Diskette - Ja oder Nein?

Können Sie sich die TOS ohne Diskette vorstellen? Wir bitten um Ihre Meinung zu diesem Thema.

Lieber Leser, welchen Stellenwert hat für Sie die TOS-Diskette? Sicher eine ungewöhnliche Frage an dieser Stelle! Doch der Problemkreis Diskette hat - wie alles auf der Welt - seine zwei Seiten.

Bis jetzt kostet Sie die TOS am Kiosk 14,90 Mark und die Diskette ist automatisch dabei. Es gibt keine platzverschwendenden Listings mehr im Heft und Abtipporgien entfallen nebenbei auch. Innovativ nannte man dies nicht nur bei Atari. Nun werden wir zwar auf keinen Fall wieder ins Mittelalter der Listing-Abtipperei zurückfallen, aber auch die Diskette zum Heft gerät zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik.

Jeden Monat erreichen uns Leserbriefe und Anrufe, die sich mit dem Thema Diskette beschäftigen. Auf der einen Seite stehen die Beifallsäußerungen derer, die schon lange auf ein Magazin plus Disk gewartet haben, auf der anderen Seite stehen die Kritiker, deren Argumente wir nicht einfach vom Tisch fegen, sondern hier der breiten Leserschaft zur Diskussion stellen. Was macht eigentlich ein Leser, den die Programme, die wir monatlich auf die Diskette packen, nicht interessieren? Oder vielleicht interessiert er sich besonders für eine bestimmte Disk, im nächsten Monat läßt ihn jedoch das Programmangebot völlig kalt. Aussuchen fällt bisher flach, er bekommt die Diskette immer mitgeliefert und er muß sie auch immer mit bezahlen. Bestenfalls hat er dann eine Leerdiskette, doch die TOS bewegt sich sich eben im Preisvergleich mit anderen Publikationen klar im oberen Bereich. Sicher würden wir ohne Diskette - wie viele andere Magazine auch - nur 8 Mark kosten. Betrachtet man diesen Fall genauer, so könnten wir sogar mehr Seiten mit Testberichten, Stories und Anwendungen bringen, denn ohne Diskette würde ja auch für uns ein erheblicher Kostenbereich wegfallen, der in Form von mehr Seiten wieder dem Rest des Heftes zugute kommen würde.

Andererseits ist da noch das Umweltproblem - ein Themenbereich zu dem sich inzwischen verstärkt Leser äußern. Sie fragen, ja verlangen sogar nach Lösungen für die Bereitstellung der Software, damit diese umweltfreundlicher vollzogen wird als bisher.

Man muß sich darüber im Klaren sein, daß jeden Monat flinke Hände etwa 60.000 Disketten in Tütchen stecken, sie auf die Titelseite der TOS kleben, in extra Pappkartons verpacken, die sonst beim Zeitschriftenvertrieb nicht anfallen, und dann an die Verkaufsstellen senden. Dort wartet die Ausgabe auf Käufer. Ein großer Teil wird verkauft, den anderen Teil holen wir zurück, reißen die Tüten auf, nehmen die Diskette heraus und senden Sie wieder zur Kopieranstalt.

Viele Disketten gehen beim Rücktransport kaputt. Die Hefte befinden sich da nicht mehr in den stabilen Versandkartons, die wir verwenden, um Heft und Diskette beim Transport zu schützen. Jeden Monat werden auf diese Weise 60.000 Tütchen und jede Menge stabile Pappkartons zu Abfall.

Wir stellen uns dieser Kritik und es ist sicher nicht so, daß uns keine Lösungsansätze dafür einfallen. Wie kann man also dem Leser wichtige Programme zukommen lassen und weniger als bisher die Umwelt belasten, was außerdem noch eine preislich attraktive Lösung sein müßte, die dem Leser ebenfalls einige Wahlmöglichkeiten ein räumt?

Sie sehen schon, so einfach stellt sich das Problem nicht dar. Und deswegen möchten wir Ihre Meinung zu folgenden Lösungsansätzen wissen:

Grundsätzlich könnten wir die TOS zum Preis von 8 Mark ohne Diskette ausliefern. Die Diskette würde auch weiterhin von uns zusammengestellt und müßte von Ihnen jeweils ausdrücklich über eine ebenfalls im Heft abgedruckte Servicekarte angefordert werden. Wir würden den Preis für eine bestellte Diskette auf 6,90 Mark (inkl. Versand) festlegen. Das hätte den Vorteil, daß sich am Preis der TOS mit Disk dann nichts ändern würde. Die Portokosten, die dem Leser entstehen, weil er ja zuerst die Servicekarte an uns schicken muß, sind als Preis für die Auswahlmöglichkeit zu verstehen, denn man braucht nur noch die Disk zu bestellen, die wirklich interessant ist und gebraucht wird. Mit der Auswahlmöglichkeit spart man sowieso immer 7 Mark (eigentlich 6,90 Mark im Vergleich zum alten Heftpreis), wenn man sich eine Diskette nicht bestellt. Als Umweltbelastung entfallen bei dieser Methode etliche Tütchen und Pappkartons. Außerdem würden wir beim Einzelversand der Disketten an jeden Leser umweltfreundliche, recyclebare Versandtaschen verwenden. Eine deutliche Verringerung der Umweltbelastung ist dies schon. Wobei sich wie so oft heutzutage die Frage stellt, was ist Ihnen Ihr Umweltbewußtsein wert?

Eine weitere Möglichkeit wäre es, die TOS-Disk in den Public-Domain-Pool zu geben. Dann könnte sich jeder Leser beim PD-Händler seiner Wahl einzelne Disketten nach bestellen.

Um Ihre Meinung zu erfahren, haben wir eine Antwortkarte in dieser Ausgabe (Seite 51) vorgesehen, die die wichtigsten Punkte abfragt, aber auch Platz für Ihre eigene Meinung läßt. Vielleicht haben Sie noch weitere Ideen zum Thema »Diskette Ja oder Nein?«. Wir wollen es wissen!

Ihr Horst Brandt, Chefredakteur


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