Zahlen ins Bild gesetzt: Grafikfunktionen in K-Spread 4

Schon der Umstand, daß K-Spread 4 mit 6DOS zusammenarbeitet, muß einen Grafikfan begeistern. Doch wie setze ich mit K-Spread 4 Zahlen in Grafiken um und welche Grafik sollte man für welchen Anlaß verwenden?

In einer der letzten TOS-Ausgaben haben wir über die Grafikausgaben von LDW berichtet. Auch K-Spread 4 verwendet GDOS zur Ausgabe der Grafiken und erreicht damit die gleiche beeindruckende Qualität. Doch K-Spread geht in der Verwendung von GDOS noch einen Schritt weiter: auch in der Bildschirmdarstellung greift es darauf zurück. So ist eine einfache Tabelle schon auf dem Bildschirm in verschiedenen Fonts und mit Unterlegungen darstellbar, und diese Darstellung entspricht damit auch in etwa der Druckerausgabe unter GDOS. Nur ist die Druckerausgabe natürlich von noch höherer Qualität. K-Spread 4 liegt nicht nur eines der leistungsfähigsten GDOS-Programme bei, nämlich »MCGDOS« von SciLab. Im Handbuch (S.198 - 202) findet man auch eine hervorragende Beschreibungen zu diesem Thema. Allerdings der wichtige Hinweis für speicherarme TOS-Leser. Sinnvoll arbeiten läßt sich mit K-Spread 4 unter GDOS nur mit weit über 1 MByte Speicher. Und auch hier sollte man immer vor dem Ausdruck die Tabelle sichern. Selbst bei meinen üppigen 2,5 MByte Speicher ging eine nichtgesicherte Tabelle für diesen Artikel verloren, nachdem der Speicherplatz für den GDOS-Ausdruck nicht mehr reichte.

Durch die Verwendung von GDOS lassen sich eigentlich auch schnöde Tabellen optisch so aufgemotzt präsentieren, daß das Betrachterauge durchaus geneigt sein muß, auf den Zahlen zu verharren. Ein großer Erfolg, diese Renaissance der Tabelle, wäre da nicht der Zeittrend hin zur Grafik.

Im Bild 1 sehen Sie die Tabelle eines Atari-Fans, der in den letzten Jahren Buch über seine Ausgaben und Einnahmen geführt hat. Diese Tabelle soll als Säulendiagramm entstehen. Für diese Darstellung stehen zwei Formen zur Verfügung. Einerseits können die verschiedenen Jahreszahlen als X-Achsenmerkmal dienen, andererseits die einzelnen Posten, für die Geld ausgegeben wurden. Verfolgen wir zunächst den ersten Fall bei der Dateneingabe in den Grafikteil.

Nach dem Aufruf des Grafikteils geben wir zunächst den Bereich ein, der die Zahlen, sprich Daten, enthält. Dieser Bereich liegt von B4 bis E8. Sie müssen allerdings dem Programm mitteilen, in welcher Form die Daten sortiert sind. Geben Sie wie in diesem Beispiel die Vorgabe zeilenweise (wie im Programm voreingestellt) ein, sieht die Abarbeitung folgendermaßen aus: Der erste Wert der ersten Zeile wird der erste Wert für das Jahr 1989, der zweite Wert der ersten Zeile wir der erste Wert für das Jahr 1990,... die Werte der zweiten Zeile werden jeweils zu den zweiten Werten der dargestellten Jahreszahlen.

Bild 1. Aus dieser Tabelle entsteht eine Grafik
Bild 2. Der Grafikteil benötigt diese drei Datenbereiche

Welche Werte auf der x-Achse erscheinen, legt der Bezeichnungsbereich fest. In unserem Beispiel sollen es die Jahreszahlen der verflossenen Computerleidenschaft sein, der Bereich B2 bis E2. Dabei trägt man die Bezeichnungen etwas versetzt ein, so daß auch bei einer größeren Datenmenge sich die Bezeichnungen nicht selbst überschreiben.

Die Legende enthält die Namensbezeichnungen der gekauften Artikel, von der Hardware bis zum TOS-Abonnement. Dies ist der Bereich von A3 bis A7, den wir unter Namensbereich eingeben. Die auf dem Bildschirm erscheinende Legende läßt sich übrigens frei mit der Maus verschieben. Bedenken Sie aber, daß die Legendendarstellung auf dem Bildschirm normalerweise wesentlich größer erscheint als bei der Druckerausgabe.

Mehr Übersicht über Ihre Grafik läßt sich durch das Einschalten von horizontalen und vertikalen Gitterlinien erzielen. Ob Sie allerdings die 2-D- oder die 3-D-Darstellung wählen bedeutet für K-Spread 4 kaum einen Unterschied, da es nur die Blöcke vorsichtig 3-dimensional andeutet.

Der Hintergrund verharrt in einfachster 2-D-Darstellung. Eine Darstellung der Blöcke hintereinander ist leider nicht vorgesehen. Zwar ist diese Darstellungsform nicht gerade die übersichtlichste, doch der Anwender würde schon gerne selbst die Entscheidung treffen.

Doch betrachten Sie zunächst in Bild 3 das Ergebnis unserer ersten Bemühungen.

Jetzt kommt die Praxis an die Reihe

Verfügen Sie über K-Spread_4, so laden Sie die Datei »GRAPH_01.SPD« und holen sich die Grafik über Control+F1 auf den Bildschirm. Sie sehen, daß die negativen Werte (sprich der Gewinn vom Verkauf eines anderen Computers) korrekt dargestellt wird. Die Bezeichnungen der Achsen und der Überschrift erfolgte mit GDOS-Fonts. Eine weitere Steigerung der Aussagekraft Ihrer Grafik läßt sich durch die Überwachungsfunktion einstellen. Sie verbindet die zusammengehörenden Blöcke mit Geraden. Schalten Sie »Überwachen 1« ein, so werden alle Hardwareausgaben mit Linien verbunden, diese Daten fallen damit eher ins Auge.

Doch was geschieht, wenn man den Namensbereich mit dem Bezeichnungsbereich vertauscht?

Bild 3. Blockdiagramm mit den Jahreszahlen auf der x-Achse
Bild 4. Neue Aussagen durch Änderung von Bereichen
Bild 5. Vertikale Balken zeigen eine Zusammensetzung
Bild 6. Die korrigierte Fassung der vertikal gestaffelten Balken

Eindeutige Grafiken sind aussagefähig

Um wieder eine sinnvolle Grafik zu erhalten, muß dazu auch im Datenbereich die Abarbeitungsreihenfolge auf Spaltenweise eingestellt sein. Das Ergebnis zeigt Bild 4. Die zweite Grafik läßt sich aus K-Spread_4 durch Control+F2 aktivieren. Beiden Grafiken liegen die gleichen Daten zugrunde, und die erste Grafik eignet sich besser, um die Schwankungen der Ausgaben innerhalb eines Jahres zu vergleichen, während die zweite Grafik besser zeigt, wie die Ausgaben für einzelne Bereiche schwankten. Blieb es bei dem TOS-Abonnement in etwa bei gleich hohen Ausgaben, schwankten der finanzielle Einsatz bzw. Ertrag bei der Hardware doch stärker: Mußte die Anschaffung eines TT sein - was brachte der Verkauf des Amiga?

Bild 7. Eine Liniengrafik verdeutlicht Entwicklungen

K-Spread gestattet das Drehen der Grafik um 90 Grad, als »Horizontal Clustered Bar Chart«. Diese Darstellung bringt allerdings keine neue Aussagekraft. Man darf sie eher als etwas ungewöhnlich werten, schließlich wird man in der Presse und Literatur ganz selten auf diese Darstellungsform stoßen. Die vertikale Form kommt der menschlichen Betrachtung mehr entgegen. Nur für spezielle Probleme ließe sich diese Grafik vielleicht einsetzen, denken Sie in diesem Zusammenhang an Export-und Importdarstellungen zwischen zwei Ländern.

In der dritten Grafik verwenden wir die vertikal zusammengesetzten Balken. In dieser Darstellungsform läßt sich zum einen leicht der Gesamtbetrag abschätzen, wie Sie in Bild 5 sehen. Doch gleichzeitig ist auch erkennbar, aus welchen Unterpunkten sich der Gesamtbetrag addiert. So erkennt man sofort, daß 1989 und 1992 der Hardware-Anteil an den Gesamtausgaben sehr hoch war. Fehlerhaft wird nur das Jahr 1991 dargestellt; der negative Wert kann keine Berücksichtigung finden (wie auch?) und so kommt das Programm zu einer falschen Summe. Deshalb sollte man hier sinnvollerweise den Hardwarebetrag auf 0 setzen. Um Ihnen die korrigierte Fassung auch zu zeigen, wurde der ganze Tabellenbereich nach unten kopiert und der negative Wert durch 0 ersetzt. Mit Control+F4 läßt sich diese Grafik aufrufen.

Doch wie haben sich im Laufe der Zeit die Ausgaben für Hard- und Software entwickelt? Um derartige Verläufe deutlich hervorzuheben verwendet man am besten die Liniengrafik. Im Bild 7 sind die beiden Kurven dargestellt. Ein Betrachter kann sofort die Entwicklung der Kurven erkennen, wenn es nicht zuviele sind. Deshalb hier die Begrenzung auf nur zwei Linien. Die 2-dimensionale Darstellung erzeugt Linien, schaltet man die 3-dimensionale Darstellung ein, dann füllt das Programm die Flächen zwischen der Linie und der x-Achse mit einem Muster. Eine echte 3-dimensionale Gestaltung erfolgt in K-Spread_4 nicht. Eine der wohl bekanntesten Darstellungsformen für Zahlen ist die Torten- oder Kreisgrafik. Sie eignet sich sehr gut, um die Zusammensetzung einer Gesamtmenge zu zeigen. In unserem Beispiel verwenden wir die Daten für das Jahr 1990. Wie setzen sich die Ausgaben für das Computerhobby in diesem Jahr zusammen?

Die dreidimensionale Option wirkt sich bei diesem Grafiktyp von K-Spread 4 leider überhaupt nicht aus. Lediglich als kleines Highlight läßt sich durch die Eingabe einer Zahl n, das n-te Tortenstück aus dem Kuchen heraustrennen. Diese Funktion ist sehr nützlich, wenn man einen Wert besonders herausstellen möchte. So, das war es für heute. Viel Freude beim Ausprobieren und vor allem Ausdrucken. (wk)

Bild 8. Die kreisförmige Darstellung einer Gesamtheit

Christian Opel
Links

Copyright-Bestimmungen: siehe Über diese Seite
Classic Computer Magazines
[ Join Now | Ring Hub | Random | << Prev | Next >> ]