Musikmesse 1994 - Falcon auf dem Vormarsch

Die diesjährige Musikmesse in Frankfurt fiel leider mal wieder genau in den Zeitraum der in Hannover alljährlich stattfindenden CeBIT. Dennoch ließen sich Musiker und Homerecorder nicht davon abhalten, den Anbietern auf den Zahn zu fühlen.

Die Atmosphäre der ersten beiden Tage ließ vermuten. daß kaum Neuerungen in punkto Musik-Software auf den Markt kommen werden. Aber der erste Eindruck trog. Auch diesmal waren wieder ein paar Highlights zu bewundern, von denen man ein Erscheinen zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet hätte. Die Amateur-Homerecorder werden sich darüber besonders freuen.

SoundPool

Audio Master ist das professionelle digitale Schnitt- und Bearbeitungssystem für alle Musiker. Produzenten und Toningenieure, die aus ihren Musikaufnahmen das Beste herausholen wollen. Verlustfrei und schnell werden neue Reihenfolgen festgelegt, Lautstärken optimiert und verschiedene Aufnahmen zusammengeschnitten. Sample-genaues Schneiden und verschiedene Crossfades ermöglichen es, schwierige Schnitte unhörbar zu machen. Audio Master kostet 398,- DM.

Das S/PDIF-Digital-Interface ist die digitale Verbindung zwischen Audio Master und Ihrem DAT-Recorder, CD-Player und Sampler. Mit den Standard-Sample-Raten von 44.1 kHz und 48 kHz wird professionelles Arbeiten selbstverständlich. Das Interface verfügt über optische sowie koaxiale Ein-und Ausgänge. Selbstverständlich ist es möglich, kopiergeschützte CDs oder DATs zu lesen. Das Interface kostet inklusive Audio-Master-Programm 896.- DM.

Mit dem Audio-Master-Analyser-Modul ist es möglich, die Lautstärke der Terzbänder ab 15 Hz in Echtzeit darzustellen. Für die Feinabstimmung kann die Release-Dauer der Grafikbalken frei eingestellt werden. Des weiteren können 4 verschiedene Fenstertypen für die FFT gewählt werden: Hanning, Hamming, Kaiser und Blackman. Da die mathematische Grundlage eine 8000-Werte-FFT ist, besteht die Möglichkeit, in einen Linearmodus zu wechseln. Hier werden die ersten 256 Frequenzen in 5-Hz-Schritten dargestellt (bei 48 kHz). Alle Analysefunktionen arbeiten sowohl im Aufnahme- als auch im Abspielbetrieb in Echtzeit. Das Audio-Master-Terzband-Analyser-Modul kostet 498.- DM.

Wenn Sie ein Gitarrist sind, der den Computer in kreativer und unkomplizierter Weise nutzen möchte, sollten Sie das Programm GUITAR DREAMS testen Dabei ist es egal, ob Sie ein absoluter Anfänger oder ein fortgeschrittener Spieler mit hohen Ansprüchen sind. Es gibt mehr als 100 Akkordtypen und mehr als 50 Skalentypen in allen Lagen, interaktive Noten- und Keyboard-Darstellung. Extras wie Open Tuning und Kapo-Funktion, den leistungsstarken Leadsheet-Sequenzer, der es Ihnen ermöglicht, einen Song so zu arrangieren, wie Sie es gewohnt sind, und den speziell für die Gitarre ausgelegten Rhythmus-Editor.

Freestyle, das Arrangierprogramm für den Einsatz im Studio, beim Homerecording oder live auf der Bühne, erzeugt professionelle Begleitungen mit stilechten Rhythmen und zündenden Breaks Aber nicht nur Keyboarder können dieses Arrangierwunder nutzen: Auch für Sänger, Gitarristen, Saxophonisten, Jingle-Produzenten und Multimedia-Spezialisten ist Freestyle das richtige Werkzeug. Freestyle nimmt dem Musiker die Routinearbeiten beim Arrangieren ab und schafft Zeit und Raum für die kreative Arbeit an der Melodie und den Harmonien des Songs. Einfach die Akkorde eingeben und den passenden Style aussuchen

Mit dem MM1 Multiport für ATARI können 8 MIDI-Ports (d.h. 128 MIDI-Kanäle) an den Computer zusätzlich angeschlossen werden (maximal 4 Geräte kann man zusammenschalten und somit 32 MIDI-Ports erhalten). Das Gerät wird an die parallele Druckerschnittstelle angeschlossen. Damit wird ein besseres Timing erreicht. Der Anschluß wird durchgeschleift und kann dadurch weiter zum Drucken benutzt werden. Es stehen Treiber für verschiedene MIDI-Sequenzer zur Verfügung (CUBASE, MROS, DVPI, StarTrack, MIDISHARE). Der MM1-MIDI-Multi-Port kostet 498. - DM

Y-NOT

Neben den Editor-Manager-/Librarian-Programmen der Special-Edition-Serie präsentiert Y-NOT nun die Archiver-Programme. Die Archiver sind mehr als reine Verwaltungsprogramme, denn neben der üblichen Bankverwaltung stehen Ihnen umfangreiche Library-Funktionen und eine neue Bildschirmoberfläche mit extrem schneller Grafik zur Verfügung. Jeder Archiver unterstützt einen Synthesizer oder eine komplette Produktreihe. Im Lieferumfang eines Archivers befindet sich neben dem Programm eine ausführliche deutsche Online-Hilfe und eine deutsche Bedienungsanleitung. Fast alle Archiver (außer M3R, SC55, D10 und DX7) werden außerdem mit einem umfangreichen Soundpaket (Y-NOT Heavy Duty Pack) ausgeliefert.

Archiver Pro ist die Weiterentwicklung des modularen Archiver-Konzepts mit vielen praktischen Zusatzmodulen zur Verwaltung und Verarbeitung von MIDI-Daten. Wie die Archiver werden auch die Pro-Versionen mit einem Gerätetreiber für einen Synthesizer oder eine kompatible Produktreihe ausgeliefert. Im Library-Bereich jedoch können vom Archiver Pro wesentlich mehr Geräte verwaltet werden. Sie können also Klänge von beliebig vielen unterschiedlichen Geräten in einer Archiv erPro-Library speichern. Der Archiver kostet 79.- DM. Der ArchiverPro kostet 139.- DM

Lion Tracs Srl

Die Megafloppy ist ein spezielles Floppy-Laufwerk, das für die Musiker auf der Bühne gedacht ist, die aus einer großen Festplatte viele kleine Floppy-Laufwerke machen wollen, um durch diese Simulation einen schnelleren Datenzugriff zu gewährleisten. Die äußere Beschaffenheit ist identisch mit einem Standard-Floppy-Drive 3.5". Leichte Installation ist auch für Endbenutzer gegeben, da die Megafloppy die äußeren und elektrischen Beschaffenheiten eines Floppy-Laufwerks beibehält. Eine Festplatte kann in ca. 500 Partitionen aufgeteilt werden, wobei sich jede Partition einzeln schützen läßt. Während Live-Aufnahmen kann die Tastatur blockiert werden, um eventuelle Fehler zu vermeiden. Die Megafloppy hat leider auch einen Megapreis, nämlich knapp 3000.- DM.

Das neue Falcon-Digital-Interface von Steinberg

Syntec

Wie jedes Jahr ist die Firma Syntec ein sicherer Vertreter für Speichermedien und Keyboard-Umbauten mit Festplattensystemen. Hohe Speicherkapazität und schnelle Zugriffszeiten machen Festplatten zum idealen Speichermedium für alle Anwendungen mit enormen Datenmengen. Syntec 19"-Rack-Systeme oder externe Subsysteme werden nach Ihren Wünschen und Ansprüchen angepaßt. Flüsterleise Wechselplatten auf SyQuest-Basis, Double-Speed-CD-ROM oder mit magnetooptischen Laufwerken ab 128MB im 3,5"-Format oder bis zu 1,3GB im 5,25"-Format. Twin-Systeme, kombiniert mit Wechsel- und Festplatten oder mit CD-ROM stehen für Flexibilität und Erweiterbarkeit im Vergleich zu traditionellen Speichermedien.

Syntec baut auf Wunsch die Laufwerke auch in 19"-Rack-Systeme ein. Diese zeichnen sich durch folgende Features aus: Superleichte Aluminiumgehäuse, Frontplatte schwarz eloxiert, vorbereitet für 2. Laufwerk, 30/60 Watt Schaltnetzteil - 1HE/2HE, 2 SCSI-Ports, SCSI-ID-Switch, Qualitätslüfter: leiser als 25 dBA, externer Terminator, ATARI-DMA-Interface optional.

Externe Twin-Systeme werden auf Wunsch bestückt und kosten je nach Ausstattung zwischen 1868,- DM und 5504,- DM. Cartridges von 44 MB bis 1,3 GB liegen zwischen 165.- DM und 330,- DM. Kabel (auch für den Falcon030) sind in den verschiedensten Längen und Konfigurationen erhältlich.

Steinberg

In punkto Harddiskrecording hat die Firma Steinberg mal wieder für einen großen Aha-Effekt gesorgt. Auf der diesjährigen Messe wurde das neue Cubase audio 16 vorgestellt. Diese neue Version bietet nicht nur ein komplettes 8-Spur-Digital-Studio mit Equalizern, Effekten und Time Correction, sie läßt sich jetzt auch im 16-Spur-Modus betreiben, und das ohne zusätzliche Hardware. Alle 16 Audiospuren können inklusive Lautstärke- und Panning-Informationen über die im Falcon integrierten Wandler wiedergegeben werden. Das Steinberg F.D.I. bietet dazu einen zusätzlichen S/PDIF Digitalein- und -ausgang, und falls man weitere Analogausgänge benötigt, wird das Steinberg FA-8 gute Dienste leisten.

Cubase ist somit nun in mehreren Versionen erhältlich und läßt sich mit einigen Modulen erweitern. So zum Beispiel mit Soundbibliotheken und CueTrax für Grafik-Tempo-Display und Fit-to-Time-Calculator. Hier kommen dann auch die Videobearbeiter auf ihre Kosten. Auch ein Begleitautomat namens StyleTrax ist optional erhältlich. Die StyleTrax-Style-Disks kosten (mit 8 Styles pro Disk) 49,- DM.

Tango, der kreative Sessionpartner, nimmt dem Künstler gleich die gesamte Arrangierarbeit für 490,- DM ab. Last but not least ist für 790,- DM der Audiospector mit professionellem Korrelator, Pegelmesser, Analyzer und Kalibrator für den Falcon030 neu auf dem Markt.

Daß es nicht immer tierisch ernst auf dem Steinberg-Stand zuging, zeigte eine Demonstration in Koordination mit einem weit entfernt gelegenen Yamaha-Stand. Beide Stände verfügten über einen ISDN-Anschluß der Telekom und einen ISDN-MIDI-Converter. Somit war es möglich, mit dem Steinberg-MIDI-Equipment das Yamaha-MIDI-Equipment anzusteuern und umgekehrt. Natürlich funktionierte auch beides gleichzeitig. Parallel dazu konnten sich beide Spieler per Video (nicht ganz ruckelfrei) beobachten. Diese Möglichkeit der Datenübertragung und des Musizierens ist zwar zu diesem Zeitpunkt nicht sehr ernstgenommen worden, könnte aber für die Zukunft völlig neue Perspektiven eröffnen. Ein Musiker aus Hamburg könnte somit direkt in das Geschehen eines in Hannover stattfindenden Live-Konzertes eingreifen, ohne sein Studio oder das eigene Live-Konzert verlassen zu müssen. Sogar direkter Musikfernunterricht wäre somit zu realisieren. Wie dem auch sei, Steinberg hat mit dieser kleinen Demonstration mal wieder bewiesen, daß man immer ein offenes Ohr für neue Möglichkeiten hat.

Megalith

Machina Musica ist bereits getestet worden. Der Testbericht wird in einer der nächsten ST-Computer-Ausgaben erscheinen. Auf der Messe ist bereits eine verbesserte Version vorgestellt worden, deren Neuerungen ich hier in Kurzform zitiere.

Die Wünsche der registrierten User sind dabei besonders berücksichtigt worden. So wurde zum Beispiel Undo für alle Edit-Operationen einschließlich Quantisierung eingebaut. Es wurden zudem harmonische Presets (Stilrichtungen) eingeführt, um schneller arbeiten zu können. Wenn Sie beispielsweise Ihre Melodie im Stile der Volksmusik harmonisieren wollen, dann wählen Sie einfach die entsprechende Stilrichtung aus, ohne sich mit einzelnen Parametern herumschlagen zu müssen. Die Harmonisierung läßt sich mit UNDO glücklicherweise wieder rückgängig machen.

Im Style-Manager sind jetzt maximal 9999 Style-Patterns verfügbar. Es lassen sich bis zu 26 (LINK A bis Z) Subsequenzen von bis zu 99 Style-Patterns erzeugen. Die maximale Länge eines Style-Patterns wurde auf 20/4 erhöht. Ein neuer Schalter im Style-Manager filtert Leittöne aus einem Style-Pattern, wenn im Harmonieschema kein Leitton vorkommt. Alle Aktionen, die Events oder Style-Patterns betreffen (Kopieren, Löschen, Editieren etc.) können jetzt mit UNDO rückgängig gemacht werden. Dies betrifft auch den Style-Editor. Auch das Arrangieren läßt sich nun mit UNDO rückgängig machen.

Im Song-Manager wurde die Auflösung der MIDI-Events vervierfacht. Eine Viertelnote hat jetzt 384 Ticks. Es stehen zudem bis zu 999 Tracks zur Verfügung. Ein neues Tool unterstützt die Arbeit im Pattern-Bereich des Song-Managers. Ein Klick damit führt in den Pattern-Editor. In dieser Dialogbox kann man nun selektiv oder global Events eines Patterns verändern. Die Quantisierung ist nun reversibel. Alle Aktionen, die Events, die Phasen, Patterns und Tracks betreffen (Kopieren, Löschen etc.) können jetzt mit UNDO rückgängig gemacht werden. Dies betrifft auch den Scoreeditor. Auch das Grooven läßt sich mit UNDO rückgängig machen.

Der Style-Generator namens „Apollo“ bekommt kräftige Unterstützung. Mit einem neuen Programmteil kann in kurzer Zeit ein Style generiert werden. Laden Sie ein Standard-MIDI-File oder einen Ihrer Songs, stellen Sie von Hand die musikalischen Phasen ein, lassen Sie die Begleitung harmonisieren, korrigieren Sie gegebenenfalls und lassen dann den Style-Generator arbeiten. Fertig ist ein neuer Style. Natürlich läßt sich ein vorhandener Style auch mit Hilfe des Style-Generators erweitern. Die Arbeitsweise des Style-Generators läßt sich in einem eigenen Dialog gezielt steuern.

Machina Musica von Megalith

Logic Audio von Emagic

Emagic

Nun ist es auch bei Emagic soweit, die Audio-Digital-Recorder halten Einzug. Alles, was Sie benötigen, ist ein Falcon030 mit einer schnellen Festplatte, das Logic-Audio-Modul-Falcon und eine Hardware von Digidesign, die im Kaufpreis von Logic Audio nicht enthalten ist, und schon kann die Aufnahmesession losgehen.

Mit Logic Audio stehen Ihnen zusätzlich praktisch „unbegrenzt" viele virtuelle Audiospuren zur Verfügung. Sie lassen sich im Arrange-Fenster genau wie MIDI-Spuren völlig frei zuordnen. Wieviele Audiokanäle davon gleichzeitig wiedergegeben werden können, hängt nur von der angeschlossenen Hardware ab. Mit der „Adjust Tempo"-Funktion errechnet Logic Audio automatisch das Sequenzertempo aus der Länge einer Audioregion. Regionen verhalten sich wie Sequenzen. Im Hyper-Editor können Sie den Lautstärkeverlauf einer Gesangslinie „malen“ oder im Environment mit Audio-Fadem bestimmen. Dies gilt auch für Panorama und sogar für alle Einstellungen der „parametrischen EQs“, alles in Realtime während der Wiedergabe. Die „Anker"-Funktion im Sample Editor ermöglicht das Fixieren der musikalischen „Eins" zur bequemen Positionierung im Sequenzer, etwa bei Auftakten. Mit Logic Audio können Sie beliebig oft kopieren, schneiden und einfügen, ohne Ihr Original zu verändern (nichtdestruktives Editing) oder zusätzlichen Speicher Ihrer Harddisk zu beanspruchen. Im Audiofenster haben Sie den schnellen Überblick über alle Aufnahmen und Regionen.

Für destruktive Veränderungen an Ihrer Originalaufnahme steht Ihnen im Logic Audio ein spezieller Source-Sample-Editor zur Verfügung. Diese Neuentwicklung ermöglicht eine extrem schnelle Darstellung der Wellenformen. Sie können soweit in Ihre Aufnahme hineinzoomen, bis Sie einzelne Samples erkennen, um allerfeinste Schnitte, Bearbeitungen und Loop-Einstellungen vorzunehmen - und das während die Wiedergabe läuft. Die für 8 Spuren benötigte Hardware „AUDIOFACE“ mit coaxialen S/PDIF-, AES/EBU-Anschlüssen wird mit dem DSP-Port des Falcon030 verbunden.

SoundSurfer ist eine universelle MIDI-Datenbank, mit der Sie die Speicherinhalte Ihres MIDI-Systems zentral verwalten und archivieren können. Sämtliche Klangdaten Ihrer Synthesizer, aber auch die Programme Ihrer Peripheriegeräte (Effekte, MIDI-Patchbays) haben Sie per SoundSurfer optimal im Griff. Die intelligente Verbindung zwischen dem Computer und Ihren MIDI-Geräten stellt SoundSurfer her. SoundSurfer ist zunächst einmal ein Soundverwaltungsprogramm. Sicher haben Sie schon mal etwas von „Dump Utility", „Soundmanager" oder „Librarian“ gehört. All diese Programme kümmern sich um die speicherbaren Daten von Synthesizern, Drumcomputern, Effektgeräten, MIDI-Patchbays und anderen MIDI-Geräten. All diese Aufgaben kann SoundSurfer erfüllen. SoundSurfer ist ein modulares System und kann prinzipiell mit jedem beliebigen MIDI-Gerät Zusammenarbeiten. Für eine Vielzahl von Geräten werden die entsprechenden Module gleich mitgeliefert. Selbstverständlich können auch eigene Anpassungen erstellt werden.

SoundDiver ist der nächste logische Schritt bei der Entwicklung eines Sound-Management-Systems. SoundDiver- und -Surfer sind in der Lage automatisch mit Logic 2.0per Autolink zu kommunizieren. Logic durchsucht den Memory-Manager von Diver/Surfer und zeigt automatisch die richtigen Soundnamen im Arrange Window an. Beide Applikationen sind in der Lage, MIDI-Daten auszutauschen und sich die physikalischen Ports zu teilen.

Soft Arts

Live+ ist bereits von uns getestet worden und hat mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis abgeschnitten. Zur Messe ist zwar keine neue Version herausgekommen, was für die Zufriedenheit der Kunden spricht, dennoch hat sich etwas geändert. Da Live eigentlich in 3 verschiedenen Versionen zu kaufen ist, Live BASIC, Live und Live+, hat der Käufer nun die Möglichkeit, direkt in Live+ einzusteigen und trotzdem einen günstigeren Preis zu erhalten. Live+ ist den Bedürfnissen anpaßbar und in „Software-Raten" zu beziehen. Das Live+Modular-System ermöglicht den Einstieg mit einer Grundversion. Darin enthalten sind Performance-Editor für 32 Songs, Song-Editor mit 32 (36) Tracks, Key-Editor, Drum-Editor, Definitions und der Live+eigene File-Manager. Die Live+Grundversion kostet 399,- DM und die Vollversion inklusive aller Module 699,- DM. Die Grundversion ist ohne große Installierarbeiten mit folgenden Modulen erweiterbar: Mixer, Style-Editor, Keytrack-Editor, SysEx-Page und Conductor.

Digitar von Charlie Lab, die Gitarre für den Keyboarder

Charlie Lab

Dies ist sicherlich der Messegeheimtip für Gitarristen, die eine preiswerte MIDI-Verbindung suchen, oder für Nichtgitarristen, die gerne Gitarrenanschlageffekte mit den verschiedensten Sounds realisieren wollen. Das Interesse an diesem kleinen Wunderding war jedenfalls recht groß, was die Anzahl der Schau- oder besser Hörlustigen zeigte. Es ist keinerlei separate Software für Digitar notwendig. da es durch reine MIDI-Events angesteuert wird. Der Clou liegt darin, daß der User keinerlei Kenntnisse eines Gitarrengriffbrettes haben muß, er muß lediglich wissen, daß er die 6 Saiten per Plektrum oder mit den Fingern anschlagen muß. Welche MIDI-Events Digitar erzeugen soll, wird durch einen x-beliebigen Sequenzer oder ein MIDI-Keyboard mitgeteilt. Zu diesem Zweck sind die Standard-MIDI-Buchsen In, Out und Thru angebracht. Bei Verwendung eines Mergers ist auch die Steuerung von mehreren Steuergeräten gleichzeitig möglich. Die über den MIDI-In eintreffenden Harmonieinformationen werden ausgewertet und stehen zum Abruf bereit. Werden eine oder gleich mehrere Saiten angeschlagen, triggert die entsprechende Saite, gemäß der eintreffenden Events, diese bereitstehenden Informationen und schickt diese in Form von MIDI-Daten an ein Key board oder Expander. Zweckmäßigerweise sollte man hier zu Beginn einen Gitarrensound wählen, um das richtige Gefühl dafür zu bekommen. Ich hatte das Vergnügen, mal ein paar Riffs, wie die Gitarristen zu sagen pflegen, zu spielen, und war angenehm überrascht, wie realistisch ein Gitarrensound aus einem normalen GS/GM Expander klingen kann. Hier kann man jedenfalls feststellen, daß die Spieltechnik entscheidet, wie gut ein Sound klingt.

Die kleine Hardware mit den 6 Saiten ist etwas kleiner als eine VHS-Videocassette und wird einfach um die Hüfte geschnallt, und los geht's. Die Empfangs- und Sendekanäle sind frei wählbar. Zum Bedienfeld gehören 7 Taster und eine 4stellige 7-Segment-Anzeige. Einige Funktionen sind sogar programmierbar, wie zum Beispiel Transponierung, Velocity, Sound/ Bankselect, MIDI-Kanal und eine Bridge (Hardware an Digitar) zur Simulation des Saitenziehens. Digitar kommt aus Italien und soll ca. 700,- DM kosten.

Geerdes

Delight von Geerdes

Aus dem Hause Geerdes haben wir bereits das Programm StarTrack getestet und ein gutes Zeugnis ausstellen können. Delight ist parallel dazu entstanden und weist einen umfangreichen Sequenzer mit schier unausschöpfbaren Möglichkeiten auf. Delight ist durch seine einfache und leistungsstarke Grundstruktur einfach zu erlernen. 1 Arrangier-Fenster + 1 Editor-Fenster. Jedes Fenster kann mehrfach vorhanden sein und dabei andere Darstellungen bieten, gerade so, wie Sie es brauchen. Für den Großbildschirm lassen sich die Fenster nebeneinander arrangieren, und für den kleinen Monitor legen Sie die Fenster hintereinander ab und wechseln per Mausklick das Arbeitsfenster. Einfach für den Einstieg/schnell für den Profi. Eine Bedienungsanleitung mit Index und Begriffserläuterungen zum Nachschlagen und aktueller Hilfezeile ist direkt auf dem Bildschirm zu benutzen. Delight ist modular, erweiterbar. objektorientiert und frei strukturierbar mit wirklich frei wählbarer Auflösung und frei wählbarer Quantisierung. Mit MTC und MIDI MACHINE CODE (MMC) kann Delight zu allem synchronisiert werden, was sich auf dem Markt befindet, und andere Zeitmaschinen ansteuern.

Einzelne Tools und Editoren können für eine große Anzahl von MIDI-Geräten für 47,- DM nachgekauft werden. Ein brandneues Modul ist CARMEN, ein Notenmodul mit anspruchsvoller Notendarstellung. Es besitzt einen Full-Score-Editor. Alle Delight-Events werden auch von Carmen aus darstellbar und editierbar sein. Problemlose Eingabe von Sonderzeichen, Bindebögen und x-Toien ist möglich. Die erste Version, die demnächst erscheinen wird, soll zunächst den Ausdruck von Standardpartituren (d.h.,jeder Track erscheint in einem eigenen System) und Einzelstimmen ermöglichen, wobei natürlich Schlüssel, Transposition, Tonartwechsel, Taktarten etc. bereits korrekt dargestellt werden.

In der Delight-Version 1.1 ist auch ein Echtzeitprozessor integriert. Hier können Sie Einzelprozesse als Objekte, die in den musikalischen Event-Fluß eingreifen, einfach miteinander verkabeln, bis hin zu den komplexesten Abläufen. Der Benutzer hat die Möglichkeit, jeder Spur und jedem Pattern als Eingang oder auch als Ausgang eine ganze Prozessor-Page zuzuordnen. Die Prozessor-Objekte profitieren von der universellen Behandlung aller Event Arten in Delight, wie sie auch in über 100 Echzeit-Editor-Modulen und bei der verlustfreien Event-Transformation zum Einsatz kommt. D.h., Sie können jede mögliche Event-Art in der Prozessor-Page zur Ansteuerung und als Prozessorobjekt einsetzen, was Ihnen phantastische Möglichkeiten eröffnet.

Wer sich nun durch bergeweise Fakten und Features erschlagen fühlt, muß nicht verzagen. Speziell für Delight bietet das ZeM College in Freiburg Delight-Kurse an. Die Teilnehmerzahl der Kurse beträgt höchstens 3 pro Dozent und Arbeitsplatz. Alle Dozenten sind ausgebildete Musiklehrer mit langjähriger Erfahrung im Bereich Musikelektronik. Kompaktkurse, Wochenendkurse etc. (auch nach Vereinbarung) können gebucht werden. Standardkurse zu 6 Unterrichtsstunden (à 68,- DM) oder 12 Unterrichtsstunden (à 58,- DM). Spezielle Tarife sind für Minigruppen vorgesehen. Alles über Unterkunftsnachweise und Antworten auf Fragen erfahren Sie direkt bei ZeM College Freiburg unter der Telefonnummer 0761 -409014.

Schlußwort

Die Tendenz der diesjährigen Musikmesse im Bereich der MIDI-Software ging eindeutig in die Richtung Harddiskrecording und Modular-Software. Die Anbieter ermöglichen immer günstigere Einstiege in die MIDI-Welt und bürden dem Interessenten nicht immer Komplettprogramme auf, von denen Sie letztendlich nur einen geringen Prozentsatz wirklich nutzen.

Die Firma Steinberg hat mit Cubase Audio 16 mal wieder Horizonte geöffnet, die alle Harddiskrecorder-Herzen höher schlagen lassen. Emagic ließ im letzten Jahr eine ATARI-Audioanpassung aus, was man schleunigst nachgeholt hat. Die Firma Geerdes aus Berlin hat mit Delight ein zukunftweisendes Konzept salonfähig gemacht, mit dem diese Software niemals veralten wird und neue Applikationen ohne Probleme angedockt werden können. Da sich dieses Prinzip auch bei anderen Anbietern einzubürgern scheint, ist es gut möglich, daß sich alle Anbieter irgendwann auf einer ähnlichen Schiene treffen. Das würde sicherlich bei den MIDI-Anwendern auf offene Ohren treffen.

WW


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