SYSTEMS 91 in München

Alle zwei Jahre wieder finden sich Computerhersteller aus aller Welt in München zur Systems ein. In zwanzig Hallen gab es viele Neuerungen zu bestaunen.

Neu von Atari kommt der TT mit 1.44-MByte-Diskettenlaufwerk. Der dafür verantwortliche Controller-Chip ist eine eigenständige Entwicklung von Atari. Ein Blick ins Gehäuse gibt weitere Veränderungen preis. Die Platine des TT ist komplett überarbeitet. Neues auch beim Betriebssystem: 3.06 heißt die aktuelle Versionsnummer. Nach einem Kaltstart führt der Rechner nun einen Speichertest durch. Zudem sollen diverse Fehler behoben sein, darunter der bekannte RTC/CTS-Fehler. Erfreulich ist die Geschwindigkeitssteigerung bei Bildschirmausgaben über das Bios von 10 Prozent.

Wieder mit dabei war auch der ST-Book. Als Termin für die Markteinführung des kleinsten der ST-Serie sieht Atari die zweite Novemberhälfte vor. Ebenso wie der TT hat sich in der Endphase der Entwicklung das Platinen-Design grundlegend geändert. Die Grundversion mit 40-MByte-Festplatte und 1 MByte Speicher liegt bei etwa 4000 Mark. Freunde vom ST-PAD werden sich noch eine Weile gedulden müssen. Vor dem Frühjahr '92 ist laut Atari mit seinem Erscheinen in den Regalen der Kaufhäuser nicht zu rechnen.

Endlich scheint der langjährige Traum von UNIX in Erfüllung zu gehen. Das vorgeführte Atari System V in Verbindung mit X-Windows ließ Serienreife erkennen. Bislang beliefert Atari nur Entwickler - der Preis für ein TT/UNIX-System wird um die 7000 Mark liegen.

Auf dem Stand von Atari waren verschiedene Softwarefirmen als Unteraussteller vertreten. Scilab präsentierte die ST/TT-, sowie die MS-DOS-Version von »Scigraph«. Die Overscan GbR zeigte neben einem Genlock das Programm »VRAM«, das die Kapazität der Festplatte als virtuellen Speicher des Rechners nutzt. Zusammen mit »ROM-RAM« - einem Programm zur Verlagerung des Betriebssystems und der Systemvariablen des TT ins schnellere Fast-RAM - kostet das Paket 149 Mark. Kurz vor dem Erscheinen steht das Programm »Data Lite« von Logilex. Ein spezieller Treiber dient der ständigen Datenkompression und -dekompression in Echtzeit. Dadurch steigert sich die Kapazität eines Datenträgers um 250%. Colour Concept zeigte ein DTP-System mit Scanner und Farbsublimationsdrucker unter der Leitung von »Calamus SL«.

Gemessen an den Nachbarn Apple und Momenta - von prospektbeladenen Schaulustigen umringt -ging es am Stand von Atari eher ruhig zu. Hier war das Publikum zumeist an bestimmten Produkten und Problemlösungen interessiert, ln Halle 22 zeigte CRP-Koruk »DynaCAD 2.0«, das deutliche Erweiterungen im 3D-Teil erfahren hat. Das Programm ermöglicht nun auf einfache Weise die professionelle Konstruktion von 3D-Elementen, die sich anschließend von Rendering-Programmen weiterverarbeiten lassen. DynaCAD 2.0 kostet 2990 Mark.

Das Konstanzer Unternehmen kündigte in München eine neue DynaCAD-Version mit integrierter Programmiersprache an. Bereits Ende November ist eine Entwicklerversion erhältlich. Die offizielle Markteinführung mit ersten Applikationen ist zur CeBIT'92 geplant. Viele Neuheiten waren bei den Druckerherstellern zu bestaunen. So erweiterte Citizen seine Druckerpalette um das Tintenstrahlmodell »Projet«. Der Printer basiert auf der Bubblejet-Technologie, die ihm Laserdruckqualität verleiht. Dabei kostet er mit 1585 Mark nur den Bruchteil des Kaufpreises eines Lasers.

Epson versucht mit dem »EPL-4100«, einem Laserdrucker mit einer Geschwindigkeit von sechs Seiten pro Minute, neue Maßstäbe bei der Leistungscharakteristik im unteren Preisbereich zu setzen. Auch Fujitsu stellte mit dem »Breeze200« einen neuen Tintenstrahldrucker vor. Das Gerät kostet 1584,60 Mark.

Viel bestaunt wurde der neue »HP DeskJet 500C« aus dem Hause Hewlett Packard. Dieser thermische Tintenstrahldrucker benötigt für eine Farbseite vier Minuten bei einer Auflösung von 300 dpi. Bei Schwarzweiß-Druck schafft er bei derselben Auflösung eine Seite in drei Minuten. Der HP DeskJet 500C kostet 2045 Mark.

Mit dem sechs Seiten schnellen »NEC Silentwriter S62P« stellte NEC eine neue Generation von Laserdruckern vor. Der Silentwriter S62P bietet zum einen den vollen LaserJet III-Standard inklusive aller Schriften sowie HPGL2, zum anderen Adobe Postscript Level 2 ohne Aufpreis.

OKI überraschte die Besucher mit zwei neuen Geräten: Der LED-Printer »OL 830« druckt 8 Seiten pro Minute und verfügt über 17 original Adobe-Fonts. Bei einem Preis von 4998 Mark wird Postscript für anspruchsvolle Textverarbeiter attraktiv. Zu den Stärken des neuen Flachbettdruckers »Microline 390 FB« gehören die flexible Papierzufuhr und der hohe Bedienungskomfort. Der Preis dieses 24-Nadlers beträgt 2498 Mark. Seikosha präsentierte neben dem bereits in Düsseldorf vorgestellten Laser »OP-104« zwei preisgünstige Nadeldrucker. Der 24-Nadler »SL-92PLUS« ist für unter 700 Mark zu haben und der 9-Nadler »SP-1900PLUS« kostet weniger als 450 Mark.

Star Micronics präsentierte seinen ersten Tintenstrahldrucker. Der »StarJet SJ-48« bietet die Druckqualität eines Laserdruckers zum Preis eines Matrixdruckers.

Die Systems untermauerte, daß die Hersteller neben hochwertigen Laserdruckern im Highend-Bereich auf preiswerte Tintenstrahlgeräte setzen. Qualitativ hochwertige Farbdrucke zu einem vertretbaren Preis stehen hoch in der Gunst des Anwenders. (ah/uh)



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