Broadband STE

Edward Baiz beschreibt, wie er seine Ataris in ein Ethernet-Netzwerk eingebunden hat.

Mit MagiCNet bzw. MiNTNet wurde bereits der Hades060 und ein PC mit dem Internet verbunden - über Ethernet und per Kabelmodem und Router. Neben dem Hades steht aber noch ein STE, der mit 4 MB ausgestattet ist. Dieser sollte als Backupsystem benutzt werden, um etwa E-Mails abzuholen, wenn der Hades ausfällt. Die Daten können dann einfach von der STE-Festplatte auf den Hades und von dort aus auf CD kopiert werden.

Im STE sind 4 MB verbaut und am Computer angeschlossen ist einer der neueren Atari-Monitore. Die Maus ist nicht von Atari, sondern eine PC-Maus, die ein komfortableres Arbeitsgefühl bietet. Das Gehäuse unter dem Tisch, das wie ein kleiner Tower ausschaut, ist in Wirklichkeit ein Desktop-Gehäuse, in dem eine Festplatte, CD-ROM, zwei 3,5" Laufwerke und das 520 ST Netzteil untergebracht sind. Ursprünglich waren zwei 3,5" Laufwerke und ein 5,25" Laufwerk eingebaut. Damals waren letztere noch eine Notwendigkeit für den Speicheraustausch mit PC-Benutzern. Stattdessen befindet sich dort jetzt eine SCSI-Festplatte.

Es handelt sich also nicht um einen Standard-STE, aber sicherlich haben viele, die ihren Atari schon lange haben, ihren Rechner stark aufgerüstet - und alternative Gehäuse waren schließlich eine ganze Zeit lang populär.

Als der Hades an Ethernet angeschlossen werden sollte, wurden zuerst viele Artikel im Internet gelesen, die beschreiben, wie ein ST an ein Ethernet-System angeschlossen wird. Die passende Hardware war das EtherNEC von Lyndon Amsdon. Sein Produkt enthielt eine NE2000-Karte, die kompatibel mit dem ISA-Bus ist, einen EtherNEC-Adapter, der die Verbindung vom ISA-Bus zum STE über den ROM-Port ermöglichte. Passende Treiber für MagiCNet, MiNTNet und STinG waren dabei. Der Preis von 70 bis 80 Dollar waren angemessen und das Gerät lässt sich leicht an den ST anschliessen.

Das EtherNEC befindet sich bei der Benutzung normalerweise auf der Seite.

Wie erwähnt, kommt das EtherNEC mit passenden Treibern. Hier wird die Installation des STinG-Treibers für den ROM-Port beschrieben.

Der STE läuft nicht unter MagiC, MiNT oder Geneva, da dies bisher unnötig war. Als erstes muss daher STinG installiert werden. Auf dem Hades war noch eine Version 1.26, die direkt kopiert wurde. Als erstes wurden die beiden Dateien STING.PRG und STING.INF in den Auto-Ordner kopiert. Von den drei CPX-Dateien wird für das EtherNEC nur STNGPORT.CPX benötigt.

Danach wird ein "STING"-Ordner auf Laufwerk C angelegt. Diese STinG-Treiber wurden in den Ordner kopiert:

Außerdem wurde der EtherNEC-Treiber ENEC.STX in den STING-Ordner verfrachtet. Der Treiber benutzt den ROM-Port. Die letzten beiden Dateien sind DEFAULT.CFG und ROUTE.TAB. Damit wäre die Dateiinstallation abgeschlossen. Als nächstes müssen die beiden letztgenannten Dateien bearbeitet werden.

Zuerst die CFG-Datei. Die meisten Werte müssen nicht verändert werden und sind nur für Experten gedacht (MSS, RCV_WND, ICMP_AD...). Da die vollen 4 MB RAM im STE sind, konnte aber zumindest der ALLOCHEM-Wert modifiziert werden. Der eingetragene Provider heisst Comcast, der, hier in Deutschland nicht gebräuchliche, Kabelmodems benutzt. Der Wert für DOMAIN ist also "comcast".

Der USERNAME muss geändert werden. Meine E-Mail-Adresse ist edbaizjr@comcast.net, also wurde dort "edbaizjr" eingetragen. Der HOSTNAME ist "comcast.net". Der FULLNAME (volle Name) ist "Edward S. Baiz Jr.". Danach kommt der NAMESERVER. Dies ist die IP-Adresse des Routers. Selbsterklärend sollten die Werte für EMAIL, SMTP_HOST, POP_HOST, POP_USERNAME und POP_PASSWORD sein.

Danach kommt die ROUTE.TAB dran. Wenn Sie die Datei öffnen, sind unten eine Reihe von Zahlen mit dem Wort "Modem 1" in einer Zeile zu sehen. Am Anfang steht eine Erklärung zu den Einträgen in der Zeile. Es wird die Gateway-IP-Adresse, die Subnet-Maske und der Port verlangt. Hier wurde als Gateway 192.168.1.1, als Subnet 255.255.255.0 und als Port "Ethernet" eingetragen. Die Zahlen müssen eingegeben werden, aber Sie dürfen auf keinen Fall die Anzahl der Leerzeichen zwischen jeder Gruppe in der Zeile verändern, da STinG hier sehr pingelig ist. Öffnen Sie das STinG-Verbindungsprogramm. Klicken Sie auf "Tools" und dann auf "Routing Table". Wenn nichts auf dem Bildschirm erscheint, wurden die Zahlen falsch eingegeben oder die Leerzeichen zwischen den Gruppen wurden geändert.

Aus Erfahrungsberichten anderer ergeben sich zwei Zeilen in der ROUTE.TAB. Diese funktionierten zum Beispiel prima:

#0.0.0.0         0.0.0.0         EtherNet        192.168.1.1
#192.168.1.1 255.255.255.0 EtherNet 0.0.0.0

Beim Überprüfen mit dem STinG-Verbindungsprogramm sah es so aus: Beachten Sie die zweite Zeile: obwohl dort 192.168.1.1 steht, kam 192.168.1.0 heraus. Eine Adresse, die mit 0 endet, ist eine Netzwerkadresse und steht mehr für das Netzwerk an sich statt dem speziellen Rechner.

Zu guter Letzt werden ein paar Änderungen mit dem STNGPORT.CPX vorgenommen. Dieser Teil ist sehr einfach. Öffnen Sie im Kontrollfeld die CPX-Datei. Klicken Sie auf "Adressing" und dann auf "EtherNet". Dies sollte dann so aussehen:

Wie Sie sehen können, muss die IP-Adresse des Atari-Computers eingetragen werden, mit dem Sie arbeiten. Daher musste erst der Router für den STE konfiguriert werden. Die Subnet-Maske dürfte für die meisten "255.255.255.0" betragen.

Schließlich wird noch die Checkbox "Active" aktiviert. Die Änderungen werden nun gespeichert.

Verbindung

Der nächste offensichtliche Schritt ist die Verbindung des EtherNEC mit dem ROM-Port des Computers. Der Computer sollte dabei ausgeschaltet sein. Beim Anschalten sollte auf der Rückseite des EtherNEC eine gelbe Lampe aufleuchten, die anzeigt, dass das Gerät Strom bekommt.

Für einen letzten Test öffnen Sie wieder das Kontrollfeld STNGPORT.CPX. Klicken Sie auf "General" und dann auf "EtherNet". Nun verbinden Sie das Cat-5-Kabel, so wie auf dem Bild. Wenn Sie eine Ethernet-Verbindung haben, sollte das grüne Licht aufleuchten. Wenn noch weitere Computer im LAN sind, sollte die STE-Ethernetverbindung getestet werden. Mit dem STinG-Verbindungsprogramm wählen Sie unter Tools das Ping-Utility. Tippen Sie die IP-Adresse eines Computers in Ihrem LAN ein und dann sollte der Datenfluss angezeigt werden. Ein anderes Test-Programm wäre ein Internet-Browser wie HighWire.

Abschluss

Hoffentlich hilft dieser Artikel, manche Ethernet-Fragen zu klären. Die Installation erforderte etwa 30 Minuten und sollte auf jedem Atari mit ROM-Port funktionieren. Carey Christenson hat die Hardware erfolgreich auf dem Falcon mit STinG getestet. Sollten noch Fragen vorhanden sein, kontaktieren Sie mich oder Lyndon.

MyAtari magazine - Feature #6, October 2003


Matthias Jaap (Übersetzung)


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