Atari-Mekka am Rhein: 4. Atari-Messe 1990 in Düsseldorf

Vom 24. bis 26. August findet in Düsseldorf die vierte Atari-Messe statt. TOS hat sich für Sie informiert und verrät Ihnen schon jetzt, mit welchen Neuheiten die Aussteller in diesem Jahr aufwarten.

Am letzten August-Wochenende ist Düsseldorf wieder Anziehungspunkt Nummer eins für die Atari-Fangemeinde. Laut Atari Deutschland haben sich knapp 200 Aussteller angesagt, um auf ca. 20000 qm in den Hallen 11 und 12 ihre aktuellen Produkte und Neuheiten vorzustellen. Wir erkundigten uns für Sie schon vorab bei den Ausstellern, mit welchen Überraschungen sie auf der weltgrößten Atari-Messe aufwarten.

Beachten Sie auch unsere kleine Übersicht über das diesjährige Rahmenprogramm mit Foren und Diskussionspodien auf Seite 16. Nun aber zu den Neuheiten der Aussteller:

Novoplan-Software stellt die erweiterte Euroversion der Finanzbuchhaltung »fibuMAN« vor. Weiterhin dürfen Sie eine neue Version von »fibuSTAT« erwarten, die mit dreidimensionalen Demonstrationsgrafiken und einer Funktion zur Grafikübernahme in andere Programme aufwartet.

Video-Digitiser, HD-Laufwerke mit 1,4 MByte Speicherkapazität, neue Calamus-Zeichensätze, PC-Speed-Einbauhilfen und ein praktisches Laserdruckerinterface gibt's am Doppelstand des PD-Pool und der Take-20-Händler zu sehen. Erstmals vorgestellt wird die 17 Disketten umfassende Grafiksammlung »Brainstorm-4«.

ST-Profi-Partner präsentiert erstmalig ein in Zusammenarbeit mit der Firma Uecker erarbeitetes neues Public-Domain-Konzept. Hierbei handelt es sich um PD-Programme mit beiliegendem Handbuch. Die Version 1.65 des Statistikprogramms »ProSTatist« verfügt über einen neuen Eingabeeditor, vergleichbar mit einer Tabellenkalkulation. Außerdem wächst die Type-Collection-Fontserie für »Calamus« zur Messe auf 100 Zeichensatz-Familien an.

3K-Computerbild stellt auf der Atari-Messe zum ersten Mal offiziell die Professional-Version des digitalen Reprostudios »Retouche« vor. Die Besucher erleben das Programm u. a. im Einsatz mit den Epson-Scannern GT-4000und GT-6000.

Das »BioNet«-Netzwerk der Firma Biodata erhält jetzt auch einen Server unter UNIX. Außerdem können Sie die Nodes jetzt auch auf dem Apple Macintosh betreiben.

Calamus geht in die nächste Runde: Auf der Messe zeigt DMC das fertige Färb- und Modultechnikunterstützende Calamus SL.

CCD stellt die langersehnte Version 1.0 von »Tempus Word« vor. Diese erste offizielle Version der Textverarbeitung wird ab Mitte Augustausgeliefert. Auch der Texteditor »Tempus« ist überarbeitet: Tempus 1.10 unterstützt nun Großbildschirme. Den verbesserten Disketteneditor »Diskus« gibt es ebenfalls zu sehen.

Die Firma Maxon zeigt ihre neuen Beschleunigerkarten. »MACH 16« ist eine Kombination aus einer 16 MHz schnellen 68000-CPU, 68881-Coprozessor und 16 KByte Cache. Sie bringt einen Geschwindigkeitszuwachs von bis zu 160 Prozent. Noch mehr Leistung, nämlich bis zu 360 Prozent, bietet das »68020-Board«: Es verfügt über einen 68020-Prozessor sowie 32 KByte Cache.

Auf dem Stand von TmS gibt es erstmals »Cranach Studio« zu sehen. Diese erweiterte Version des bekannten »Cranach« verarbeitet auch Vektoren. Außerdem ist das Programm in Farbe lauffähig und verfügt dort über umfangreiche Animationsfunktionen. »Vektor 2.5« bringt auch dem normalen Cranach die Vektorbearbeitung bei. Neu ist auch »Datan«, ein Programm zur Darstellung von Messdaten.

Borland stellt neben den bereits bekannten Produkten den »Turbo-C 2.0 Debugger« vor. Das langerwartete »Turbo C++« läuft vorerst nur auf den MS-DOS-Rechnern.

Computerware hat den deutschen Vertrieb sämtlicher Migraph-Produkte übernommen. Auf ihrem Stand gibt es »EasyDraw« in der Professional-Version 3.0 zu sehen. Passend dazu erscheint »Easy-Tools«, das EasyDraw-Zeichnungen nachbearbeitet. Zu sehen sind auch neue GDOS-Treiber, die z. B. die Ansteuerung eines HP-Desk-jet-Lasers ermöglichen. »Touch-Up« nennt sich ein Scannersystem mit Software. Außerdem wird die Textverarbeitung »Wordflair« von Blue Chip auf dem Stand von Computerware gezeigt, ebenso wie die Version 3.0 von »Neodesk«.

Victor stellt den Nachfolger zu »1st Address« erstmals der Öffentlichkeit vor: »1ST Base« heißt die Datenbank, die mit einer Basic-ähnlichem Programmiersprache ausgestattet ist. 1ST Base hält alle Daten gleichzeitig im Speicher und ist auch als Accessory lauffähig. Kosten soll das Programm voraussichtlich etwa 200 Mark.

Vor zwei Jahren wurde die erste Vorversion vorgestellt, jetzt ist die Software fertig: »Calligrapher« ist eine Mischung aus Text- und Grafiksystem. Ähnlichkeiten mit »Signum« sind dabei unverkennbar. Computer Mai übernimmt den deutschen Vertrieb.

Das Statistikprogramm »Prostatist« wird in der neuen Version 1.65 vorgestellt, die jetzt über einen neuen Eingabeeditor verfügt

Eickmann Computer präsentiert neue SCSI-Festplatten. Dazu gibt es auch die neueste Version der Treibersoftware »HDPlus«, die nun erweiterte Fähigkeiten wie Passwort- und Schreibschutz bietet.

Weide demonstriert ihr Netzwerk-System »Trans-Net-2«, das auf Transputerbasis aufgebaut ist. Dank eines integrierten Cache-Speichers ist es besonders schnell. Außerdem wird eine Transputer-Kopplung vorgestellt, die diese schnellen Computer mit dem ST verbindet. An Software gibt es »Flash-Access« zu sehen, einen Datenbankkern, der in mehreren Produkten eingesetzt wird.

Advanced Applications und Compo schicken sich an, den Datenbankmarkt gehörig in Bewegung zu versetzen. Unter dem vorläufigen Projektnamen »IDA« läuft eine relationale Datenbank, die sich als direkte Konkurrenz zu Adimens ST sieht. Fünf mal schnellere Geschwindigkeit gegenüber dem Vorbild, Grafikeinbindung und Multitasking sind die Leistungsmerkmale von IDA. Doch auch ADI-Software bleibt nicht untätig und stellt »Adimens ST« in der neuen Version 3.1 vor. Sie erlaubt das Einbinden von Grafiken sowie eine komfortablere Suche nach Datensätzen. Ebenfalls zu sehen ist »AdiDOC«, ein Text-Retrieval-System zur Verwaltung von Dokumenten jeder Art.

Die Stars auf dem Stand von Compuware sind die STs der »Compu-Tower-Line«. Sie verfügen über Festplatten bis 200 MByte, 44 MByte Wechselplatten, 1,44-MByte-HD-Laufwerke, Streamer, eingebaute MS-DOS-Emulatoren, 16-MHz-Boards und verschiedene Grafikkarten. Aus den Komponenten lassen sich individuelle Konfigurationen zusammen stellen. Daneben stellt Compuware diverse neue Utilities für Harddisks und Scanner vor.

Bei FSE gibt es neue Festplatten zu bewundern, die durch ihre extrem niedrigeBauhöhe von nur einem Zoll auffallen. Die SCSI-Laufwerke sind erhältlich mit 50 sowie mit 105 MByte Speicherkapazität.

Das letzte August-Wochenende ist in Düsseldorf Anziehungspunkt Nummer Eins für alle Atari-Fans« Die knapp 200 Aussteller sind für die rund 50000 erwarteten Besucher gerüstet.

SSD-Software zeigt die neueste Ausgabe von »Writer ST«. Die Version 1.5 der Textverarbeitung bietet u. a. eine verbesserte Benutzerführung sowie eine Anpassung für den Atari Großbildschirm.

Lighthouse präsentiert den »Tower Plus«, der einen ST samt kompletter Peripherie aufnimmt. Daneben ist ein 3,5-Zoll-Laufwerk sowie ein Monitorschwenkarm neu im Programm.

Viel neues gibt es bei Galactic: »Sample Wizard STE« ist ein Soundsampler, der den Stereosound des Atari STE ausnutzt. Zusätzlich verfügt das Programm über eine MIDI-Ansteuerung. Daneben gibt es einen neuen Videomodulator sowie einen Echtzeit-Graustufendigitizer. An Software zeigt Galactic ein Forthsystem sowie den Programmeditor »EDWIN«.Zur Erholung bietet sich danach eine Runde »Starnet« an, ein komplexes Weltraumstrategiespiel.

Der ABAC München präsentiert eine Vorabversion von »dBMAN VI« Diese ist erstmals vollständig in eine grafische Benutzeroberfläche integriert. Das dBMAN-Cockpit »ISI-Interpreter« wurde ebenfalls überarbeitet.

Der »Tower-Plus« von Lighthouse nimmt einen ST mit kompletter Peripherie auf

Auf dem Stand der Firma Shift stellen die Autoren »ConVektor« der Öffentlichkeit vor. ConVektor wandelt für »Arabesque« Rastergrafiken in Vektoren um. Ebenfalls neu ist »CyPress«, eine Textverarbeitung mit Proportional- und Druckerfonts, Grafikeinbindung und integriertem Korrektursystem.

IBP stellt ein Digitalmultimeter für den Portfolio vor, das komplett mit Software geliefert wird. Daneben zeigt IBP einige Verbesserungen beim 190ST-System.

Omikron konzentriert sich auf ihr neues Datenbanksystem »Easybase«, einige Erweiterungen stehen im Vordergrund. Für das bekannte Basic bietet Omikron eine Games-Library an, die dem Programmierer beim Entwickeln von Spielen unter die Arme greift. Ebenfalls neu ist ein Rechtschreibprüfer, der bereits während dem Tippen arbeitet und in allen Programmen ersetzbar ist. Ob Omikron ein Basic für den Atari TT zeigt, stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest.

Trifolium zeigt die neueste Version des »Rhythm-Crack«, eines Sequenzer, mit dem Sie auf einfache Weise Schlagzeugrhythmen programmieren. Gespannt darf man auf das erweiterte »Analyse One« sein, einen Realtime-Terzbandanalyser, den Sie auch zur Analyse von klanglichen Ereignissen nutzen dürfen.

Karstein Datentechnik setzt auf »SPS_ST« in der Version 2.0. Dieses Entwicklungssystem für speicherprogrammierbare Steuerungen besteht aus einem AWL-Editor, Compiler, Disassembler, Interpreter und einem CAD-Teil.

Freunde der Astrologie sollten sich auf dem Stand von Biosystems umsehen: »Astro Plus« heißt der Nachfolger des »Programm des Lebens«. Der neue Sternendeuter enthält einige bisher wenig bekannte Berechnungsalgorithmen.

Bei Ciechowski Computer Innovations gibt es die aktuelle Version von »CIS-Lohn & Gehalt« zu sehen. Außerdem wird das Multi-Accessory »CISystem« in der vorläufig letzten Überarbeitung erwartet.

Gespannt darf man auch auf die Neuheiten aus dem Hause Atari sein. Die Raunheimer Firma hielt sich mit Vorankündigungen sehr zurück. Auf jeden Fall gibt's die komplette Atari-Produktpalette vom Portfolio über die MS-DOS-Computer bis hin zur ST/STE-Reihe zu sehen. Auch die Spielekonsole Lynx, deren Preis übrigens von 479 Mark auf 399 Mark herabgesetzt wurde, steht im Mittelpunkt. Den TT will Atari sowohl unter TOS wie auch unter UNIX im Einsatz zeigen. Die Neuheiten zum TT entnehmen Sie dem Interview mit Dr. Hans Riedl, Leiter des Software Support der Atari Deutschland GmbH auf der nächsten Seite.

(Marc Kowalsky/tb)


Marc Kowalsky
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