Tastaturgeflüster: Kurs Tempus Word Junior Teil 2

Willkommen zum zweiten Teil unseres Tempus Word Junior-Kurses. Ich hoffe. Sie hoben seit dem letzten Mal schon einige Erfahrungen im Umgang mit dem Programm gesammelt. Heute geht es vor allem um die Tabulatoren, die Seiten- und Absatzlayouts sowie die Kopf- und Fußzeilen.

In der letzten Ausgabe haben wir uns recht ausführlich mit den angezeigten Informationen innerhalb des Dokumentenfensters befaßt. Dabei haben wir auch schon die letzte Zeile angesprochen, die die Tabulatoren aufnimmt. Damit wollen wir uns noch ein wenig beschäftigen. TWJ kennt verschiedene Tabulatoren, die Sie direkt in der Tabulatorzeile eingeben. Setzen Sie die Maus in der Tabulatorzeile auf die Stelle, an der der Tabulator ungefähr stehen soll. Ein Doppelklick auf die linke Maustaste holt jetzt eine Dialogbox auf den Bildschirm (Bild 2). Hier wählen Sie zwischen den vier Tabulatorarten linksbündig, rechtsbündig, zentriert und dezimal. Die genaue Position können Sie ebenfalls noch bestimmen. Die Angabe zur Einrückung eines Absatzes nehmen Sie ebenfalls in dieser Dialogbox vor, ebenso die Einstellungen für den rechten und linken Rand. Mit »Setzen« erzeugen Sie nun einen Tabulator an der gewünschten Stelle. Anders als bei anderen Textverarbeitungen setzen Sie die verschiedenen Tabulatoren aber beim Schreiben nicht nur mit der »Tab«-Taste, abhängig von dem nächsten folgenden Tabulator. TWJ ist da eine Spur intelligenter. »Tab« springt immer bis zum nächsten linksbündigen Tabulator, »Alternate Tab« zum nächsten rechtsbündigen, »Shift Tab« zum nächsten zentrierten und »Control Tab« zum nächsten dezimalen Tabulator.

TWJ verwaltet übrigens beliebig viele Tabulatorzeilen, die sich auch benennen und speichern lassen. Über den Menüpunkt »Text/Tabulatoren« erreichen Sie eine Dialogbox, in der Sie die gerade aktuelle Tabulatorzeile mit einem Namen versehen können (Bild 1). Die unterschiedlichen Tabulatorzeilen erreichen Sie über das Pop-Up-Menü unter »Tabzeile«. Die aktuell ausgewählte Tabulatorzeile übernehmen Sie mit »Setzen«. Möchten Sie ein regelmäßiges Raster von Tabulatoren einsetzen/ geben Sie ebenfalls in dieser Box die entsprechenden Werte an. Dieses Raster läßt sich natürlich nachträglich noch verändern, entweder durch Hinzufügen oder Entfernen von Tabulatormarken per Doppelklick links oder rechts oder durch Verschieben der Marken mit der Maus. Verschieben Sie mit gedrückter linker Maustaste, erfolgt direkt beim Verschieben ein Textumbruch. Verschieben Sie mit der rechten Maustaste, bricht TWJ den Text erst um, wenn der Tabulator an der neuen Stelle sitzt.

Über die Absatzformate haben wir in der letzten Ausgabe schon gesprochen. TWJ ist in der Verwaltung der Absatzformate recht flexibel. Sie stellen einfach alle Werte in der Anzeigeleiste ein und benennen dieses Absatzformat. TWJ trägt es dann in seine Liste ein und Sie haben es über das Pop-Up-Menü direkt im Zugriff.

Bild 1. Pop-Up-Menü der Tabulatorzeilen
Bild 2. Dialogbox für die Tabulator-Eingabe
Bild 4. Hier steuern Sie den Seitenumbruch
Bild 3. Diese Sonderzeichen geben Sie direkt ein

Der zweite wichtige Formatbereich in TWJ ist das Seiten-Layout. Über den Menüpunkt »Text/Seiten-Layout« erreichen Sie die Dialogbox mit allen Einstellungen für eine wirklich flexible Seitengestaltung.

In der Box »Papierformat«, rechts oben, legen Sie die Gesamtgröße Ihres Blattes fest. Neben zahlreichen Standardformaten, aufzurufen über das Pop-Up-Menü, dürfen Sie hier natürlich auch ein freies Format angeben. In den Boxen »Kopfbereich« und »Fußbereich« bestimmen Sie die Größe dieser beiden Seitenelemente. Mit »Spalte« geben Sie die Anzahl der Spalten für eine Seite an und legen die jeweilige Größe fest. TWJ unterstützt bis zu zwölf Spalten auf einer Seite. Die Seitenabbildung links zeigt die verschiedenen Spaltenumrisse. Die gerade aktive Spalte, die Sie auch mit den Pfeilen bei »Spaltenposition« und den Angaben bei »Spaltenränder« verändern können, erscheint in der Anzeige grau unterlegt. Die Größe und Lage der Spalten ist völlig unabhängig voneinander. Sie könnten sogar Spalten überlagern und in Verbindung mit Bildern recht komplexe Layouts erzeugen.

Bild 5. Dialogbox für das Seiten-Layout

Das fertige Seitenlayout speichern Sie am besten unter einem aussagekräftigen Namen. TWJ sieht für diese Layouts die Endung *.LAY vor. Nach einiger Zeit haben Sie dann eine schöne Seitenlayout-Bibliothek zusammen. Zum »Lieferumfang« der letzten TOS-Diskette gehörten ja bereits Layouts für einen Brief, eine DIN-A4-Seite und eine dreispaltige Seite.

Über die Funktion »Seitennumerierung« braucht man eigentlich keine großen Worte zu verlieren. Unter »Parameter« stellen Sie verschiedene Formen der Numerierung ein. Probieren Sie einfach mal die verschiedenen Arten aus. Zum letzten Eingabefeld »Layout/auf Gegenseite« bedarf es jedoch einiger Anmerkungen. Grundsätzlich muß man bei gedruckten Texten unterscheiden, ob es sich um einseitige oder zweiseitige Druckstücke handelt. Damit ist nicht die Anzahl der Seiten gemeint, sondern ob der Betrachter die Seiten lediglich hintereinander oder auch nebeneinander sieht. Handelt es sich, wie beispielsweise bei einem mehrseitigen Brief, um Seiten, die nur hintereinander gelesen werden, dann hat jede Seite genau dasselbe Layout. Die Abstände vom Text zu allen Rändern sind auf jeder Seite gleich. Betrachten Sie dagegen ein Buch oder eine Zeitschrift, dann sehen Sie, daß das Layout der linken und rechten Seite spiegelbildlich zueinander steht. Deshalb unterscheidet TWJ auch die Layoutangabe für eine linke und eine rechte Seite.

Damit Sie aber ein Layout nicht doppelt anlegen müssen, wenn Sie zweiseitige Dokumente verwenden, bietet das Programm ein automatisches Umkopieren von einer auf die andere Seite. »Kopieren« überträgt dabei das Layout exakt auf die andere Seite, während »Spiegeln« eine spiegelbildliche Anordnung erzeugt. Diese Form ist normalerweise bei Büchern, Zeitschriften etc. üblich.

Noch ein letztes Wort zu dieser Dialogbox. Die beiden grau unterlegten Punkte »entfernen« und »setzen« sind in TWJ nicht belegt. Sie bleiben den größeren Versionen Vorbehalten, in denen Sie mehrere Seitenlayouts in einem Dokument verwalten können.

Doch mit der Einstellung des Seitenlayouts alleine ist es nicht getan. Sie müssen TWJ auch noch mitteilen, daß Sie dieses Layout wirklich verwenden wollen. Dazu dient der Menüpunkt »Extra/Gestaltung«. Hier erhalten Sie wieder eine Dialogbox, mit der Sie den Seitenumbruch steuern (Bild 4). Der normale Befehl in dieser Box heißt »umbrechen«. Damit sorgt TWJ für eine vollständige Seiteneinteilung gemäß dem Seitenlayout. Mit »editieren« gelangen Sie in eine Vorschau, die Ihnen eine Bearbeitung des Umbruchs erlaubt. Der Mauszeiger dient dabei als eine Art Zeilenlupe, mit der Sie eine Zeile direkt lesen können. Hier fügen Sie Leerzeilen ein, löschen Leerzeilen oder erzwingen harte oder weiche Seitenumbrüche. Vor allem bei der Gestaltung längerer Texte kommen Sie schneller zurecht, wenn Sie statt des automatischen Umbruchs lieber mit dieser Funktion von Hand arbeiten. Sie können dann sicher sein, den korrekten Umbruch zu haben. Im übrigen ist der Hilfetext zu dieser Dialogbox sehr ausführlich und klar.

Für die Praxisfans noch ein kleiner Durchgang in Sachen mehrspaltiges Layout. Haben Sie Ihren Text geschrieben, rufen Sie das Seiten-Layout-Menü auf und legen die Anordnung der Spalten fest. Gehen Sie dann zurück in den Text und passen das Absatzformat der Spaltenbreite an. Notieren Sie sich am besten die Werte der Spaltenbreiten und geben die Textbreite per Ziffern ein. (Doppelklick auf die Absatzbegrenzung) Wenn die Textbreite stimmt, rufen Sie »Extra/Gestaltung« auf und wählen »editieren«. TWJ zeigt Ihnen dann in der Seitenvorschau, daß der Text aus einer Spalte nach unten herausläuft. Geben Sie jeweils am Ende der Spalte einen weichen Seitenumbruch an, und der Text läuft in die nächste Spalte. Die Reihenfolge der Spalten läßt sich übrigens im Seiten-Layout-Dialog verändern. Also Vorsicht, denn der Text richtet sich immer nach der Numerierung der Spalten.

Weiter geht es mit der nächsten wichtigen gestalterischen Funktion, dem Kopf- und Fußbereich. In der Einstellung des Seiten-Layouts haben Sie diese beiden Bereiche vielleicht schon verwendet. Wenn nicht, dann holen Sie das bitte jetzt einmal nach. Der Kopf-und Fußbereich einer Seite nimmt Informationen auf, die normalerweise auf jeder Seite gleich sind und immer erscheinen sollen. Das könnte bei einem Brief z.B. eine Adresse oder Bankverbindung am Ende der Seite sein. Bücher haben häufig in der Kopfzeile den Titel oder die Kapitelüberschrift stehen. Richten Sie die Spalten für den Kopf- und Fußbereich im Seitenlayout so ein, daß diese nicht über den normalen Text ragen. Die Größe stellen Sie unter »Spaltenränder« ein.

Rufen Sie als nächstes den Befehl »Text/Kopf/Fußzeilen« auf. Mit »bearbeiten« gelangen Sie in einen neuen Schreibbereich, in dem Sie alle Funktionen von TWJ genauso nutzen können wie im Haupttext. Sind Sie in diesem Bereich fertig, kommen Sie über das Schließfeld des Fensters wieder zum Haupttext zurück. Sind Sie noch im Kopf/Fußbereich, bringt Ihnen ein erneuter Aufruf von »Text/Kopf/Fußbereich« eine Dialogbox, in der Sie die Wirkung dieses Bereichs einstellen. Zum Schluß unseres heutigen Kursteils noch einige kleine Tips. Zunächst zum Stichwort »Hilfe«. TWJ verfügt ja über eine kontextsensitive Hilfe-Funktion, die Sie jederzeit über HELP erreichen. Das gilt auch in Dialogboxen etc. Wenn Sie also z.B. eine Erläuterung zur »Umbrechen«-Dialogbox suchen, dann wählen Sie diese Dialogbox an und drücken HELP. Sofort kommen die Erläuterungen zu dieser Box. Ein weiterer Hinweis betrifft die Eingabe von Sonderzeichen. Unter dem Befehl »Schrift/Sonderzeichen« finden Sie eine Liste von Zeichenkombinationen, die bestimmte Sonderzeichen ergeben (Bild 5). Natürlich ist die normale Eingabe der jeweils ersten Hilfszeichen nun nicht mehr direkt möglich. Um beispielsweise einen Schrägstrich einzugeben müssen Sie ihn zweimal tippen. Denn normalerweise dient der Schrägstrich als Steuerzeichen für die Eingabe eines durchgestrichenen o, also 0. (wk)


Wolfgang Klemme
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