Komprimierunqsproqramm ZOO: Eine Lanze für ZOO

Auch wenn ZOO in puncto Geschwindigkeit und Packrate nicht immer Spitze ist, hat dieser Packer unbestreitbare Vorzüge.

Unser Packervergleichstest der vorletzten Ausgabe richtete sich an den »Normalverbraucher«, der Texte oder speicherhungrige Bilddaten ohne großen Zeitaufwand archivieren will [1]. Vor allem für Programmierer, die darüber hinaus noch mit unterschiedlichen Rechnerplattformen und Betriebssystemen konfrontiert sind, bietet ZOO einige Vorteile.

ZOO ist das einzige Komprimierungsprogramm, das auf so gut wie jedem Rechnersystem existiert. Das liegt nicht zuletzt daran, daß der Quelltext frei kopierbar ist und komplett in der Programmiersprache C verfaßt wurde. Der LHarc-Quelltext ist zwar auch frei kopierbar, jedoch sind viele Teile in undokumentierten Assembler geschrieben. Wäre LHarc ebenfalls komplett in C verfaßt worden, so dürfte es in der Geschwindigkeit keine großen Unterschiede mehr geben. Darüber hinaus muß man bei ZOO die Versionen 2.01 und 2.1 unterscheiden: ZOO 2.1 verfügt über eine »High-Compression«-Option, die bei der Packrate ähnlich gute Ergebnisse erzielt wie LHarc 2.01. Kein Wunder, denn beide Programme verwenden an dieser Stelle den gleichen Algorithmus. Dabei sollte auch erwähnt werden, daß der von Thomas Quester portierte LHarc 2.01 z. Zt. nicht alle Unix-Archive auspacken kann. Was bezüglich der Portabilität für LHarc gilt, läßt sich in gleicher Weise auch auf ZIP übertragen, wobei man aber hinzufügen muß, daß hier der Programmcode sogar geschützt ist.

Auch bietet ZOO einige Möglichkeiten, die man in anderen Programmen vermißt. Dazu gehört neben den fast schon obligatorischen Kommentaren, die LHarc übrigens nicht kennt, u. a. die Möglichkeit verschiedene Generationen einer Datei in einem Archiv zu halten, was für die Programmentwicklung sehr nützlich ist. Außerdem liegt ZOO ein Tool namens »FIZ« bei, mit dem man beschädigte Archive reparieren kann, was ein Plus für die Datensicherheit ist. Ein weiterer Vorteil von ZOO liegt darin, daß es die zu packenden Dateinamen auch über »stdin« einlesen kann. Somit ist es möglich, diese — z. B. in Verbindung mit dem Commandline-Tool »find« — über eine Pipe anzugeben.

Noch ohne Paßwort

Verzichten muß man z. Z. noch auf die Kodierung von Daten, was momentan nur ZIP 2.0 und ARC 6.02 beherrschen. Weiterhin benötigt man außerdem noch das eben erwähnte »find«, um mit dem von Gereon Steffens portierten ZOO 2.1 Ordnerstrukturen rekursiv packen zu können. Die neue ZIP-Version war zum Vergleichstest leider noch nicht verfügbar. Auch diese Version bietet neue Komprimierungsalgorithmen, die in einigen Punkten sogar LHarc 2.01 übertreffen. Bei ZIP sollte man allerdings nicht verschweigen, daß sich im Komprimierungsteil noch einige Fehler verstecken, die besonders bei großen Dateien auf-treten können. Auch enthält die Benutzeroberfläche noch einige Fehler, die u. a. auch zu Abstürzen führen. Beispiel: Der Versuch eine verschlüsselte Datei anzuzeigen, ohne vorher das Paßwort eingegeben zu haben, führt zum Absturz.

Platzmangel

Auch bei LHarc 2.01 ist in einigen Fällen Vorsicht geboten und zwar genau dann, wenn beim Bearbeiten eines Archives nicht genügend Platz auf der entsprechenden Partition vorhanden ist. LHarc fängt diesen Fehler nicht immer korrekt ab und in Verbindung mit einem GEMDOS-Bug können u. U. Teile der FAT überschrieben werden, was Datenverlust einer ganzen Partition bedeutet.

Die Unterschiede in der Archivlänge zwischen LHarc 2.01 und ZOO 2.1 sind in den zusätzlichen Informationen, die der ZOO zu jeder Datei anlegt, zu suchen, (thl)

[1] ST-Magazin 11/1992, 52f


Oliver Scheel



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