Neo-Chrome: ST-Supergrafik zum Nulltarif

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»Neo-Chrome« ist ein Grafik-Programm für den Atari ST, das vor allem die Farbtalente des Computers ausnutzt.

Nachdem es ständig Verzögerungen und Lieferschwierigkeiten mit dem Malprogramm »GEM-Paint« gab, hat Atari eine Grafik-Alternative für seine ST-Computer besorgt. Die Firma kaufte die Rechte für das Malprogramm »Neo-Chrome«, das nun zur Public Domain-Software gehört. Das heißt, daß für »Neo-Chrome« keine Copyright-Ansprüche gestellt werden und jeder sich das Programm ganz legal kopieren darf.

Es ist eine ausgesprochen angenehme Seite des Programms, daß es nichts kostet. Weniger erquicklich ist jedoch die Tatsache, daß »Neo-Chrome« nur im niedrig auflösenden Modus von 320 x 200 Bildpunkten arbeitet. Wer den Atari-Schwarzweiß-Monitor hat, kann mit dem Programm also nichts anfangen, da der Modus nicht auf diesem Monitor dargestellt werden kann.

Als »Gegenleistung« für den relativ niedrigen Auflösungsmodus kann man bei »Neo-Chrome« aus einer reichen Farbenpracht schöpfen: 512 Farben stehen zur Auswahl und 16 Farben dürfen gleichzeitig in einem Bild vorkommen.

Das Programm ist sehr übersichtlich und benutzerfreundlich aufgebaut. In der unteren Bildschirmhälfte findet man ein Farbauswahlmenü, ein Zoom-Fenster, um pixelgenau zu arbeiten und Symbole (Icons), die für verschiedene Zeichenarten stehen. Man kann frei Hand in verschiedenen Strichstärken malen, Linien ziehen, Text tippen, abgegrenzte Flächen ausfüllen, radieren und Rechtecke ziehen. Allerdings fehlt die wichtige »Circle«-Funktion, um Kreise und Ellipsen zu zeichnen.

Die obere Bildschirmhälfte dient als Malfläche, während im unteren Bereich ständig die Menüleiste angezeigt wird. Man kann dieses Menü aber auch abschalten, um den gesamten Bildschirm zu bepinseln. Natürlich gibt es auch ein Diskettenmenü, mit dem man Bilder lädt und speichert. Auf der Programmdiskette gibt es auch ein Dia-Show-Programm, das alle »Neo-Chrome«-Bilder der Reihe nach von der Flop-py lädt und einige Sekunden auf dem Bildschirm zeigt.

Schon nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit kann man mit »Neo-Chrome« sehr gut arbeiten. Das Programm entlockt dem Atari ST einiges an Grafikpracht und Farbenfreude. Da »Neo-Chrome« keinen müden Heller kostet, gibt es für ST-Besitzer mit Farbbildschirm nur einen ganz klaren Tip: Zum Händler rennen und das Programm kopieren — es lohnt sich! (hl)
F. Abbing/gn


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