Der Patrizier

Die Hanse war lange Zeit ein mächtiger Wirtschaftsbund von Städten, die den Seehandel in Nord- und Ostsee beherrschten. Mit »Der Patrizier« hat sich Ascon dieses historischen Zeitrahmens spielerisch angenommen.

Ihr erstes großes Ziel ist die Wahl zum Bürgermeister. Doch dazu muß man nicht nur viel Bares auf der hohen Kante haben, sondern auch mit einer vorbildlichen Reputation gesegnet sein.

Alle zwei Jahre findet noch der Hansetag statt, an dem unter den Bürgermeistern der Hansestädte der »Ältermann« gewählt wird. Wenn Sie auch diesen Posten ergattern, haben Sie das Spiel gewonnen.

Ausgangspunkt aller guten Geschäfte ist der Kontor. Hier können Sie eine Reihe von Gegenständen anklicken, um wichtige Menüs aufzurufen. Die Karte an der Wand ist der Schlüssel zur Planung der Seerouten. Hier legen Sie fest, welches Schiff zu welchem Zielhafen abkommandiert werden soll.

Jede Stadt hat bestimmte Güter, die sie besonders reichhaltig und günstig produziert. Wenn Sie den Ausverkauf einer Ware betreiben, wird der Preis natürlich explodieren. Preisentwicklungen sind nicht dem Zufall unterworfen; der Spieler kann durch taktisch klugen Handel die Marktlage manipulieren. Doch Geld alleine macht nicht glücklich; ohne ein gutes Image bei der Bevölkerung wird's nichts mit dem sozialen Aufstieg.

Eine weitere wichtige Station ist die Werft. Hier verpassen Sie Ihren Schiffen flotte Namen, lassen sie reparieren oder geben die Produktion neuer Boote in Auftrag. Dazu muß man aber nicht nur ordentlich löhnen, sondern auch dafür sorgen, daß die benötigten Rohstoffe rangeschafft werden.

Kartographisch: Klicken Sie den Zielort an und die Reise beginnt
Einladend: Ein Klick auf die Häuser führt in verschiedene
Ökonomisch: Angebot und Nachfrage schlagen wieder zu Menüs

TOS-INFO

Titel: Der Patrizier
Monitor-Typ: Farbe
Hersteller: Ascon
Spiele-Typ: Wirtschafts-Simulation
Schwierigkeit: mittel
Ca.-Preis: 80 Mark
Atari TT: nein

Ein belebendes Spielelement sind die Piraten. Auf der einen Seite können Sie die räuberischen Gesellen zu ihren Gunsten einspannen, doch läßt sich entsprechender Ärger nicht vermeiden. Wenn man den Menüpunkt »aktive Piratenabwehr« nicht abgeschaltet hat, darf man dann in einer Action-Sequenz selbst Hand anlegen, um sein Schiff zu verteidigen. Sympathisanten dieses Spielgenres bietet das Programm viel Erfreuliches. Dank einfacher Bedienung kommt man recht schnell ins Geschehen rein, die Entscheidungsfreiheit ist großzügig und die Piraten-Bekämpfung ebenso motivierend wie das Ringen um ein politisches Mandat. »Der Patrizier« ist eine solide Wirtschaftssimulation, die behutsam in einen interessanten historischen Rahmen eingebettet wurde. Das ebenso verständliche wie ausführliche Handbuch geizt nicht mit historischen Informationen und Illustrationen, was der Spielatmosphäre zugute kommt. (ah)

TOS-WERTUNG: 7

Top Ten Atari ST

Media Control Charts

Platz Titel Vormonat
1 Secret of Monkey Island 1
2 Airbus A320 2
3 Mega Io Mania 4
4 Lemmings 3
5 Silent Service II 5
6 Lotus Turbo Challenge II 6
7 Formula 1 Grand Prix 10
8 Special Forces 8
9 Air Sea Supremacy 9
10 Amberstar 7

Heinrich Lenhardt
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