Roland JV-30 von Roland, der »Sound Canvas« mit Tastatur

Sicher kein Abklatsch

Der Roland JV-30 basiert auf dem Roland SC-55, dem Sound Canvas, der bereits viele Lorbeeren erhalten hat. Trotzdem gibt es eine Reihe wesentlicher Unterschiede.

Was sind die ersten Tastenfolgen nach dem Aufstellen und Anschließen eines neuen Gerätes? Natürlich die Suche nach den integrierten Demo-Songs. Das Auffinden des entsprechenden Menüpunktes gestaltet sich aufgrund des ausführlich beschrifteten Bedienfeldes des JV-30 sehr einfach. Bevor jedoch die verzweifelte Suche nach der Enter-bzw. Start-Taste beginnt, empfiehlt sich ein Blick in das deutsche Bedienungshandbuch des Roland JV-30. Die gut gegliederte Anleitung zeigt Ihnen zu Beginn eine Grafik der Bedienoberfläche, die Anschlußbelegung und das notwendige Vorgehen zum Starten der Demo-Songs. Hierauf folgt die Beschreibung der einzelnen Parameter und wie diese anzusprechen sind. Ein paar Kniffe wie z.B. das Gedrückthalten einer Taste zum Editieren gibt es ja doch. Ein oberflächliches Lesen ist dabei vollkommen ausreichend.

Wie bereits erwähnt, entspricht der Aufbau des JV-30 dem des Sound Canvas, allerdings besitzt der Synthesizer mehr Sounds. Der JV-30 verfügt über eine nicht zu verändernde Gruppe von 128 Preset-Sounds und eine User-Bank, in der Sie editierte Sounds aus der Preset-Bank speichern, mit der Einschränkung, daß diese Sounds immer die der Preset-Bank entsprechende Soundnummer behalten müssen. Das Gerät arbeitet natürlich im GS-Standard. In der Preset-Gruppe haben Sie daher die Möglichkeit, einfach durch den Taster »Variation« einen ähnlichen Sound anzuwählen. Insgesamt stehen 61 Variationen zur Auswahl. Die auf Samp-les basierenden Sounds entsprechen den vielfach gepriesenen Sounds des SC-55 Sound Canvas. Die 2x9 Drum-Sets sind in einer Preset-Bank und einer User-Bank angeordnet. Innerhalb eines Parts haben Sie Zugriff auf zwei Drum-Sets. Für jeden Drum-Sound sind der Level, die Panoramaposition sowie der Hallanteil zu bestimmen. Anders als der Sound Canvas mit nur einer Performance-Einstellung speichert der JV-30 acht Performance-Zuordnungen. Eine Performance enthält die Parameter Key-Mode, die Effekt-Einstellungen, sowie alle MIDI- und Master-Funktionen.

Eine wesentliche, durch die anschlagdynamische Kunststofftastatur bedingte Erweiterung sind die vier Key-Modes des JV-30. Auf Tastendruck stellen Sie für den gewählten Part die Funktionen FAT, Octave, Dual oder Split ein. Bei den ersten beiden Möglichkeiten wird der aktuelle Part auf den in der Nummer darunterliegenden Part kopiert und geringfügig oder um eine Oktave transponiert, so daß der Sound voller klingt. Dual oder Split ermöglicht das gleichzeitige Spielen von zwei Parts auf der Tastatur, die im Mode Split an einem beliebigen Splitpunkt der Tastatur unterteilt sind. Im Split-Modus sendet der JV-30 auch auf den entsprechenden zwei MIDI-Kanälen.

Wie auch beim Sound Canvas sind nicht alle Parameter über die Tasten am Gerät anzusprechen, so daß zur ausgiebigen Manipulation der Sounds ein Editor notwendig ist. Im Gegensatz zum Expander können Sie allerdings die Drum-Sets und die MIDI-Controller direkt editieren.

Der JV-30 vermag die internen SysEx-Daten entsprechend den Wünschen seines Users zu senden. Sie haben die Wahl zwischen den einzelnen Dumps für Bulk, Tone, Drums und auch für jeden der 16 Parts. So ist es sehr einfach, die systemexklusiven Daten mit im Sequenzersong aufzunehmen. Insgesamt gestaltet sich die Bedienung des JV-30 aufgrund der gut gestalteten Bedienungsoberfläche sehr einfach. Wie bei allen neueren Roland-Geräten ist der direkte Eingriff in die Sounds über nur wenige Tasten möglich. Der JV-30 bietet eine große Vielfalt an guten Sounds gepaart mit vielen nützlichen Features wie z.B. dem direkten Soundeingriff oder dem Tastatursplit. (wk)

WERTUNG

Name: JV 30
Preis: 2125 Mark
Hersteller: Roland
Stärken: Qualitäten des Sound Canvas □ direkte Soundveränderung □ geringes Gewicht
Schwächen: eingeschränkte Editierung am Gerät □ kein Aftertouch


Dietmar Lorenz
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