Leserbriefe

Hochkarätig

Eleganz, Tradition und Prestige vereint der Duofold-Füllhalter von Parker. Gestaltet nach dem weltberühmten Parker-Füllhalter der 20er Jahre, ausgestattet mit der perfekten Technik von heute, besteht seine Federaus 18karätigem Gold. Ihr Pfeilsymbol ist mit Ruthenium, einem Platinmetall, ausgelegt. Der Ladenpreis: 425 Mark. Verfasser von Leserbriefen können ihn gewinnen.

Keine Reaktion I

Am 24.8. bestellte und bezahlte ich auf der Atari-Messe bei der Fa. digital data deicke ein Laserdrucker-Kit für 99 Mark, wobei mir eine Lieferung »innerhalb der nächsten 14 Tage« zugesichert wurde. Meine telefonische Nachfrage vom 12.9. wurde mit der Auskunft beschieden, »das Manual dazu sei gerade im Druck und die Lieferung erfolge baldmöglichst«. Am darauffolgenden Tag (Zufall?) wurde eine Auftragsbestätigung abgesandt - das war bis heute alles. Meine briefliche Reklamation vom 29.10. mit der Aufforderung, das Kit innerhalb der nächsten acht Tage auszuliefern, blieb ohne jegliche Reaktion, desgleichen eine weitere briefliche Reklamation vom 20.1. mit einer weiteren Fristsetzung zum 30.11. Nun sind seit meiner Bestellung und Bezahlung des Kits 15 Wochen vergangen und ich höre und sehe außer großformatigen Anzeigen nichts von der Fa. digital data deicke - ein Vorgang, den ich in meinem langjährigen Kontakt mit vielen Atari-Fiändlern als durchaus einmalig erachte. Ernst T., Stuttgart

Stellungnahme der Firma digital data deicke, Hannover:

Bei mehr als 30000 Kunden kann es leider vorkommen, daß ein Kunde nicht so bedient wird[ wie es zu erwarten wäre. Ganz offen: Bei Herrn T- ist dies der Fall gewesen.

Als wir auf der Atari-Messe unseren ddd-Laser/8+ vorführten, wurden wir häufig von Besitzern des Atari-Laserdruckers SLM 804 angesprochen, ob nicht eine Möglichkeit bestünde, die Optionen des ddd-Laser/8+ nachträglich auch für den SLM 804 verfügbar zu machen. Wir bestätigten (zu) kurz entschlossen, daß wir die von uns durchgeführten Umbauarbeiten in Form eines Selbstbausatzes anbieten könnten. Nach der Messe mußten wir allerdings bei Tests mit ungeübten Anwendern erkennen, daß die Art des Einbaus zwar für die Massenproduktion in unserem Hause geeignet, für den Einzelkämpfer zu Hause aber leicht zu Problemen führen könnte.

Angesichts dieser Erkenntnis und der lediglich viermal bestellten NR/LCD-Laserbausätze hätte das Projekt aus geschäftlicher Sicht sterben müssen. Im Interesse der vier Kunden (jedem stand selbstverständlich jederzeit die Stornierung offen) haben wir uns dennoch entschlossen, in neuer Art einen Selbstbausatz bestehend aus Standby-Schalter und LCD-Blattzählwerk zu entwickeln, der ohne Löten voll steckbar und einfach in jeden Atari SLM 804 einzubauen ist. Daß diese Entwicklung angesichts z. B. der nicht normgerechten Steckerverwendung durch Atari nunmehr erst nach fast drei Monaten fertiggestellt werden konnte, war nicht abzusehen.

Keine Reaktion II

Am 19. Mai 1989 (nicht 1990) nahm ich das Angebot eines Upgrades von Calamus 1.10 von der Firma DMC in Walluf an und zahlte mittels Scheck. Bis heute habe ich nichts erhalten. Bis Juli 1990 wurde ich bei mehreren Telefonaten vertröstet, dann bot man mir ein neues kostenpflichtiges Upgrade an und es hieß bei meiner verwunderten telefonischen Nachfrage auf einmal, daß das von mir bezahlte Upgrade nicht lieferbar sei und ich das Geld respektive den Scheck mit einem Schreiben zurückerhalten hätte. Es war relativ einfach, das Gegenteil zu beweisen, und so versprach die Fa. DMC mir, daß ich die Version S statt der 1.10 erhalten würde.

Es wurde mir versichert, daß diese Version bis Oktober 1990 fertiggestellt würde und der »nicht zustandegekommenen« Version 1.10 leistungsmäßig nicht unterlegen sei. Nun ist Oktober, und ich habe nichts erhalten. Man stelle sich vor, im Mai 1989 ein Upgrade bestellt und bezahlt und bis Oktober 1990 nichts erhalten. Dies monierte ich telefonisch und wurde wie ein Bittsteller abgekanzelt. Mir wurde tatsächlich die Version 1.09 N zum Preise von 99 Mark angeboten, obwohl ich bereits die höhere Version (Calamus S) bezahlt habe. Auch die Aufforderung, die Version 1.09 N zuzusenden, um einen Teil der Funktionen der S-Version zum versprochenen Termin zu erhalten und die Wartezeit auf die endgültige Version zu überbrücken, wurde einfach ignoriert. Keinerlei Reaktion. Peter V. Kirchhain

Stellungnahme der Firma DMC, Walluf:

Wir bedauern die Verzögerung. Inzwischen hat Herr V. die neueste Calamus-Version zur Verfügung gestellt bekommen. Daß die Lieferung erst zu diesem Zeitpunktgeschehen konnte, ist einerseits auf eine Umstrukturierung der Versionen zurückzuführen und andererseits ist dieser Vorgang bei einem Sacharbeiterwechsel leider falsch abgelegt worden. Die Calamus S-Version ist z.Zt. noch nicht lieferbar.

Sehr geehrter Herr Brandl, vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen Leserbrief. Die Firma DMC hat auf Ihr Anschreiben reagiert und mir die Version 1.09 N geschickt. Mein Schreiben und meine Telefonate waren bei weitem nicht so erfolgreich. Zusammenfassend kann ich sagen, daß der Service im PD- und Sharewarebereich um Klassen besser ist, als der mancher kommerzieller Firmen. Peter V., Kirchhain

TOS hilft Lesern

Immer wieder fordern uns verärgerte Anwender auf, daß wir ihre negativen Erfahrungen mit Herstellern als Leserbrief abdrucken. Doch aus guten Gründen ist uns dieser Schritt rechtlich untersagt: Wir können nicht überprüfen, ob die vorgebrachten Vorwürfe berechtigt sind. Wir können auch nicht ausschließen, daß jemand einen Konkurrenten durch fingierte Kritik gezielt in Mißkredit bringt.

Deshalb dürfen wir Anschuldigungen gegen Dritte nicht veröffentlichen, es sei denn, die Angelegenheit ist gerichtlich geklärt. Trotzdem helfen wir unseren Lesern: Wir bemühen uns, bei Streitfällen zwischen Anwendern und Herstellern zu vermitteln - oft mit Erfolg, wie die Beispiele auf diesen Seiten zeigen.

Ihr Paul Sieß, Textchef

Denk-Stopp

Als im Jahre 1985 der ST eingeführt wurde, waren die Fachblätter des Lobes voll über den neuen »Jackintosh«, der mit dem Slogan »Power without the Price« den Computermarkt durcheinander wirbeln sollte. Und tatsächlich: Der Rechner bot eine zur damaligen Zeit in dieser Preisklasse geradezu unglaubliche Rechenleistung, vereint mit einer leicht zu bedienenden Benutzerschnittstelle, einer großen Diskettenkapazität und einem hervorragenden Schwarzweiß-Monitor.

Leider hatte man meines Erachtens etwas zu früh aufgehört, nachzudenken: Für wen war der Rechner eigentlich gedacht? Für den Bürobereich bestimmt nicht: Die Tastatur war viel zu schlecht, die Stellfläche zu groß und die Fähigkeiten des Rechners konnten die wenigsten Geschäftsleute davon überzeugen, die Sicherheit und gute Softwareversorgung ihrer PCs gegen den Newcomer ST einzutauschen.

Für Grafiker war er erst recht ungeeignet: Eine Farbpalette von 16 aus 512 Farben bei einer Auflösung von 320x200 Pixel war ein Witz, besonders gegen das Konkurrenzprodukt Commodores, den Amiga. Für verspielte Naturen war der ST sicher auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, da ein schneller Grafikchip fehlte und auch keine weiteren Spezialbausteine, die z. B. Sprites à la Lynx hardwaremäßig handhaben konnten, vorhanden waren.

Die mangelnde Weiterentwicklung tat ein weiteres, um die Verkaufszahlen gering zu halten: Der anfangs für sein hervorragend scharfes Bild gerühmte SC 1224 Farbmonitor wurde mit einer billigen Farbröhre verschlimmbessert, der lange angekündigte Blitter ließ ewig auf sich warten und funktionierte anfangs nicht richtig, die neu entwickelten Festplatten und Laserdrucker verfügen über Lüfter, die selbst manchen Staubsauger übertönen, der Laserdrucker muß eingeschaltet sein, um mit einer Festplatte zu arbeiten.

Und jetzt tauchen wieder ähnliche Fehler beim TT auf: Atari preist ihn zwar als 32 MHz-Rechner an, aber entwickelt wurde er für einen Systemtakt von 16 MHz; soweit ich informiert bin, läuft allein der Prozessor mit 32 MHz. 256 Farben gleichzeitig sind zwar gut und schön, aber nicht bei einer zu niedrigen Auflösung und einer Farbpalette von nur 4096 Farben! Auch verwendet Atari weiterhin 720 KByte- statt der üblich gewordenen 1,44 MByte-Laufwerke.

Michael K., Nürnberg

Leserbrief des Monats:
Einen Füllhalter »Parker Doufold« im Wert von 425 Mark erhält Michael K. aus Nürnberg. Seine kritischen Anmerkungen zur Geschichte der ST-Serie sollte den Atari-Entwicklern zu denken geben.

Schneller Service I

Danke - dafür, daß meine schlaflose Zeit sich in Grenzen gehalten hat.

Es hat nämlich nur 4 (in Worten: vier) Tage gedauert, bis ich die nunmehr fehlerfreie TOS-Disk von Ihnen bekommen habe. Schneller wäre es meines Erachtens nur gewesen, wenn Sie die Diskette gefaxt hätten, aber dieses Verfahren hat bei mir - trotz vieler Versuche -bisher nicht funktioniert.

Ich finde daher, daß dieser Service hier einmal gelobt werden muß, da ich auch andere Beispiele aus der Computer-Presse-Szene kenne.

Christoph G., Radevormwald

Schneller Service II

Auf diesem Wege ein Dankeschön für die Zusendung der TOS-Diskette. Mit einem so schnellen Service hatte ich nicht gerechnet. Gerade bei Reklamationen oder Anfragen hatte ich bis jetzt nur negative Erfahrungen gemacht. Erfreulich, daß nicht nur die Zeitschrift anderes ist als die anderen.

Michael H., Düsseldorf

TOS: Unsere Software ist auf hochwertigen Sony-Disketten gespeichert, beim Kopieren oder beim Versand kommt es jedoch manchmal zu Schäden. Schicken Sie defekte Disketten zum Umtausch mit kurzer Fehlerbeschreibung an: ICP-Verlag, Kennwort: Diskette, Wendelsteinstr. 3, 8011 Vaterstetten/München.

Mobil per Datenreisen

Wenn Sie Herrn Christian Heimanns in der TOS 12 empfehlen, beim Einschalten die Diskette aus dem Laufwerk zu nehmen, dann sollten Sie auch erklären, was man bitte in Zukunft mit den Boot-Disketten (falls keine Hard-Disk vorhanden), mit kopiergeschützten Spielen oder mit anderen Installationsdisketten (bei Minix zum Beispiel) machen soll!

Meine Anregung für ein größeres Projekt wäre folgendes: Aus meiner Zeit als Zivildienstleistender weiß ich von Behinderten, für die eine Unterstützung in Sachen Computer und DFÜ eine echte Hilfe wäre. Eine Computer-Zeitschrift (ja - Sie zum Beispiel) könnte Kontakte zu Hilfsorganisationen oder Behinderten-Clubs aufnehmen. Vielleicht fänden sich auf diese Weise Sponsoren, und es wäre möglich, interessierten Behinderten Rechner und einführende DFÜ-Grundkurse zur Verfügung zu Stellen. Ralf M., Velbert

TOS: Zu Ihrer ersten Anmerkung: Wenn Sie zuerst den Computer einschalten und unmittelbar danach eine bootfähige Diskette einlegen, startet diese einwandfrei und automatisch.

Wir sind gerne bereit, Kontakte zwischen Sponsoren und Hilfsorganisationen für Behinderte zu vermitteln. Wer an diesem Projekt Interesse hat, soll sich bitte mit einer kurzen Nachricht an uns wenden.

Software-Frust

Wenn die Lusterwartung groß ist - diese aber nicht erfüllt wird - dann ist am Ende der Frust groß. Anfang des Jahres habe ich die Shell Gemini bezogen. Doch dann - die Megamax Modula 2 Shell wollte oder konnte nicht mit Gemini. Dann installiere ich Neodesk 3. Nach weiterem Testen stellt sich heraus: Neodesk und das Atomuhr-ACC laufen nur mit AMC-GDOS, 1st-Terminal läuft nur mit Atari-GDOS (ohne Neodesk).

Ich kaufe meine Software selbst und erhebe gegenüber den Herstellern und Vertreibern den Anspruch, daß die Software

  1. ablauffähig ist, d.h. daß eine Kombination von Programmen sich nicht gegenseitig behindert;
  2. keine groben Fehler enthält bzw. daß die groben Fehler umgehend kostenlos behoben werden;
  3. weiterentwickelt wird, d. h. wenn ich Fehler oder Verbesserungsvorschläge weitergebe, werden diese bei einer neuen Version soweit möglich berücksichtigt.

Die Praxis ist leider häufig, daß die Software-Hersteller bzw. -Vertrei-ber sich gegenseitig die Fehler in die Schuhe schieben und den Anwender bzw. Käufer allein lassen.

Hermann K., Aying

Pfriemelei

Als »Leser der ersten Stunde« habe ich die Leserbriefe im Heft 12/90 mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Zum einen finde ich es sondersam, daß Sie es immer noch nötig haben, sich selbst beweihräuchern zu lassen.

Gewiß: TOS besticht durch seinen guten Inhalt in guter Verpackung, aber das sieht man doch auch, ohne daß dies in jedem zweiten Heft per Leserbrief bestätigt werden muß. Zum anderen bin ich schockiert über den Unsinn, den Sie noch mit der goldenen Feder ausgezeichnet haben. Ein Leserbrief, der die Lösung der Softwarekrise in der Alternative hochoptimierter Assembler-Programmierung anstatt in hochoptimierter Hardware sieht, hätte für mich höchstens den goldenen Nachttopf gewonnen. Auch wenn im Leserbrief richtigerweise auf Konzeption und geschickte Algorithmen hingewiesen wird, ist zu bemerken, daß die Ursachen der Softwarekrise doch gerade auch von daher kommen, daß in Assembler gepfriemelt wird. Welch ein Geniestreich, daß das neue Textverarbeitungsprogramm XY nach drei Jahren fertig geworden ist, nur weil es unbedingt in Assembler sein mußte. Hätte es nicht genügt, nur die wichtigen Routinen zu optimieren, wenn dafür das Programm früher erschienen wäre, etwas langsamer, etwas größer, aber dafür zu einem Zeitpunkt, an dem man gerade noch die Konkurrenz hätte ausstechen können?

Auch wenn Herr Demleitner noch weiter an Bits und Registern pfriemelt, die Entwicklung geht ganz klar in Richtung objektorientierter Sprachen.

Frank H., Karlsruhe

TOS: Unserer Erfahrung nach wirken sich Programmiersprache und -Stil nur unwesentlich auf die Entwicklungszeit einer Software aus. Kenntnis der Software-Sparte, programmiertechnisches Können und vorausschauende Projekt-Koordination sind entscheidend für den Erfolg und die Entwicklungszeit eines kommerziellen Software-Produkts.



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