15. Büro- und Computermesse: Kopierer und Computer

Vom 25. bis 28. April öffnete das Münchner Messegelände zum 15. Mal die Tore für große und kleine »Bürokraten«. Obwohl auf der Büro und Computer '90 längst nicht das Gedränge der CeBIT herrschte, konnten sich die Aussteller über mangelndes Interesse an ihren Produkten nicht beklagen. Büroeinrichtung gab es in allen nur denkbaren Stilrichtungen zu sehen. Ob man sich für den bewährten Leder-Chefsessel, die steckbare Schreibtischkombination oder für das Designermöbel im futuristischen Dreieck-Look entscheidet, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks - und der Brieftasche.

Wie zu erwarten war, geben in den Büros nach wie vor PCs den Ton an. ST-Interessierte trafen sich am Stand von Ludwig-Computer. Wer noch keinen ST in seinem Arbeitszimmer stehen hat, dem war die Skepsis gegenüber Ataris Zugpferd deutlich anzumerken. Beispielsweise ließ sich ein Besucher von einem Mitarbeiter der Firma DMC das DTP-Programm »Calamus« vorführen. Obwohl von der Leistungsfähigkeit der Software überzeugt, blieb die Unsicherheit gegenüber dem Computer: »Aber kann ich das System denn wirklich professionell einsetzen? Ein Händler hat mir erzählt, der Atari ST eignet sich nur zum Spielen.« DMC zeigte Calamus auf einem Großbildschirm. Bavaria-Soft führte die brandneue Version 3.0 des integrierten Softwarepakets »BS-Handel« vor. Die neue Version läßt sich komplett über die Tastatur bedienen. Der Datenzugriff wurde um den Faktor 3 beschleunigt. Das Programm erkennt bis zu vier Mahnstufen automatisch und versieht sie mit einem entsprechenden Formular. Der Anwender kann bei einzelnen Rechnungen Mahnungen sperren. Für unterschiedliche Benutzerberechtigungen sorgt ein komplett neues Passwortsystem. BS-Handel/3 kostet 698 Mark. Auf der Büro und Computer '90 lief das Programm übrigens auf einem Atari TT.

Frank Wolter demonstrierte die Funktionen des Schrifterkennungsprogramms »Sherlook«. Wer sich weniger für Schreiben, sondern mehr für Grafik interessiert, erlebte die Professional-Version des Zeichenprogramms »Megapaint II« von Tommy-Software im Einsatz. Zu den wichtigsten Features der Professional-Version gehört der integrierte Vektor-Zeichenteil. Das Laden und Speichern von Calamus-Vektorgrafiken stellt für das Programm kein Problem mehr dar. Die Finanzbuchhaltung T.I.M. der Firma C.A.S.H. GmbH lief auf der Messe diesmal nicht auf dem Atari, sondern auf dem Apple Macintosh.

ST-Interessierte trafen sich bei Ludwig-Computer

Wer seiner ST-Anlage ein neues Gehäuse verpassen will und sich nicht für einen der zahlreichen Tower entscheiden kann, dem bietet die Firma RA-Produkts mit ihrer kompakten »RA-Box« eine weitere Alternative an. Der im dezenten Schwarz gehaltene »Würfel« birgt die mit dem Kunden abgesprochene Ausstattung. In das Gehäuse passen u.a. ein 3 1/2-Zoll-Laufwerk, ein Zweitlaufwerk, eine Wechselplatte, ein bis zwei Festplatten und Zusatzkarten wie Hypercache oder PC-Speed. Serienmäßig baut RA-Produkts eine Einschaltverzögerung bei Festplattenbetrieb und ein gepuffertes Laser-druckerinterface ein. Dadurch arbeitet das System auch bei ausgeschaltetem Laserdrucker einwandfrei. Außerdem werden Monitor und Tastatur ebenfalls in Schwarz umlackiert. Der Preis hängt von der enthaltenen Ausstattung ab. Auf der Messe war noch ein Prototyp zu sehen. Die ersten Seriengeräte sollen Ende Juni 1990 fertiggestellt sein.

Bavaria-Soft GmbH, Otto—Hahn—Str. 25,8012 Ottobrunn, Tel. 089/6097838

DMC, Schöne Aussicht 41,6229 Walluf, Tel. 06123/71250 RA-Produkts, Franz—Schubert—Str. 8 8047 Karlsfeld, Tel. 08131/98675

Tommy-Software, Selchower Str 32,1000 Berlin 44, Tel. 030/6214060


Thomas Bosch
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