Leserbriefe

ICP-Verlag
Redaktion TOS
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Was den Atari-Markt bewegt, findet hier seinen Niederschlag. Unser Podium dient Ihnen als ein Medium in viele Richtungen: Atari, Soft- und Hardwarehersteller, Leser und natürlich der Redaktion.

Virus, die erste

Jeder kann Fehler machen! Aber wenn der Betreffende dann nicht alles tut, um den Fehler wieder zu bereinigen, dann kann ich das nicht mehr billigen. Eine Warnung findet sich zwar an einer Stelle der neuesten Ausgabe, aber hätte sich dies nicht auch deutlicher gestalten lassen? Wenn ich nun vom Titel her nicht zu dieser Ausgabe gegriffen hätte, was dann? Der angebotene Schutz reicht meiner Meinung nach überhaupt nicht aus: Es wird nur ein Demo eines Virenkillers mitgeliefert, der nur auf Disketten (nur auf Laufwerk A) wirkt. Gehen Sie im Ernst davon aus, daß Ihre Leser keine Festplatten haben? Gäbe es neben den kommerziellen Programmen nicht auch Virenkiller im PD-Bereich, die alle Anforderungen erfüllen bezüglich des Virus und aller Speichermedien?

Lutz B., Hamburg

TOS: Wir haben den Virus sofort analysiert und festgestellt: Es handelt sich um den harmlosen BPLA-Virus. Dieser Virus verbreitet sich ausschließlich auf dem Bootsektor von Disketten und kann keine Festplatten befallen.

Der von uns mitgelieferte Virenkiller ist also absolut ausreichend, um den Virus zu entfernen.

Ich verstehe Ihre Erregung, denn das Thema Viren liefert auch genügend Grund dafür. Allerdings sollten Sie mir eines glauben: Wir haben uns sehr intensiv Gedanken darüber gemacht, wie dieses Problem zu beheben ist.

Auch die Idee, die Problematik des Virenbefalls in der vorigen Ausgabe auf dem Titel zu vermerken, wurde diskutiert. Dies ist uns aber rechtlich nicht erlaubt.

Virus, die zweite

Meiner Meinung nach wäre es selbstverständlich gewesen, zumindest die Abonnenten sofort zu informieren, wie es bei den britischen ST-Zeitschriften geschah, die sogar in der Lage waren, unaufgefordert innerhalb von 10 Tagen ihren Abonnenten, auch außerhalb von Großbritannien, eine Diskette mit einem Virenkillerprogramm nebst einer Entschuldigung zuzuschicken, statt das ganze Thema schamhaft auf der letzten Seite der nächsten Nummer abzuhandeln.

Petra B.-F., Karlsruhe

TOS: Wir kennen nur einen Fall einer britischen ST-Zeitschrift, und da handelte es nicht um einen so harmlosen Virus wie auf der TOS-Diskette 9/92, sondern um einen sehr aggressiven Virus.

Zu unserer Verbannung auf die letzte Seite: Dieses Thema thematisch dem Disketteninhalt zuzuordnen, hielten wir für sinnvoll, da es ja die Diskette betrifft.

Mit dem Strohhalm über den Abgrund

1) Herzlichen Dank erstmal für die erfrischenden, inhaltlich wertvollen und gestalterisch wohltuenden Seiten monatlich per Abo.

2) Ich habe allmählich genug von dem in letzter Zeit häufiger werdenden Gejammere über die Vergleichbarkeit von DOS und TOS. Meine These: Die Systeme sind nicht zu vergleichen! Möge doch jeder darüber nachdenken, welche Funktionsfülle in Soft- und Hardware für ihn selbst angemessen und vertretbar teuer ist. Logisch: Als überzeugter »Atari-Crack« gibt es für mich keine Alternative - bei aller Kritik an Atari/Raunheim/Sunnyvale.

Selbstverständlich bekomme ich auch glänzende Augen bei VGA-Farbenzauber unter »Corel Draw«. Zeitweise verfluche ich die, äußerlich wie innerlich graue, Kiste Mega STE ob ihrer vermeintlichen Unzulänglichkeiten.

Auf dem DOS-Sektor ist Software doch kaum noch finanzierbar. Daß 70% aller PC-User mit geklauter Software arbeiten (müssen), ist mehr ein Armutszeugnis für die Branche als ein Zeichen von »unheimlich cooler Piratenmentalität«. Meine Benutzeroberfläche erfüllt auch in Schwarzweiß ihren Zweck, nämlich übersichtlich zu sein und mit geringem Speicheraufwand die Eingabe verklausulierter Befehle zu sparen. Ob die Buttons jetzt einen 3D-Look haben oder nicht...das sind Schmerzen!? 3) Die Diskussion um den neuen Falcon entbehrt meines Erachtens einer gewissen Sachlichkeit in der Betrachtung.

Klar - es ist nur eine Game-Kiste und wer das leugnet, hat Marktwirtschaft nicht verstanden. Nur die Stückzahlen, die über den Ladentisch gehen, zählen letztendlich für die Bilanz. Atari muß weg aus dem Nischen-Dasein und als Hersteller von Consumer-Geräten zurück auf den Markt. Wenn das läuft, ist immer noch Zeit (und Innovation) genug da für High-End-DTP oder MIDI - auch in der Randgruppenexistenz.

Der Falcon 030 stellt für Atari den letzten Strohhalm dar, an dem sich die Firma über den Abgrund hangelt. Ohne den finanziellen Erfolg des Falcon wird es keine TTs, Mega STEs oder Falcon 040 geben.

Also bitte - an die Herren bei Atari: »Hauen Sie auf die Sahne, daß der Amiga kracht«, um unsereinem das Leben froh zu machen. Der DTPMIDILOWBUDGETUSER wird's danken.

Eine Frage: Im Zuge einer »Restbestandsauflösung« kam ich an ein CDAR 504 (350 DM). Eine Software-CD lag bei, und der Anschluß ans System bereitet keine Schwierigkeiten. Fraglich ist nur die weitere Beschaffung von Software auf CD, evtl. Clipart-Bibliotheken oder CFN-Fonts. Habe ich für kleines Geld ein Schnäppchen gemacht oder nur einen zweitklassigen CD-Spieler erstanden? Oder habe ich jetzt sogar eine Rarität?

Stefan E., Frankfurt/M.

TOS: Ihre Formulierung »Rarität« finden wir sehr treffend. Aber Spaß beiseite: Unserer Kenntnis nach ist bei Atari das Thema CD leider keines mehr. Obwohl durch die Aktivitäten von Kodak und deren Photo-CD das Thema aktueller ist denn je.

Bei der Falcon-Thematik spielt immer der Vergleich mit anderen Systemen eine große Rolle. Bitte bedenken Sie: Der Falcon bietet Merkmale, die kein anderes System heute bietet. Was viele noch nicht kapiert haben:

Sein überaus leistungsfähiges Soundsystem arbeitet ohne(!) Digitalen Signal Prozessor, kann aber mit dem DSP kooperieren und damit Sachen machen, die heute auch kein Next beherrscht.

Keine neuen Partygäste

Die Idee mit den Falcon-Parties ist nicht schlecht, hat aber den Nachteil, daß keine oder kaum neue Kunden dadurch gewonnen werden! Einen Falcon bei SAT1, RTL, Tele 5 etc. zu verschenken oder eine richtig flippige Werbung wie z.B. von Sega würde bestimmt neue Kunden ansprechen, oder? Die Präsenz von Atari auf der CSS ist ja schon eine gute Idee!

Nun, aber zur TOS! Wie wär's mit einem Test von Digital Arts Vektor? Was ist aus »Look« geworden, das vom Next auf den Atari portiert wurde?

Filipe M., Krefeld

TOS: Die wenigen tausend Stück, die noch in diesem Jahr in den Verkauf kommen sollen, interessieren hauptsächlich Freaks. Also sind die Falcon-Parties die richtige Adresse. Einen Falcon im Fernsehen zu verschenken, halte ich für zu einfach. Da kommt kein Unterschied zu Amiga, PC, Next rüber. Auf einer Messe präsent zu sein, die hauptsächlich Amiga-Interessierte anlockt, ist zweifellos eine gute Idee. Ebenso gut war die Präsentation der Soundfähigkeiten. Das Programm wurde von TOS entwickelt und präsentiert.

»Vektor« und »Look« haben wir noch nicht getestet, weil durch Rechtsstreitigkeiten der Vertrieb nicht sichergestellt war. Das ist inzwischen geklärt. Der Test folgt.



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