Paint it Black - Mega ST im neuen Gewand

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Sagen Sie mal ganz ehrlich: Das beige-graue Büromaschinen-Standard-Gehäuse Ihres ST reißt Sie doch auch nicht vom Hocker? Mich jedenfalls nicht. Und wenn bei rauchenden Zeitgenossen sich der Rechner durch Einfangen des Nikotins ungezählter Zigaretten in die entsprechende Farbe gewandelt hat, dann tut das seinem Anblick ebenfalls keinen Gefallen. Schwarz dachte ich, sei die richtige Farbe für den Silikonkameraden.

Ein wenig poppig abgesetzt vielleicht, um nicht die gleiche Langeweile heraufzubeschwören.
Es kam der Tag, an dem ich ihm mit dem Schraubenzieher zu Leibe rückte. Entblättert war er schnell, und so ging's dran, die Gehäuseteile zu reinigen. Eine Behandlung mit feiner Stahlwolle, die nichts zerkratzt, brachte das gewünschte Ergebnis: Zum einen ist der Dreck der Jahre abgetragen, zum andern der Untergrund für den folgenden Lack gut angerauht. Versuche mit Schleifpapier führten zu deutlich sichtbaren Kratzern. Um dem Lack maximale Haftung zu ermöglichen, habe ich die Kunststoffteile anschließend noch mit Reinigungsalkohol entfettet.

Im Farbenhandel gibt es Grundierungen, die speziell für Kunststoffe ausgelegt sind. Denn normale Kunstharz- oder Acryllackehaften nicht ohne weiteres auf Kunststoffuntergründen. Diese müssen entsprechend grundiert werden. Zu beachten ist, daß die Grundierung die Gehäuseteile nicht angreift und auf den endgültigen Lack abgestimmt ist. Ich habe Farbe aus Spraydosen gewählt - sicherlich nicht die umweltfreundlichste Lösung, doch für eine Lackierung mit Kompressor etc. wären die Mengen an Teilen, die ein Atari zu bieten hat, viel zu gering. Andererseits wird man mit dem Pinsel nie die feine Oberfläche erreichen, und Lüftungsgitter etc. werden zur Qual.

Nachdem (natürlich in einem dafür geeigneten Raum, nie im Freien oder gar in der Wohnung!) die Grundierung aufgebracht ist. heißt es ca. einen Tag zu warten, bis der richtig Lack aufgebracht werden kann. Lackieren erfordert einige Übung, und so habe ich mit den Teilen begonnen, auf denen von eventuellen Fehlern nicht viel zu sehen ist: Rechner- und Monitorgehäuse.

Das Auslegen der Sicken auf der Tastatur erfordert eine ruhige Hand und einen dünnen Pinsel. Genauso viel Geduld sollt man beim Abkleben der Embleme haben, die sich nicht entfernen lassen. Bei Drucker- und Monitor gibts noch ein Problem: an den Chassis der Geräte hängen Teile, die sich nicht lösen lassen, aber trotzdem lackiert werden müssen. Ich habe die jeweiligen Innereien in Plastikfolie eingeschlagen. Beim Drucker ragten die Hebel und beim Monitor der Rahmen um die Bildröhre heraus. Apropos Monitor: Vorsicht mit der Hochspannung von einigen Tausend Volt an bestimmten Teilen im Innern! Den Monitor vor dem Zerlegen zur Sicherheit einen Tag nicht einschalten!

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Tja, und nach der Lackierung dauert's noch zwei bis drei Tage, bis der Lack soweit durchgehärtet ist, daß man die Geräte wieder zusammenbauen kann. Ich habe eine abrieb- und auch ausreichend kratzfeste Oberfläche erhalten. Der Lack blättert also bislang noch nicht. Selbst auf Main und Tastatur bleiben nur normale Gebrauchsspuren.

Die Krönung sind natürlich die schwarzen Kabel: Für die Tastatur sind sie als Sonderzubehör erhältlich. Eine abgeschnittene und neu eingesetzte Joystick-Verlängerung besorgt das für die Maus auf äußerst preiswerte Art. (Beachten Sie, daß alle Pins durchgeschliffen sind.)

Die Wahl der Farben bleibt letztlich Geschmacksache - gerade mit Schwarz sollte man natürlich vorsichtig sein, wenn der Rechner am Fenster und evtl, in der Sonne steht. Da kann ihm schon mal zu warm werden. Und wie Sie auf den Photos sehen, habe ich die Tasten selbst vorn Färben ausgespart. Selbst wenn ich sie noch lackiert hätte: Die Bezeichnungen darauf zu malen oder gar mit Rubbelbuchstaben aufzubringen, das wollte ich mir nicht antun. Aber vielleicht nimmt sich ja mal ein Tastenkappen-Produzent meiner Design-Wünsche an und bietet welche in etwas ansehnlichen Farben an.

IB


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