Editorial: Mein Freund Holger

Einer meiner besten Freunde, Holger, sprach vor einiger Zeit mit mir über Festplatten. So kamen wir auch auf den Cache-Speicher und dessen Wirkungsweise zu sprechen. Es dauerte allerdings nicht lange, bis wir uns um die Aussprache des Wörtchens „Cache“ stritten. Ob es nun „Käidsch“ (englisch), „Käsch“ (englisch) oder „Kascheh“ (französisch) ausgesprochen werde, war die allumfassende Frage. Holger ist allerdings genau so eigenwillig wie ich, und so bestanden wir auf unterschiedlichen Betonungen ein und desselben Worts.

Einige Zeit später sprachen wir über Prozessoren und kamen auch hier auf den Cache, und wieder begann der Streit um die Betonung des Worts, ln dieser ziemlich festgefahrenen Situation kam Holger auf die Idee, ein Wörterbuch zu Rate zu ziehen, davon ausgehend, daß Computer-Fachbegriffe aus dem englischen Sprachraum stammen müssen. Nach kurzer Suche stieß er auf die Übersetzung „geheimes Vorratslager“ , „versteckter Vorrat“ .

Was lernen wir also aus dieser Anekdote? Ganz einfach: Man sollte sich nicht unbedingt um die Bedeutung eines fachspezifischen Worts streiten, wenn die Übersetzung sowieso nicht klappt - Hauptsache, man wird in der Fachwelt verstanden.
Martin Pittelkow


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