Kurz und bündig - Spiele-Umsetzungen

Diesen Monat stellen wir acht Umsetzungen für fünf Computer vor. Im einzelnen sind das folgende Titel: Marble Madness und The Bard's Tale für den Atari ST; Chuck Yeagers Advanced Flight Trainer und Renegade für den C 64; Tai Pan für Schneider CPC; The Bard's Tale und Macadam Bumper für MS-DOS-PCs und Mission Elevator für Amiga.

Atari ST

Wie im letzten Monat angekündigt, gibt es jetzt eine Umsetzung von Marble Madness für den Atari ST (nicht für monochrom). Die Umsetzung ist technisch (Scrolling, Musik) ganz ordentlich gelungen, zeigt aber viele spielerische Mängel. So stimmen die Strecken nicht mit dem Automaten-Original überein. Das Spielfeld ist insgesamt kleiner, es gibt wesentlich weniger Gegner. Außerdem hat das Programm anscheinend mit der 3D-Darstellung Schwierigkeiten, denn manchmal scheinen die Murmeln in der Luft zu schweben. Insgesamt also eine enttäuschende Umsetzung, bei der nicht viel vom Flair des Automaten übriggeblieben ist.


Die Murmel rollt bei Marble Madness auf dem ST

Im Gegensatz dazu ist die ST-Umsetzung von The Bard's Tale besonders gut ausgefallen. Auf den ersten und auch zweiten Blick ist sie von der hervorragenden Amiga-Version kaum zu unterscheiden. Der ST darf hier zeigen, was er an Grafik-Fähigkeiten zu bieten hat. Die Bedienung ist dank der Maus sehr viel einfacher geworden. Ein rundum empfehlenswertes Produkt, das Rollenspieler-Herzen höher schlagen läßt.

Schneider CPC

Handels-Simulationen- Fans mit einem Schneider CPC haben jetzt die Chance, ins China des 12. Jahrhunderts zu reisen und dort der Tai-Pan, der Handels-König, zu werden. Das Spiel Tai-Pan testeten wir schon in der letzten Ausgabe auf dem Atari ST. Die Schneider CPC-Version ist grafisch nicht so toll gelungen, spielt sich aber wesentlich flotter als die ST-Version. Ein kleiner Gag am Rande: Die Musik ist, dank des gleichen Sound-Chips im CPC und ST, bei beiden Versionen vollkommen identisch. Die Kassetten-Version hat zwischendurch sehr lange Nachladezeiten.

C64

Chuck Yeager fliegt wieder. Sein Advanced Flight Trainer hat den Weg zum C 64 gefunden. Die MS-DOS-Version dieses Flugsimulators testeten wir in Ausgabe 9/87. Der »Advanced Flight Simulator« wurde übrigens in einen Trainer umbenannt, um rechtliche Schwierigkeiten mit den Programmautoren des »Flight Simulator« zu vermeiden. Gegenüber der MS-DOS-Version haben sich nur wenige Dinge geändert. Die Grafik ist wesentlich bunter geworden, ist dafür aber etwas langsamer als auf dem Schneider-PC. Dafür bietet sie aber auch ausgefüllte Flächen auf dem C 64. was technisch eine große Leistung ist. Die Grafik ist auf jeden Fall schnell genug, um ein gutes Fluggefühl zu vermitteln. Bei manchen Funktionen hat der Programmierer aus Speicherplatzgründen auf Details verzichten müssen. So fliegt man beim Flugzeugrennen nur gegen einen Computer-Gegner, anstelle von fünf; der Flug-Recorder kann nur noch kurze Flugszenen aufzeichnen und abspielen. Trotzdem eine gelungene Umsetzung und eine tolle Simulation, die den C 64 voll ausnutzt und wirklich langen Spielspaß verspricht.


Das Flieger-As auf dem C 64: Chuck Teagers AFT.

Renegade hat bei der Umsetzung vom Schneider CPC auf den C 64 gelitten. Die Grafik ist bei weitem nicht so schön und farbenfroh. Die C 64-Version ist wesentlich schwerer zu spielen, der Computer läßt nämlich nur ganz genaue Treffer gelten. Auf dem C 64 ist Renegade ein recht gutes Kampf-Spiel, auch wenn es die Klasse der CPC-Version nicht erreicht. In letzter Sekunde erreichte uns noch die C 64-Version von Solomon's Key, die innerhalb eines Wochenendes zum Lieblingsspiel einiger Happy-Redakteure wurde. Die Schneider-Version dieser Spielhallen-Umsetzung haben wir in der Ausgabe 11/86 besprochen. Die C 64-Version besticht durch bunte, flotte Grafik, schneller Spielablauf und eine gute Joystick-Steuerung. Sehr spielerfreundlich: Bevor ein Level beginnt, werden einzeln die Positionen der wichtigsten Gegenstände gezeigt. So kann man sich sehr schnell orientieren. Der Sound ist nur durchschnittlich.


Prügelei im U-Bahn-Schacht - Renegade auf C 64

MS-DOS


Das Monster im MS-DOS-PC schlägt bei »Bard's Tale« zu

The Bard's Tale gibt es jetzt auch für MS-DOS-kompatible Computer. Es werden sowohl die CGA- wie auch die EGA-Grafik-Karten unterstützt. Gerade bei EGA-Grafik bietet sich ein farbenprächtiges Bild, das an einen ST oder Amiga erinnert. Unser Bildschirmfoto zeigt die CGA-Version, die grafisch auch nicht übel ist. Die Programmierer haben das Beste aus dem PC herausgeholt, auch wenn unten die weiße Schrift auf hellblauem Grund nur schwer zu lesen ist. Nicht zu sehen ist die witzige Animation der Figuren, die ihren Gesichtsausdruck ändern, mit den Schwertern drohen und andere Bewegungen ausführen. Damit löst Bard's Tale wohl das bisher beste Rollenspiel auf MS-DOS-PCs, »Wizardry«, von seiner Spitzenposition ab.


Flippern ohne Kleingeld: »Macadam Bumper« auf Schneider-PC

Leichtere Bildschirmkost wird mit Macadam Bumper angeboten. Dieses Flipper-Programm hatten wir vor gut zwei Jahren auf dem Schneider CPC getestet. Die nun erschienene MS-DOS-Version funktioniert mit CGA, Hercules und EGA-Karten. Als besonderes Bonbon wird auch der spezielle Grafik-Modus des Schneider-PC genutzt. Auf dem einfachen Schneider-PC erhält man so ein Bild wie mit einer teuren EGA-Karte. Unser Foto zeigt diesen Grafik-Modus. Auf Rechnern mit CGA-Karte sieht das Ganze etwas schlichter aus. Macadam Bumper fällt insbesondere durch seinen Flipper-Baukasten auf, mit dem Sie nach Belieben Flipper-Tische auf- und umbauen können. Als Flipper-Simulation ist es allerdings nicht das Gelbe vorn Ei. Unsere Flipper-Expertin Petra beklagte, daß die Kugel nicht korrekt läuft. Trotzdem sei Macadam Bumper als Geschicklichkeitsspiel für PCs nicht zu verachten.

Amiga

Langsam beginnt auch die Spiele-Welle für den Amiga zu rollen. Aus deutschen Landen kommt beispielsweise eine Umsetzung des Top-Hits Mission Elevator. Dieses Actionspiel mit leichtem Adventure-Einschlag haben wir im Sonderheft II »Spiele-Tests« auf dem Schneider CPC getestet. Die Amiga-Umsetzung bietet natürlich verbesserte Grafik, digitalisierte Sounds und sogar Scrolling, das der CPC-Version verwehrt geblieben war. Grafisch ist diese Version beinahe identisch mit der ST-Version, die wir in Ausgabe 7/87 in der Rubrik »Kurz und bündig« mit Foto vorgestellt haben. (bs)


Boris Schneider


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