Wort-Schatz: Wichtige Fachbegriffe

Wer mit Büchern und Fachartikeln den Einstieg ins Computer-Hobby sucht, muß sich erst durchs Fachchinesisch kämpfen. TOS erklärt nicht nur wichtige Begriffe, sondern zeigt auch Bedienungstricks, die selbst für manchen »älteren Hasen« interessant sind.

Reset

Ein Reset, zu deutsch Neustart, bringt den Computer wieder in den Einschaltzustand. Das ist z.B. nach einem Programmabsturz nötig, wenn das Gerät keine Eingabe mehr annimmt. Jeder ST hat einen Resetknopf, der beim Betätigen garantiert einen Reset auslöst. Besitzer von TOS 1.4 können einen Reset auch über die Tastatur auslösen, sofern der Computer noch Tastatureingaben akzeptiert. Dabei unterscheidet man zwei Arten von Reset, den Kaltstart, aktiviert durch die Tastenkombination Alternate Control Shift Delete, und den Warmstart durch Alternate Control Delete. Der Kaltstart wirkt sich auf den gesamten Computer aus und erreicht angeschlossene Peripherie wie z.B. Laufwerk oder Festplatte. Der Warmstart setzt nur den Prozessor auf definierte Werte zurück, löst aber trotzdem z.B. einen Bootvorgang aus.

Escape

Die Escape-Taste, kurz Esc, hat zwei Funktionen. Auf dem Desktop erneuert sie das aktuelle Inhaltsverzeichnis eines Fensters. Haben Sie z.B. die Diskette gewechselt, dann brauchen Sie nicht das alte Fenster schließen und er neut öffnen, es genügt ein Druck aufEscape. Befinden Sie sich in einer Eingabezeile, dann löscht Esc die aktuelle Zeile vollständig.

Control

In den meisten Fällen dient die Control-Taste in Kombination mit anderen Tasten als Steuerbefehl. Viele Programme unterstützen z.B. die Tastenkombination Control L für »Datei laden«. Ab TOS 1.4 gibt es auch auf dem Desktop eine sinnvolle Funktion. Wollen Sie Dateien verschieben und nicht kopieren, dann drücken Sie die Control-Taste, wenn Sie die markierten Dateien auf das Ziel schieben und dort absetzen. Die Dateien sind an der alten Stelle verschwunden und stehen nur am neuen Platz. Doch Vorsicht, wenn das Ziel nicht genügend Platz bietet. Der ST löscht nämlich erst die alten Informationen, ohne zu kontrollieren, ob er alle Daten an der Zielstelle auch wirklich unterbringen kann.

Shift

Auch die Shift-Taste hat mehrere Funktionen. Bei normaler Texteingabe sorgt sie normalerweise für die Großbuchstaben. Auf dem Desktop erlaubt sie das Selektieren mehrerer Dateien. Drücken Sic die Shift-Taste, dann können Sie in Ruhe alle Dateien nacheinander anklicken und dann gemeinsam z.B. verschieben oder löschen.

Selektiertes Laufwerk

Um das Inhaltsverzeichnis eines Laufwerkes anzuzeigen, ein Programm zu starten oder Daten zu laden, greift der ST auf Disketten oder Festplatte zu. Dabei löst er einen Impuls aus, der z.B. beim Diskettenlaufwerk den Zugriff startet. Damit niemand in diesem Moment die Diskette aus dem Laufwerk nimmt, leuchtet dort zur Kontrolle eine LED. Manchmal bleibt durch einen Programmfehler das Laufwerk selektiert, die LED leuchtet weiter. Das kann z.B. zu Schwierigkeiten beim Laserausdruck führen. Schieben Sie einfach eine Diskette in das Laufwerk, es wird dadurch »deselektiert«.

Einschaltreihenfolge

Häufig nicht bedacht, manchmal der Anlaß für viel Ärger: die falsche Reihenfolge beim Einschalten der Geräte. Grundsätzlich sollten Sie den Computer immer zuletzt einschalten. Falls vorhanden, ist die Festplatte das erste Gerät beim Einschalten. Die Platte benötigt einige Zeit, um sich zu initialisieren. Greift der Computer in dieser Zeit bereits auf sie zu, geht der Bootvorgang meistens schief.

Schreibschutz

Es gibt verschiedene Mittel, um Daten vor dem Überschreiben zu schützen. Bei den 3,5-Zoll-Disketten befindet sich am oberen Rand ein kleiner Plastikschieber. Ist er geöffnet, dann kann der Computer keine Daten auf die Diskette schreiben, sondern nur von ihr lesen. 1st der Schieber geschlossen, funktioniert das Speichern. Die meisten modernen Festplattentreiber erlauben einen softwaremäßigen Schreibschutz einzelner Partitionen. Befinden sich z.B. alle Programme auf einer so geschützten Partition, können sicher keine Viren die Programme angreifen. Außerdem unterstützt der ST den Schutz jeder einzelnen Datei. Über das Desktop-Menü Datei-Zeige Info-Merkmal bestimmen Sie für jede Datei, ob der ST sie nur lesen oder auch überschreiben darf.

Diskettenformat

Von Anfang an haben immer wieder findige Programmierer Wege gefunden, auf den Disketten mehr Daten zu speichern als eigentlich vorgesehen ist. Normalerweise unterstützt der ST einseitige und zweiseitige Disketten. Die maximale Datenmenge ergibt sich aus der Aufteilung der Diskettenseiten in Spuren und Sektoren. Erhöht man beim Formatieren diese Werte über das normale Maß, dann passen mehr Daten auf die Disketten. Das macht z.T. bis zu 100 KByte aus. Leider können nicht alle Laufwerke solche hochformatierten Disketten korrekt verarbeiten. Wer unbedingt Disketten sparen möchte, sollte auf ein HD-Lauf-werk zurückgreifen. Mit Hilfe eines Hardwarezusatzes passen dann 1,4 MByte Daten auf eine Diskette. Die lassen sich jedoch auch nur von einem HD-Laufwerk lesen.

Maus-Simulation

1st der freundliche Nager einmal arbeitsunwillig, oder sind Sie zu bequem, die Hände von der Tastatur zu nehmen, dann helfen Ihnen einige Tastenkombinationen weiter. Die Pfeiltasten in Verbindung mit Alternate bewegen den Mauszeiger um jeweils acht Pixel, Shift Alternate Pfeiltasten schieben den Zeiger um ein Pixel in die jeweilige Richtung.

Hardcopy

Eine Ausgabe des Bildschirms auf den Drucker erreichen Sie über die Tastenkombination Alternate Help. Der ST unterstützt von Haus aus Epson-kompatible Drucker. Es gibt allerdings eine Reihe von kleinen Zusatzprogrammen, die Hardcopies auch für andere Drucker gestatten. Meistens sind dabei noch Angaben über die resultierende Druckgröße und evtl. Drehungen vorgesehen. Sogenannte »Screenshot«-Programme schreiben den aktuellen Bildschirm als Bild in eine Datei. Sie ersetzen die direkte Ausgabe auf den Drucker, damit man die Hardcopy z.B. noch in einem Zeichenprogramm weiter bearbeiten kann.

ROM-Port

Der ROM-Port ist eigentlich für Hardwareerweiterungen vorgesehen. Häufig dient er jedoch nur zur Aufnahme der als Kopierschutz eingesetzten Dongles. Steckt jedoch wirklich einmal eine sinnvolle Erweiterung in dem Port, dann achten Sie darauf, daß diese Erweiterung sicher auf der Tischplatte aufliegt. Der Stecker ist auf Dauer nicht in der Lage, ausreichend mechanischen Halt zu geben.

Fensterbuttons

Manchem Neuling erscheint die Vielzahl der Knöpfe und aktiven Flächen an einem Fenster verwirrend.

Der Knopf rechts oben über dem senkrechten Rollbalken birgt ein Geheimnis: Beim ersten Anklicken vergrößert er das aktive Fenster auf die Maximalgröße. Der zweite Klick reduziert das Fenster wieder auf die Ausgangsgröße. Dabei können Sie zwischenzeitlich ruhig das Fenster wechseln oder sogar Programme ausführen.

Uhr

Die Mega-ST-Modelle besitzen alle eine eingebaute Echtzeituhr. Sie ist batteriebetrieben, wenn also die aktuelle Uhrzeit nicht mehr aktuell ist, sollten Sie zunächst einmal die Batterien überprüfen. Die Uhr paßt sich auch nicht der europäischen Sommerzeit ein. Mindestens zweimal im Jahr ist also das Accessory »Control.ACC« nötig, um die Uhr richtig zu stellen.

Laufwerk anmelden

Nicht nur für Festplattenbesitzer, sondern auch für alle, die eine RAM-Disk nutzen wollen, ist diese Funktion im Desktop wichtig. Damit holen Sie ein neues Laufwerk-Icon auf den Desktop, um z.B. Zugriff auf eine installierte RAM-Disk zu bekommen. Ob das Icon an- oder abgemeldet ist, hat allerdings keinen Einfluß auf die jeweiligen Daten. Das Icon erlaubt nur den Zugriff über das Desktop, es hat nichts mit dem tatsächlichen Vorhandensein von Daten oder einem echten Laufwerk zu tun.

RAM-Disk

Neben den tatsächlich vorhandenen, physikalischen Laufwerken erkennt der ST auch rein logische Laufwerke. Ein Beispiel sind die RAM-Disks. Sie sind nichts anderes als ein Programm, das einen Teil des Speichers reserviert und dem ST als logisches Laufwerk vorgaukelt. Hier lassen sich Dateien speichern, kopieren etc., genau wie auf einem »richtigen« Laufwerk. Da die Daten aber bereits im Speicher stehen, ist der Zugriff erheblich schneller, als beispielsweise auf eine Diskette. Allerdings gehen die dort gespeicherten Daten verloren, sobald man den Computer ausschaltet.

Desktop.inf

In dieser Datei stehen alle Angaben, die der ST nach dem Einschalten benötigt, um den Desktop so zu gestalten, wie Sie es wünschen. Haben Sie z.B. eine Festplatte an Ihrem ST und die Icons auf dem Desktop passend angeordnet und dazu einige Fenster geöffnet, dann wählen Sie den Menüpunkt »Arbeit sichern« und der ST merkt sich das aktuelle Aussehen des Desktop, indem er die Datei Desktop.inf automatisch erzeugt und alle nötigen Angaben hineinschreibt. Beim nächsten Einschalten finden Sie Ihren Schreibtisch dann genau so vor, wie Sie ihn verlassen haben.


Wolfgang Klemme
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