Leserbriefe

Was den Atari-Markt bewegt, findet hier seinen Niederschlag. Unser Podium dient Ihnen als ein Medium in viele Richtungen: Atari, Soft- und Hardwarehersteller, Leser und natürlich der Redaktion.

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Neues TOS 2.06

Auch ich verfolge die Entwicklung von TOS 2.06 in Anzeigen und Testberichten. Und der Preis von 198 Mark erscheint auch mir zu hoch. Für mich stellt sich jedoch dieses Problem nicht mehr: Beim Kauf eines Speichererweiterungsbausatzes - nur ein paar Zehnmarkscheine teurer als TOS 2.06 - erhielt ich nämlich eine Diskette mit diverser Software, darunter auch ein Programm mit dem Namen »Desk3_01.Prg«, das sich bei näherem Hinsehen als die neue Benutzeroberfläche der Ataris darstellte. Praktisch umsonst habe ich nun beim Start des Programms aus dem Auto-Ordner alle Möglichkeiten der neuesten TOS-Version zur Verfügung.

Günter H., 7056 Weinstadt

TOS: Wir hoffen, Sie sind sich darüber im klaren, daß Sie mit einer nicht lizenzierten Raubkopie des Betriebssystems arbeiten. Wir können Ihnen von der Benutzung dieses Programms nur abraten. Berichten zufolge arbeitet es fehlerhaft mit älteren ST-Modellen. Es ist also kein ernstzunehmender Ersatz für die TOS-Extension-Card.

Mangelndes Interesse am Atari-Markt?

Direkt nach dem Erscheinen des Berichts über die TOS-Extension-Card der Firma Artifex in der TOS-Ausgabe 12/91 schrieb ich einen Brief an die Firma Artifex mit der Bitte um mehr Informationen und der Absicht, die Extension-Card zu bestellen. Das war Mitte November, da man als Abonnent ja seine TOS rund zwei Wochen vor dem eigentlichen Erscheinungsmonat im Briefkasten hat. Seitdem habe ich keine Antwort erhalten. Es mag dafür mehrere Gründe geben:

a) Die Sendung hat sich auf dem Postweg in irgendwelche Kanäle verirrt, was bei unserer Bundespost durchaus möglich wäre.

b) Es herrscht ein totales Chaos im Hause Artifex durch Bekanntgabe dieser, für viele Besitzer älterer STs doch wichtige Entwicklung, was ebenfalls verständlich wäre, aber auf schlechte Vorbereitung hinweist.

c) Einfach mangelndes Interesse am Endverbraucher, gepaart mit falsch verstandener freier Marktwirtschaft, was gerade bei einer derart revolutionären Entwicklung nicht zu entschuldigen ist.

Solche Erfahrungen machen einem das Leben als Atari-Anwender wirklich nicht leicht. Meiner Meinung nach sollten alle, die etwas mit Atari-Computern zu tun haben, egal ob privat oder beruflich, am Ball bleiben, weil mit einigen Anstrengungen »Power without the price« keine Konkurrenz fürchten muß. Zu diesen Maßnahmen gehören sowohl ein geradliniges Konzept, eine bessere Systemdokumentation beziehungsweise deren Veröffentlichung, als auch ständige Nachfrage von der Anwenderseite.

Reinhard Mirz, 8520 Erlangen

Antwort der Firma Artifex:

Wir haben die Anfrage von Herrn Mirz erhalten und noch im November letzten Jahres Informationsmaterial auf den Weg geschickt was laut Datenbank leicht zu verifizieren war. Ganz offensichtlich liegt es auch in diesem Fall wieder einmal an der viel kritisierten Bundespost daß diese Sendung Herrn Mirz nicht erreicht hat. Einerseits tut uns dies natürlich leid, andererseits hätte ein einziger Telefonanruf genügt um das Problem zu beheben und die Sendung erneut auf den Weg zu schicken, was natürlich mittlerweile geschehen ist.

Wir bemühen uns selbstverständlich um die bestmögliche Kundenbetreuung und vor allem schnelle Antwortzeiten, was in Anbetracht der enormen Nachfrage nach TOS 2.06 zwar nicht immer einfach ist, aber bisher immer noch gut geklappt hat.

Christian Strasheim, Artifex Computer GmbH, 6000 Frankfurt/M. 70

Benutzeroberflächen

Ich bin immer wieder überrascht von den Demo-Programmen, die auf der Diskette sind. Die Demo-Versionen von »Signum3« und »SciGraph« haben mich davor bewahrt, Geld für Programme auszugeben.

Signum3 habe ich gestartet und mußte feststellen, daß von GEM weit und breit nichts zu sehen war. Diesen kümmerlichen GEM-Ersatz kann man vergessen. Ein Datenaustausch über das Klemmbrett ist nicht möglich. Ich könnte noch mehr anführen, aber um die Sache abzukürzen: Ein Programm, das sich nicht an die gängigen Programmierrichtlinien hält, setze ich nicht ein, sondern warne alle Anwender davor.

Zu SciGraph kann ich nur auf die Leistungsfähigkeit von Charisma verweisen. Charisma läuft allerdings unter Windows und benötigt darum einen sehr leistungsfähigen Computer, doch bei dem zur Zeit herrschenden Preisverfall der Geräte kann sich heute schon ein Privatmann einen 486er-PC leisten. Der Ansatz von SciGraph ist gut, aber die Leistungsfähigkeit läßt zu wünschen übrig.

Unter Windows ist der Datenaustausch Realität und er wäre auch unter TOS möglich, wenn nicht jeder Programmierer meinte, er müsse sein eigenes Süppchen kochen und sein Datenformat zu nichts kompatibel machen. Der Datenaustausch ist dadurch unmöglich. Programmierer dieser Welt, zerfleischt euch!

Helmut L., 7903 Laichingenn 3

Guter Service

Vor etwa 6 Monaten kaufte ich mir einen gebrauchten PC-Emulator der Firma Beta Systems, einen Supercharger mit 1 MByte RAM. Wie so oft bei gebrauchten Geräten fehlten Bedienungsanleitung und Systemdiskette, während die zweite MS-DOS-Diskette defekt war.

Ich schrieb den Hersteller Beta Systems an, um mir die fehlenden beziehungsweise defekten Teile schicken zu lassen. Ich legte meinem Brief als Ersatz für die erforderlichen Aufwendungen einen Geldschein bei. Nach etwa 2 Wochen bekam ich ein Antwortschreiben mit allem, worum ich gebeten hatte. Zu meiner großen Überraschung lagen auch der Geldschein und eine Registrierungskarte der Sendung bei. Ich nenne so etwas wirklichen Dienst am Kunden. Daran sollte sich so mancher Hersteller und Vertreiber von Computerzubehör mal ein Beispiel nehmen.

Wolfgang B., 5600 Wuppertal 1

TOS: Finden wir auch.

Illegales Modem als Kaufempfehlung

Als ich die Artikel über Datenübertragung in der TOS 2/92 las, entdeckte ich auch das Angebot der Firma TKR. Nach langer Suche in Fachzeitschriften fand ich das attraktive Angebot. Ich mußte dort aber leider feststellen, daß die Verwendung des angebotenen Modems in der BRD nicht zugelassen ist. Ich finde es nicht richtig, den Lesern ein solches Angebot zu machen, da es strafbar ist, ein solches Gerät in der Bundesrepublik zu betreiben.

Da ich nicht annehme, daß dies vorsätzlich geschah, würde ich es gerne sehen, wenn Sie in der nächsten Ausgabe eine entsprechende Notiz veröffentlichen.

Hans-Dieter R., 2900 Oldenburg

TOS: Was wir hiermit getan haben.

Portfolio-Ärger

Ich arbeite seit zwei Jahren mit einem Portfolio von Atari. Damals kaufte ich mir auch ein Ladegerät und 6 NC-Akkus.

Alle drei Tage ist Akkuwechsel angesagt. Sie halten zwar auch mal eine Woche, aber eine typische Eigenschaft von NC-Akkus ist der plötzliche Spannungsabfall am Ende der Standzeit. Darum ist es angebracht, die Akkus schon lange vor ihrem Ende zu wechseln.

Ein anderes Thema ist die Reparatur eines Portfolios. Die gibt es nämlich nicht. Defekte Geräte wirft man nur weg und sendet ein neues zurück. Nach Einschätzung eines Experten dürften die meisten Portfolios durch den Defekt des Leiterbandes von der Hauptplatine zum Display kaputtgehen.

Aufgrund der Konstruktion ist dieser Defekt schon vorprogrammiert. Ich mußte mein Gerät erst kürzlich reparieren lassen, da es nur im fast geschlossenen Zustand arbeitete. Sobald ich es aufklappte, ging es aus - Bruch in der Verbindung. Aber anstatt das Gerät wegzuwerfen, habe ich ein neues Flachbandkabel eingelötet, worauf es wieder funktionierte. Ich schätze, daß mehr als die Hälfte der Portfolios am Bruch dieser Verbindung ein-gehen.

Roland D.-M., A-5020 Salzburg

TOS: Wenn Sie, liebe Leser, Interesse an einer entsprechenden Reparatur-Anleitung haben, schreiben Sie uns. Wir veröffentlichen dann, wie Sie das anfällige Flachbandkabel selbst austauschen können.

Großes Lob...

Ich wollte schon immer einmal einen Leserbrief an die TOS schreiben, erst im dritten Anlauf hat es nun geklappt. Die Qualität des Heftes ist drucktechnisch und inhaltlich exzellent.

Ich bin Atari-User und sehr zufrieden. Im DTP-Bereich setze ich »Calamus SL« ein und bin mit dem Hersteller DMC sehr zufrieden. Der Name der Firma DMC litt zwar durch die Version SL, auf die wir so lange warteten, aber seit über 1 1/2 Jahren ist DMC das beste Atari-Softwarehaus. Auch nach dem Kauf gibt es eine kompetente und zuverlässige Hotline und auf der GKV/DTP '91 zum Beispiel stand man mir mit mit Rat und Tat zur Seite. Mein Calamus SL hat mir schon viel genutzt und ist konzeptionell einzigartig - die anfänglichen Fehler behob man in einer beispiellosen Update-Aktion. Mittlerweile liegt ein tolles Programm vor, das sich nicht vor Mac- oder DOS/Windows-Dosen verstecken braucht.

Im CAD-Bereich setze ich »Technobox CAD« ein und bin ebenfalls sehr zufrieden. Gegenüber Iso-Draw (Mac) beziehungsweise Auto-CAD (DOS) habe ich mindestens 5000 Mark gespart. Und die Qualität von Technobox CAD ist toll! Ein sauberes und durchdachtes GEM-Programm. Es ist so gut, daß ich meinen Vater bewegen konnte, vom Reißbrett auf den iTT-)Computer umzusteigen. Den Technobox CAD-Test im Vergleich zur DOS-Version fand ich klasse. Ein Programm, das zwar keine Wunder bewirkt - kein echtes Multitasking! - aber trotzdem so nützlich und praktisch ist, daß ich es nicht mehr missen möchte, ist »Multi-GEM«.

Atari hat Zukunft - so war das TOS 2.06, TOS 3.06, die HD-Floppy im TT und der 16-MHz-Mega STE eine gute Entscheidung -, während die Ära von unsauberen Programmen mit großen Schritten zu Ende geht. Denn bei Multi-GEM und dem TT scheidet sich die Spreu vom Weizen.

Ein konkreter Vorschlag von mir für die Zukunft wäre, auflösungsunabhängige Programme im PD- und Shareware-Bereich gesondert zu kennzeichnen, damit auch diese das hohe Niveau professioneller Programme erreichen.

Weiter plädiere ich für das Weglassen des Spiele-Teils. Wer gut über Computerspiele informiert sein möchte, wählt PowerPlay und nicht die TOS.

TOS: Leider fehlte bei diesem Brief der Absender. Darum ein kleiner Appell an alle Briefeschreiber: Bitte vermerken Sie auch auf dem Briefbogen Ihre Adresse.

Die Anregung, auflösungsunabhängige Public Domain- oder Shareware-Programme gesondert zu kennzeichnen, greifen wir gerne auf. Wir testen die Lauffähigkeit aller besprochenen PD-Programme auf einem Mega STE, so daß zumindest keine Probleme mit dem Betriebssystem zu erwarten sind.

… und auch Kritik

Sowohl freie Meinungsäußerung als auch Satire haben ihren Platz. Aber es ist ausgesprochen ärgerlich, daß sie oft auf Kosten von Frauen ausgetragen werden. Beispiel TOS-Ausgabe 2/92, Seite 84: Frauen sind doof, bringen die begabten Männer zur Verzweiflung.

Bei Ihnen in der Redaktion wird dieser Brief gewiß mit Hohngelächter aufgenommen.

Sebastian Lovens, 4100 Duisburg 1

TOS: Im Gegenteil - die männlichen Mitarbeiter nehmen sich diesen Brief durchaus zu Herzen und geloben Besserung.



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