Computer-Zubehör: Die richtige Ausstattung

Wolfgang Klemme, Sandro Lucifora, Christian Opel und Kai Schwirzke

Immer wieder stehen Einsteiger und erfahrene Anwender vor der Frage: Was brauche ich wirklich zum Arbeiten? Wir stellen Ihnen anhand einiger Muster-Arbeitsplätze aus der Praxis die für verschiedene Bereiche brauchbare Ausstattung vor.

Wie immer bei solchen Empfehlungen gilt natürlich auch diesmal, daß alle vorgestellten Lösungen in erster Linie Anregungen sind. Die beschriebenen Ausstattungen bewähren sich seit mehreren Jahren in der täglichen Praxis. Trotzdem sind die Anforderungen unterschiedlicher Anwender zu vielfältig, als daß man sie in ein starres Korsett einer Beispielanlage pressen könnte. Nehmen sie also die vorgestellten Arbeitsplätze als Muster für Ihre eigenen Bedürfnisse, nicht als ultimative Lösung. Hilfreich bei der eigenen Entscheidung sind immer Gespräche mit anderen Anwendern. Lassen Sie sich die Arbeitsplätze von Bekannten zeigen und erklären. Finden Sie Übereinstimmungen mit den eigenen Anforderungen, dann ist eine gemeinsame Lösung immer besser als der Weg auf die einsame System-Insel.

Neben der Hardware ist die Software-Ausstattung ein entscheidender Punkt für die Leistungsfähigkeit eines Arbeitsplatzes. Außer den wichtigen Standard-Anwendungen für Ihren jeweiligen Aufgabenbereich sollten Sie sich daher nach und nach auch mit anderer Software vertraut machen. Viele Anwendungen erschließen sich erst mit der Zeit und man entdeckt immer neue Einsatzbereiche für den Computer. Der clevere Allround-User prüft daher zunächst alles, was er in das Diskettenlaufwerk bekommt. Für den Überblick und zum Ausprobieren neuer Dinge eignet sich das Public Domain-Angebot immer recht gut.

Doch bedenken Sie: Alles geht, aber manches ist kaum sinnvoll. Es ist sicher fragwürdig, ob der Computer die Kochrezepte praktisch verwaltet, weil das Abrufen einfach zu lange dauert. Außerdem, wer hat schon seinen Computer in der Küche stehen? Anders sieht es beispielsweise mit einer Adress-Datenbank aus. Sie bekommt einen immer größeren Nutzen, je mehr Adressen und Informationen zu jedem Eintrag man sammelt. Doch auch bei der Hardware sollte man gut überlegen und das zusammenstellen, was wirklich nötig ist. Eine Textverarbeitung ohne Drucker ist praktisch wertlos. Da nützt auch die teuerste Software nichts.

Aller Anfang ist leicht

Wer erst einmal in die große, weite Computerwelt hineinschnuppern möchte und sich noch nicht ganz sicher ist, ob er den Bits und Bytes auf Dauer treu bleibt, ist mit dem günstigen 1040 STE und einem SM124 als Grundpaket gut beraten. Diese für ca. 1200 Mark erhältliche Basisausstattung eröffnet in idealer Weise das Tor zu Ihrer kommenden Computerkarriere und läßt sich problemlos nach und nach den wachsenden Bedürfnissen anpassen. Gehören Sie zu den Menschen, die gut und gerne auf Stereo-Digitalsound und Softwarescrolling mit 16 aus 4096 Farben verzichten, dann halten Sie nach einem »alten« 1040 ST (16 Farben aus 512)) ohne »E« Ausschau und sparen so ca. 400 Mark. Viele Kaufhausketten räumen momentan ihre Lager und bieten die alten ST Modelle zu oft traumhaften Sonderpreisen an. Mit etwas Glück erwerben Sie so einen funkelnagelneuen 1040 für sage und schreibe 700 bis 800 Mark inklusive Schwarzweißmonitor SM124. Auf den mit 1 MByte RAM bestückten 1040ern läßt sich beinahe das komplette Softwareangebot für die ST-Serie nutzen, lediglich einige Speicherplatz-fressende Spezialanwendungen wie CAD oder DTP gestatten ein sinnvolles Arbeiten erst ab 2 MByte aufwärts. Die Preise für Speichererweiterungen sind zur Zeit aber recht moderat, so daß zum Beispiel eine Aufrüstung auf 4 MByte für etwa 500 Mark zu haben ist.

Gehören Sie zu den verspielten Naturen, die neben Textverarbeitung und Tabellenkalkulation auch gerne einmal interplanetarischen Invasoren »Mores lehren« oder Prinzessinnen vor bösen Zauberern retten, besorgen Sie sich einfach ein im Fachhandel erhältliches Adapterkabel, mit dem Sie Ihren ST an die Videobuchse des Fernsehgeräts anschließen. So sind Sie auch ohne Mehrausgaben für einen Farbmonitor in der Lage, auf das breite Angebot an Spielesoftware, die zum großen Teil nur in Farbe läuft, zurückzugreifen. Wollen Sie Ihre Texte, Tabellen und Bilder nicht nur am Monitor sondern auch auf Papier bewundern, kommen Sie um den Kauf eines Druckers nicht herum. Für den Anfang ist hier ein günstiger 24-Nadel-Drucker zum Beispiel von Star oder Seikosha (um die 500 Mark) völlig ausreichend. Angesichts dieser Preise sollte auch niemand mehr auf die alte Technik der 9-Nadel-Drucker zurückgreifen.

Summa cum laude

Für den studentischen Arbeitsplatz empfiehlt sich ein Mega ST. Bei diesen Modellen findet eine hochwertigere Tastatur Verwendung, die noch dazu von der Rechnereinheit getrennt und mit dieser durch ein Spiralkabel verbunden ist. Abgesehen vom deutlich höheren Schreibkomfort - vor allem bei längerem Arbeiten wichtig! -, läßt sich diese auch bei unaufgeräumten Schreibtisch jederzeit an ein noch freies Plätzchen zurren, ohne den kompletten Computer über die Arbeitsfläche zu schleppen.

Um auch für anspruchsvollere Aufgaben bestens gerüstet zu sein, sollten Sie einen Mega ST mit mindestens 2 MByte RAM wählen. Da Studenten aber zumeist nicht mit überquellenden Portefeuilles zu kämpfen haben, lohnt es sich wieder, nach den auslaufenden Mega ST 1 - wieder ohne »E« - zu suchen und diese dann anschließend aufzurüsten. Die alten Geräte sind teilweise für 800 bis 900 Mark inklusive SM 124 erhältlich, die Aufrüstung auf 2 1/2 MByte kostet etwa 200 bis 300 Mark. Der 2400 teure Mega STE 2 bietet dafür eine etwas höhere Arbeitsgeschwindigkeit durch seinen von 8 auf 16 Mhz verdoppelten Systemtakt und beherbergt in seinem Gehäuse zusätzlich noch eine40-MByte-Fest-platte, für die beim alten Mega ST1 noch einmal knapp 1000 Mark zu berappen sind. Zwar ist ein Verzicht auf eine Festplatte prinzipiell möglich, doch gerät dann die Arbeit mit größeren Datenmengen (z.B. Examensarbeit) zu oft zum wenig produktiven Diskettenjonglieren.

Müssen Sie häufig Bilder oder Grafiken in Ihre Arbeiten einbinden, ist die Anschaffung eines Scanners zu überlegen. Mit einem kleinen »Handy-Scanner« für 400 bis 600 Mark »rollen« Sie einfach über eine entsprechende Vorlage und haben diese so in Sekundenschnelle im Computer vorliegen. Mit einer Scanbreite von ca. 8-10 cm kommt man schon recht weit. Zur Not lassen sich mehrere Scannbilder in einem Zeichenprogramm zu einer Grafik montieren.

Nicht nur auf die Geräte kommt es an. Auch die gesamte Ausstattung des Arbeitsplatzes mit passenden Möbeln und entsprechendem Zubehör sorgt für optimale Ergebnisse

Ist das studentische Salär auch knapp bemessen, so rentiert sich allzu strenge Pfennigfuchserei beim Druckerkauf in der Regel nicht. Als Vielschreiber und -drucker sollten Sie auf die soliden 24-Nadler aus der 1000-1500-Mark-Klasse zurückgreifen. Diese Modelle sind in der Regel mechanisch stabiler als ihre günstigeren Kollegen und überzeugen durch deutlich höhere Druckleistungen in punkto Geschwindigkeit und Qualität. Empfehlenswerte Drucker sind z.B. der P60 von NEC oder der OKI Microline 380 (je ca. 1400 Mark). Wer es gerne etwas exklusiver liebt und spendierfreudige Eltern besitzt, liebäugelt vielleicht mit dem Atari Laserdrucker SLM-605, der für 2400 Mark die nächste Seminararbeit in Profiqualität zu Papier bringt.

Ein Lied, zwei, drei

Möchten Sie Ihren Atari in erster Linie zum Musizieren nutzen, greifen Sie entweder zum preisgünstigen 1040 STE oder zum professionelleren Mega STE. Für Einsteiger besonders interessant ist das »Happy Music«-Paket, das für 1498 Mark einen 1040 STE mit SM124, das Kawai Keyboard MS710 sowie die Steinberg Recording-Software »Cubyte« enthält (siehe auch Test in TOS 12/91). Entscheiden Sie sich für einen 1040 ST(E) und planen Sie, sich in Zukunft noch stärker in Sachen MIDI-Musik zu engagieren, sollten Sie schon den Kauf einer Speichererweiterung, am besten auf 4 MByte (ca. 500 Mark), mit einkalkulieren. Die Profisequenzer von Steinberg und C-LAB arbeiten zwar prinzipiell auch mit 1 MByte Hauptspeicher, doch geht Ihrem Rechner bei anspruchsvolleren Arrangements dann schnell die Luft aus. Auch Multitasking-Anwendungen unter M-ROS und Soft Link (spezielle MIDI Multitasking Betriebssysteme) sind mit nur 1 MByte nicht möglich.

Profis und solche, die es werden wollen, entscheiden sich sicherlich für den Mega STE, der mit seiner eingebauten Festplatte den knappen Platz und die Nerven des Computermusikers schont. Wer seine MIDI-Anlage oft auf Bühnen oder in verschiedenen Studios nutzen möchte, läßt sich seinen ST inklusive des Monitors am besten in ein 19 Zoll-Rack einbauen. Umbausätze hierfür bieten beispielsweise die Firmen Hybrid Arts, Micon Audio und Syntax an.

Für den Anfänger nicht unbedingt erforderlich, für den fortgeschrittenen MIDIisten ein unentbehrliches Hilfsmittel sind die sogenannten Key-Expander, die den ROM-Port des Atari auf vier Steckplätze erweitern. Mit Hilfe dieser nützlichen Ergänzung bereitet auch der Betrieb mehrerer durch sogenannte »Keys« geschützte Programme keine Schwierigkeiten mehr. Will man die bereits oben erwähnten Multitasking-Fähigkeiten nutzen, ist die Verwendung eines Key-Expanders unbedingt nötig. Die günstigste Art, in den Genuß eines solchen Helferleins zu gelangen, bietet das Hardware-Projekt aus der TOS 6/91. Für ca 70 Mark (Bausatz) oder 120 Mark (Fertiggerät) bietet die Marvin AG ihren Preisbrecher »Potato« an. Andere Exemplare, wie z.B. das MIDEX+ (890 Mark) bieten neben der reinen ROM-Port-Erweiterung noch so nützliche Funktionen wie zusätzliche MIDI Ins und Outs sowie einen eingebauten SMPTE-Generator.

Die Atari Computer der verschiedenen Baureihen finden ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen von CAD bis zur Musik-Studioproduktion

Wie es Euch gefällt

Es ist schon erstaunlich, wie weit verbreitet der Atari ST unter der Lehrerschaft ist. Dies ist umso verwunderlicher, als doch die meisten Empfehlungen der Kultusministerien diesen Computer ignorieren. Das mag daran liegen, daß noch an vielen Schulen die alten Schneider CPC 6218 oder Commodore C64 vorhanden sind, mit denen niemand mehr privat arbeiten möchte. Zum anderen unterliegen Lehrer nicht dem Systemzwang eines Angestellten, der an seinem Arbeitsplatz einen PC verwendet und die Software »mit nach Hause nimmt«.

Die Interessen eines Lehrers liegen in erster Linie bei der Textverarbeitung. Hier haben die Programme »1st Word Plus« und »Signum« bei vielen Kollegen zu einem radikalen Wandel in der Einstellung zu Computern geführt. Ein Maximum an Arbeitsersparnis gepaart mit sauberen Ausdrucken, bei einem Minimum an Einarbeitung. Doch auch die einzelnen Fachrichtungen kommen voll auf ihre Kosten. Der Musiker frohlockt über »Notator« und MIDI-Anschluß, der Grundschullehrer ergötzt sich an der lateinischen Ausgangsschrift für Signum. Der Mathematiklehrer erfreut sich an »ST-Math« und dessen Kollegen, und allesamt könnten sie mit »LDW« ihre Noten verwalten und sogar die Zeugnisse ausdrucken. Selbst die Schulverwaltung und die jährlichen Statistiken lassen sich mit »Adimens« und »Aditalk« endlich fehlerfrei in den Griff bekommen.

Der Lehrerarbeitsplatz sollte heute mindestens einen Mega STE mit 2 MByte RAM und 42 MByte Festplatte umfassen. Je nach Geldbeutel wird sich der pädagogische Vielschreiber und Arbeitsblatt-Designer sogar noch einen Großbildschirm gönnen. Als Ausgabegerät eignet sich am besten ein 24-Nadel-Drucker, vor allem, wenn man bei dem Zeugnisausdruck auf Durchschläge Wert legt oder viele Matrizen bedrucken möchte. Der Perfektionist in Sachen Druckerzeugnis greift allerdings zum Tintenstrahl- oder Laserdrucker.

Die Software für den effektiven Lehrerarbeitsplatz umfaßt sicher eine leistungsfähige Textverarbeitung wie »Script2« für den ambitionierten Deutschlehrer, »Signum!2« für den Mathematiklehrer, der gerne mit Formeln arbeitet, oder sogar ein DTP-Programm wie »Calamus« für den Lehrer mit Hang zum Professionellen. Eine Tabellenkalkulation wie »LDW 2« sollte sich ebenso dazugesellen, wie ein Grafikprogramm (z.B. »STAD«). Je nach studierten Fächern wächst die Softwaresammlung dann noch interessenbedingt.

Allerdings muß der Schreibtisch ebenfalls etwas wachsen. Dort, wo bisher die rote Tinte bei Korrekturen spritzte, spritzt nun vielleicht der Tintenstrahldrucker die Noten aufs Papier. Die Tastatur verwehrt die weitere Ablage von Literatur auf dem Schreibtisch und der Gang ins Möbelhaus zwecks Arbeitsplattenbeschaffung wird unausweichlich.

Brot und Spiele

Hat der zumeist mittellose Schüler dem elterlichen Aufsichtsgremium und der Verwandtschaft mütterlicher- wie väterlicherseits die Bedeutung der elektronischen Hilfsmittel, kurz Computer genannt, erfolgreich vermittelt, so steht einer Anschaffung zu passender Gelegenheit wie Weihnachten, Geburtstag oder Konfirmation zumeist nichts mehr im Weg. Dennoch sind die Mittel rar und die Ausgabe muß wohl überlegt sein. Nicht schlecht fährt ein Schüler mit der Anschaffung eines 1040 STE.

Mit doppelseitigem Laufwerk, Monochrommonitor und Maus kann man schon etwas anfangen. In einigen Paketaktionen läßt sich für das selbe Geld sogar noch eine gehörige Portion vom Softwarekuchen mit abschneiden. Der Einstieg fällt dank grafischer Benutzeroberfläche viel leichter, als bei reinen Kommandobefehlseingaben.

Die naheliegendste Anwendung für Schüler ist sicher das Spielen. Der Monochrommonitor SM 124 kommt diesem Hang zunächst nicht unbedingt entgegen, doch die Erfahrung zeigt, daß Spiele wie »Esprit« oder »Oxyd« sich sehr großer Beliebtheit bei Schülern erfreuen. Auch die Taschengeldkasse ruft bei nur 50 Mark Kosten nicht gleich den Notstand aus. Selbst der PD-Sektor liefert hier mit Breakout-Spielen, Ballerburg, Thriller, Tartan (Schachspiel) alles, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Doch auch strukturiertes Programmieren lernt man mit GFA-Basic. Wird in der Schule mit »Turbo Pascal« unterrichtet, so entspricht »Maxon Pascal« den schulischen Forderungen ebenso gut. Ob die Textverarbeitung »Wordperfect für PC« oder »WordPerfect für ST« heißt, dürfte ebenfalls unerheblich sein. Setzt der Lehrer in der Schule auf »Lotus 1-2-3« - »LDW 2« machts genauso, nur schöner. Vokabellernprogramme gibt es wie Sand am Meer und dies zumeist auch aus PD-Sammlungen. Mit einer Textverarbeitung lassen sich die schriftlichen Hausaufgaben sauber gestalten und sogar für den heimischen Bereich (vielleicht haben die Eltern einen Gastronomiebetrieb: Speisekarten mit Signum!) verwenden. Zumeist müssen Schüler Einschränkungen beim Druckerkauf hinnehmen. Doch für einen günstigen 24-Nadel-Drucker sollte es allemal reichen, und eine Festplatte kann man ja auch später noch kaufen.

Das Pflicht-Hobby

Desktop Publishing, die Vorlagenherstellung am Schreibtisch, gewinnt immer mehr Freunde unter den Computeranwendern. Wer DTP als Hobby betreibt, dessen ST sollte mindestens 2 bis 3 MByte Speicher besitzen. Als Bildschirm ist der SM 124 ausreichend, eventuell mit einer kleinen Grafikerweiterung für größere Darstellung. An Software ist natürlich ein Publisher (»Calamus«, »PPM«, »Didot prof.«) nötig. Außerdem muß man ein Zeichenprogramm mit Ganzseitenbearbeitung haben, um auch Grafiken größer als der Bildschirm zu bearbeiten. Will man eine vorhandene Grafik vom Papier mit in die eigene Arbeit einbringen, so ist ein Scanner erforderlich. Hier reicht für den Hobbyisten ein »Handyscanner« mit einer Abtastbreite von 10 bis 15 cm. Um die schönen Druckvorlagen auch zu verwenden, muß man sie natürlich drucken. Ein 24-Nadel-Drucker ist hier nur bei absolutem Geldmangel zu empfehlen. Besser ist die Investition in einen preisgünstigen Laserdrucker wie den SLM 605 von Atari. Die Druckgeschwindigkeit und die Qualität der Ergebnisse sind um etliche Klassen besser als bei Nadeldruckern.

Aus Spiel wird Ernst

Bedeutet DTP für Sie mehr professionelle Arbeit, so läßt die oben genannte Ausstattung doch einige Wünsche offen. Der Computer wird schnell zu langsam. Für professionelles DTP ist ein TT anzuraten. Auch der SM124 ist für ganztägiges Layouten am Bildschirm zu klein und umständlich. Hier ist dringend ein 19-Zoll-Großbild-schirm angesagt. Er erlaubt eine klare Ganzseitenansicht während der Arbeit.

Die Software-Palette muß man noch um eine passende Textverarbeitung erweitern. Damit lassen sich längere Texte besser eingeben oder vorbereitend bearbeiten als mit den Texteditoren, die im Publisher integriert sind. Doch auch ein Vektorisierungsprogramm und ein Vektor-Zeichenprogramm (z.B. »MegaPaint«, »Outline«, »Arabesque«) darf nicht fehlen. Nur Vektorgrafiken lassen sich bei bester Qualität schnell in jede Größe umformen.

Nehmen Sie Kundenaufträge an, dann müssen Sie damit rechnen, daß wieder Bildvorlagen (z.B. Firmenlogos) zu verarbeiten sind. Für solche Digitalisierungen reicht ein einfacher Handyscanner nicht mehr aus. Ein Flachbrett-Scanner mit einer Mindestauflösung von 600 dpi ist nötig. Da die Software, die Sie für professionelles DTP benötigen, sehr umfangreich ist und auch Zeichensätze und Dokumente durch großen Speicherbedarf glänzen, ist die Anschaffung einer Wechselplatte sinnvoll.

Das letzte Glied in der Kette dieser Geräte ist dann ein Belichter zur Herstellung von Filmen oder Papiervorlagen in bester Qualität. Doch diese Investition (ab 50.000 Mark) sollte man nur machen, wenn der Belichter ganztägig genutzt wird. Ansonsten greift man besser auf Belichtungsstudios zurück, die die Belichtung einer DIN-A4-Seite auf Film schon für 20 Mark anbieten.

Nichts für Pfennigfuchser

Aufgrund der günstigen Preisstruktur von Hardware und vor allem Software ist der Atari ein beliebter Rechner für Kaufleute, kleine Gewerbetreibende etc. Doch auch Arztpraxen, Handwerksbetriebe und sogar Großunternehmen führen Buchhaltung, Lagerverwaltung und Auftragswesen mit Atari-Anlagen. Sinnvoll, je nach Investitionsfreude und Unternehmensgröße, ist die Ausstattung mit Mega STEs oder TTs. Die vorhandene Software aus allen anfallenden Bereichen der Verwaltung und Büroorganisation ist sowohl auf Einzelplatz- als auch auf Netzwerkbetrieb ausgelegt. Im Netz ist häufig sogar die Mischung mit DOS-Rechnern zugelassen. Auf jeden Fall sollten interessierte Firmen auf ausreichende Festplatten-Kapazität und schnelle Sicherungsverfahren wie Streamer achten. Im Druckerbereich steht die Robustheit für viele Einsatzbereiche an erster Stelle. Im endlosen Listendruck zum internen Gebrauch haben sogar 9-Nadel-Drucker durchaus ihre Berechtigung. Für die Korrespondenz sind auf jeden Fall Laser-Drucker anzuraten. Ein interessanter Aspekt neuerer Bürosoftware ist die Integration von DFÜ. Haben Sie beispielsweise verschiedene Filialen, lassen Sie Ihre Software per Modem die Daten tauschen und haben immer einen aktuellen Lagerstand.

An Software ist neben der kaufmännischen Software wie Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Lagerverwaltung, Rechnungswesen etc. auch häufig eine auf den Bürobedarf optimierte Textverarbeitung sowie eine ausreichend schnelle und flexible Datenbank nötig. Fragen Sie beim Händler auf jeden Fall auch nach Serviceleistungen bei defekter Hardware, Schulungen für die Software und informieren Sie sich vor allem schon vor dem Kauf beim Steuerberater, wie Sie zumindest einen Teil der Kosten für die ganze EDV-Anlage wieder beim Finanzamt geltend machen. Manchmal kommt es nur auf eine geschickte Formulierung auf der Rechnung an. (wk)



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