Datenbank-Verwaltungssystem für Spectrum

DBMS steht für Data Base Management System. Es handelt sich also um ein Dateiprogramm. Geladen wird es mit »LOAD .... « in zwei Teilen; es startet automatisch. Zunächst erscheint eine - erholsamerweise deutsche --Kurzbeschreibung des Programms, die allerdings die (ebenfalls deutsche) Beschreibung nicht ersetzen kann und soll. Dann muß man die Datei initialisieren.

Zur Kontrolle: Musterausgabe

Dazu wird man zunächst nach der Anzahl der Felder pro Datensatz gefragt, dann nach den Namen für diese Felder. Diese Namen sind immer elf Zeichen lang, gibt man längere Namen ein, wird hinten abgeschnitten, gibt man kürzere ein, wird mit Leerzeichen aufgefüllt.

Dann wird man nach der Länge der einzelnen Felder gefragt. Wenn man auch diese eingetippt hat, werden die erforderlichen Felder vorbereitet. Anschließend erfährt man, wieviele Felder ein Datensatz hat, die Gesamtlänge des Datensatzes, wieviele Datensätze man unterbringen kann und wieviel Speicher benutzt wird. Drückt man jetzt ENTER, bekommt man ein Muster eines Datensatzes zu sehen, wobei die Daten durch Punkte dargestellt werden. Hier wird nun auch gefragt, ob Muster und Belegung in Ordnung sind, wobei mit Muster die »Karteikarte« und mit Belegung der benutzte Speicherplatz gemeint sind. Man soll mit J%N antworten, sollte aber doch irgendwo den Hinweis finden, daß man CAPS SHIFT und J beziehungsweise N drücken muß. Antwortet man mit Nein, wird man gefragt, ob wenigstens das Muster in Ordnung ist. Falls nicht, kann man nochmal von vorne anfangen, ansonsten kann man hier den benutzten Speicherplatz ändern (von sich aus benutzt das Programm nie den ganzen Speicher, auch nicht, wenn man vor dem Laden mit CLEAR den RAMTOP ganz nach oben setzt).

Unterbricht man das Programm in dieser Phase, muß man es leider neu laden, ein Neustart mit GOTO ist nicht möglich. Ist man mit dem Initialisieren fertig, wird man aufgefordert, die Zeile 6000 zu löschen und anschließend CONTINUE einzugeben.

Es erscheint dann eine Menüzeile: A, I, O, S, X.

Es ist auch hier wieder zu beachten, daß die Buchstaben in Verbindung mit CAPS SHIFT gedrückt werden müssen. Bei Erstbenutzung braucht man auf jeden Fall zunächst die Funktion »A«:Printer an (1) oder aus (0), den Namen der Datei (maximal 35 Zeichen, sonst erhält man die Fehlerrneldung »Out of memory«) und den Arbeitsindex (maximal so groß wie die Anzahl der Datensätze; wenn die Datei zunächst nur 50 Datensätze aufnehmen soll, aber zum Beispiel 200 aufnehmen kann, kann man dadurch dafür sorgen, daß zunächst nur mit den ersten 50 Datensätzen gearbeitet wird -- leider werden größere Zahlen angenommen als zulässig sind).

Feldnamen werden mit ausgegeben

Sollte man Fehler gemacht haben: GOTO 1 hilft weiter. Als zweite Funktion wird man zweifellos » I·< brauchen. Zunächst wird man dabei gefragt, ab welcher Nummer man eingeben oder ändern will (für spätere Benutzung wäre es zweifellos nützlich, die Anzahl der bereits vergebenen Datensätze gesagt zu bekommen). Gibt man eine Zahl außerhalb des zulässigen Bereiches ein, erhält man die Fehlermeldung »Subscript wrong«.

Der Datensatz mit der eingegebenen Nummer wird ausgedruckt. Gleichzeitig erscheint ein weiteres Menü: ENTER, KEY, LIST, INPUT, STOP.

Mit ENTER geht man zum nächsten Datensatz (zum Beispiel wenn man einzeln LISTen will oder feststellt, daß man mit diesem Datensatz nicht arbeiten möchte).

LIST (Taste K drücken, diesmal ohne Shift): alle Datensätze ab der eingegebenen Nummer bis einschließlich zum Arbeitsindex (Vorsicht, wenn dieser außerhalb des zulässigen Bereiches liegt) werden nacheinander gegebenenfalls auf den Drucker gelistet. Es kann gestoppt werden durch STEP (SYMBOL SHIFT und D -nicht, wie in der Anleitung steht SHIFT und E). Kurzzeitig unterbrochen werden kann das automatische Listen auch durch Festhalten einer beliebigen Taste.

Spätestens hier bemerkt man, daß man dieses Dateiprogramm zum Beispiel nicht dafür benutzen kann, um Adreßetiketten zu schreiben, denn leider werden die Feldnamen immer mit ausgegeben. Zudem ist es nicht möglich, dafür zu sorgen, daß einzelne Felder nicht auf dem Drucker erscheinen (zum Beispiel Telefonnummer, Bemerkungen).

INPUT (Taste I ohne SHIFT) führt wieder zur Nummernabfrage. KEY (das heißt eine nicht durch Funktion belegte Taste, also alle Tasten außer I, K, ENTER) führen zum eigentlichen Eingabemodus. Es fällt unangenehm auf, daß der vorherige Datensatz stehenbleibt beziehungsweise die vorherigen Sätze stehenbleiben. Geändert wird der mit der höchsten Nummer, über dem Datensatz steht dann » EDIT: (Nr.)«. Es wird einfach über den alten Datensatz geschrieben, der da steht. Der Halte« Datensatz mit dieser Nummer steht unter Umständen ganz unten, der neue dann oben (das hängt davon ab, wieviele Datensätze auf den Bildschirm passen).

In der 1. Zeile (beziehungsweise dem 1. Feld) erscheint ein rotes »?«. Drückt man einfach ENTER, wird der Inhalt des Feldes nicht geändert, und in dem nächsten Feld erscheint nun auch ein Fragezeichen und so weiter.

An dieser Stelle bemerkt man einen weiteren Nachteil: Dadurch, daß zu Beginn eines Feldes immer der elf Zeichen lange Feldname und Doppelpunkt ausgegeben wird, muß man bei der Eingabe von Daten mit mehr als 20 Zeichen aufpassen, wird ein halbwegs ordentliches Display gewünscht. Und das ist bei einer Datei wohl fast immer der Fall. Sonst sieht das unter Umständen so aus:

Datensatz 15
Name: Buchbinder, Friederike-Charlotte
Straße: Bürgermeister-Reuter -Str. 312
Ort: 2800 Bremen

Schön, nicht? Also: 20 eingeben, 12 Leerzeichen, 20 Zeichen, was logischerweise beim Sortieren zu Fehlern. führen kann. STOP (SYMBOL SHIFT und A) führt zum Hauptmenü zurück. Funktion » 0« im Hauptmenü erlaubt es, die Datei nach einem beliebigen Feld unter den vorhandenen (zum Beispiel Ort) umzuordnen. Es wird bis zur Höhe des Arbeitsindexes geordnet. »Subscript wrong« erscheint, wenn dieser außerhalb des zulässigen Bereichs liegt. Und es gibt wohl auch schnellere Sortierverfahren.

Es gibt bessere ...

Funktion » S« im Hauptmenü erlaubt es, bestimmte Einträge zu suchen. Zuerst wird man nach dem zu suchenden (Teil-)Eintrag gefragt, darin nach dem Feld, in dem dieser stehen soll. Es können zum Beispiel alle Einträge aufgelistet werden, die im Feld »Name« mit P beginnen. Es kann jedoch kein Teileintrag gesucht werden, de-r nicht am Anfang des Feldes steht.

Funktion » X« erlaubt das Sichern der Daten auf Band. Zunächst wird man nach dem Datum gefragt (solange steht das alte Datum da). Dann erscheint »Start tape and press any key«. Lade- beziehungsweise Programmname ist der Name der Datei. Ich habe nicht ausprobiert was passiert, sollte der Dateiname länger als zehn Zeichen sein.

Der kurze M-Code-Teil wird nicht mitgeSAVED. Erneutes Laden mit »LOAD ""«. Der Ladevorgang wird beendet mit »OK«. (Wenn jetzt ein Spectrum-Neuling RUN drückt ...). Der einzige Vorzug, den dieses Dateiprogramm gegenüber anderen hat (nämlich, (laß es in deutsch ist), wird durch die zahlreichen Nachteile (nicht abbruchsicher, teilweise fehlerhafte Beschreibung, für Adreßetiketten unbrauchbar, langsame Sortierung, kein automatischer Arbeitsindex, kein CLS beim Listen und Editieren der Datensätze, ...)bei weitem aufgehoben.

Für kleine Dateien kann man sich das Programm selbst schreiben, für große, insbesondere betriebliche Dateien ist der Spectrum a) zu klein und b) ohne Floppy sowieso nicht ernsthaft brauchbar.

Alles in allem: Es gibt weit bessere Programme, die auch noch einfacher und übersichtlicher sind.

In einer der nächsten Ausgaben stellen wir Ihnen ein Dateiprogramm mit Namen »Datakit« vor, das, obwohl es bereits fast allen Ansprüchen genügt, dem Benutzer die Möglichkeit bietet, es seinen individuellen Wünschen anzupassen
Erika Hölscher


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