Bücher

Brad J. Cox

Object Oriented Programming

Addison-Wesley 1986
274 Seiten
ISBN 0-201-10393-1

Objektorientierte Programmierung (OOP) scheint ein wichtiger Schritt in Richtung erhöhte Produktivität zu sein. Wer den Zug nicht verpassen will, sollte sich rechtzeitig auf die Zukunft vorbereiten, denn nur ständige Weiterbildung sichert das Überleben in der Software-Branche.

Daß man Kenntnisse aus der strukturierten Programmierung nicht einfach verges sen und von vorne anfangen muß, beweist dieses Buch. Daß es hier vorgestellt wird, hat aber noch einen anderen Grund: Seit einiger Zeit ist Objective-C, die Sprache, die in diesem Buch definiert wird, auch auf dem ST verfügbar.

Die ersten beiden Kapitel schildern anhand eines gedachten Beispiels, welche Probleme bei der Erstellung größerer Programme entstehen können. Die Lösung dieser Probleme ist natürlich OOP, und so stellt der Autor dann im nächsten Kapitel drei der bekanntesten und doch völlig unterschiedlichen objektorientierten Programmiersprachen kurz vor. Die einzelnen Eigenschaften werden mit Programmteilen untermalt, so daß sich der Programmierer sofort ein Bild machen kann.

Das vierte Kapitel entfernt sich von der allgemeinen Beschreibung objektorientierter Sprachen hin zur Definition und Implementierung einer Hybridsprache, einer Programmiersprache also, die objektorientierte Eigenschaften mit einer bereits bestehenden Sprache vereint. Objective-C, das vom Autor selbst entwickelt wurde, wird zum Schwerpunkt des Buches. Programmierer, die sich entschlossen haben, in dieser Sprache zu schreiben, werden hier wichtige Informationen über den Umgang mit Objective-C finden. Leider sind die Grenzen zwischen den Eigenschaften und der Implementierung sehr verschwommen, so daß es mühsam ist, dem Buch gezielt Informationen zu entnehmen.

Im sechsten Kapitel zeigt der Autor die Entwicklung einer Anwendung in Objective-C. Der Leser sieht, wie objektorientierte Programmierung angewandt werden kann, um Probleme aus dem ersten Kapitel vermeiden zu können. Wichtig ist auch, daß der sich ergebende Code mit dem des entsprechenden C-Programms verglichen wird.

In den restlichen Kapiteln wird eine Sammlung von wiederverwendbaren Objekten, den sogenannten Software-ICs, die mit Objective-C mitgeliefert werden, beschrieben. Auch grafische Benutzeroberflächen werden angesprochen, schließlich sind sie die prädestinierte Anwendung von OOP.

Das Werk ist mit vielen Bildern illustriert, die komplexe Zusammenhänge auflockern, und enthält Beispielprogramme, um dem Leser möglichst konkret zu zeigen, was gemeint ist. Da das Buch aber nicht in übersetzter Form vorliegt, stellt sich natürlich die Frage, wie gut man das Englische beherrschen muß, um es zu verstehen. Sollten Sie schon mal ein englisches Buch gelesen haben. oder aber, wenn Sie in Sachen OOP kein absoluter Neuling mehr sind, und ein gutes Wörterbuch im Regal liegen haben, dann dürfte Ihnen ‘Object Oriented Programming’ von Brad J. Cox keine Schwierigkeiten bereiten.

Grischa Ekart

Steve Williams

68030 Assembly Language Reference

Addison-Wesley
763 Seiten
$33.50
ISBN 0-201-08876-2

Für denjenigen, der auf dem Atari TT in Assembler programmieren möchte, stellt sich die Frage nach einem Buch, das einen möglichst vollständigen Einblick in die Programmierung des 68030 verschafft. Gibt es für den MC68000 Bücher in Hülle und Fülle, so sieht es beim 68030 nicht so rosig aus, auch wenn dieser Prozessor neben dem TT in einigen Macintosh-Modellen und zahlreichen Workstations seinen Dienst verrichtet.

Verglichen mit dem 68000-Prozessor des TT, besitzt der 68030 einen erweiterten Befehlssatz, neue Adressierungsarten und nicht zuletzt die integrierte PMMU (Paged Memory Management Unit). Alle diese Aspekte werden von „68030 Assembly Language Reference“ ausführlich beleuchtet. Nach einer allgemeinen Übersicht über die Prozessoren der 68000-Familie widmet sich das Buch den verschiedenen Registern, Befehlen und Adressierungsarten dieser Prozessorfamilie. Jeder Befehl wird einzeln erläutert, wobei mit Tabellen und Beispielen nicht gespart wird. Auch wenn es eigentlich um den 68030 geht, läßt es sich der Autor nicht nehmen, auch „nahe Verwandte“ dieses Prozessors unter die Lupe zu nehmen. So wird auch auf den Befehlssatz der externen PMMU 68851 und auf die beiden Fließkomma-Coprozessoren 68881 und 68882 eingegangen. Letzteren ist ein umfangreiches eigenes Kapitel gewidmet, was gerade für den TT-Besitzer von besonderem Interesse ist. Schließlich wird dieser Rechner standardmäßig mit einem 68882 ausgeliefert. Nach der Besprechung der Prozessoren folgen einige Beispielprogramme, die den Einsatz bestimmter Befehle oder die Realisierung ausgewählter Algorithmen erläutern. Zwar stammen diese Beispiele in erster Linie aus dem Macintosh- und UNIX-Bereich, sind aber so allgemein gehalten, daß auch der TT-Anwender von der Themenauswahl profitiert. „68030 Assembly Language Reference“ stellt für den fortgeschrittenen Assembler-Programmierer eine gute Wahl dar. Da das Buch den Befehlssatz aller Prozessoren der 68000-Familie bis hin zum 68030 beschreibt, leistet es auch für Besitzer eines Atari ST gute Dienste. Für alle leidgeprüften Programmierer soll an dieser Stelle noch ein Zitat folgen, das der Autor des Buches unter „Programmer’s Lament“ anführt:

„I hate this machine. I wish that they would sell it. It doesn't do what I want, but only what I tell it.“

US


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