Leserbriefe

Hochkarätig

Eleganz, Tradition und Prestige vereint der Duofold-Füllhalter von Parker. Gestaltet nach dem weltberühmten Parker-Füllhalter der 20er Jahre, ausgestattet mit der perfekten Technik von heute, besteht seine Federaus 18karätigem Gold. Ihr Pfeilsymbol ist mit Ruthenium, einem Platinmetall, ausgelegt. Der Ladenpreis: 425 Mark. Verfasser von Leserbriefen können ihn gewinnen.

Kundenfreundlich

Als Atari-Fachhändler muß ich mir oft (zum Teil sehr berechtigte) Kritik an der Firma Atari und ihren Produkten anhören beziehungsweise ich lese sie in Zeitschriften wie der Ihren. Viel zu selten jedoch erfährt man, daß Atari durchaus offen für Verbesserungsvorschläge ist und sie in neueren Geräten beziehungsweise Programmen einsetzt. Beispiele gibt es mehrere:

Gert Walliser, Walliser & Co. Personal Computer. Stuttgart

Schwere Entscheidung

Ich zog den 520er den aktuellen MS-DOS-Rechnern vor, da er das geeignetere Werkzeug zu sein schien. Doch mittlerweile brachten mich einige Ereignisse zum Nachdenken: Die DOS-ler wurden stärker, 80286 und 80386 eröffneten neue Dimensionen für die PCs. Die MS-DOS-Software wurde konkurrenzfähig, die Leistung stieg und die Preise sanken. Dann kam der TT. Die große Revolution wie der ST scheint er nicht zu werden. Ich hätte mir gewünscht, daß der TT endlich ein Towergehäuse sowie Steckplätze hat und UNIX-fähig wird, soll dieses Betriebssystem doch nach Expertenmeinung das MS-DOS der 90'er Jahre werden. Der TT ist ein hervorragender Rechner, der jedoch keine große Zukunft hat. Anders sähe es natürlich aus, wenn der TT UNIX- oder wenigstens MS-DOS-kompatibel und vernünftig erweiterbar wäre. Da ich momentan aufsteigen will, fällt mir die Entscheidung schwer.

Ralf W., Schermbeck

Die Väter von ST und TT: Ex-Atari-Entwicklungschef Shiraz Shivji (oben) und Atari-Entwicklungschef Richard Miller.

Atari-Story

Zum Leserbrief »Denk-Stopp« aus Ausgabe 3/91:
Als 1984 der Gründer von Commodore, Jack Tramiel, unfreiwillig zu Atari »wechselte«, schwor er, sich zu rächen und Commodore in die Knie zu zwingen. Außer Sam Tramiel kam auch Shiraz Shivji mit. Shivji entwickelte nicht nur den VC 20, sondern auch den C 64. Vergleicht man nun C 64 mit dem damaligen Atari 800 XL, so war dieser ihm bis auf den Preis in allen Punkten überlegen: 256 Farben, 16 Auflösungen, vier Soundgeneratoren, 16-KByte-Basic.

Shivji bastelte den ST zusammen, wohl weil sich Tramiel mit Amiga nicht über die Aktien-Preise einig wurde. Commodore kaufte den Amiga dann etwa zum Doppelten dessen, was Tramiel geboten hatte und verpaßte dem Flugsimulator Tastatur und Maus.

Atari kam dann in Zeitdruck, und Shivji pfuschte sich etwas zurecht - was dabei rauskam, ist ja bekannt. Aber immerhin hatte Atari einen temporären Vorsprung, denn der Amiga kam erst etwa ein Jahr später raus, und IBM kannte damals auch noch keine VGA-Karte - schließlich knabberte man da noch an der 640 KByte-Grenze.

Michael A., Passau

Besser als die DOSen

Selbst in der momentanen Version, bei der nur der Prozessor mit 32 MHz getaktet wird, ist der TT einem 80386 mit 33 MHz an Rechenleistung überlegen. Von den anderen Vorteilen des TTs gegenüber einer DOSe erst gar nicht zu reden. Die Geschwindigkeitssteigerung vom ST zum TT ist beeindruckend, gleiches gilt für die Sound-Fähigkeiten. Die Bildschirmauflösungen sind zwar im Bezug auf Farbvielfalt verbesserungswürdig und machen den Kauf einer Grafikkarte interessant, aber zuerst einmal sind die Programmierer gefordert. In der mittleren TT-Auflösung müssen 256 oder 4096 Farben gleichzeitig mit akzeptablem Rechenaufwand machbar sein. Das war ja sogar auf dem ST möglich. Und was die Kompatibilität der ST-Software angeht, muß ich sagen: Programme, die nicht auf dem TT laufen, haben eine entscheidende Qualitätsprüfung nicht bestanden und gehören in den Desktop-Papierkorb. Außerdem ist es nur eine Frage der Zeit, bis alte Programmversionen durch neue, verbesserte und an den TT angepaßte ersetzt werden. Aber es wird auch ganz neue innovative Programme geben, die neue Maßstäbe des Leistungsumfangs und der Benutzerfreundlichkeit setzen. Die Erwartung, was die Software-Zukunft auf dem TT bringen wird, macht mir jedenfalls eine Entscheidung leicht: Ich werde mir einen TT kaufen!

Oliver S., Düsseldorf

Weltoffen

Oft wollen Leser wissen, ob wir zur Anschaffung eines TT raten. Wir können keine Empfehlung geben, wenn wir den speziellen Verwendungszweck nicht kennen. Jedoch zeigt folgende Überlegung, daß TT-Besitzer kaum auf der falschen Seite stehen:

Der TT hat die Chance, die Türen zu vier Computerwelten aufzustoßen. Wird diese Chance genutzt, können TT-Besitzer aus vier vollen Software-Pools schöpfen.

Ihr Paul Sieß, Textchef

Liegt nach Meinung vieler Leser gut im Rennen: Ataris TT (3. von rechts).

Eine Lanze für Tempus Word

Zum Test von Tempus Word in Ausgabe 3/91:
Ich möchte eine Lanze für das Programm Tempus Word brechen.

Es stellt wohl eines der besten Programme zur Textverarbeitung überhaupt dar - und dies nicht allein auf dem Bereich der Geschwindigkeit. Ihre Darstellung einer völlig ungenügenden Betriebssicherheit von Tempus Word kann ich absolut nicht teilen. Während meiner Dissertation kam es nur zu einem Absturz des Programms. Zugegebenermaßen habe ich keine Fußnotenverarbeitung verwendet, welche bisher noch ein paar Fehler enthielt (die aber bereits behoben sind). Aber ansonsten stellte ich das Programm doch vor einige harte Prüfungen, beispielsweise 20 verschiedene Absatzformate für Tabellen, Grafiken etc. Auch die Silbentrennung funktionierte einwandfrei. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Firma CCD loben. Man hat eine sehr hilfreiche Hotline eingerichtet.

Zuletzt zur sehr oft kritisierten Politik der Vorabversionen: Natürlich kann man einwenden, daß die Fehlersuche Aufgabe des Herstellers sei. Aber da die Vorabversionen zumindest seit der Version 0.91 für normale Anwender brauchbar waren und ich seitdem jeden Schriftverkehr mit diesem Programm abgewickelt habe, würde ich sofort wieder ein entsprechendes Angebot wahrnehmen -vom eingesparten Geld ganz zu schweigen.

Simon D., Homburg

Drei gegen den TT

In TOS 1/91 kündigt Ihr groß einen Vergleich zwischen dem TT und Konkurrenzprodukten an. Auf sage und schreibe sechs Seiten habt Ihr die einzelnen Modelle ausführlich dargestellt. Nur eines habe ich vermißt: den Vergleich. Ich kann beim besten Willen nichts finden, was vergleichender Natur wäre. Schon gar nicht in einer Form (Tabelle), die mir als Leser einen schnellen Überblick verschafft, ohne sich erst mühsam durch den Text durchzuwühlen.

Auch können wir uns gerade mal über den (Un-)Sinn einer Demo-Disk unterhalten. Die heutigen Programme sind so komplex, daß die meisten Hersteller auf einen Kopierschutz verzichten, da ohne Handbuch eh niemand richtig damit arbeiten kann.

Ihr mutet uns aber zu, viel Zeit zu verschwenden, um Programme zu entpacken und uns mit ihnen rumzuärgern, weil wir keine Ahnung haben, wie sie zu bedienen sind. Darin noch zum Kapitel Leserbriefe. Gut und nett, wenn da einzelne Leute mit einem Schreibgerät beehrt werden. Doch will der Verdacht nicht ganz weichen, daß da mehr Wert darauf gelegt wird, den Füllhalter ins rechte Licht zu bringen, als Schreibleistungen zu würdigen.

Und wenn ihr tatsächlich den Mut habt, dies zu veröffentlichen, so könnt Ihr Euch den Füllhalter gleich selbst schenken. Denn auch Mut soll belohnt werden.

Sacha Z., Winterthur

TOS: Eine Frage an alle Leser: halten Sie es für sinnvoll, im Heft ausführlichere Bedienungstips zu den Demo-Programmen auf der TOS-Diskette abzudrucken? Zum TT-Vergleich: In diesem Fall täuschen tabellarische technische Daten unserer Meinung nach über die wesentlichen Stärken und Schwächen hinweg. Vielen Dank für den angebotenen Füller. Aber uns gefielen die bisher prämierten Briefe.

Vielseitig

Die vielfach geäußerte Kritik, der ST tauge nicht für den Einsatz im Büro, halte ich für falsch, denn dafür wurde er primär nicht konzipiert. Er ist auch kein Spielcomputer, obwohl er für diesen Zweck hervorragend geeignet ist. Der ST ist ein PC im Wortsinn, es geht auch nicht darum, einem Bürostandard zu genügen, sondern die vielschichtigen Anforderungen von ganz unterschiedlichen Anwendern sollen optimal befriedigt werden. Gerade dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung entspricht der ST in hervorragender Weise. Der ST ist der ideale PC, um den Bedürfnissen von Lehrern, Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern etc., kurz - allen Personen, die Aufsätze, Referate, Artikel etc. verfassen müssen, zu genügen. Ganz nebenbei kann man mit ihm auch Musik machen und allgemeine Daten verwalten. Für alle diese Gebiete gibt es hervorragende Programme.

Karsten L., Berlin

Prinzip der Geduld

Wie viele andere auch habe ich in über 5 Jahren alle Hochs und Tiefs im Mikrokosmos der ST/TT-Welt miterlebt. Angefangen bei der Euphorie, als die ersten ST-Modelle angekündigt wurden, über die Begeisterung der ersten Wochen und einer Folge bitterer Ernüchterungen bis zum heutigen Tag. Man wußte, daß hinter dem Ganzen eine Firma mit festem Prinzip stand: dem Prinzip der Geduld. Geduld bei der Auslieferung des ersten ROM-TOS, dessen Updates, des Blitters, eines lauffähigen MS-DOS-Emulators etc. Ganz im Rahmen dieser großen Tradition steht auch der TT, dem ich trotz seines inzwischen akzeptablen Preis-/ Leistungsverhältnisses keine rosige Zukunft prognostiziere. Obwohl nicht abzustreiten ist, daß das Angebot an professioneller Software und wirklich informativer Zeitschriften für den ST inzwischen auch Atari-Gegner überzeugen könnte, bin ich es leid, ständig ein Opfer fehlender Programmier- und Management-Richtlinien zu sein.

Frank N., Neubiberg

Originelles Design

Meine Kaufentscheidung für den Mega ST wurde durch das Gehäuse-Styling absolut positiv beeinflußt. Aus dem Einerlei des Blechcontainer-PCs heben sich die neuen Ataris auf originelle Weise hervor.

Sollte die 48 MByte-Platte tatsächlich zu klein werden, so ist sie nach Lösen einer einzigen Schraube problemlos gegen eine dickere 3,5er SCSI-Platte austauschbar. Für den Einsatz einer Grafikkarte reicht der eingebaute VME-Bus vollkommen aus. Daß Atari sich dem 1,44-MByte-Standard bei Diskettenlaufwerken verschließt, ist nicht unbedingt eine Katastrophe. Lohnenswert wäre in Zukunft allenfalls der Einstieg bei den neuen 2,88 MByte-Laufwerken, wie sie im NeXT zur Anwendung kommen. Für überflüssig halte ich die Diskussion über die Taktfrequenzen von TT und Mega STE. Die Leistung eines Computers ist mehr von der Qualität der Software als von der genauen Taktfrequenz abhängig.

Gerd W., Bochum

»Sein Design hebt sich auf originelle Weise hervor«: der Mega STE.

Computermärchen

Es war einmal ein Computerfreak. Stets hatte er seine liebe Müh und Not, sein Leben zu bestreiten. Hohe Softwarepreise verschlangen seinen Geldvorrat. Da kam ihm zu Ohren, daß es Leute gab, die sogenannte PD-Programme kostenlos abgaben. Nur wenn es gefiel, sollte man einen kleinen Obulus entrichten. Noch am selben Tag besorgte er sich den Stadtanzeiger, in dem alle möglichen Marktschreier ihre Ware anpriesen. Von wegen keinen Taler dazubezahlt! Enttäuscht legte er sich zu Bett, fand aber lange keinen Schlaf. Gegen Mitternacht hatte er zu träumen angefangen.

Er saß vor seinem Lieblings-ST und wühlte via Modem in einer riesigen Datenbank voller Umsonstsoftware herum. Wie gut, daß ich meinen geringen Mitgliedsbeitrag bezahlt habe, dachte er bei sich. Auf einmal fand er eine Ecke, in der lauter Anzeigen von Hard-und Softwarehäusern steckten. Auch gab es hier kostenlose Softwareproben von teuren Programmen. Ist doch toll, dachte er. Da brauchen die Firmen nicht jedem eine Demoversion zu schicken und sparen auch noch jede Menge Papier für Werbezettel. Und mit dem gesparten Geld finanzieren sie diese tolle Idee mit.

Thomas Schaack, Rostock

TOS: Eine Füllhalter der Marke »Parker Duofold« im Wert von 455 Mark erhält Thomas Schaack aus Rostock. Ihm ist es gelungen, eine gute Idee in eine originelle Geschichte zu packen.

Gigantonomie

Bei seiner Markteinführung war der ST ein Gerät, dessen Leistung allgemein bewundert wurde. Seine Leistung ist bis heute nicht schlechter geworden, allerdings ist der Preis gesunken. Ist es nicht Gigantomanie, was hinter dem Ruf nach immer mehr Power steht? Wozu denn? Für die paar Textverarbeitungs- und Dateiverwaltungsaufgaben des Durchschnittsusers reichen die Fähigkeiten des ST allemal.

Ich habe mich jetzt auf der CeBIT umgesehen, was die anderen so bringen. Amiga 3000 von Commodore - sehr hübsch, aber im Grunde mit dem TT vergleichbar. Etwas mehr Leistung, etwas teurer. Bei den PCs? Der 80386 ist an sich immer noch Standard, sonst sieht man eben einige '486er. Und bei Apple stand ich interessiert vor einem Demo für Multitasking, um dann zu hören, das sei das Spitzenmodell - 68030 mit 40 MHz. Das ist schneller als der TT, aber prinzipiell doch nichts Umwerfendes. Die Entwicklung scheint zu stagnieren. Warum wohl? Ganz einfach: Die wenigsten derjenigen, die nach stärkeren Rechnern rufen, wollen selbst einen neuen kaufen. Sie wollen nur das Image »ihrer« Marke aufgewertet sehen. Welche Motivation sollen die Hersteller für die Entwicklung von Supercomputern haben, wenn der Markt fehlt?

Matthias D., Erlangen



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