AtariEuroDevCon'92 - Tagesordnungspunkt: Details

Atari lud wichtige Entwickler Ende Juni zur »AtariEuroDevCon« ein. Die Entwicklerkonferenz zum »Falcon 030« bot interessante Neuigkeiten.

Genau acht Wochen vor der mit Spannung erwarteten Atari-Messe rief Atari zum »AtariEuro-DevCon’92« nach London. Das Treffen im Hotel »Penta« am Flughafen Heathrow war von Atari UK hervorragend vorbereitet worden. Teilnehmer waren Hard- und Softwareentwickler aus ganz Europa, Vertreter der europäischen Atari-Niederlassungen, sowie einige Atari-Entwickler von der anderen Seite des Atlantiks.

Viele Gäste waren bereits am Vortag angereist. Nachdem die Fernsehübertragung des enttäuschenden Europameisterschaftsfinales überstanden war, konnten in der Hotelbar schon die ersten Gespräche geführt werden — unter anderem mit dem aus Kanada eingeflogenen MiNT-Entwickler Eric Smith (der sich trotz Zeitverschiebung und fortgeschrittener Stunde tapfer auf den Beinen hielt).

Am Samstagvormittag begann dann der offizielle Teil, der — im Gegensatz zu den einschlägigen Veranstaltungen während der CeBIT — dieses Mal tatsächlich technische Details zur neuen Atari-Hardware bringen sollte. Atari Sunnyvale selbst hatte Sam Tramiel, Bill Rehbock (Director of Application Software), Richard Miller (Vice President Research and Development) und John Scruch (Director of Entertainment Software Development) geschickt.

Themen des Tages waren die Markteinführung des Falcon 030 (der definitiv zur Atari-Messe erhältlich sein soll), technische Details zu Sound, Grafik, DSP-Programmierung und Erweiterungsmöglichkeiten sowie Informationen über neue MultiTOS-Releases. Nicht von ungefähr sprach John Scruch auch speziell von der Entwicklung neuer Spiele für den Falcon — schließlich sieht Atari das neue Gerät ja speziell als Consumerprodukt, mit dem der Massenmarkt zurückerobert werden soll. Tatsächlich waren nicht wenige der Gäste englische Spieleentwickler, die hier die technischen Möglichkeiten der neuen Hardware ausloteten. Einer von ihnen: Jeff Minter (»Revenge of the Mutant Camels«, »Llamatron«), der dem Vernehmen nach bereits an speziell für den Falcon entworfenen Spielen bastelt.

Auch die Entwickler selbst waren beteiligt: einige demonstrierten Projekte, die z. Zt. in Zusammenarbeit mit Atari entwickelt werden, andere hatten schon die ersten Demos mitgebracht, die auf eigenen Entwicklermaschinen entstanden waren.

Am Ende des Tages konnte jeder Konferenzteilnehmer eine neue Test version von MultiTOS sowie gedruckte Dokumentation zur Hardware und Software des Falcon 030 mitnehmen. Mit den endgültigen Einzelheiten will Atari die Fachwelt auf der Atari-Messe überraschen.

Den Abschluß bildete ein langer Diskussionsabend, wie er während Messen leider nur zu selten zustande kommt. Fazit: weiter so! Es wäre auch schön, wenn ähnliche Konferenzen auch in Deutschland (und dann vielleicht mit einer größeren Betonung der Systemsoftware) stattfanden. (uw)

R. Miller und K. Isakovic (Overscan) fachsimpeln

Jeff Minter, bekannt durch »Attack of the Mutant Camels«


Julian F. Reschke



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