STiK2: Aus alt mach neu

STiK war zuerst da. Dann kam STinG. Und nun kommt wieder STiK? Ist die Verwirrung im Internet-Lager komplett? Benjamin Kirchheim weiß mehr.

Mit STiK2 reiht sich ein weiteres Programm in die vielen Internet-Stacks ein. Doch keine Angst, STiK2 ist kompatibel zu STiK und STinG...

Geschichte

Vor einigen Jahren wurde von einem internationalen Programmiererteam STiK entwickelt, um auch dem Atari Zugang zum Internet zu ermöglichen. Damals wurden noch andere, langsamere und unkomfortablere Protokolle wie etwa SLIP verwendet. Irgendwann setzte sich jedoch das PPP-Protokoll durch, sodass mit STiK kein Internetzugang mehr möglich war. STiK sollte weiterentwickelt werden, jedoch konnten sich die Programmierer nicht auf ein einheitliches Konzept einigen, sodass STiK (zumindest offiziell) nicht weiterentwickelt wurde. Daraufhin schuf Peter Rottengatter (einer der STiK-Programmierer) STinG, das seinen Vorstellungen entsprach und mit einem modularen Konzept und der Unterstützung von PPP und der PAP-Authentifizierung sowie weiteren Netzwerkfunktionen überzeugte.

Vor kurzem kam dann die Überraschung. Eine neue Version von STiK wurde im Internet veröffentlicht: STiK2. STiK2 ist wie StinG voll kompatibel zum alten STiK, was bedeutet, dass alle bekannten Programme weiter lauffähig sind, wozu u.a. CAB, MyMail, aFTP, aMail, AtarICQ, AtarIRC und viele andere gehören. Übrigens hat auch Peter Rottengatter hat übrigens an STiK2 mitgewirkt.

STiK soll keine Konkurrenz zu STinG darstellen oder es ablösen, es ist vielmehr eine Alternative. Der Benutzer entscheidet, was ihm besser gefällt. STiK2 hat dabei nicht die ganze Funktionalität von STinG mitbekommen. So wurde z. B. auf die Möglichkeit der Verbindung von Ataris innerhalb eines Netzwerks verzichtet, was STinG ja unterstützt. Dafür ist STiK2 etwas einfacher zu installieren/konfigurieren und bietet vor allem einen moderneren Dialer - doch dazu später mehr.

Lieferumfang

Auf der Webseite von STiK2 (siehe unten) sind die nötigen Archive zu finden. Benötigt werden das „STiK2 Full package“ sowie das „Qdialer Full package“ und ggf. die Binary-Updates dazu, falls Sie selbst Veränderungen am Quellcode vornehmen möchten. Weiterhin gibt es ein paar Extra-Tools, die aber nicht unbedingt benötigt werden und hier daher nicht weiter besprochen werden sollen.

Übrigens finden Sie auf unserer Spezialdiskette von diesem Monat eine Komplettversion der Zugangssoftware.

Installation

Die Archive sollten erst einmal in ein eigenes Verzeichnis entpackt werden. Jegliche Komponenten von einer eventuell vorhandenen STiK- oder STinG-Installation müssen deaktiviert werden. Benennen Sie dazu im Auto-Ordner die CPXe und eventuell den Dialer um. STiK2 ist zwar weitgehend kompatibel, aber dennoch oder gerade deshalb laufen die Programme nicht gemischt.

Die mitgelieferten Textdateien sollten aufmerksam durchgelesen werden. Sie sind leider komplett in englischer Sprache gehalten. Im Zuge dieses Artikels wird die Installation zwar mit allen wichtigen Variablen beschrieben, aber wir können keine Garantie für die Richtigkeit übernehmen - besonders wenn die Version, die hier beschrieben ist, vielleicht schon durch eine neue ersetzt wurde. Hier wird die Installation von STiK2 vom 23.9.2000 beschrieben, der Qdialer trägt die Versionsnummer 0.40.

Als erstes wird stik.prg in den Auto-Ordner kopiert, und zwar möglichst weit hinten, aber auf jeden Fall nach dem Schnittstellentreiber HSMODEM. Bei N.AES 2.0 sollte stik.prg nach MiNT im Auto-Ordner liegen. Mit Tools wie Dirsort oder Autosort lassen sich die Programme im Auto-Ordner übrigens einfach sortieren. Bei MagiC muss ggf. stik.prg in die autoexec.bat eingetragen werden. Danach wird auf der Bootpartition (also zumeist C:) ein Ordner Namens stik_cfg angelegt, STiK sucht dort seine Konfigurationsdateien. Alternativ kann im Auto-Ordner eine Textdatei namens „stik_dir.dat“ angelegt werden, in der der Pfad für den Konfigurations-Ordner angegeben ist (z.B. D:\STIKDIR). In diesen Ordner werden die Beispiel-Konfigurations-Dateien (default.cfg und ppp.scr) kopiert, die dann an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Alternativ können die Dateien auch neu angelegt und dann mit Variablen gefüllt werden.

Der Qdialer dient dazu, die Internetverbindung aufzubauen. Er wird entweder aus einem beliebigen Verzeichnis vom Desktop oder als .ACC vom Bootlaufwerk gestartet. Die Installation als ACC empfiehlt sich, wenn man öfter im Internet ist oder Benutzer von einem Single-TOS-System ist. Hierfür sind nur der Qdialer selbst (qdialer.prg oder qdialer.acc) sowie die qdial.rsc nötig. Mitgeliefert wird eine farbige und eine schwarzweiße Datei, die jeweils entsprechend umbenannt und installiert werden.

Damit ist die Installation fast fertig, fehlen nur noch die Konfigurationsdateien:

Konfiguration

In der default.cfg werden einige wichtige Werte gesetzt und durch Variablen in den *.scr-Dateien ergänzt. Der Qdialer liest die *.scr-Dateien aus und ergänzt bzw. überschreibt so die Werte der default.cfg. Alle möglichen Variablen sind in Tabelle 1 beschrieben. Im Internet halten wir für Sie ein Dial-Skript mit den Variablen für den Call-by-Call-Provider Arcor bereit, den jeder Anwender ohne Anmeldung benutzen kann. Über diesen können Sie sich erst einmal einwählen und dann ggf. einen günstigeren Provider mit den nötigen Zugangsdaten im Internet suchen. Auskunft geben auch diverse Computerzeitschriften wie die c't oder andere, in denen Tabellen mit Providern zum Vergleich abgedruckt sind.

Abbildung 1: Das Dialer Hauptfenster. Von hier aus können Internetverbindungen auf- und abgebaut sowie einige Parameter abgefragt bzw. konfiguriert werden.
Abbildung 2: Hier kann die aktuelle IP-Adresse Ihres Rechners abgelesen werden.
Abbildung 3: Dieses Fenster bietet Informationen über Schnittstellenparameter, Online-Zeit und gesendete bzw. empfangene Datenmenge.
Links: Bild 4 / Oben: Bild 5

Erster Start

Am besten starten Sie ihren Rechner jetzt neu, damit STiK2 ordnungsgemäß geladen wird. Starten sie danach den Qdialer, sehen Sie ein Fenster wie in Bild 1. Im oberen Teil des Fensters sind 5 Piktogramme zu sehen, die beim Anklicken folgendes ergeben: Das erste Icon von links öffnet sich übliche Info-Fenster mit der Versionsnummer und dem Copyright-Hinweis der STiK-Version. Ein Klick auf das zweite Icon von links gibt Informationen über den Speicherverbrauch preis. Hinter dem mittleren Icon verbirgt sich die aktuelle IP-Adresse des Rechners (siehe Bild 2), die entweder fest vorgegeben ist oder beim Verbindungsaufbau dynamisch vergeben wurde. Diese kann auch hier geändert werden (nur im OFFLINE-Status). Das vierte Piktogramm von links informiert über die aktuellen Port-Daten (siehe Bild 3), also z.B. die verwendete Schnittstelle, die eingestellte Geschwindigkeit in Baud, die Online-Zeit und die Menge der gesendeten bzw. empfangenen Daten. Mit einem Klick auf das rechte Icon öffnet sich ein kleiner Konfigurations-Dialog (siehe Bild 4), hier können einige wenige Einstellungen vorgenommen und gespeichert werden.

Unterhalb der Icons befinden sich vier Buttons. Die oberen beiden sind nicht aktiv, und deren Text gibt lediglich Auskunft über die verwendete Schnittstelle (hier soll wohl später die Schnittstelle auch ausgewählt werden können) und den Online-Status. Der dritte Button von oben ist schon viel wichtiger, denn hier kann das Dial-Skript gewechselt werden um einen anderen Provider anzuwählen oder andere Parameter zu setzen. Klickt man im Konfigurationsdialog (siehe Bild 4) auf „Save Preferences..." wird auch das aktuelle Dial-Skript als Defaultskript mitgespeichert, sodass dies beim nächsten Start des Dialers nicht mehr ausgewählt werden muss - sehr praktisch, denn dieses Verfahren macht die Variable DIALFILE in der default.cfg überflüssig. Mit einem Klick auf den untersten Button kann die Internetverbindung auf- und abgebaut werden.

Der Verbindungsaufbau mit dem Dialer besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil wird das Modem initialisiert, die Gegenstelle angewählt und die Verbindung zur Gegenstelle hergestellt. Im zweiten Teil loggt sich der Dialer bzw. STiK in den angewählten Computer ein. Dies beinhaltet das Übermitteln eines Benutzernamens und eines Passwortes, das Auswählen eines Protokolls und die Übermittlung der Internetadressen etc. für die Zeit der Internet-Session.

Der Verbindungsaufbau wird in einem Log-Fenster dokumentiert (siehe Bild 5). Konnte die Verbindung erfolgreich hergestellt werden, brauchen Sie nur noch Ihre weitere Internetsoftware zu starten und können nun fröhlich mit AtarIRC chatten (z.B. Mittwoch abends ab 21 Uhr im Channel #atari.de mit vielen anderen Atarianern) oder mit CAB im Web surfen.

netset.com/~baldrick/stik2.html

Tabelle 1: STiK-Konfigurationsvariablen

Stand: 23.09.2000

Dies ist eine Liste von Variablen, die STiK oder andere Programme beutzen. Möglicherweise gibt es noch mehr Variablen, die hier nicht aufgeführt sind. Bis zu 100 Variablen können in STiK gespeichert werden. Die Variablennamen sind nicht Case-sensitiv, können also groß oder klein geschrieben werden. Einige Werte können allerdings Case-sensitiv sein, das hängt von der Verwendung ab.

Das verwendete Format in Konfig-Dateien oder Dial-Skripten:

Variablenname = Variablenwert

Nicht existierende Variablen sind standardmäßig 0 bzw. FALSE.
Variablen ohne "= Variablenwert" werden auf ON gesetzt.
Variablen ohne "Variablenwert" werden auf 0 gesetzt.

TRUE und ON haben die gleiche Bedeutung wie 1
FALSE und OFF haben die gleiche Bedeutung wie 0

Variablen, die in der default.cfg gesetzt werden, können vom Dial-Skript überschrieben werden.

Zeilen, die nicht mit einem Buchstaben (a-z) anfangen, werden ignoriert.

Part 1. STiK-Variablen

ALLOCMEM

Kann nur in der default.cfg gesetzt werden.

Reservierter Speicher. Er ist für den gesamten internen TCP-Speicher bis auf die Speicherung der Konfig-Datei zuständig. Dies beinhaltet alle input queues, output queues, DNS-Cache etc. Er muß groß genug sein, um zu reichen - und besser noch ein bißchen größer.
Defaultwert ist 75000 Bytes.

CDVALID

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Setzen Sie diese Variable auf FALSE, wenn Ihr Modem den Carrier-Detect nicht richtig unterstützt oder wenn Sie kein Modem benutzen (wie etwa bei einem Nullmodemkabel).

CLIENT_IP

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Wenn Sie eine eigene, feste IP-Adresse haben, setzen Sie sie hier, ansonsten wird der Wert beim Provider-Login überschrieben.

Die Schreibweise ist "dotted decimal" (123.123.123.123).

Eine IP ist nötig, um Ihren Computer im Internet eindeutig identifizieren zu können, damit die angeforderten Pakete und Daten auch wirklich bei Ihnen ankommen. Normalerweise wird die IP beim Providerlogin dynamisch zugewiesen - bei jeder Internetsession haben Sie eine andere Adresse.

DIALFILE

Kann nur in der default.cfg gesetzt werden.

Standard Dial-Skript. Wird nur benötigt, wenn der Dialer es nicht erlaubt, das bevorzugte Skript zu speichern. Ansonsten schadet das Setzen der Variable aber auch nicht.

FULLNAME

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Wird nicht mehr von STiK verwendet, allerdings möglicherweise von Clients für eMail oder News etc. Es ist einfach der Name, unter dem man Sie erkennen soll. Unwichtig, wenn es Sie nicht interessiert.

HOSTNAME

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Der Hostname für Ihren Computer. Es wird bei der Erstellung von Default eMail-Adressen und bei identd-Services benutzt. Wenn der Wert nicht gesetzt ist, können bei einigen Servern die identd-Services nicht funktionieren.

USERNAME

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Wird für Verschiedenes benutzt.

Kann für standard Mailadressen verwendet werden.
Wird in Identd-Services benutzt.
Wird in der PAP-Verbindung benutzt, wenn PAP_ID nicht gesetzt ist.
Ein Wert für diese Variable ich wichtig, es geht aber auch ohne.

PAP_ID

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

PAP_ID ersetzt den USERNAME auf Systemen, wo PAP ID nicht dem Usernamen für den eMail-Service entspricht. Wenn USERNAME und eMail-USERNAME übereinstimmen, muss PAP_ID nicht gesetzt werden. Wenn PAP nicht als Protokoll benutzt wird, muß diese Variable auch nicht gesetzt werden.

PASSWORD

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Passwort für die PAP-Authentifizierung, muß gesetzt werden, wenn PAP benutzt wird.

PROTOCOL

Muss momentan in der default.cfg festgelegt werden.

Das Protokoll für den Verbindungsaufbau bzw. die Identifizierung beim Provider, heutzutage meistens PPP (meist zusammen mit der PAP-Authentifizierung).

Werte:

0 = Slip
1 = CSLIP
2 = PPP

NAMESERVER

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Mit dem Domain Name Server (DNS) werden alle URLs in IP-Adressen umgewandelt (z.B. www.meinhost.de in 122.233.123.64). Dieser Wert muss gesetzt werden, da sonst die meisten Clients nicht richtig funktionieren werden.

MTU

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Maximum Transfer Unit - Nicht wichtig für eine PPP-Session, es sei denn, am anderen Ende der Leitung sitzt veraltete Technik/Software.
Das PPP-Protokoll setzt diesen Wert normalerweise. Vorsichtshalber setzt STiK einen Standardwert von 1500.

PING_TTL

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

PING Time To Live - Wieviele Hops ein PING-Paket überlebt. Variable für Experten, STiK setzt einen sinnvollen Standardwert, wenn nicht gesetzt.

TTL

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Time To Live - Wie viele Hops ein Paket machen darf, bevor es vom Netzwerk gelöscht wird. Bei zu vielen Hops arbeitet die Verbindung nicht mehr zufriedenstellend. Bei Verbindungsproblemen könnte es helfen, diese Variable zu setzen. Variable für Experten, STiK setzt einen sinnvollen Standardwert, wenn nicht gesetzt.

RCV_WND

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

ReCeiVe WiNDow - Die Größe des Buffers für empfangene Pakete bei einer Verbindung. Variable für Experten, STiK setzt einen sinnvollen Standardwert, wenn nicht gesetzt.

REPORT

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Gibt Debugging-Informationen auf dem Bildschirm aus. Auf einem Prozessor < 68030 (z.B. bei einem normalen ST) führen die vielen Ausgaben zu einem Systemstillstand.

Werte:

0 - OFF keine Debuggingausgaben
1 - ON Debuggingausgaben auf dem Bildschirm

Standardwert ist OFF.

SERIALPORT

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Legt die serielle Schnittstelle fest, an der das Modem angeschlossen ist.

Mit dem Programm „listport.tos“ können die verfügbaren seriellen Schnittstellen der Maschine ausgegeben werden.

Dies sind meistens:
Serial 1
Serial 2
Modem 1
Modem 2

Wenn die Variable nicht gesetzt wird, verwendet STiK den ersten Port, der von listport.tos ausgegeben wird. Ggf. muß diese Variable also nicht gesetzt werden.

SLICE

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Häufigkeit des STiK-Interrupts. 0 ist ein guter Wert für Computer mit einem 68030er oder höher, andere Computer benötigen einen Wert von 1 oder höher.

UP_RESPONSE

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Antwort auf TCP-Pakete, die an unbekannte Ports gesendet wurden. Werte:

0 = default (3 = ICMP senden)
1 = ignorieren
2 = TCP IST senden
3 = ICMP 'unbekannter Port' senden

3 ist die richtige Antwort, aber bei einer Verbindung zu einem IRC-Server versucht dieser, den Identd auf Port 113 zu kontaktieren. Wenn der Server nun denkt, dort sei kein Identd, wird die IRC-Session möglicherweise resettet. Die Werte 1 und 2 stellen einige Server zufrieden.

Diese Variable wird nicht mehr benötigt, da STiK inzwischen intern den Identd unterstützt. Diese Variable kann trotzdem für Testzwecke gesetzt werden.

YIELD

Kann in der default.cfg oder im Dial-Skript gesetzt werden.

Dies spiegelt das Systemkommando app_yield wider, welches nicht auf allen Systemen vorhanden ist. Es bewahrt viele Routinen davor, das System zu blockieren, wenn vom System unterstützt.

Werte:

0 - OFF (Defaultwert) - app_yield wird nicht aufgerufen 1 - ON app_yield wird aufgerufen

Am besten anschalten, wenn STiK schon richtig läuft. Sollte es dann nicht funktionieren, muß es wieder deaktiviert werden.

MiNT 1.15.6 und N.AES 2.0 unterstützen app_yield.

Part 2. Modemvariablen BAUD_RATE

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Die Baud-Rate ist die Geschwindigkeit auf der seriellen Schnittstelle.

Sie sollte immer höher als die maximale Verbindungsgeschwindigkeit des Modems sein, um genügend Luft z.B. für Datenkompression zu haben. Hierbei müssen die Hardwarevoraussetzungen des Computers und des Modems berücksichtigt werden. In der Regel sollte ein Wert von 115200 Baud reichen. Andere mögliche Werte: 19200, 38400, 57600, 76800, 153600, 230400. Werte unter 19200 sind Unsinn, vor allem da selbst der ST diese Geschwindigkeit unterstützt.

HANGUP

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Modem-Befehl zum Auflegen, normalerweise ATH. Sollte das nicht richtig funktionieren, kann auch der Hangup über das DTR-Signal erfolgen. Die meisten Modems beenden die Verbindung, wenn das DTR-Signal nicht mehr gesetzt ist, und können erst wählen, wenn das DTR-Signal auf der seriellen Leitung aktiviert ist. Dazu wird "HANGUP = DTR" gesetzt.

PREFIX

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Wähl-Kommando für das Modem, normalerweise ATD, ATDT für Tonwahl und ATDP für Impulswahlverfahren (veraltet).

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Init-Befehl für das Modem, setzt alle Werte auf Standard zurück. Normalerweise ATZ, manchmal aber auch ATZ1 etc., das hängt vom Modem und dessen Einstellungen ab.

CONNECT_WAIT
REDIAL_DELAY

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Diese Variablen legen Wartezeiten in Sekunden fest.

REDIAL_DELAY gibt die Wartezeit an, bis der Dialer nach einem fehlgeschlagenen Verbindungsversuch erneut wählt. Das kann sehr sinnvoll sein, wenn die Telefonleitungen beim Provider ständig belegt sind.

CONNECT_WAIT ist die Wartezeit auf den Verbindungsaufbau, nachdem die Gegenstelle abgehoben hat. Bei ISDN-Verbindungen kann dieser Wert sehr klein gemacht werden (z.B. 5-10 sek), da ansonsten wohl keine Verbindung zustande kommt. Bei Modems hingegen muß berücksichtigt werden, dass diese erstmal mit der Gegenstelle eine Geschwindigkeit aushandeln müssen, was meistens 20-30 sek dauert. Bei Modems diesen Wert also möglichst nicht unter 40 stellen, da ansonsten die Verbindung frühzeitig abgebrochen wird.

PHONE.NUMBER

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Telefonnummer des Providers. Es können bis zu 5 Telefonnummern definiert werden, weil es Provider geben soll, die mehr als eine Telefonnummer haben.

SUCCESS

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Eine erfolgreiche Verbindung kann entweder auf der seriellen Schnittstelle durch das Carrier Detect Signal abgelesen werden (SUCCESS = CDWAIT), oder vom Modem durch eine Zeichenfolge signalisiert werden (z.B. SUCCESS = CONNECT). Bei einer Nullmodemverbindung kann SUCCESS = DIRECT gesetzt werden.

FAILURE

Wird nur im Dial-Skript gesetzt.

Failure signalisiert, daß die Verbindung nicht hergestellt werden konnte, weil z.B. die Leitung belegt war oder das Modem nicht an die Telefonleitung angeschlossen ist oder die Leitung tot ist etc. Das Modem sendet dann Zeichenfolgen wie etwa BUSY, NO CARRIER oder NO DIALTONE. FAILURE kann daher mit maximal 5 Werten belegt werden (siehe Beispielskript).

Part 3. Login-Skript

Ein Login-Skript ist generell nicht notwendig.

Das Skript wird im Dial-Skript mit definiert, nicht in der default.cfg!

Der Dialer benutzt eine Standardmethode, um alle nötigen Daten mit dem Provider auszutauschen und sich einzuloggen. Das beinhaltet das Suchen nach Schlüsselwörtern und das Senden einer entsprechenden Antwort. Die spezielle Antwort SGET IP wird verwendet, um die zugewiesene IP-Adresse auszulesen. Wenn der Provider einem eine feste IP zugewiesen hat, ist dies nicht erforderlich, und man sollte die IP mit CLIENT_IP in den STiK-Konfigurationsdateien setzen.

Keder Schritt der Verständigung ist spezifiziert mit einer FIND - eile und einer RESP Zeile. Bis zu 10 Schritte sind möglich, jedes FIND muss ein entsprechendes RESP haben, sonst wird der Dialer verwirrt.

Standardmäßig wird jede RESP Zeile mit einem "carriage return" am Ende gesendet. Falls stattdessen "line feed" benötigt wird, muß an jedes Zeilenende ein | geschrieben werden. Das funktioniert nur, wenn | das letzte Zeichen in der Zeile ist.

Beispiele:

FIND = login:
RESP = myusername

oder

FIND = password:|
RESP - mypassword|

oder

FIND = address is:
RESP = $GET_IP

Part 4. Von Clients verwendete Variablen

Einige der folgenden Variablen werden möglicherweise von keinem Client benutzt, Variablen, die benutzt werden, wurden evtl, vergessen. Dies gibt nur einen groben Überblick, für Details sehen Sie bitte in den Anleitungen der jeweiligen Programme nach.

IRC-Variablen

IRCNICK

Ihr bevorzugter IRC Nickname. Default ist der USERNAME

IRCPONGMSG

Dieser Text wird an jede Person geschickt, die ein Ping an Sie gesendet hat. Wenn Sie Bandbreite sparen wollen, kommentieren Sie diese Zeile lieber aus.

IRCPORT

Die Portnummer für den IRCSERVER. Defaultwert ist 6667.

IRCSERVER

Definition des Standard IRC-Servers, bspw. irc.fu-berlin.de

Verschiedene Variablen Diese Variablen werden von mehr als einem speziellen Client verwendet.

WWW Proxy für HTML

Wenn Sie einen Proxy-Server brauchen, können Sie ihn hier mit den folgenden 2 Variablen definieren. Wenn Sie keinen Proxy benötigen, ist es nicht weiter schlimm. Sie sollten nur Ihnen zugeteilte Proxy-Server verwenden.

HTTP_PROXY

Name Ihres Proxy-Servers, z.B, proxy.hanse.net

HTTP_PROXY_PORT

Portnummer des Proxy-Servers, meistens 80 oder 8080.

MAIL Variablen

Es ist günstig, diese Variablen hier abzulegen. Es ist zwar nicht bekannt, wie viele Clients diese variablen wirklich verwenden, aber es gibt jedem Programm die Möglichkeit, eMails auf einfache Weise zu versenden, ohne intern konfiguriert werden zu müssen. Das Versenden von eMails funktioniert mit einem sehr einfachen Protokoll (SMTP), das nur ca. 2k Source Code für eine minimale Implementation benötigt.

SMTP_HOST

Der Server zum Versenden von eMails, z.B. mail.gmx.net

EMAIL

Ihre eMail-Adresse, wird z.B. vom CAB.OVL verwendet.

EOF

Copyright © st-computer, Benjamin Kirchheim


Benjamin Kirchheim
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