Ins Bild gesetzt: Diagramm-Plotter V3.0 bildet Zahlenkolonnen grafisch ab

Es gibt kaum etwas, das abstrakter ist, als ein Haufen Zahlen. Doch Atari sei Dank, mit der entsprechenden Software sorgt der Computer schnell für den richtigen Eindruck.

Bereits in der Version 3.0 präsentiert sich inzwischen das Programm »Diagramm-Plotter« von Axel Nöthe. Viele neue Funktionen sorgen für schnelles Zeichnen von x-, y-, Balken- oder Treppendiagrammen, ihre Bearbeitung und einen guten Ausdruck. Die darzustellenden Datensätze müssen im ASCII-Format vorliegen. Nach dem Import bestimmen Sie zuerst die Zuordnung der Spalten zu den Achsen. Die maximale Größe der Datei mit 20 Spalten und 1024 Zeilen ist für die meisten Anwendungen ausreichend.

Um eine Grafik zu erzeugen, bestimmen Sie zunächst den Darstellungsbereich und die Schrittweite der Achsenmarkierungen. Das übernimmt auf Wunsch auch eine Automatik. Als nächstes steht die Wahl zwischen linearer und logarithmischer Darstellung an.

Das Programm berechnet nun die Grafik in mehreren Teilen durch Anwahl der betreffenden Menüpunkte. Zuerst lassen Sie den in seiner Größe frei definierbaren Rahmen zeichnen und versehen diesen mit den Achsenbeschriftungen. AufWunsch ist auch ein Gitter zu unterlegen. Der Eintrag der Daten erfolgt dann wahlweise als Punkte, Linien, Treppen, Balken oder mit einem von zwölf zur Auswahl stehenden Symbolen. Diese Symbole sind auch in der Größe zu verändern. Zur weiteren Bearbeitung lassen sich Fehlergrenzen eintragen, die Daten glätten oder eine Spline-Anpassung beziehungsweise Polynom-Anpassung bis zum 6. Grad durchführen. Zur Beschriftung der Grafik dienen Signum-Zeichensätze. Mehrere Fonts gehören auch zum Lieferumfang. Drei Zeichensätze gleichzeitig sind zugelassen.

In der errechneten Grafik dürfen Sie noch radieren und beliebig festgelegte rechteckige Bildausschnitte verschieben oder kopieren. Ein Bildspeicher erlaubt das Überlagern zweier Bilder. Die Datensätze lassen sich nachbearbeiten mit den Befehlen »einfügen«, »ändern«, »löschen« und »ordnen«. Der Autor hat sogar an diejenigen gedacht, die erst eine theoretische Meßkurve zeichnen lassen und dann die dazugehörigen Daten ermitteln wollen. Hierzu klicken Sie lediglich mit der Maus die gewünschten Bildpositionen an, und schon erzeugt das Programm die zugehörigen Daten. Ganz Verwegene dürfen auch sofort die theoretische Funktion eingeben und sich daraus den Datensatz berechnen lassen. Eine fertige Grafik läßt sich als IMG- oder in neun Teilen als STAD-Bildfolge exportieren. Leider entspricht die Reihenfolge der Bildteile nicht der, die der »Creator« verwendet, so daß Sie hier die Bilder einzeln laden müssen. Zum Drucken stellt Diagramm Treiber für HP-Laserjet, NEC P6/P7, Star NL10, Atari-Laser und Epson LQ850 in verschiedenen Auflösungen zur Verfügung. Die Druckergebnisse sind von überzeugender Qualität.

Leider arbeitet das Programm vollständig pixelorientiert für eine Bildschirmauflösung von 640 x 400 Punkten. Mit anderen Monitoren, mit Overscan oder auf dem TT, ergeben sich also Probleme. Menüführung und Tastaturbelegung sind eigenwillig und entsprechen nicht den üblichen Normen. Zum Programm gehört ein kleines Handbuch, das alle Menüpunkte aufführt. Der Umgang mit Diagramm gestaltet sich aber derart einfach, daß ein Blick in die Anleitung nur in Ausnahmefällen notwendig ist. (wk)

Dr. Axel Nöthe, Ringstr. 49, 4620 Castrop Rauxel

WERTUNG

Name: Diagramm 3.0
Preis: 149 Mark
Hersteller: Dr. Axel Nöthe

Stärken: Leichte Bedienung □ kein Kopierschutz □ vielfältige Funktionen zur Bearbeitung

Schwächen: Nur eine Auflösung □ eigenwillige Menüführung

Fazit: Für den angestrebten Anwendungsbereich: eine nützliche Arbeitshilfe


Dietmar Lorenz
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