Vom Computer zum System: Hardware für Einsteiger

Wenn Sie ein frisch gebackener Atari-Besitzer sind, werden Sie sehr schnell feststellen, daß Sie mit dem Computer allein nicht sehr viele Arbeiten erledigen können. Erst mit der richtigen Peripherie erweist sich Ihr Atari als nützlicher Helfer. Wir zeigen Ihnen, mit welcher zusätzlichen Hardware Sie Ihren Atari von Anfang an aufwerten.

Drucker

Um Ihre Werke, seien es nun Texte oder Grafiken, zu Papier zu bringen, benötigen Sie einen Drucker. Läßt Ihr Budget einen Laserdrucker nicht zu, dann sollten Sie sich für einen preiswerten 24-Nadler entscheiden. Dieser bietet gegenüber dem Laser sogar den Vorteil, daß Sie Durchschläge erzeugen können. Mitunter stört es, daß die Ausdrucke von schönen bunten Monitor-Bildern nur schwarzweiß auf dem Papier erscheinen. Hier schafft ein Farb-Kit Abhilfe, das viele Druckerhersteller für ihre Geräte als Aufrüstung anbieten. Beim Kauf eines Farb-Kits sollten Sie darauf achten, daß Hardcopy-Treiber für den ST und Druckertreiber für die von Ihnen benutzten Programme verfügbar sind. Denn ohne geeignete Treiber sind Sie nicht in der Lage, die neuen Fähigkeiten Ihres Druckers einzusetzen. Liebäugeln Sie mit einem Laserdrucker, da dieser mit exzellenter Druckqualität und hoher Geschwindigkeit überzeugt, dann stehen Ihnen neben dem Atari SLM 605 auch alle Angebote dieses weiten Marktes offen. Sie sollten aber darauf achten, daß das gewählte Gerät über eine HP Laserjet-Emulation verfügt, denn praktisch alle relevanten Anwendungen werden mit einem Treiber für diese Drucker geliefert. Ein Vorteil dieser Geräte ist ferner, daß Sie sich bei einem eventuellen Systemwechsel auch am neuen Computer weiterbetreiben lassen, was beim SLM 605 leider nicht der Fall ist.

ED/ HD-Aufrüstung

Selbst der billigste MS-DOS-kompatible PC verfügt heute über ein HD-Diskettenlaufwerk. Hat Ihr ST nur ein 720-KByte-Laufwerk, so sollten Sie ihn mit einem HD-Kit oder noch besser einem ED-Kit nachrüsten. Neben einem modifizierten Controller gehört noch ein geeignetes HD- oder ED-Laufwerk und ein Formatier- und Kopierprogramm zum Lieferumfang eines solchen Kits. Zu empfehlen ist das ED-Kit, da es sowohl mit 1,44- wie auch 2,8-MByte-Disketten arbeitet. Problemlos und zur Zeit noch preisgünstiger gestaltet sich auch die Kombination ED-Kit und HD-Laufwerk, jedoch können Sie dann auch nur mit HD-Disketten arbeiten. Entwickeln sich die Preise der zur Zeit noch relativ teueren ED-Laufwerke und ED-Disketten in dieselbe Richtung, wie dies bei HD-Geräten der Fall war, dann steht aber einem späteren Aufstieg durch Austausch des Laufwerkes nichts im Wege.

Grafikkarten

Setzen Sie Ihren Atari überwiegend im DTP- und EBV-Bereich ein, dann reichen oft die Grafikfähigkeiten des Computers nicht aus, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Hier bieten Grafikkarten die Möglichkeit, dem Atari zu einer besseren Grafikausgabe zu verhelfen. Je nach Bedarf stehen Ihnen günstige Erweiterungen wie die von Overscan, die lediglich die vorhandene Bildschirmfläche optimal ausnutzen, Karten für den Mega-Bus bis hin zu VME-Bus-Karten zur Verfügung. Allerdings benötigen Sie für die Arbeit mit diesen Grafikerweiterungen mindestens einen VGA- besser einen Multisync-Monitor. Mit der richtigen Grafikkarten/Monitor-Kombination steht selbst einer True-Color-Darstellung nichts im Wege. Sie sollten allerdings bereits beim Kauf einer Grafikkarte darauf achten, daß Treiber für die von Ihnen eingesetzten Programme zum Lieferumfang gehören. Am besten lassen Sie sich Ihre Software beim Händler auf der ins Auge gefaßten Erweiterung vorführen.

Massenspeicher

Fast schon zur Grundausstattung eines ST gehören schnelle Massenspeicher. Für die meisten Anwender genügen Festplatten mit einer Kapazität von 50 bis 100 MByte. Müssen Sie aber häufig Daten mit anderen Anwendern austauschen, beispielsweise umfangreiche DTP-Dokumente mit dem Belichtungsstudio, dann ist meist ein Wechsel-platten-Laufwerk der Massenspeicher der Wahl. Eine größere Datensicherheit und mehr Speicherplatz bieten MO-Laufwerke, die die Daten auf magneto-optischem Weg speichern. Sony garantiert beispielsweise für zehn Jahre absolute Datensicherheit bei ihren MO-Laufwerken. Arbeiten Sie mit wichtigen Daten, dann sollten Sie sich nicht allein auf die inzwischen hohe Sicherheit moderner Festplatten verlassen. Für Sicherheitskopien des Platteninhalts benötigen Sie einen Streamer, mit dem Sie am besten täglich Ihre Arbeit speichern. Dann ist der Schmerz im Falle eines Falles meist zu verkraften, denn der maximale Datenverlust begrenzt sich auf die Arbeit eines Tages.

Maus-Alternativen

Gerade bei kleinen Schreibtischen stört häufig das Kabel der Atari-Maus, die übrigens auch in Sachen Ergonomie nicht das Optimum bietet. Dieses Problem schaffen Sie entweder mit einer kabellosen Infrarot-Maus oder mit einem Trackball aus der Welt. Diese Mäuse arbeiten mit einem Infrarot-Sender wie die Fernbedienung Ihres Fernsehgerätes, der die Koordinatenänderungen zu einem Empfänger, der mit dem Mausanschluß des Computers verbunden ist, überträgt. Ein Trackball stellt eine auf dem Rücken liegende Maus mit einer großen Kugel dar. Den Cursor bewegen Sie, indem Sie die Kugel drehen. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, daß der Trackball selbst nicht bewegt wird. Sie benötigen also für die Arbeit mit diesem Zusatz wesentlich weniger Platz auf Ihrem Schreibtisch als dies beim Einsatz einer Maus der Fall ist.

Modem

Interessieren Sie sich für Datenfernübertragung, dann benötigen Sie ein Modem, um mit anderen Anwendern und mit Mailboxen in Verbindung treten zu können. Dabei sollten Sie kein Gerät erwerben, das nicht mindestens eine Geschwindigkeit von 2400 Baud unterstützt. Bei der augenblicklichen Preisentwicklung auf diesem Sektor sollten aber auch 9600-Baud-Geräte für jeden erschwinglich sein. Viele Modems bieten neben der Möglichkeit, Daten zu übertragen, auch eine Fax-Funktion. Dies bedeutet, daß das Gerät mit einer geeigneten Software in der Lage ist, Faxe zu senden und zu empfangen. Dies ist ein Einsatzgebiet, auf das man wegen der geringen Mehrkosten nicht verzichten sollte.

RAM-Erweiterungen

Bei den modernen, aber sehr speicherintensiven Programmen stellt man häufig fest, daß 1 MByte RAM nicht genügt. In diesem Fall schafft eine Speichererweiterung das Problem aus der Welt. Viele Hersteller bieten Speichererweiterungen von 1 MByte auf 2 oder 4-MByte als steckbares oder teilsteckbares Modell an. Auch wurde inzwischen die 4-MByte-Grenze für RAM-Aufrüstungen überwunden, so daß chronischer Speichermangel endgültig der Vergangenheit angehören sollte.

SCART-Kabel

Die meisten ST-Besitzer arbeiten mit einem SM124 Monochrom-Bildschirm. Dies liegt daran, daß dieser flimmerfreie Monitor für viele Arbeiten hervorragend geeignet ist. Manchmal, besonders bei Spielen, vermißt man einen Farbbildschirm schmerzlich, jedoch lohnt sich die Anschaffung eines Zweitmonitors meist nicht. Hier bietet das heimische Farbfernsehgerät eine kostengünstige Alternative, sofern es über eine SCART-Buchse verfügt. Dann nämlich steht dem Anschluß des ST ans Fernsehgerät nichts im Wege und auch die Qualität des Bildes läßt keine Wünsche offen. Das nötige SCART-Kabel bietet der Fachhandel für 30 bis 50 Mark an. Bastler fertigen sich ein geeignetes Kabel selbst an.

Turbokarten

Stellen Sie bei der Arbeit mit dem ST fest, daß seine Rechengeschwindigkeit für Ihre Anwendung nicht ausreicht, dann helfen Turbokarten Ihrem ST auf die Sprünge. Das Angebot dieser Beschleuniger reicht von MC 68000-Prozessoren, die mit 16 statt der üblichen 8 MHz getaktet werden, über Boards mit MC 68020 und mathematischem Coprozessor, wie die in dieser Ausgabe vorgestellte PAK-68/2, bis zu Hightec-Erweiterungen mit MC 68030 und schnellem FastRAM. Mit den High-End-Turbokarten verhelfen Sie dem ST zu einer höheren Performance als sie ein TT bietet, doch fordert eine solche Aufrüstung auch ihren Preis. Doch die 68020-Erweiterungen bieten meist ein ausgezeichnetes Preis/Leistung-Verhältnis, so daß diese Investition durchaus vertretbar ist.

Wie Sie sehen, läßt sich der Atari praktisch an alle Bedürfnisse durch die richtige Hardware optimal anpassen. Dabei ist der finanzielle Aufwand in etwa vergleichbar mit dem, der beim Ausbau eines MS-DOS-Systems entsteht. Auch lassen sich durch eine überlegte Wahl der Peripherie viele Geräte auch an anderen Computern betreiben, so daß sie unter Umständen bei einem späteren Systemwechsel übernommen werden können.


** Ulrich Hofner**


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