CeBIT ’91: Computermesse in Hannover - Klein, stark, schwarz

Nein - die CeBIT, die weltgrößte Computermesse, war auch dieses Jahr wieder alles andere als klein oder schwarz. Dafür trumpfte Atari mit zwei brandheißen Neuheiten auf, auf die alle drei Eigenschaften in der Überschrift perfekt passen: ST Book, ein ST im Notebook-Format, und der tastaturlose ST Pad, den Sie per Stift bedienen.

Von Toni Schwaiger, Ulrich Hofner und Horst Brandl

HARDWARE

Atari

Atari selbst überraschte auf der diesjährigen CeBIT mit zwei heißen Hardware-Neuvorstellungen: »ST Book« und »ST Pad«. Die Namen will Atari noch ändern, doch die wichtigsten technischen Daten stehen bereits fest.

ST Book ist Ataris Antwort auf die sogenannten »Notebook-Computer, die derzeit im PC-Sektor boomen. Kleiner als herkömmliche Laptops (zum Beispiel Ataris »Stacy«) paßt ST Book problemlos in eine Aktentasche. Dennoch sind Tastatur und Bildschirm für vernünftiges Schreiben und Lesen ausreichend groß dimensioniert -im Gegensatz zum Portfolio.

Im aufklappbaren Gehäuse-Oberteil befindet sich das LC-Display, das mit einer Auflösung von 640 x 400 Punkten aufwartet. Geplant sind ST Book-Versionen ohne und mit (stromfressender) Hintergrundbeleuchtung. Das Gehäuse-Unterteil beherbergt Computer, Akku, Festplatte, Tastatur sowie das Joy-pad. Letzteres ist ein Maus-Ersatz (übrigens auch »Finger-Maus« genannt), der aus zwei Tasten und einer fingerkuppengroßen Mulde besteht und wie folgt funktioniert: Sie legen einen Finger in die Mulde und drücken diese in die Richtung, in die der Mauszeiger wandern soll. Je stärker Sie drücken, desto schneller bewegt sich der Zeiger (Prinzip der analogen Steuerung).

Der eigentliche Computer ist ein mit 8 MHz getakteter STE im Mini-Format, der in Versionen mit 1 oder 4 MByte RAM erhältlich sein wird. Von den STE-Fähigkeiten bekommen Sie allerdings nicht viel mit, da ST Book weder über Stereo-Tonausgänge noch über einen Monitor-Anschluß verfügt. Vorhanden sind dagegen der serielle RS-232-Port (9pin Sub-D), der parallele Drucker-Port (25pin Sub-D) sowie MIDI In/Out (Mini-DIN-Buchsen).

Viel Leistung auf kleinstem Raum: Leichtgewicht ST Book.
Im Detail: Tastatur (oben) und Schnittstellen (unten) des ST Book.

Dazu gesellen sich vier neue Schnittstellen: An den DMA-Port (28pin Micro-D) schließen Sie direkt ein externes 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk oder über einen Adapter auch Laserdrucker, Festplatten und dergleichen an. Über einen Universal-Port (20pin Micro-D) verbinden Sie externe Mäuse, eine numerische Zusatz-Tastatur oder Joysticks (per Adapter) mit ST Book. An dem ungepufferten Expansionsport (120pin Micro-D), der ähnlich dem internen Mega-Bus aufgebaut ist, finden Erweiterungen aller Art Anschluß. Atari will selbst ein paar Adapter für diesen Port anbieten - vor allem »Musik-Produkte«, heißt es. Wir vermuten, daß es sich dabei zum Beispiel um ROM-Port-»Emulatoren« mit mehreren umschaltbaren Steckplätzen zur Aufnahme von Kopierschutz-Steckern handelt. Abgerundet wird die Schnittstellen-Vielfalt durch einen internen Port, in den sich Modem- und FAX-Karten einstecken lassen. Eine Mo-dem/FAX-Karte von Atari ist bereits in Entwicklung, allerdings dürfte die Postzulassung viel Zeit verschlingen.

Die eingebaute Festplatte (Diskettenlaufwerke gibt's nur extern) im 2,5-Zoll-Format weist eine mittlere Zugriffszeit von respektablen 19 Millisekunden auf und wird mit Kapazitäten von 20 bis 100 MByte verfügbar sein.

Der austauschbare Akku-Pack sorgt für eine Betriebsdauer von fünf bis zehn Stunden. Während eines Akku-Wechsels puffert eine Lithium-Batterie die RAM-Daten. Der Akku wird - auch im laufenden Computer - dank Delta-V-Technik in 2,5 Stunden ohne Schaden für die NiCad-Zellen geladen. Bemerkenswert ist, daß der Akku den RAM-Inhalt über mehrere Monate hinweg puffert. Sie finden sich also nach dem Einschalten des ST Book genau dort im Computer wieder, wo Sie beim Ausschalten waren. Diese Eigenschaft und die beachtliche Betriebsdauer erreichte Atari durch neue RAMs und Spezialchips sowie durch Betriebssystem-Modifikationen, welche die Festplatte stoppen oder den Prozessor verlangsamen, wenn diese nicht gebraucht werden. Außerdem sind Uhr-, Wecker-, Kalender- und Kommunikations-Programme integriert.

Noch im Sommer dieses Jahres soll ST Book, in dem eine zwölfmonatige Entwicklungszeit steckt, im Handel sein. Als voraussichtlicher Preis werden 2000 Dollar für die Basis-Version (1 MByte RAM, 20 MByte Festplatte) genannt. Die Abmessungen betragen 30 x 21 Zentimeter, das Gewicht liegt bei rund einem Kilogramm.

Nicht minder gespannt darf man auf ST Pad sein, das voraussichtlich erst 1992 die Regale der Computerhändler füllen und rund 1500 Dollar kosten wird. Das DIN A4-Blatt große, 3,5 Zentimeter hohe und 1,5 Kilogramm leichte Kästchen basiert auf der gleichen Hardware wie ST Book. Allerdings fehlen die Festplatte, der interne Modem-Port, das Joypad (die Finger-Maus) sowie die Tastatur.

Anstelle der Festplatte treten zwei Steckplätze (86pin JEIDA) für sogenannte »Silicon-Drives«. Dies sind Steckkarten mit bis zu 4 MByte ROM (für Anwender-Programme) oder batteriegepuffertes RAM (zur Datensicherung/-austausch). Dadurch steigt die Betriebsdauer des ST Pad auf 10 bis 20 Stunden an. Die Akku-Packs sind identisch mit denen des ST Book. Die fehlende Festplatte erlaubt auch den Betrieb des Gerätes beim Transport (unter den Arm geklemmt) oder an erschütterungsfreudigen Orten.

Prominenten-Präsentation: Leonard Tramiel bei der »Arbeit« mit ST Pad

An ST Pad können Sie Mega STE/TT-kompatible Tastaturen anschließen. Doch das eigentliche Eingabemedium ist ein Stift mit zwei Druckknöpfen. Berühren Sie mit dem Stift den eingebauten Flüssigkristall-Bildschirm, bewegt sich der Mauszeiger sofort an die angetippte Stelle. Die Stifttasten funktionieren wie die Maustasten. Auf diese Art und Weise bedienen Sie nicht nur den Desktop oder zeichnen Bilder, Sie können damit auch Texte eingeben. Im Betriebssystem ist bereits die dafür notwendige Software integriert. Diese auf neuronalen Netzen basierende Software erkennt jede Handschrift und ist lernfähig, liest also mit der Zeit immer besser.

Um die Position des Stiftes zu erkennen, ist der Bildschirm mit einer Indium-Zinn-Oxyd-Auflage (ITO; Indium-Tin-Oxyde) beschichtet, die kratzfest und transparent ist sowie horizontal wie vertikal eine 12 Bit-Auflösung garantiert.

Der PTM 144 ist ein speziell für den TT entwickelter Monochrom-Monitor (weiße Beschichtung), der die fünf niedrigauflösenden Grafikmodi darstellen kann. Liefertermin und Preis standen zur Messe noch nicht fest.

Liebling, ich hab' das CD-ROM geschrumpft: Mit dem im Vergleich zum Vorgänger platzsparenderen und optisch aufpolierten CDAR 505 will Atari dem eingeschlafenen CD-ROM-Markt neues Leben einhauchen. Das neue CDAR-Laufwerk stellt pro CD rund 500 MByte Daten bereit oder spielt wahlweise auch Musik-CDs. Durch ASCI- und SCSI-Schnittstellen ist es sowohl an den ST als auch an den TT anschließbar.

Der Ladenpreis soll unter 700 Mark liegen.

Gadgets by Small

Dave Small, bekannt durch den Macintosh-Emulator »Spectre GCR«, wartete mit zwei bemerkenswerten Neuheiten auf: 68030 SST heißt sein Hardware-Beschleuniger-Board, das auf einem 68030-Prozessor von Motorola basiert. Zu der CPU, die mit 16, 33 oder mehr Megahertz läuft, gesellen sich 4 oder 8 MByte 32 Bit-RAM in Form von SIMM-Karten. Auch an einem Steckplatz für den Mathe-Coprozessor 68881/2 wurde nicht gespart. Das Board, das in verschiedenen Konfigurationen erhältlich ist, kostet mit dem 16 MHz 68030 (ohne RAM und Coprozessor) 799 Dollar, mit einem 33 MHz 68030, 68882 und 4 MByte RAM 1399 Dollar.

MegaTalk ist speziell für die Zusammenarbeit mit dem Spectre GCR-Emula-tor gedacht und zaubert AppleTalk- und SCSI-Schnittstellen an die Rückseite eines Mega ST.

Emulator und MegaTalk zusammen erlauben damit die Ansteuerung von SCSI-Scannern, SCSI-CD-ROMs oder dem LaserWriter II. Ohne Emulator erweitert MegaTalk den ST um zwei serielle Hochgeschwindigkeits-Ports (bis zu 921000 Baud) und eine SCSI-Schnittstelle. MegaTalk kostet 299,95 Dollar.

Links: Ideal für Spectre GCR: SCSI und AppleTalk für Mega STs. Rechts: 68030 SST: bis zu 8 MByte 32 Bit-RAM und 68030/68882-Power.

Maxon

PixelWonder heißt die wundersame ST-Grafikerweiterung, die erhöhte Grafik-Auflösungen auf dem SM 124-Monitor und zudem höhere Bildwiederholfrequenzen und Zeilenverdopplung (bei den Farbmodi) auf Multisync-Monitoren bietet. Auf dem SM 124 sind bis zu 768 x 528 Pixel, auf Multi-sync-Monitoren bis zu 832 x 624 Pixel darstellbar. Die Bildwiederholrate kann bis zu 94 Hertz betragen. Bei Programmen, die nicht in höheren Auflösungen laufen, schaltet PixelWonder automatisch in die Standard-Betriebsart zurück. Der Preis für die abschaltbare und frei konfigurierbare Grafikpolitur beträgt erfreulich niedrige 148 Mark.

Der SCSI-Hostadapter MSA erlaubt den Anschluß von bis zu vier SCSI-Geräten und bietet einen Hardware-Schreibschutz. Das Fertiggerät kostet 259 Mark, der Bausatz 149 Mark.

ELV

Videobilder mit ST-Computergrafik mischt das ELV-Genlock. Am Genlock stellen Sie ein, welche Farbe (weiß/rot/grün/blau/schwarz) der ST-Grafik es durch das Videobild ersetzen soll. An den STE oder Mega STE ist das Genlock extern anschließbar, bei den anderen ST-Modellen müssen Sie einen 19,95 Mark teuren Adapter-Sockel ein bauen. Das Gen lock-Fertiggerät kostet komplett mit einem Färb-/ Helligkeits- und Kontrast-Prozessor 996 Mark. In der Bausatz-Version kommen beide Geräte zusammen auf rund 500 Mark.

Das ELV-Genlock (oben) mit Videobild-Korrekturgerät (unten)

OverScan

Die durch ihre Grafikerweiterung »AutoSwitch OverScan« bekannte Firma zeigte neben einem 98 Mark teuren, automatisch umschaltenden HD-Modul drei Neuheiten rund um den Grafikbereich. Das Genlock GST 40e (699 Mark) ersetzt alle schwarzen Stellen in farbigen ST/STE-Grafiken durch ein Videobild.

Die 849 Mark teure Grafikkarte Reflex 1024 für den Mega ST erlaubt mit dem AutoSwitch-Treiber die gleichzeitige Nutzung von zwei Monitoren. Je nach Monitor-Typ sind bis zu 1024 x 1024 Pixel darstellbar (1024 x 592 auf dem SM 124).

Ein monochromer 15 Zoll-Multisync-Monitor für Ganzseitendarstellung ist der Qume CrystalScreen 885. Durch das Hochformat ist er prädestiniert für Textverarbeitung, CAD und DTP. Zusammen mit der Reflex-Grafikkarte kostet er 1998 Mark und gibt 800 x 1025 Pixel wieder.

Ataris neues CD-Laufwerk ist in Design und Technik überarbeitet

ICD

Neben zahlreichen Preissenkungen überraschte der Hostadapter-Profi durch die Anpassung seiner Festplatten-Treibersoftware an den TT. Die Software ist rund 2,5mal schneller als der original Atari-Treiber. Sie läuft allerdings nur, wenn Sie zusätzlich zur TT-internen Festplatte ein Gerät (Fest-/ Wechselplatte, Streamer etc.) mit ICD-H ostadapter angeschlossen haben.

Matrix

Der Hersteller zahlreicher ST-Grafikkarten hat sich jetzt auch auf den Mega STE und TT eingeschossen. Drei Grafik-Controller sind zum direkten Anschluß an den VME-Bus bestimmt und finden im Computer-Gehäuse Platz. MatGraph COCO (Color Controller) bietet eine Auflösung von 800 x 600 Pixel bei 256 Farben (aus einer Palette von 262144 Farbtönen) und 1024 x 768 Pixel in 16 Farben auf Multisync-Monitoren oder 720 x 512 Pixel in 256 Farben auf dem Atari-TT- Farbmonitor. MatGraph MOCO (Monochrom Controller/ ECL) stellt 1280 x 960 Pixel mit 66 oder 75 Hertz dar. Eine Aufrüstung auf 1664 x 1200 Pixel bei 60 Hertz ist für 200 Mark erhältlich. Mat-Graph MICO (Mixed Controller) vereint die Leistung beider Grafikkarten. Die Preise: MOCO kostet 1498 Mark, COCO 1798 Mark und MICO 2198 Mark.

Wer eine der anderen Matrix-Grafikkarten am TT betreiben will, kann für 444 Mark eine Adapterbox kaufen, die unter dem Computer Platz findet. Die Box wird an den VME-Bus angeschlossen und nimmt die Grafikkarten auf, die ursprünglich für den Mega-Bus gedacht waren.

Mit dem 199 Mark teuren Monitor-Umschalter wechseln Sie bequem und ohne Qualitätsverlust zwischen VGA (Farbmonitor) und HiRes Monochrom (Großbildschirm; TTM 194 oder Eizo 6500).

Nachbrenner für Mega STE und TT Matrix' MICO-Grafikkarte

Rhothron

Das E-Labor ist ein Multifunktionsinterface für die ST-Modelle bis hin zum Mega STE und TT, das Ihren Computer in ein Speicheroszilloskop, ein Multimeter, einen Logik-Analysator, einen Frequenzzähler, einen Funktionsgenerator, einen Relais-Schalter, einen PID-Regler oder eine Referenzspannungs-Quelle verwandelt. Im Lieferumfang sind 3 MByte Programme enthalten. E-Labor Basis kostet 498 Mark, E-Labor Plus im Gehäuse mit allen Buchsen und Netzteil 998 Mark. Rhothron bietet zudem einige Erweiterungen an.

Richter

Am Stand von Richter-Distributor konnte man die Grafikkarte Chili der Schweizer Marvin AG in Aktion bewundern. Chili ist in Kürze auch in einer preiswerten Version ohne Spezialeffekte erhältlich -wir berichten. Im Scannerbereich bietet Richter nun auch den 800 dpi-Handyscanner von Morstek zum Anschluß an den ST an.

Vortex

ATonce Plus, der neue AT-Emulator für den ST, arbeitet nun mit 16 MHz Taktfrequenz. Der Norton Sl-Faktor beträgt stolze 8,0.

Sack Elektronik

Hans Jörg Sack, der Entwickler des PC/AT-Speed, führte auf dem Stand des Heim Verlags den neuen AT-Speed CI 6 vor. Auch dieser Emulator ist mit 16 MHz getaktet.

Seikosha

Eine echte Weltneuheit stellt der LT-20 dar. Dieser portable 24-Nadel-Drucker ist so klein, daß er einem Laptop sogar während des Drückens als Standplatz dient.

Noch nicht im Handel: der monochrome VGA-Monitor für den TT.

SOFTWARE

Atari

Ab Ende April soll eine UNIX-Entwicklungsumgebung für den TT zum Preis von etwa 1600 Dollar ausgeliefert werden. Basierend auf UNIX System V Rel. 4.0 bietet das Atari-UNIX eine auf XWindows und OSF/Motiv aufbauende grafische Benutzeroberfläche. An Softwaretools liefert Atari GNU C, C++ und XFaceMaker 2. Der TT als UNIX-Workstation mit einer 200 MByte-Festplatte und dem Großbildschirm TTM 194 soll etwa 4500 Dollar kosten.

Atari-Prominenz auf der Pressekonferenz: ein gutgelaunter Sam Tramiel...
.. Hardware-Entwicklungs-chef Richard Miller ...
... Bill Rehbock, Director Technical Services
... sowie Alwin Stumpf mit Finanzchef Augie Ligouri.

3K-ComputerBild

PHASE-4 heißt das neue Multimedia-System für den ST und TT, das erstmals in Hannover zu sehen war. Phase-4 besteht aus vier unabhängigen Segmenten, die sich auch als selbständige Programme einsetzen lassen. Zu sehen waren auf dem Atari-Stand Chronos, der KeyFrame-Animator, und Prism Paint, das Illustrations-Programm. Angekündigt: Rosetta 3D, das Dateiformate von einem Cut- und Animations-System in andere konvertiert, und Prism Render, das aus Wireframes fotorealistische Filme erzeugt.

Application Systems

Neben der leistungsstarken Datenbank Phoenix präsentierten die Heidelberger mit Piccolo ein 99 Mark teures Grafikprogramm, das als Accessory arbeitet.

Begemann & Niemeyer

Deutlich komfortabler als der Vorgänger zeigt sich Riemann II. Mit der neuen Benutzeroberfläche geben Sie mathematische Formeln problemlos ein. Der ST oder TT nimmt Ihnen dabei alle mathematischen Arbeiten ab. Riemann II kostet 298 Mark. Studenten erhalten das Programm für 218 Mark.

Biodata

Am Stand war eindrucksvoll zu sehen, daß der ST/TT durchaus netzwerkfähig ist. Gezeigt wurde das Accessory X-Windows, das einen ST/TT in einen X-Window Display-Server verwandelt. Dabei unterstützt das Accessory auch Großbildschirme.

CCD

An Modulen für Tempus Word waren das Korrektur-Modul sowie der Bild- und Datenbank-Konverter in neuer Version zu sehen. Als Zusatz zum 649 Mark teuren Tempus Word kündigte CCD einen Konverter für Signum-Dokumente an.

Compo

Großes Besucher-Interesse erregte Vernissage. Mit diesem Zeichenprogramm bewältigen Sie alles, wozu Sie sonst Stift, Pinsel oder die Sprühdose benötigen.

CRP-Koruk

Das CAD-Programm DynaCADD war mit deutschem Handbuch zu sehen. DynaCADD besitzt nun auch einen Digitalisier-Modus, in dem der Anwender Grafiken oder Logos bequem mit der Digitalisierlupe oder dem -Stift in die Zeichnung übernimmt.

DynaCADD ST/TT kostet 2623 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer. Eine Menüfolie zu DynaCADD ist im A3-Format inklusive Software und Bedienungsanleitung für 280 Mark, im A4-Format für 190 Mark (ebenfalls zuzüglich Mehrwertsteuer) zu beziehen.

Drews

DFU-Interessierte konnten die neue Version 4.0 des BTX/VTX-Managers bewundern. Das voll in GEM eingebundene Programm verfügt über eine Postzulassung. Die Heyes-Version kostet 149 Mark. Mit einem BTX-Interface zum Anschluß an ein Postmodem verlangt Drews 229 Mark.

Logilex

Die Firma führte neue Anwendungen für die Expertensystem-Shell 1st Card vor: Der gesamte Text des Einigungs-Vertrags ist für 98 Mark und die Bibel für 48 Mark erhältlich. Juristische Beratung finden Mieter und Vermieter bei Kündigungen und dergleichen mit der 1st Card-Applikation »Jurex Miete«. Mit einem Verkaufspreis von 1490 Mark ist diese Anwendung eher für Mieterverbände und Anwaltskanzleien interessant.

Omikron

Die Gameslib, eine neue Bibliothek zu Omikron-Basic, kostet 99 Mark und stellt alles zur Verfügung, was Sie zur Umsetzung Ihrer Ideen in spannende Spiele brauchen.

Thomas Praefke

Bei Dipl.-Ing. Praefke war das Platinen-Layoutprogramm PCB-Layout zu sehen, das je nach Lieferumfang zwischen 199,50 und 1498 Mark kostet. Auch Chemograph-plus, ein Programm für 799 Mark zum Zeichnen von chemischen Strukturformeln, wurde vorgeführt. Für 999 Mark liefert Praefke Chemograph-plus auch mit einem 3D-Teil.

Shift

Begeistert waren die Messebesucher von der neuen Textverarbeitung Cypress, die 298 Mark kosten wird. Für Juni kündigt Shift einen neuen, leistungsfähigen Resource-Editor zum Preis von 98 Mark für den ST/TT an.

Technobox

Die leistungsfähige TT-Version von Technobox CAD/2 nutzt die Hardware des TT voll aus und ist daher bis zu achtmal schneller als die ST-Version.

TmS

Das Bildverarbeitungsprogramm Cranach Studio kostet 1498 Mark und TmS Vektor in der Version 3.0 598 Mark. Beide Programme im Paket sind für 1990 Mark erhältlich.

Victor

1st-Base ist eine neue Dateiverwaltung für den ST. Das 248 Mark teure Accessory soll in puncto Geschwindigkeit Ist Address in nichts nachstehen.

Weide

Mit der Cirrus-Serie steigt der Hardware-Spezialist nun in die Software-Entwicklung ein. Die ersten Programme wurden in Hannover mit »Handel Direkt« und »Adress Direkt« einem breiten Publikum vorgestellt.

Data Becker

ST Collection, das »teuflisch gute« Text-Utility kostet 69 Mark und soll ab Mai lieferbar sein.

FSE

Neben den neuen Gehäusen für Platten, die am TT zum Einsatz kommen, zeigte die Firma auch eine 400 MByte Festplatte von Quantum.

Trillian

Ab sofort ist die Version 1.6 der Schrifterkennung Augur verfügbar. Das 120 Mark teure Utility Scantool konvertiert Halbton- in Grautonbilder.

Maxon

PAMs MultiGEM verhilft dem ST zu Multitasking-Qualitäten. Auch war die überarbeitete und stark erweiterte Version 2.0 von Harlekin, dem Multi-Tool, zu sehen.

Innovation ist wieder Trumpf

ST-Book, einer der kleinsten Notebook-Computer, und ST-Pad, ein Pen-Based-Computer, sind erste Anzeichen von Ataris zurückgekehrter Innovationsbereitschaft.

Erster Abend auf der CeBIT. Die Presse trifft sich mit den Atari-Verantwortlichen im Hotel Maritim. Nach kurzer Vorstellung der Teilnehmer durch den Presseverantwortlichen Harald Weiß geht Alwin Stumpf, weltweit für Marketing und Vertrieb zuständig, zum Rednerpult und erläutert die Lage: »1990 war kein befriedigendes Jahr für Atari«. Gegenüber dem letzten Jahr machte die deutsche Niederlassung zwar wieder Plus, trotzdem blieb man hinter den Erwartungen.

Die Umsätze liegen gleich denen des letzten Jahres. Der Nettogewinn beläuft sich auf 1,2 Millionen Mark nach Steuern (vor Steuern 2,0 Millionen).

Laut Alwin Stumpf entfallen 80 Prozent des Umsatzes auf den ST. Positiv bezeichnete er die Markteinführung des TT mit rund 2500 verkauften Geräten bis Februar. Gute Auftragseingänge verzeichnete man bei TT und STE, wobei sich der STE besonders positiv entwickelt.

Im MS-DOS-Bereich reduzierte Atari die Bemühungen, da damit »kein Geld mehr zu verdienen ist. Hausmarken sind das Problem.« Ataris »kleines PC-Geschäft«, der Verkauf des Portfolio, läuft dagegen reibungslos mit 5000 bis 6000 Stück monatlich.

Ataris Aktivitäten in den neuen Bundesländern laufen gut. Zur Zeit weist das Händlerverzeichnis etwa 60 Verkaufsstellen aus. Im Lauf dieses Jahres sollen sie bis auf 100 wachsen. Eine Renaissance erleben 8 Bit-Computer. Den Schwerpunkt bildet aber der 1040 STE.

Erfreulich entwickelten sich die Zahlen in den Benelux-Ländern, die Umsätze verdoppelten sich. Deutliche Steigerungen weisen auch Frankreich und England auf.

Nach Alwin Stumpf trat President Sam Tramiel vor die Presse. Ungern, wie es schien, denn er erläuterte die Zahlen der Atari Corporation im Eilzugtempo. Greg Pratt, im letzten Jahr auf der CeBIT noch für die Finanzen verantwortlich, avancierte im Oktober '90 zum Verantwortlichen für das Sorgenkind, den nordamerikanischen Markt.

Der Gesamtumsatz beläuft sich auf 411,5 Mio Dollar. Die weltweiten Verkäufe reduzierten sich laut Sam Tramiel um 3 Prozent. Den Gewinn gab er mit 14,9 Mio vor Steuern an und einen Nettogewinn von 8,8 Mio Dollar. Angesichts der Golfkrise sank der Umsatz im vierten Quartal um 11 Prozent gegenüber dem des Vorjahres.

Ganz zum Schluß schob er nach, daß Atari Aktien aus dem freien Handel zurückkaufte. Wer gibt schon gerne zu, die Firma bei der Börse stützen zu müssen.

Als einträchtiges Paar präsentierten sich diesmal Leonard Tramiel und Richard Miller, zuständig für Soft- und Hardware-Entwicklung. Sie teilten sich auf dieser Pressekonferenz nicht nur ein Mikrofon, sondern auch des anderen Meinung.

Leonard Tramiel erläuterte kurz die Neuerungen des FSM-GDOS. Dieses neue GDOS bietet der Atari-Welt, auf was die gesamte Computerwelt schon lange wartet: eine auflösungsunabhängige Ausgabe auch von Fonts. Aber nicht nur die Funktionen stellt Atari zur Verfügung, sondern bietet bald auch eine umfangreiche Fontpalette an. Tests einer kursierenden Betaversion rangen selbst dem GDOS-Profi Arnd Beissner von Sei Lab und Vektor-Guru Wolfgang Kreidl von 3K-ComputerBild Lob ab.

Ende April gab Atari als Auslieferungstermin für das UNIX zum TT an. Kenner zweifeln diesen Termin an, war doch selbst während der Messe das UNIX noch nicht zu sehen. Beabsichtigt ist ein System 5 Version 4.0, mit einer auf OSF/ Motiv (Version 1.1) basierenden grafischen Benutzerschnittstelle unter XWindow. Für Entwickler bietet Atari die Programmiersprachen C und C++.

Über die LAN-Software zum TT und STE informierte uns Bill Reh-bock, Director of Technical Services: »Sie macht gute Fortschritte, problematisch ist noch die Interruptsteuerung zwischen TT und STE. Auf dem TT läuft sie zur Zeit etwa viermal schneller als auf dem STE. Aber sie wird sehr gut.« Leonard Tramiel über die Multitaskingfähigkeiten des neuen Betriebssystems und der Benutzeroberfläche: »Daß wir es auf der Atari-Messe schon der Öffentlichkeit präsentieren können, glaube ich nicht.« Wie uns mitgeteilt wurde, existiert eine Liste von rund 90 Programmen, die kompatibel zu diesem neuen, wesentlich verbesserten TOS sein sollen. Kontrovers diskutierten Leonard Tramiel, Bill Rehbock und Horst Brandl von TOS nach dem offiziellen Teil, ob man wirklich so viele Programme berücksichtigen muß und sich deshalb unnötig Restriktionen auferlegt. Unsere Meinung: Besser wenige Programme laufen sofort damit, aber die Entwickler bekommen frühzeitig detaillierte und gut aufbereitete Informationen, um die Software anzupassen.


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