Blechkanten sowie ein geeigneter Kantenschutz durchaus angebracht gewesen. Für Anwender, die teure Schreibtische besitzen, ist der Kauf von Kantenschutzern zur Schonung der Stellfläche unbedingt zu empfehlen. Insgesamt ist das Gehäuse aber, trotz kleiner Ärgernisse, gut konzipiert. Nach Gebrauch des Computers nimmt es die Tastatur komplett auf. So ist sie gut gegen Staub geschützt. Unangenehm fällt allerdings auf, daß Sie bei dieser Prozedur den Mausstecker abstecken müssen, da das Format des Gehäuses sehr genau an die Außenmaße des ST angepaßt ist. Eventuelle Einschübe in den ROM-Port sowie Joystick-Stecker und der bereits erwähnte Mausstecker müssen Sie beim Einschieben der Tastatur entfernen. Einige Zentimeter mehr Freiraum hätten dem Design bestimmt nicht geschadet.

Die beiden Laufwerkeinschübe sind in ihren Abmessungen (zweimal 163 mm x 48 mm) genau an die von Atari vertriebenen Laufwerke SF354 und SF314 angeglichen. Bei Verwendung anderer Laufwerke sind »Lüftungsschlitze« unvermeidbar. Steht nur ein Laufwerk zur Verfügung, so liegt dem Gehäuse eine Stahlblechblende bei, um die Öffnung für das Zweitlaufwerk zu verschließen Zur Führung der Diskettenlaufwerke dienen einfache fixe Blechstreifen. Da die Halterungen fest verschweißt sind, ergeben sich bei der Benutzung von Fremdlaufwerken mit Sicherheit Einbauprobleme.

Der Monitor findet auf der oberen Stellfläche des Gehäuses Platz, womit die ganze Einheit einen typischen PC-Touch bekommt. Abzuwarten bleibt, wie lang die sparsame Lackierung der rauhen Monitorunterseite standhält.

Die erforderlichen Netzteile lassen sich im hinteren Teil des Gehäuses unterbringen. Allerdings trafen die Entwickler keine Vorsorge für deren Fixierung. Zur nötigen Stromversorgung der Netzteile befindet sich an der Rückseite des Gehäuses eine handelsübliche Fünffach-Steckdosenleiste mit integriertem Netzschalter. Die gesamte Verkabelung zwischen ST und Peripherie erfolgt über diese Stromleiste. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie den Verbindungskabeln widmen, die über eine ungeschützte Blechkante laufen.

Die Firma CSF bietet mit ihrem Gehäuse handwerklich weniger begabten Anwendern eine kostengünstige Alternative zum Kompletteinbau von IST und Zusätzen. Doch obwohl dieses Produkt eine Marktlücke trifft, mußten wir einige Schönheitsfehler feststellen. (am)

CSF GmbH, Hecper Str. 106-108, 4800 Bielefeld 1

Wertung

Produktname: CSF-Gehäuse
Preis: 149 Mark
Hersteller: CSF GmbH

Stärken:

□ stabiles Blechgehäuse □ zentrale Stromversorgung □ nimmt das ganze System auf □ Staubschutz

Schwächen:

□ verkratzter Schreibtisch durch ungeschützte Blechkanten □ Lackierung nicht sehr kratzfest □ Gehäuseformat berücksichtigt Mausstecker nicht

Fazit: Zweckmäßiges Gehäuse für den Nicht-Bastler mit Schönheitsfehlern.


Hans Hoffmann
Aus: ST-Magazin 10 / 1988, Seite 47

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