Multi-Media macht’s nötig - Moderne SCSI-Massenspeicher: die CD-ROM

CD-ROM-Laufwerke sind bereits seit einigen Jahren auch für den ST/TT verfügbar, doch führten sie mangels brauchbarer Anwendungen eher ein Schattendasein. Dies dürfte sich in Zukunft ändern - dank der Multi-Media-Maschine Falcon und nicht zuletzt wegen des Vertrages, den Atari mit Kodak über die Foto-CD schloß.

Die CD, der Datenspeicher der Zukunft

Von der heimischen Steroanlage her kennt sie jeder: die Compact Disc oder kurz die CD. Nun scheinen diese kleinen runden Scheiben auch in der Computerwelt einen Siegeszug als Massenspeicher anzutreten.

Daten sind bei einer CD auf einer spiralförmigen Spur untergebracht, die ein Laserstrahl von innen nach außen abtastet. Beim Lesen der Daten nutzt man folgende physikalische Gegebenheit: Der Lichtstrahl des Lasers wird normalerweise von der Fläche der CD reflektiert. Fällt der Laserstrahl auf eine Vertiefung in der Datenspur, zerstreut diese das Licht. Eine spezielle Optik neben dem Laser registriert, ob die Datenspur den Laser normal reflektiert oder dessen Licht in alle Richtungen streut. Diese Unterschiede interpretiert eine Elektronik dann als »Bit gesetzt« oder »Bit nicht gesetzt«.

Ein großer Vorteil der Daten-CD gegenüber herkömmlichen Massenspeichern liegt in der enormen Speicherkapazität begründet. Diese liegt bei bis zu 650 MByte. Ein weiterer Pluspunkt könnte sich bei der Herstellung großer Mengen Daten-CDs ergeben. Denn eine Musik-CD kostet heute in der Massenherstellung weniger als 4 Mark. Dieser Preis ist allerdings bei Daten-CDs wegen der wesentlich geringeren Auflage zur Zeit noch Zukunftsmusik.

Auch für Heimanwender werden Daten-CDs langsam interessant. Das Stichwort lautet hier »Multi-Media«. Denn erst mit diesen riesigen Speicherkapazitäten läßt sich Multi-Media mit einem Computer realisieren. Dies führte im MS-DOS-Lager dazu, daß ein CD-ROM-Laufwerk eine zwingende Voraussetzung ist, soll der PC als Multi-Media-Maschine eingesetzt werden.

Wegen der in letzter Zeit vermehrt abgesetzten Stückzahlen sind CD-ROM-Laufwerke für PCs jetzt bereits für unter 500 Mark erhältlich und es spricht einiges dafür, daß die Preise weiter fallen.

Gerade bei CD-ROMs sind internationale Standards bei den Aufzeichnungsverfahren unabdingbare Voraussetzung dafür, daß die kleinen Scheiben auch von den Laufwerken verschiedener Hersteller gelesen werden können. Die meisten Laufwerke beherrschen dabei heute den ISO 9660- oder High Sierra-Standard.

Interessant nicht nur für den Multi-Media-Bereich ist besonders die von Kodak und Philips entwickelte Photo-CD, der folgende Idee zugrunde liegt: Im Fotogeschäft lassen sich Abzüge von belichteten Filmen auf einer CD ablegen. Dies soll etwa 20 bis 30 Mark kosten. Die 36 Bilder eines Filmes benötigen aber bei weitem nicht die gesamte Kapazität einer CD, so daß sich zu einem späteren Zeitpunk andere Filme auf ihr speichern lassen. Insgesamt passen etwa 100 Bilder auf eine CD.

Die Photo-CD läßt sich auf einem geeigneten Laufwerk abspielen, das über die heimische HiFi-Anlage auch Musik-CDs wiedergibt. Dieses Verfahren stellt grafischen Anwendungen, dem DTP-Bereich und nicht zuletzt Multi-Media-Applikationen eine sehr preiswerte Quelle für Scans zur Verfügung. Mit der Photo-CD scheint Kodak den CD-ROMs zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.


Ulrich Hofner
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