Falcon-Spiel: Radical Race

Wie schon angekündigt, befindet sich diesmal ein weiterer Falcon-Titel von LOGITRON auf dem Teststand. Um es gleich vorweg zu nehmen: Radical Race ist mit Abstand der qualitativ beste Titel von LOGITRON.

Vielleicht liegt es ja daran, dass R.R. das einzige Außerhausprodukt im Logitronangebot ist? Für dieses Spiel zeichnet nämlich eine Falcon-Demo-Crew namens PENTAGON verantwortlich.
Und so ist die komplette Präsentation wirklich exquisit:

Nach einem effektvollen Intro landet der Spieler in einem schicken SVGA-Menu. Hier entscheidet er sich für den Ein- oder Zweispielermodus, wobei zwischen Tastatur-, Jaguarpad oder Joysticksteuerung gewählt werden darf. Nun muss er noch in die Rolle eines der 8 anwählbaren Protagonisten schimpfen, die verschiedene Wageneigenschaften repräsentieren, und schon darf er sich in das Rennen stürzen.

Die Strecke wird aus der Vogelperspektive dargestellt und ist ca. 4 Bildschirme groß, das Scrolling ist schön flüssig, wie man es vom Falcon erwarten kann. Im NORMAL-GAME Modus stellt man sich nun den übrigen Fahrern, die vom Computer übernommen werden bzw. einem weiteren menschlichen Mitstreiter.
Hierbei wird der Bildschirm horizontal gesplittet, was die Sicht etwas einengt, aber nichts ausmacht, wenn man die Strecken kennt.

Da in dem Spiel die physikalischen Gegebenheiten recht gut simuliert werden (braust man z. B. zu schnell in eine Kurve, schleudert es einen raus), gestaltet sich die Steuerung anfänglich sehr hakelig, ist aber nach der Eingewöhnung gut benutzbar, wobei mit einem Joystick das beste Feeling aufkommt. Ein richtiges Geschwindigkeitsgefühl stellt sich aber nicht ein, bei R.R. geht es eher um die Geschicklichkeit. Der eigentliche Kick des Spieles macht sich erst im Kar-Wars Modus bemerkbar. Hier kann man sich den Wagen nämlich nach und nach mit gemeinsten Waffen ausrüsten, und es gibt nicht nur Punkte für den ersten Platz, sondern auch für besondere Aggressivität. Also versucht man die anderen Autos mittels MG, Raketen, Bomben und Haftminen außer Gefecht zu setzen. Damit man den Attacken der anderen Fahrer nicht schutzlos ausgeliefert ist, kann man natürlich auch einen Schild aktivieren oder eine Abfangrakete starten. Hat man zu viele Treffer eingesteckt oder durch ungeschicktes Fahren zu häufig gegen Gegner oder die Bande gerempelt, haucht man eines von 3 Leben in einer Explosion aus.

Weiter liegen nützliche Extras wie Munition, Geld und Turbos auf der Strecke, die man durch Überfahren aufnimmt. Keine Frage, dass der Spielspaß im WAR-mode besonders bei zwei Spielern gegenüber dem "normalen" Race deutlich ansteigt.

Die Steuerung wird durch die vielen Waffen aber nicht einfacher, Anfänger dürfen auf Automatik stellen; so wählt der Computer aus, welche Waffe augenblicklich die geeignetste wäre, und man braucht sie nur noch abzufeuern. Nach jeder Runde werden die Punkte verteilt, und der Spieler kauft sich davon bessere Waffen, rüstet sein Fahrzeug technisch hoch oder repariert es halt nur.

Neben passender Musik in der (Falcon) üblichen Qualität und natürlich entsprechendem Motorengedröhn sowie Explosions- und Karambolage- Geräuschen gibt es noch gelegentliche Ansagen à la "best time", "last Round" etc.
Wahlweise kann man die Musik oder Soundeffekte auch ausschalten und die Gesamtlautstärke stufenlos runterregeln.

Die detailliert gezeichnete Streckengrafik erfüllt Falcon-TrueColor-Ansprüche. Die hochauflösende Grafik in den Menüs weiß sowieso durch elegante Renderoptik zu beeindrucken. Der gute Gesamteindruck wird dann noch durch nette Aus- und Einblend- sowie Zoomeffekte abgerundet. Lobenswert ist auch die Einbindung der Streckengrafik ins Renngeschehen. Auf Rasen oder Sand wird der Wagen deutlich abgebremst, für Sprünge sollte man schon genügend Speed draufhaben, sonst bremst die Steigung den Wagen ab. Umgekehrt darf man ruhig mit dem Gasgeben vorsichtig sein, wenn es hangabwärts geht. Ölpfützen und Steinen sollte man eh aus dem Weg gehen. Eine witzige Idee sind die Reifenspuren, die der Wagen auf dem Untergrund hinterlässt.

Fazit

Radical Race ist kein modernes 3-D-Superhightechgame, aber das einfache Spielprinzip wurde durch gute Ideen aufgepäppelt und auf dem Falcon technisch überzeugend realisiert. Einziger Kritikpunkt ist der recht hohe Preis.
Kay Tennemann


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